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Die Stimme · 1928-08-16 · Heft 33 (16.8.1928) · page 3

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Journal
Die Stimme
Volume
1 (1928)
Issue
Heft 33 (16.8.1928)
Date
1928-08-16
Page
– (sequence 3)
Language
German
Belongs to
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Nr. St DTE STIMME Art 6. Das Kontrollamt hat nach Möglichkeit alt monatlich einen Tätigkeitsbericht an die Exekutive und an das Präsidium des A. C m erstatten. Art 7. Am Schloß des Verwaltungslahres hat der Kontrolleur einen allgemeinen Bericht an die Exekutive und das A. C. ru erstatten, der anf Beschluß des A. C. dem Kongreß vorgelegt werden kann. Art 8. Der Kontrolleur hat rechtzeitig vor dem X V L Kongreß der Exekutive Vorschläge bezüglich einer Verfassung des Kontrollamtes zu erstatten. Die organisatorischen Beschlüsse des A. C.. Waftfreglemetit und Weltwahlllate Aul Grund des Beschlusses des XV. Kongresses ermächtigt das Aktionskomitee die Exekutive, im Einvernehmen mit dem Vorsitzenden des Kongreßgerichtes und dem Kongreßanwait sowie dem Vorsitzenden des A. C. Im Sinne der betreffenden Kongreßbeschlüsse eine E r g ä nznngnnd eventuell Aendcrung des Wahlreglements und der Bestimmungen betreffend die WeltwablUste vorzunehmen und die neue Fassung sobald als möglich ln Kraft treten zu lassen. Organisation*- und Propagandakonferenz Die Exekutive wird aufgefordert, gemeinsam mit einer vom A. C. eingesetzten Kommission Fragen der zionistischen Organisation and Propaganda gründlich zu prüfen, eine Enquete darüber zu veranstalten und, sofern dies ohne finanzielle Belastung der Organisation möglich ist, im Laufe des kommenden Winters eine Konferenz zur Beratung dieser Probleme einzuberufen. Die Ergebnisse der Enquete und der Konferenz sind zu veröffentlichen. Die Exekutive bat auf Grund dieser Prüfung dem XVI. Kongreß etwaige Vorschläge in bezug auf Organisation und Propaganda vorzulegen. Zu Mitgliedern dieser Kommission werden die Herren Prof. Dr* S. Brodetzky, Dr. B. Feiwelf Rev. J. K. Goldbloom, MOroßmann, M. Schiff und Don Hos gewählt Sondersammlungen a) Die auf Geidaufbriogung gerichteten Bemühungen der zionistischen Landesverbände und Sonderverbände müssen in erster Linie der Deckung des Palästina- Budgets der Zionistischen Organisation und der Sicherung der Einnahmen des KKL gewidmet sein. b) Die für diese Zwecke gesammelten Gelder unterstehen der ausschließlichen Verfügungsgewalt der berufenen Zentralinstanzen. c) Sammlungen für Sonderfonds und Sondersammlungen sind im Rahmen des Beschlusses des XV. Kongresses nur nach Anmeldung bei der Exekutive gestattet. d) Sondersammlungen können nur auf Grund eines publizierten, detaillierten Budgets erfolgen und nur für Intimi Recherischaift über mein Lebe ngab. Meinen Bruder nannte ich dich, weil w(ir Menschen alle Gotteskinder sind und als Kinder eines Vaters natürlich Brüder.» Diese Worte machten auf den Gutsbesitzer tiefen Eindruck und er sagte: «Ich sehe, daß du ein Gottesmann bist und bereue es sehr, daß ich dich prügeln ließ: Ich bitte dich, mir zu verzeihen und mich sühnen zu lassen.» «Ich verzeihe dir,» sagte Reb Liber, «und wenn du sühnen willst, so versprich mir, niemals mehr die Hand gegen deinen Bruder zu heben.» «Und wie soll ich mich gegen meine Leibeigenen verhalten? Soll ich auch meine Bauern nicht prügeln dürfen?» «Die Bauern sind