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Die Stimme · 1928-08-16 · Heft 33 (16.8.1928) · page 8

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Journal
Die Stimme
Volume
1 (1928)
Issue
Heft 33 (16.8.1928)
Date
1928-08-16
Page
– (sequence 8)
Language
German
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Ifc. SS JKattf-Mttie Wien Im fRotenturmstrußeJlr.22 Hie Beste und. Billigste fin&aufs- Quelle £inSkeiis~ preise QfleePflttflQeOflQeQIMiQQPQgQjBQeiMHMMHMHMHMMW Der Vtaestand der Wteaar fend. Snltappmetode veranstaltet antäßtldi der dtesjähflgan hohen Feiertage tm Großen Mnsakverelnss**l« L, Dumtagasse & S-oflensa&l, HL» Maraergasse 13 and Hotel Coatfiteatal, &, Tabotstraße 4, Gotteseficngte. Jene Parteien, weiche axf dte im Vorjahre benoteten Sftzplätec reflektieren, können Ae neuen Karten geen Vorweisung der vorjährigen an der Karfcnkasra der Israel, foritoseemetode, L, Seitens tottenga9se 4, L St. in der Zeit Vom 26. Angast Ms 6. September d. J. während der Amtetandeu von 9—4 Uhr vorm, behebe«. Der aflgeinetne Verkauf beginnt am 6. September d. J. Austritte aus dem Judentum Os. Deutsch Georg, LMailS92, Wien,!.'VfL, Kirchengasse 43. Adler Kari, 17. Apia) 1902, Wien, verb., XX., Brigittagasse 8. Schwär« Josef, 18. JuK 1891. Wien, gesdL, XXL, Denis®asse 4 Fleischer Gertrud, 20. Mai 190S, Wien, Lf X3L, Jägcrstraße 5. Vogel LcopokHue, geh. Stetnbecger, 10. Oktober 1894, Schwechat, verh., I., Stnbenring 22. Vogel Louise Johanna, 4. Marz 1924, Edlach, selbe Adresse. Frankl Margarethe, geh. Salz, 16. Juni 1888, Prag, verlu, HL, Reisaerstraße 16. Frankl Erwin, 18. Oktober 1943, Wien, 1., Mittelschüler, selbe Adresse. Dr. Jellänek Paul, 3L Oktober 1897, Wien, verh, Chemiker, l, Barlcnsteittgasse 8. Jelilnck Lisa, geh. Fürth, 1. September 1904, Wien, verh, selbe Adresse. Brück Wilhelm, 19. Mürz 1895, Podwoloczyska, U XVIL, Leitermeyergasse 6. Dentsch Otto, 26. August 1891, Wien, verh, XIXm SSeveringerstraßc 176. Dentsch Roth, 21. September 1922, Wien, verh, selbe Adresse. Zborka Emma, geh. Lfchtenstein, 1. Febrnar 1899, Wien, verh., VL, Gfcssatrfgassc L Horowitz Fany, göb. Butterweich, W. Juli 1886, Lerriberg, gesell., XSL, Scbönbrunncrstr. 232. Ko hu Wilhelm, 28. Dezember 1888, Wien, Witwer, XX., Dammstraßc 38. Dr. En gl e r Richard, T5. Mai 1891, Wien, verh., XX., Wallensteinstraße 29. Engl er Klara, geh. Wfintemitz, 13. April 1900, Wien,!., selbe Adresse. Latnpl Karl, 13. April 1902, Wien, I., XVIL, Balderichgasse 3. Po Hak Alfred, 12. Mai 1898, Wien, 1., XIX., Blllrothstraße 20. Spiel mann Julius, 11. Jänner T889, Wien, gesch., XVI., Grundstoingassc 5. Redaktionsschluß und Schluß der Inseratenannahme Dienstag um 12 Uhr mittags. Später einlangende Bnsetidmtgen können keine Aufnahme in dBe taufende Nummer finden. Max Brod als Musiker Von Joachim Stutscbewsiy. / KUNST / LITERATUR feg« J>'.. u «i Ai.. j j.iLU!ja'ggaaaaBggmuteiU>gBBjSB3aa^^ BesCffcmcng Wien* «od Bedke, gtrnfes mkfe J Äaf je? 4tXP4^»vo)tngi entfafiea; Mte Wien Jttr Jmes lüefat- * jWKD Jaden nicbi. joden 8900 . 13* 19 m 23y3 19T0. K2 14,6 13,3 f8;4 1925. 