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Die Stimme · 1928-08-16 · Heft 33 (16.8.1928) · page 5

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Journal
Die Stimme
Volume
1 (1928)
Issue
Heft 33 (16.8.1928)
Date
1928-08-16
Page
– (sequence 5)
Language
German
Belongs to
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1%. 9» «Mt * f Tn MSJtrisch'-Oetf a« geriet am % August, wafcrscftetolich infolge Korzschkisses, die Synagoge Io Brand, der einen großen Teil des Dachstnhls daäsoherte imd bedeutenden Schaden anrichtete. Die kostbaren Tetn- /pelgenate konnten geborgen werden, # Drei Mitglieder der früheren Chaluzitn-Kolonk! «Tel Chaj» in der Krim, Aron ZfrUn, Samuel,Friedmann und David Tatenski, die in der Organisation des Rumänischen Hechahis führend waren und, wie seinerzeit berichtet, wegen zionistischer Betätigung nach Kostroma verbannt wurden, erhielten die Erlaubnis, nach Palästina auszuwamdern. ♦ /L' In Atlantic City verstarb' im Altei; vpn 62 Jahren der bekannte Phtiantrop aas Philadelphia Solomon C, Kraus, Vizepräsident des Amerikanisch-Jüdischen Kongresses und Großmeister des unabhängigen Ordens Brith Scbalom, des größten Jüdischen Ordens*in den Vereinigten Staaten. 1927 war er Leiter des United Palestäne Appeal in Philadelphia. # Wie «Narodnä listy> melden, v e r wejge r t das ungarische Konsulat in Bratislava jüdischen JBürgem der Slowakei die Ausstellung eines Visums b^ch Ungarn und begründet dies damit, daß in Ungarn, do^r Besuch a n sl ä nd i sch er Juden nicht er^ürnscht sei. Oesterreich;; Eine Arbeitsgemeinschaft der zionistischen Organisationen Mitteleuropas .Wie wir erfahren, findet anfangs. Sepiemb‘ e r d. J. in Wien eine Konferenz der Präsidien der zionistischen Organisationen Oesterreichs* Deutschlands, der .Tschechoslowakei* Jugoslawiens, Großmmäniens und Bulgariens statt, welche die Bildung einer Arbeitsgemeinschaft dieser Organisationen einleiten soll. Die Arbeitsgemeinschaft soll, bei Wahrung der Autonomie der einzelnen ihr.i angeschlosenen Organisationen, für eine Reihe von Arbeiten die gemeinsame Basis schaffen, wie z. B. einheitliche Regelung des Vertragswesens durch Austausch von Gastredn^rn, Ausgestaltung, der in Wien bereits bestehenden jüdischen Buch.ge mein de* Durchfühtmg von A u s s t e fl n,n g e o palästinensischer Produkte zur Propagaoda des Bezuges von Palästinawaren «. dgl. MH deaj Darcliführtmg den vorbereitenden Ar-!i ■ , :5, -> Besuch in Nahalal, Von Pro! Arthur Freud. Dreittndfüntfzig Kilometer lang auf ebener, glatter Straße, mit Hiafißa als Ausgangspunkt, fäbft midi das Auto durch zusammenhängenden jüdischen Bodenbesitz. Es geht durchs Emek Jesreel, das Tal, das mit Recht das Herz des neuen jüdischen Palästina genannt wird. Hier ist das Betätigungsfeld der zionistischen Kolonisation, das rgroße soziale Experimentierfeld, wo iim heißen Ringen des Alltags auf altem, Urväterbodcn nationaler mit sozialem und aliniensclihchem Trieb in enger Synthese neue Wege zur Lefoensgestaltung, zur jüdischen wie, menschlichen, finden soll. Hier sind die kollektivistischen mit den individualistischen SLed'lungsformen in. enger Nachbarschaft zu finden; Moschaw neben großer und Meiner K wuzah. Verschieden ist auch das Alter dieser Siedlungen, von denen freilich die ältesten nicht viel älter sind als erst sechs Jahre* •Eine der ältesten und entwickeltsten Siedlungen des Emek ist Nahala, wo eine Anzajd der ältesten und erfahrensten Siedler wohnen twtd wirtschaften, Ghaluzim, seit gut zwanzig Jahren hi Palästina, prachtvolle und repräsentative Menschern , des neuen Jischuw. Nennt man den Namen Nahalal, so denkt man freilich nddrt nur an diesen „Moschaw“, sondern BBB OTBBtt TUCHHAHDLORG JOfe SCHAFEftlir ALBERT HARDT WIEN L, FREISINGERGASSE 