auch Gotteskinder und deine Brüder,» antwortete Reb Liber. Der Gutsbesitzer gab das Versprechen. Um aber noch mehr zu tun, sagte er zu Reb Liber: «An der Stelle, wo du gebetet hast, und ich dich prügeln ließ, werde ich eine Synagoge errichten.» Er hat sein Wort gehalten. Legenden umgeben die alten Synagogen — wie die großen steinernen, so die armen hölzernen — mit tiefer Heiligkeit. Die Synagogen dürfen nicht umgebaut und nicht ausgebessert werden. Dieses Verbot hat einen tieferen Sinn. In den wenigen Orten, wo die Synagogen trotz de! Verbote renoviert werden, sind Malereien von großem, künstlerischem Werte und architektonische Feinheiten verloren gegangen. (Nach dem Russischen von B. H a 1 p e r i n.) Die Friedensknoten Wie Beduinen Frieden schließen. Der Herr der Huleh-ßbene zwischen dem Meromsee und der syrischen Grenze, ganz oben im äußersten Norden Palästinas, ist Kami! Effendi, der Scheich von Halsa. Es gibt zwar einen englischen Gouverneur in Safed und einen Oberkommissär in Jerusalem, aber Kamil Effendi kümmert sich darum nicht mehr als um die Gouverneure von Nyassaland oder von Trinidad. Viel mehr Interesse widmet er den Scheichs anderer Bedutnenstämme, die gelegentlich gegen seine Herrschaft 2?u rebellieren versuchen und die er dann durch Strafexpeditionen zur Vernunft bringen muß. Wie jeder Herrscher, der etwas auf sich hält, hat ZWISCHEN PSTftRSPLATZ UND TUCHLAURBN TELEPHON 00-0-77 •Amtu Artikel, entwickeln und kopieren i stitutionen oder Organisationen, die sich zur öffentlichen Rechnungslegung über Einnahmen und Ausgaben verpflichten. In bezug auf die Zelt dieser Sammlungen ist eine Uebereinkunft mit den Landcszentralen des KH und KKL anzustreben. Die Vertreter der Landes- und Sonderverbände ln den verschiedenen Sammelinstitntioneu sind verpflichtet, dahin zn wirken, daß die Sammeltätigkeit dieser Institutionen der des KH und KKL koordiniert wird. e) Die Exekutive wird beauflagt, eine Konferenz aller interessierten Körperschaften und Parteien zwecks Prüfung der Frage der Sammlungen für Sonderzwecke und Sonderfonds abzubaltcn und auf Grund der Ergebnisse dieser Konferenz dem XVI. Kongreß Vorschläge in bezug auf eine umfassende und gründliche Regelung dieser Materie za erstatten. Kolonisationsfragen 1. Gemäß dem Beschluß des XV. Kongresses, wonach die Hachscharah- und Okkupationsgruppen, die im Jahre 1927 mit der Bearbeitung ihres Bodens begonnen haben, In den Sledlungsplan der neuen Kolonisation 5687 aufzunehmen sind, beauftragt, das Aktionskomitee die Exekutive, den Kibbuz Hascbomer Hazalr B. der im Einvernehmen mit der Palästina-Exekutive im Jahre 5687 den ihm vom KKL zagewiesenett Boden in Bewirtschaftung nahm, in den Siedlungsplan der neuen Kolonisation 5687 auizunehmeni und ihn auf Mischniar Haemek definitiv anzu si edeln. 2. Das Aktionskomitee bestätigt den Vertrag zwischen der Palästina-Exekutive (unterzeichnet von Herrn Kaplansky) vom 30. April 1926 und der Siedlung Kubebe bezüglich der Ansiedlung von 4 0 Familien. Das Budget für diese Siedlung in der Höhe von 18.000 Pfund auf 5 Jahre soll vom kommenden Jahre an Geltung haben. 