13;9 1-^2 TZ3 13,1 Ja bezog tatst die Sterblichkeit ist also das Verfißftoi& bei der jfldisdten Bevdfkesmg Wiens etwas besser aäsdas m Beifin, weil die Staftftcfttest, die auf CToberkiiooc zföftcfezräBSteea ist, bei der jfirifecten Bevölkerung in IWcen ms ein Bedeutendes zarOckgegaagen ts& während sie bet der, jüdischen Bevö&ecuag Berftn® aoeh einen sehr hohen Prozentsatz stellt Der Vergieidt «wischen Gebürt-igkeit und SterölteSkeil bei der jüdischen Bewlteemcg Wiens und Berlins faöt, wenn man die obigen ZaMen berücksichtigt und für Wien noch die Jahre 1S26 und 1927 heranzieht, w» denen <fie Sterblichkeit atrf 1000 Einwohner 13,0 und 13,5 war, ffcr (Wien noch viel n ngünstiger aas. .Während der Abgang eines natürlichen. Zuwachses bei der jüdischen Bevölkerung Berlins im Jahre 1925 3,7 PuonaBe betrog, können wir für dieses Jahr bei der jutfieaben Besölfcerang Wiens noch einen axtsnahmsweäsea Zuwachs von 3,5 PromiHe feststeUen (schon setf i9iO ist Me; fast kein Zwnachs, vSefanehr eine stetige Abnahme Zn beobachten), im Jahre 1926 and 1927 dagegen wieder einen Abgair.gwün 4,3 Pfconriße and bezfehpngswerse 6,2 PramäBe. Bade dSe Z3M der Efres^eäft'eßiTöig-ietf fet bei dec- Jhßscben Bevöifcentng Vföens eine viel geringere afeheidea; Berlins. Wir, konstaöecen bei den Joden Ber- Cns^i/den. jjahricn-: rein jüdische Eben Prozent auf das Jahr 1921 langerechnet J92k „ 3182 100 T922 . 2844 89 *923^ . 4t . 9t ■ .. 3090 97 ,1924 . «l 2080 66 ,£925».. . (1706 54 asas« * T722 54 •faxtet ifeö Msl ergfct sfcfö 'dssgegen für ®e g13Gteji ftßgemte Kkfc crite jkSsdie Ehen Prozent auf das Jahr 1921 timgerechnet &&<... ' m « * 2829 200 ■JßB22i - . -♦ . »157, 86;9 .WXZ2fc:.+ ..-«te V^-te .;- v vS896 67 * * -m . 3427 50,5 1925. * m . .; (1391 49,1 192& . « . T248 44,1 V32Z . 4 ,m 1159 41 Di&ZahiteEfieahÖeßungen ijöiiJa ^®scbea Be- Berikrs fst ako seit dem Jahre 1923 bis zasn rjeßtfe 1926/27 cm 46 Prozent gefaüer^ wähTend sie bei des; jlkSscbeo iBevoikcnnig Wiens in Lesern Zeitraum tun 56 Prozent gesemken «st; im Jahre 1927 ist, wie oben e^sichüfcli, in Wien ein Sinken trm weitere 3 Prozent, also «af 59 Prozent festgestefit ßerüdcsichügt man scMieBbch noch ungleich höhase Zahl der Mischehen und; Austritte bei der jSdSscben Bevölkerung Wiens und Berlins, so wird man (Be BeanrcdMgimg, die im bevößcenm^politis der hßnsxdit bei den Zionisten Oesterreidis herrscht, voßkamroen begreifen. Sie rechtfertigt die Fordenmgen unseres Kuitusgemeindeprogramms, <Se axd sofortige Abstellung dieser mißlichen VerhäRnisse; abzielen, imd zwar, durch Maßnahmen, wie sie in einer Reihe von Staaten und auch von der jüdischen Bevölkerung Deutschlands bereits in Angriff genommen wurden; wir meinem Eheberatungsstdlen, Kinderbeihilfe, Heimsfättenbeschaffttug, Kreditgewährong, Förderu^ der Verrnne zur Ausstattung armer jüdischer Mädchen, Steneibeg&nsäguag für. kinderreiche Familien usw. Die Dmchitihrimg dieser Posttdate ist heute lebenswichtig für die jüdische BevöÜkenag Wiens, die bei den nächsten KuttoswaMen zu entscheiden haben wird, ob sie dem ihr drohenden Untergang so untätig zusehen wffl, wie es die bisherige Mehrheit des Kidttrsvocstancies getan hat, oder cfo sie der einzigen wabiwerbenden Guppe, die sich emsöiafi um die Erhaltung des Wiener