1 Odra ■nanNurirt) Original englische Damenmäntel- und Herrenmodestoffe beiten für diese Konferenz wurde.,das zionistische Landeskomitee für Oesterreich betrag. Der bereits an dieser Stelle c^rterte Plan einer g ern einsamen Beratung der in den einzelnen europäischen lindem bestehenden Pro-Paläs tin ä-Komxtees zwecks u-Koordinierung ihrer Tätigkeit geht, wie uns berichtet wird» ebenfalls der Realisierung entgegen. Die vom. österreichischen Pro- Palästma-Komitee an die Komitees der anderen Länder gerichtete Anregung hat bisher eine große Zahl von zostimmenden Antworten gebracht, so daß mit der Durchführung des Planes in absehbarer Zeit zu rechnen ist. Fritz Schmetterling gestorben Am 8. Äugusrt ist in Wien einer der eifrigsten studentischen Vorkämpfer für den Ziionisinitts, Flitz Scbmetterimg, A. H. einiger Studentearesnbindun^n, verstorben. Semem Wirken widmet sein Bundesbsuder Jgterr Flitz Po Hak folgende Worte des Nachrufes: «Eine treue Seele wurde am 10. August zu Grabe getragen. Dje Verbindungen, denen der Verewigte als A H. angehörte, und die zionistische Studentenschaft Wiens hat in ihm $nen der besten Freunde verloren. tn den , bewegten Tagen); der AniaJcrawäle und während des 14. Zkmistenkongresses. hat Sohmettexfing Unvengeßtöches .geleistet Zum Dank wählte ihn die ztonssttsebe Studentenschaft in dCn’ Pairtefcöt. Dieser gute Sölih seines Volkes hat sich eia Denkmal in den Beccen aAeq, <Se ihn kannten, gesetzt. Fidncitt» / , ff'. ' > ) f Hp ebenso an die vielgenannte M a d c h e n schal e der aßweltlichen zionistischen Frauenorgainisation WJZO, die nunmehr in ihr drittes Jahr geht. Ein ausgedehntes schönes Haus, hell und luftig, mit sauberen Wöbn- und Schlaf räumen, schmuckem Speisesaafl tuid esher großen, blitzblanken und gut Hingerichteten Küche beherbergt sechzig Mädchen, «die hier zwei Jahre verbleiben, um in allen Zweigen der Land- und Hauswirtschaft ihre Ausbildung zu eitipfangen. Die gelehrte Agrononiin D r. Hanmah Malsel-Schochat leitet <Ee Schule, sechs Lehrpersonen teäen sich niit ihr In den Unterricht Mit einem Siedler des Moschaw verheiratet, bewohnt sie eines der schlichten, mit Blumen umwachsenen Holzhäuser der Kolonie^ wo sch sie aufsuche, um sie ein wenig za interviewen“. Der Unterricht in der Mädchenschule teüi sich, wie mir Frau Dr. Mai-sel erklärt, in Praxis und Theorie. Sechs Tagesstunden werden der land- und hauswirischaftlichen Arbeit gewidmet, zwei der Theorie, welche Chemie, Botadfö, Zoologie sowie die verschiedenen Fächer der Agronomie und Hanswirtschaftskunde umfaßt; eine Stande dient der Vorbereitung Wissenschaft tritt der Praxis förderod zur Seite, um die Landwirtschaft rentabler zamacben. Fünfhundert Dunain Boden stehen der Schule adr Verfügung, wohl bearbeitet «öd der prakftäsdhen Unterweisung dienend, die auf die Entwicklung des AUer und neuer Synagogenstil In Erez-IsraeL Links: Die „Harva“-Synagoge der Karaiten io Jerusalem. Oben: Die im Bau befindliche Synagoge in Balith-Wegan. mm Btnek Bedacht irinwit, wHche sich toi rfgumeineti in der Richtung nach der „gemischten WirtechaRT bewegt Matt maß wissen, daß dieses Nahalal vor 6 bis 7 Jahren noch ein Fiebemest gewesen ist, voll von Malaria, die kn den Sümpfen und vernachlässigten Quellen nistete. PlanvoHe Drainage hat aus dein verseuchten Sumpfland einen gesunden, fruchtbaren Flock Erde gemacht; Bassin und Rohrcnlettung versorgen hunderte Menschen mit gutem Wasser und hunderte Mehschen ernähren sich hier bereits von eigener Hände Arbeit. da alles betrieben wird, betrieben werden kann, lehrt uns ein Blick auf die Anlagen der Mädchenschule: Getreidebau, Gemüsezucht, Obstkultur, Weinbau, Baumschule, Milchwirtschaft, Geflügel- und Bienenzucht Der Obstbauin ist in Erez Israel noch jungen