3. Das Aktionskomitee beschließt, die Ansiedlung des Hapoel Hamisrachi anf dem Boden Scheich A b r e i k, der vom KKL für den Hapoel Hamisrechi erworben wurde, zu bestätigen und dieser Siedlung die erforderliche Förderung in fachlicher, technischer und kolonisatorischer Beziehung zu gewähren, ohne daß "daraus eine budgetäre Verpflichtung erwächst. Die Kontrolle in der amerikanischen zionistischen Administration Dr. Isaac Max Rubinow, der bekannte Statistiker und frühere Direktor der American Zionist Medical Unit ln Palästina, hat, wie aus New York gemeldet wird, das ihm angebotene Amt einesy Direktors der Exekutive der Zionistischen Organisation Amerikas und des United Palcer auch einen Erbfeind. Das sind-die Beni Hamdun, die in derselben Gegend leben. Die Leute dieses Stammes hatten seinen Vater getötet und Kamil Effendi hatte als echter Beduine selbstverständlich die Erfüllung der Blutrache auf sich genommen. Zwischen Halsa und dem Beni Hamdun tobte ein ständiger Kampf, der den Norden des Lande in Unruhe hielt. Letztens hatte aber Scheich Kamil seine kriegerische Kühnheit zu weit getrieben. Er ließ sich dazu hinreißen, im Verlaufe seiner Feldzüge auch eine englische Truppenabteilung anzugreifen. Wenn schon die Verletzung der Neutralität Belgiens durch eine dritte Macht für England ein Kriegsgrund war, konnte es die Verletzung einer eigenen Neutralität erst recht nicht dulden und entschloß sich daher, dem Scheich seine Hand fühlen zu lassen. Die ganze Huleh wartete gespannt, teils mit Schadenfreude, teils mit einem Gefühl der Erleichterung, auf das Strafgericht, das der Wiiikürherrschaft Kamils ein Ende machen sollte. Aber es kam ganz anders, als alle dachten. Die englischen Behörden waren froh, daß sie endlich eine Gelegenheit hatten, um den dauernden Fehden •im Norden ein Ende zu machen und verurteilten den Scheich zu einer für ihn ebenso schmerzhaften wie für da« Land praktischen Strafe: Er sollte sich verpflichten, mit seinen Todfeinden, den Beni Hamdun einen ewigen Freundschafts- und Friedensbund zu schließen. Als Kami! Effendi diesen Spruch hörte, sträubte er sich mit Händen und Füßen dagegen. Aber als man ihm zu verstehen gab, was für eine schwere Strafe ihm sonst drohe, beschloß er schließlich doch, den Frieden als das kleinere Uebei yorzuziehen und auf seine Blutrache zu verzichten. Um den neuen Freundschaftbund möglichst kräftig zu machen, sollte er mit allem nötigen Zeremoniell vor möglichst vielen und gewichtigen Zeugen geschlossen werden. Es wurden alle Würdenträger der Umgegend dazu eingeladen und am festgesetzten Tage erschienen im Hause des Scheichs die Gouverneure von Safed und von Nazareth, ein jüdischer und ein arabischer Polizeioffizier, der Bürgermeister und der Kadi von Safed, der Administrator der Rothschildschen Jüdischen Kolonisationsgesellschaft, die Notabein von Safed und eine Reihe von Scheichs aus der Umgegend. Die Beni Hamdun, die kamen, um Verzeihung zu erbitten und Unterwerfung und Frieden anzubieten, versammelten sich in einiger Entfernung von dem Hause, bis man sie hereinrufen würde. Während dessen begannen drinnen dleFrlestifte Appeal angenommen. Dieser Posten ist zum Zwecke der Durchführung einer genauen Kontrolle in der Verwaltung der Zionistischen Organisation Amerikas im Hinblick auf die seitens der Opposition gegen die offizielle Administration erhobenen Beschuldigungen unrichtiger Geschältsgebabrung geschaffen worden. Dr. Max Rnbinow güt als eine Autorität in wirtschaftlichen Angelegenheiten. Er arbeitete eine Zcitlang im statistischen Bureau des Landwirtschafts-Departements der Vereinigten Statcn und wirkte als Revisor in der staat- Üchen ZiviWienst-Kommission. Er