Judentums kümmert, ihre Stimmen geben w®. Jüdische Genieinden im fernen Osten In der mandschurischen Hauptstadt Mukfden, 'der Residenzstadt des während seines Rückzugs aas Peking errnerdeten Diktators Tschang-tso-Lta, hat sich in dea leisten Jahren eine ansehnliche jüdische Gemeinde entwickelt, die bereits über eme Synagoge and mehrere Wohlfahrt s a n s t a 1 ton verfugt In den letzten Tagen hat sich dort ein jüdischer Gemeindeausechuß konstituiert. Mehrere der jüdischen Einwohner Mukdens sind Vertreter großer Gel-, Zigaretten- «nd Fellfirmen. Die Gemeinde vermehrt säch durch Zuzag von Angehörigen a<tis Rußland von Tag zu Tag. Ln Sambo s z, am Räude der großen mongolischen Wüste, etwa 350 km von ManckouJi entfernt, Ist eine neue jüdische Siedlung entstanden; sic Hegt an der nach Urga, der Hauptstadt der Mongolei, führenden Straße, ln Sambesz leben mehr ais!00 J »den, die im Bande! der Mongolei ein» OHBeMtefee JMHe spkteo. Wir kennen eine ganze Anzahl von Komponisten toid Masikern, die steh auch schnätsteBerisch betätigt haben, viel weniger aber Dichter tmd Scbistftstelfer, <Öe nebenbei kompontertea. Die Bekanntesten sind: E. T. A. Hof$- taaoo, Friedrich Nietzsche, Jean Jacaue Rousseau. Es ist zu verstehen, daß gerade der Dichter, der in sich einen aogeborenen Drang trägt, alles, was seine Seele bewegt und seine Phantasie erfüllt, zu gestalten, das Verlangen hat, der Dichtung durch Versc&tneizasg von Wort und Ton —i Im Muslkafischen, 4m Gesang — einen gesteigerten, unmittelbaren Ausdruck zn veriöüjen. Die Reibe der komponierenden Dichter wSrÖ nun mehr in bedeutungsvoller Weese durch Max Brod erweitert Die Musik ist Brod wesentlich, vfcfleecht der Weseaskern seiner Intuition, seiner gesamten Schöpferkraft. Der Musiker ist es, der das Unbewußte in ihm zum Klingen bringt, das innere Schweigen in eäse sprechende MelodSe umsetzt, die Schwingungen der Seele durch Rhythmus und Form festhält. Steh selbst erkennend, das Schicksal seines Volkes mittragend, sucht Brod die Volksseele, ihre Bewegung tmd ihr Streben za erfassen, im Werk r— als Dichter ttnd Musiker, Kritiker und Pbüosoph — in reiner Weise zu gestalten. Der Musiker Brod ist nicht minder ernst zu nehmen als der Dichter. Er selbst betrachtet seine Kompositionen als durchaus ebenbürtig mit seinen Dichtungen, ja nur mit seinen «besten Gedichten und besten Romanszenen vergleichbar». «Es gab Zeiten, Viele Monate, m denen leb mich ausschließlich ais Musiker gefühlt habeJ> Er Ist Vebersetzer der Operntexte des tschechischen Komponisten Janatek uud sein eifrigster Vorkämpfer. Dem jnng verstorbenen Musiker Adolf Schreiber schuf Brod ein beachtenswertes Denkmal in Form einer Weinen Schrift («Ein Masikerschlcksai>, 1921) und durch Veröffentlichung einer Auswahl von Liedern dieses sensibel veranlagten Menschen and Musikers. Außerhalb Rußlands ist Brod sicherlich einer der Ersten, der das Problem der jüdischen Musik öffentlich zur Debatte brachte. Ebenso wie die jüdischen Musiker in Rußland, die iu der Volksmusik die Grundlage der «jüdischen Mus8c> fanden und auf diesem Fundament schaffend sehr bald zu craer reinen künstlerischen, bewußt jüdischen Musik vordrangen, versuchte