Datums, aber in Naluilul werden bereits kalifornische Edelsorben gezüchtet: Aepfel. Aprikosen, Pfirsiche, Pflaumen und NtisSc, dazu sdbstv erständheh auch Oliven und Feigen, die überall im Lande wachsen. Ins Betätiginigsgebiet der Mädchen von Nahalal gehört nicht zuletzt auch der große, nach ämerikanfeebem Muster angelegte Viehstall, in dem ich 32 Stück schönes Vieh zählte, zu gutem Teil ediies Kreuzuogsprodukt „eigener Zucht“. Die praktische Einrichtung des Stalles mit seiner Kübelschwebebahn für den Dünger maobt es den Mädchen möglich, Wer in btühweißen Leine nkHteJin zu arbeiten. Der Moscha^ Nahalal, das „Dorf*, bildet ein großes Ovaä, das durch zwei Dorchmessenstraßen in vier Sektoren. geteilt ist. An der Peripherie dieses Ovals hegen Wohnhäuser der Siedler, in kleinen Abständen von einander, jedes mit ednem sclrmucken, gutgehaltenen Gärtchen versehen, Gerätehof und Stall dahinter. Der stettEcbe, betongebaute Stall ist in den Mitte geteilt /und dient für je , zwei Siedl emachbaro, während,<ße ^Wohrmngen bisher freilich in provisorischen Holzhäusern trotengebracht sind. „Zu . richtig gebauten Wohnhäusern haben .wir es noch nicht gebracht,“ sagt mir cäner der Führer der Siedhmg, „aber das ist nicht, wesentlich, nur eine Geldfrage., Wenn Sie wissen wpflen, was Nahalal ist, müssen Sie unsere Felder und Pflanzungen, unser Vieh und GefKigd sehen." Und in der Tat, nach sechsjähriger Arbeit hart man ans diesem Bot^n .schon so Vieles herausgew^rtschaftet, <fle Geflügelzucht äst so gut, daß die bepackharten BaaetF der deurt«Ä-CbristUchen Templerfämtk S)om WUsm, D„Jotosfittj|k Jtv.&ai UVIodeme ^eftnfte «uif besten» JITaferiaf RedHeAennf oiuAe/fifin^ Jim seriöse Gneise Kolonie^ die anf jaSrntehntelange Erfahrung im Lande zwrßckbBcken, in Nahalal ihr Zuchtgeflügel kaufen, und ebenso stellt das Rind von Nahalal eine hochgezüchtete Kreazungsrasse dar. Hundert Dumam ha* jeder Siedler zur Verfügung, jeder ist in der dmfivadualistischen Moschaw sein eigener Herr, die Leute von Nahala] lehnen dSe Kwuizaih, eße Kommasne, ab. Jeder hot eigene Werkzeuge und Geräte, die größeren Maschinell ober sänd Gemeinbesitz, ebenso erfolgt Ein- und Verkauf kooperativ. Eilt weiterer Grundsatz des Moschaw ist eigene Arbeit ohne Lohnarbeiter und gegenseitige Arbeitshilfe im Bedarfsfälle. An die 200 Kinder gibt es in diesem jungen Gemeinwesen, die meisten davon in Volksschule und Kindergarten junges Volk, das blühend aassieht und zar Liebe zu dem nen errungenen Boden erzogen wird. Ich saß zusammen mit zweien der ältesten Siedler von Nahalal, die mach über Stand und Entwicklung der Siedlung, über alle Fragen informierten, welche sie beschäftigen. Und einer von ilroen holte einen Stoß umfangreicher Blätter herbei, statistische Tafeln mit graphischen Darstellungen, die deutlicher sprechen als jede Schilderung. . Ich habe mir verschiedene Notizen gemacht und es tut nichts, daß seither acht Monate vergangen sind; die Zahlen von Nahalal behalten ihren Wert, es ist eine kleine Epopoe iüdir scher Aufbauarbeit in nackten Ziffern: Zahl des Geflügels; 1922: 133; die folgenden Jahre: 5471, 9863, 8497, 12.078 und für 1927: 16.282 Stück. •* Milchverkauf nach Haifa: 1923 “ 38.602 1, die nächsten Jahre 81.423, 114.366, 238.748 1. Außerdem wird ein Drittel der gewonnenen Milch kn Orte selbst verzehrt. An Pflanzungen gibt es ungefähr 95.000 Stück, davon Weinreben 50.000, Eukalyptuswaki 38.574, Fruchtbäjuime 3773 und Zierbäunie über 2000* Kühe: Man begann mit 68 im Jahre 1922, dje Ziffern für dlie nächsten Ja! re lauten: 130, 244, 293, 294 und 347. An E x p o r t Produkten "wurde verkauft im Jahre 1924 um 879,6 äg. Pfund, in den feigeaden iohcea um 3061, 4360,8, 5435,3 äs. Pfund.

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