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Die Stimme · 1928-08-23 · Heft 34 (23.8.1928) · page 6

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Journal
Die Stimme
Volume
1 (1928)
Issue
Heft 34 (23.8.1928)
Date
1928-08-23
Page
– (sequence 6)
Language
German
Belongs to
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DIE STIMME Nr. 34 3eAe6 Ihre Dicke beträgt zwischen sechs bis acht Meter und ihre Höhe dürfte tmgefähr sechzehn Meter gemessen haben. Die Annahme, daß es sich hier um die Schutz mauern der königlichen Schatzkammer handelt, hat große Wahrscheinlichkeit für sich. Wenn es gelingt, die Stadt Mizpah frei zu! egen, so wird man voraussichtlich auf die eigentlichen Räume dieser Schatzkammer stoßen, und es ist nicht ausgeschlossen, daß sich hier noch Uebcrrcstfc der ehemals dort verwahrten Kostbarkeiten bergen. Die jüdischen Siedlungen in Palästina Von Emile Vandcrvelde (ctaeni. belgischer Ministerpräsident.) Denen, die behaupten, der Zionismus werde keine Dauer haben, kann man sehr einfach entgeuenlialten: er dauert; er dauert nun schon über ein Vierteljahrhundert und bewegt sich, mit manchem Auf und Ab in einer aufsteigenden Spirallinie. Ganz abgesehen von den Siedlungen der Pica, deren älteste schon vierzig Jahre zurückliegt, blicken auch die ersten Siedlungen der zionistischen Organisation bereits auf ein Lebensalter von zwanzig Jahren zurück und seither hat wunderbarerweise sich ihre Zahl beständig vermehrt und ihre Bevölkerung ist andauernd gewachsen. Bei den jungen Cbalozira, die frisch aus Galizien oder der Ukraine herüberkommen, kann man sich allerdings fragen, bei wievielen von ihnen die erste Begeisterung den bald einsetzenden Prüfungen standhaltcn wird. Aber es gibt auch schon Veteranen der zionistischen Landwirtschaft: die Leute von Daganiah, von Ain Harod und von Nahalol, einst Städter nnd Intellektuelle, die eine Kohlrübe nicht von einer Runkelrübe unterscheiden konnten und nun seit Jahren in harter Arbeit dort leben, sich damit begnügen, nur das gerade zum Leben notwendigste zu produzieren, ohne andere Belohnung, als zu sehen, wie das Land ihrer Väter ganz allmählich etwas von seiner Fruchtbarkeit wieder gewinnt. Dagegen wird man sicherlich cinwendcn, daß ihre Bemühungen gewiß große Bewunderung verdienen, daß sie aber trotz ihres Mntes, ihrer Opferwiiligkcit und ihrer großartigen Arbeitsgemeinschaft gescheitert wären und noch scheitern würden, wenn sie nur auf sich selbst angewiesen wären und nicht den Keren Hajessod hinter sich hätten, der ihnen über die schlechten Erntejahrc hinweghilft und, vielleicht ä fond perdu, die Ausgaben für die erste Einrichtung tsägt.* Das ist nicht zu leugnen. Man braucht, um sich davon za überzeugen, nur die Denkschrift V o I c a n i s lesen „The communistic Settlement in the Jewish Colonisation in Palestine“. Was Volcani dort von den Kwuzoth schreibt, sagt 'öranowski auch von dem Moschav:*) „Das schwierigste Problem für den palästinensischen Siedler besteht darin, soweit zu kommen, daß sein Gut . sich rentiert. Er arbeitet unter den ungünstigsten Verhältnissen: der Boden ist erschöpft und braucht sehr viel Dünger; die Kredite vom Kolonisationsfouds bekommt , er unregelmäßig und in so kleinen Portionen, daß der Ankauf von landwirtschaftlichen Geräten, die Errichtung von landwirtschaftlichen Gebäuden und die sonstigen notwendigen Unternehmungen eine Verspätung cr- ■ leiden, die sie nur um so schwieriger gestalten. Die Aufwendungen, die er vor der Ernte entweder für Zwecke der Allgemeinheit oder für seinen täglichen Lebensunterhalt machen muß, sind sehr groß. Unter diesen Umständen kann sich der Siedler glücklich schätzen, wenn er sich von seiner Farm ernähren und sie im übrigen ohne ' Verluste und ohne Aufnahme von Darlehen newirtschaften kann. Es gibt sehr wenig Farmen in Palästina, die bereits eine Stufe erreicht haben, auf der sic sich zu rentieren anfangen.