auch Brod aus dem Zusammenhang der melodischen und rhythmischen Elemente chassidischer und ostjüdiseber Gesänge und Tänze den jüdischen Wesenskern in den Werken von Mahler uud Schönberg herauszulösen und denselben nachzuweisen. Er erkennt Mahler und Schönberg (auch Mendelssohn, Ottenbach und Mayerbeer) ln ihrer Musik als Juden und hehl, auf Grund von Ekizeittägen, hervor, daß der Inhalt urid tifc födfömg Ihrer Werfe durch ihr Judentum fesänxxrt wurden, lieber Mahler schreibt Brod, daß er «ganz einfach aus dem unbewußten Urgrund seiner jüdischen Seele so und nicht anders musizieren mußte«. Brod selbst hat bis jetzt zirka 50 Werke — zahlreiche Lieder, Klavierand VioHnstüdke, Kammerand Bühnenmusik — komponiert. Aas einer berechtigten Sehen vor Voraad ungerechten Urteilen seitens der FachkoDegen, «die eSncm Manne, der auf einem Gebiet der Knust tätig ist, auf einem anderen Gebiet mir Düettierendes zu tränen, mag er noch so ernsthafte Vorbildung für dieses andere Gebiet erweisen», dachte Brod nicht an die Veröffentlichung seiner Musikwerke, «wollte sie ganz lauter «halten, firr mich und einen ganz kleinen Kreis von Freunden*. Umso begrüßenswerter, daß er sich endlich entschlossen hat, vier Lieder für Gesang and Klavier zn drncken, (UnSversai-Editäon), die eine nähere Bekanntschaft auch mit dem Musiker Brod ermöglichen. Die knappe Form des Liedes läßt natürttdi feinen Rückschluß auf die Begabung des Komponisten Brod «Sehen. Um ein richtiges Urteil zn gewinnen, müßte man seine größeren Werke (Kammermusik) kennen. Indessen geben auch digso vier Lieder einigen Aufschluß über das Musikschaffen dieses vielseitigen Künstlers. Man kann aus (fiesem Liederbeft den WiUen and dos Bestreben nach eigenetu Erleben und innigem Ausdruck beransbören, das kompotitorische Könaeen feststellen. An dieser Steile interessiert uns hauptsächlich das vierte Lied, dos am ehesten ans jüdischem Empfinden hieraus komponiert, eine hörbare Beziehung zur jüdischen McsSfc hat Die musikalische Gestaltung des «126. Psalm» scheint nur überhaupt entscheidender, persönlicher, dn EntwicJdungsscbritt gegenüber den anderen drei Uedem zu sein. Sehr ernst (m Ausdruck, von eigenwilliger Melodäefuhmng die synagogafe Wendung mit einverleibt, fortschrittlich in der Klangvorslelhnig, jedoch von nicht alizuktühner Harmonik und sehr (feinen Gliederung des Textes. Wie erfühlt sind die Pausen, wie hebt « durch ein ansteigendes Intervall «Gott hat großes an uns getan» heraus! Die Gesaiigsstimme ist keineswegs so, dal sic ohne weiteres eingeht, aber sie ist führend. Der Klavierpart gibt dem Gesang nur das Rückgrat, schafft die Stimmung. Das Lied trügt den entschiedenen Stempel stilistischer Ausgeglichenheit. Sinnliches and Gedankliches, Religiöses und Menschliches sind m organischer Eänhdttichkeit verwoben. Das «Wort* — dessen Gestaltung detr Dichter Brod oft und oft erlebt, tun dessen Ausdruck er gerungen hat, der «Ton» rr dessen Kraft der Musiker Brod wiederholt empfunden, dessen mächtige Wirkung er wahrgenomrae» bat, finden in dem Lied die sinnvolle Verbindung, «teilen tife Huhett zntiecbeti Dichter und Murikm dm.

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