“ Das sind nicht sehr ermutigende Feststellungen. Mari darf jedoch nicht vergessen, daß die landwirtschaftliche Kolonisierung überall große Vorschüsse erfordert hat, mit dem einzigen Unterschied, daß anderwärts, beispielsweise in Algier, diese Vorschüsse vom Mutterstaat geleistet werden, während sie in Palästina von den luden der Diaspora aufgebracht wurden. Ebenso wenig sollte man vergessen, daß in den meisten Kolonien die Produktion für den Handel keine oder noch keine große Rolle spielt — und * „Land Problems in Palestinc“, London 1926, S. 22. Wie sollen Fußleidende Ihre Füße stützen? Durch vielerlei Ursachen kann eine Verstellung der in den Gelcnkon wie Zahnräder ineinandergreifenden 26 Knochen des Fußes entstehen und mit dieser Verstellung der Knochen ist immer die Senkung der einen oder anderen Wölbung am Fuß verbunden Die davon Betroffenen leiden aber meistens Schmerzen, die die gleichen Anzeichen wie -Gicht und Rheuma aufweisen und aus diesem Grunde erfolgt auch sehr oft eine Behandlung nach dieser Richtung hin, selbstverständlich ohne Erfolg. In solchen Fällen wirkt eine fachmännisch richtig angepaßte Schuheinlage zumeist Wunder. Die Schmerzen sind bei Gebrauch einer solchen Schuheinlage wie weggeblascn und der Patient, der jahrelang nur unter den größten Schmerzen gehen konnte und an der Heilung seines Leidens bereits verzweifelte, kann wieder normal seine Füße gebrauchen, ohne auch nur das Geringste zu verspüren. Der menschliche Fuß weist vier Wölbungen auf und es ist nun Sache des Fachmannes zu entscheiden, wo er die notwendige Stützung auwenden muß, um zu einem günstigen Resultat zu kommen. Ein jeder soJ daher, bevor er eine Schuheinlage einkauft, einen Fachmann um Rat fragen und kann nicht oft genug vor dem leichtsinnigen Ankauf einer Schuheinlage nach Schuhgröße gewarnt werden. Eine schlecht passende Schuheinlage macht das Leiden nur noch schlechter. Mit einem Wort, der, der seinen Fuß bis in das hohe Alter gesund erhalten will, sollte nicht versäumen, sich an die bekannte Firma Hans V e i g 1 vorm. Bubcnicek, Spczialwerkstätte für orthopädische Schuhe, IV., Starhemberggasse 5/7 Parterre zu wenden, um sich rechtzeitig mit einer gutpassenden Schuheinlage zu versehen, die in einem solchen Fall eben als ^otfaeogaftgsmittel wirkt* (Entgeltlich). cs ist schon eine große Sache, wenn man sieht, daß der Boden von Emek oder Galiläa, der seit Jahrhunderten nicht kultiviert worden ist, heute eine Bevölkerung von siebentausend Siedlern ernährt. Schließlich wollen wir noch bemerken, daß die Färmeär, sowohl ln den Kwuzoth wie ln den Moschav, zufrieden sind, wenn sie überhaupt ihr Auskommen haben und mit Zuversicht in die Zukunft schauen. Trotzdem zeigen sich viele Leute, die dem n i c h t zionistischen Milieu angehöfen, skeptisch und nehmen die unleugbaren Schwierigkeiten der palästinensischen Landwirtschaft zum Vorwand für die Behauptung, es wäre von jedem Gesichtspunkt aus ratsamer, den jüdischen Emigranten andere Kolonisationsgebicte anzuweisen. Der Baron Rothschild, sagte man uns. hat im ganzen, ehe er die Pica dotierte, einige 60 Millionen Goldfranken ausgegeben, um die Kolonien vom Typus Sichron- Jakob oder Richoii-Ie-Zion zu gründen. Seither haben der Keren Kajcmcth und der Keren Hajessod über zwei Millionen Pfund Sterling für die Gründung und Einrichtung der zionistischen Siedlungen verausgabt. Welche Erfolge sind damit erzielt worden? Die ganzen Kolonien in Palästina zählen heute 31.000 Einwohner, davon entfallen 7000 auf die zionistischen Siedlungen. Man vergleiche nun diese zahlenmäßigen Resultate mit denen, die zu erheblich geringeren Kosten in anderen, weniger unwirtlichen Ländern erreicht worden sind. Iit C a n a d a, in B r a s i 1 i e n und in Argentinien zählen die jüdischen landwirtschaftlichen Siedlungen der Ica 4825, bezw. 2118, bezw. 33.124 Personen. Sind also die Zahlen von Palästina schon jetzt überholt? ln Sowjetrußland gibt es 12.500 jüdische Familien mit mindestens 60.000 Personen, die in der Ukraine, der Krim, Weißrußland und in verschiedenen anderen Provinzen ansässig sind. Damit wirft sich von selbst die Frage auf; was bedeuten die siebentausend Bewohner der zionistischen Siedlungen angesichts dieser Tausende, oder in wenigen Jahren, Hunderttausende von Juden, die in anderen landwirtschaftlichen Kolonien angesiedelt wurden und werden? Wäre es nicht vernünftiger, die Millionen, welche die undankbare Aufgabe der Kolonisation in Palästina verschlingt, leichteren und lohnenderen Unternehmungen zuzuwenden? Glaubt man endlich wirklich, daß die Verdoppelung oder Verdreifachung der Zahl der zionistischen Siedler den m den meisten osteuropäischen Ländern bestehenden Ucbcrsehuß an Juden aufnehmen wird? Die Antwort auf diese vom rein wirtschaftlichen und quantitativen Gesichtspunkt gestellten Fragen ist nidht zweifelhaft. Aber die Zionisten lehnen es ja gerade ab, die Frage unter diesem Gesichtswinkel ode1nur unter diesem Gesichtswinkel zu betrachten. Würde es sich nur darum handeln, für die verfolgten oder überzähligen Juden Arbeit und Land zu finden, dann bestüude gar kein Grund dafür, sic gerade nach Palästina zu dirigieren; und von . diesem Standpunkt aus haben die übrigen Siedlungunternehmungcn der Juden zweifellos ihre Daseinsberechtigung. Es wäre eine schwere Ungerechtigkeit, wollte man ihre Bedeutung und ihren Wert verkennen. Wenn man hingegen mit den Zionisten davon ausgeht, daß man den Juden eine Heimat schaffen müsse, daß diese Heimat nur in einer entwickelten Landwirtschaft eine solide Grundlage finden könne, daß man aisc zur Erde, zur Bearbeitung der Scholle zurückkehren müsse, um dieses Ziel zu erreichen, dann muß man allerdings zugeben, daß das Sicdlungswcrk in Palästina, in der von der zionistischen Organisation betriebenen Form, dem bcaDsichtigten Zweck entspricht. Nehmen wir an, daß die Sowjetregierung wirklich die Idee des Präsidenten Kaliuhl ausführt und der jüdisenen Kolonie in Rußland eine immer weitergehendc Au tönern i e. verleiht, um schließlich eine jüdische Republik als Mitglied der Union der. Sozialistischen Sowjetrepubliken erstehen zu lassen. .Man weiß zunächst nicht,’ welche territorialen Grundlagen die Sowjets dem neuen Nationalstaat der Juden zu dem des Völkerbundes hlnzufügen wollen. Dr. R u p p i n bat in einer sehr objektiven Arbeit über die jüdische Kolonisation in Rußland und in Palästina*) ausgeiührt, daß die jüdischen Kolonich in der Krim und der Ukraine zwischen den ukrainischen, russischen, deutschen und tatarischen Kolonien eingekeilt liegen und daß cs keinen Bezirk von hunderttausend oder auch nur fünfzigtausend Einwohnern gäbe, in dem die Juden die Mehrzahl der Bevölkerung ausmacben. Man siebt auch nicht recht, wie, wenigstens unter den heutigen Verhältnissen, ein judaeo-russischer Nationalstaat die Zentrale der nicht kommunistischen Juden anderer Länder werden sollte. Schon die elementarsten Freiheiten würden fehlen: sieht man nicht schon in Palästina selbst zahlreiche Juden, die aus Rußland vertrieben wurden, nur weil sie Anhänger der Poale Zion sind? Gewiß, wird mau uns einwenden, aber in Argentinien liegen die Verhältnisse ganz anders. Ist cs nicht schon ein bemerkenswerter Erfolg, daß in dem gleichen Zeitraum die jüdische Bevölkerung unter weit geringeren Opfern dort schon viel zahlreicher ist als in Palästina? Zweifellos, und cs wird auch niemand bestreiten, daß die jüdische Auswanderung nach Argentinien, Brasilien und Canadii einen nützlichem vielleicht sogar notwendigen Ersatz für die Auswanderung nach den Vereinigten Staaten bildet, die heute zu ganz unbedeutenden Ziffern licruntcrgedriiekt worden ist. Wenn man sich aber auf den Standpunkt der Rückkehr zur Scholle stellt, sind die erzielten Resultate dann immer noch so befriedigend? Es lebeu allerdings dreiunddreißigtausend Juden in den Provinzen zwischen Rio, Santa F6, •) Palestinc. Revue internationale, Mai 192$. Paris, Editions Rieder. Wochen-Kalender August 1928 Gedenktage n-em 23 Donnerstag 1800 — de» Bibliograph Adolf Aheer in Kammin geboren 1854 - der Keropotnsl flnrl Pianist Merltc Messkowskl in Breslau geboren. 7 - t 8 ~ n 24 Freitag 1841 — dor Freund nnd Mitarbeiter Moses Mendelsnohns, Reu Hemberg, In Prsg gestorben J844 — der «»sie ungarische Reformrabb nei Aron Chortn in Arad geil eiben 25 Samstag 9 — ö Haftarah -. ronl akero 2« Sonntag 1901 — der BegrQnder der deutschen Bernstolnindsstrie Moritx Becker in Danilg gesterbon 10 — 1 27 Montag 1816 — der rtrflndor der hebr&isehon Prosa iu Ku&latd Alex Zederbaum, in Sams sch tsch geboren 11 ~ 28 Dienstag 12 — 29 Mittwoch 1855 — der Hebraist Prof. Isak Samuel Reggio in Ööra gestorben 1897 — Eröffnung des ersten Zionistenkongreises 1a Basel durch Theodor Herxl IS — s> Buenos Aires und den Pampas. Die einen sind Farmer, die anderen Handwerker, Arbeiter und Kaufleutc. Die meisten befinden sich in guten Verhältnissen, doch hat dieser Zustrom jüdischer Einwanderer eine erhebliche Steigerung der Bodenprcisc bewirkt.*) Aber die Siedler der Ica sind, mit seltenen Ausnahmen, noch nicht Besitzer des Stückchen Bodens, das sic bewirtschaften. Sic werden das erst, wenn sie im Laufe von dreißig Jahren die Jahresraten abgezahlt haben, zu denen sic nach ihrem Ansicdlungsvertrag verpflichtet sind. Aber der Mehrwert des Bodens ist so groß, daß die meisten nur einen einzigen Gedanken haben: ihre Schuld an die Ica sofort cn bloc abzuzahlen, ihr Land mit großem Nutzen zu vcrkaurfen und in die Stadt za ziehen, um hier in Industrie und Handel überzugehen. Unter diesen Umständen kann die jüdische Kolonisation, bei allen Mißbräuchen, die mit ihr getrieben werden können, vom Standpunkt der Interessierten aus gesehen, gute Resultate zeitigen. Aber vom zionistischen Gesichtspunkt bedeutet sie letzten Endes nichts anderes als die Versetzung einiger tausend Personen von einem Punkte der Diaspora nach einem anderen. Dagegen haben die palästinensischen Siedlungen der Ica in den Augen der Zionisten den unlcugi baren Vorzug, daß sic die jüdische Bevölkerung Palästinas ziffernmäßig vermehrt haben. Zumeist älter als die zionistischen Siedlungen zählen sic heute mehr Einwohner. Ihr Kampf war anfangs sehr schwierig, aber dank der machtigen Hilfe des Barons Rothschild beginnen die meisten cndi lieh einen Erfolg zu erkennen. Nur der Grundsatz des individuellen Boden-, c i g c n t u m s, der ihren Bestrebungen zugrunde liegt, zeitigte notwendig die gleichen Folgen wie anderwärts. Von dem Augenblick an, in dem sic einen gewissen Wohlstand erreicht haben, hören die jüdischen Siedler auf — gleich ihren Nachbarn, den deutschen Tempelherren —, den Boden mit eigener Hand zu bebauen. Anstatt den Boden umzugraben, werden sie Plantagcnbcstyzer, die andere für sich arbeiten lassen. Da sie über einheimische Arbeitskräfte verfügen, die sich mit minimalen Löhnen begnügen, beschränk *) Siehe Bericht der lea für 1928, S. 3 ff. Wir sind genötigt, ■unser Rieseniagcr in Sommerwaren jeder Art gründhdi m räumen. Das zwingt uns, unsere bekannt billigen Preise noch um ein Erkleckliches zu reduzieren. Es bietet sieh daher jedermann eine selten wiederkehrende Gelegenheit, seinen Warenbedarf zu unerhört niedrigen Preisen zu decken. War veranstalten daher ab Montag, den 2. Juli einen Sommenräunuingsvcrkaof mit großen Sensationen. Schon ein Blick in unsere Schaufenster, ein Vergleich des Preises und der Qualität der dort atu* Schau gestellten Sommerwaren jeder Art wird Ihnen zeigen, daß unsere Leistungsfähigkeit unerreichbar ist. Sie müssen, bevor Stic Ihren Urlaub antreten, Ihre Garderobe vervollständigen, für Strand und Land bekommen Sie alles bei uns. 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