war auch Chcfstatislikor der Occan Accidcnt and Guaratitcc Corporation und Direktor des Bureaus für Sozialstatistik der Stadt New York. Er schrieb viel beachtete Abhandlungen über die W i r tscbaftslagc der Juden in Rußland, über Arbeiter-Versicherung in verschiedenen Ländern n. v. a. Richter J. Danucnbaum aus Houston, Texas, einst der Führer im Streite gegen die Brandcis-Gruppc und 1921 Präsiddht der Convention der amerikanischen Zionisten in Cleveiand, später Vorsitzender der Keren Haicssod-Kampagne, ist aus der amerikanischen, zionistischen Organisation ausgetreten. Seinen Austritt begründete er damit, er könne der Bewegung unter der Führerschaft von Lipsky nicht dienen und ihr weder Zeit noch Geld widmen. Seiner Meinung nach hätten Lipsky, Dr. Weizmann und ihre gesamte Gefolgschaft zurüoktreten und die Führerschaft anderen überlassen müssen. Der vierte Kongreß der nationalen Minderheiten wird am 30. August in Genf seine Tagung beginnen. Wie an den drei früheren Kongressen, werden sich auch diesmal jüdische Minoritätenvertretcr aus den meisten Ländern Europas beteiligen. Auch aus Oesterreich wSrd eine jüdische Delegation am Kongresse tetinchmcn,. Die polnische Regierung und die Juden Lieber den (in unserer letzten Nummer erörterten — Die Red.) Plan wirtschaftlicher Zusammenarbeit der Juden Polens und der polnischen Juden in Amerika informierte der Generalsekretär des Verbandes polnischer Juden in Amerika S. Ti ge I in einer kürzlich stattgefundenen Vorsprachc den polnischen Handelsminister KwiatkowskL Herr Tdgel wies auf die Absicht hin, die gegenwärtig darniederliegende j üd i chc In dus trie in Polen mit Hilfe amerikanischen Geldes und amerikanischer Produiktionsabnehmer wieder aufzub^uen. Minister Kwiatkowski erklärte sich im Namen;der Regierung bereit, diesen Plan zu unterstuizen und namentlich dem Export von Polen nacii Amcrika; weitestgehende Erleichterungen zu gewähren, per Minister versprach, seine Zusagen zwecks Informierung des amerikanischen Judentums schriftlich zu fixieren. Herr Tigel wurde auch vom stellvertretenden polnischen Ministerpräsidenten Moraczewski empfangen, dem er den oben angeführten Wirtschaftsplan vorlegte. Der Vizepremier erklärte, die Regierung erstrebe eine Dauerverständigung zwischen Juden densyermiitkr die Zeremonie und fragten den Hausherrn und die Verwandten seinesVaters, ob sie bereit seien , den Beni Hamdun Verzeihung zu gewähren und ob sie irgend welche Vorwürfe gegen sie haben. Wie es von vornherein abgemacht war, erwiderten darauf der Hausherr, und seine Verwandten, daß sie von jetzt ab keine Vorwürfe und keinen Haß mehr gegen die Beni Hamdun mehr haben würden, und «wenn diese noch zehn Leute von Halsa töten sollten, würden sie ihnen um der Ehre der hohen Gäste, der Regierungsbeamten und der geachteten Männer der Umgegend willen verzeihen, die geruht hätten, in den Schatten ihres Hauses zu kommen...» Darauf wurden den Beni Hamdun, die draußen standen, Boten geschickt, um sie zu einem * Freundschaf tsb esu ch» bei ihrem «verzeihenden und' vergebenden Freunde» einzuiaden. Zwölf Leute der Beni Hamdun näherten sich auf diese Einladung der Haustür, machten dort Halt und nahmen den «Agal», die Holzkettc, die das Kopftuch oben festhält, herunter und legten ihn sich um den Hals: zum Zeichen der Unterwerfung und der Knechtschaft. Sodann gingen sic in das Zimmer. Kamil Effendi stand auf, kam ihnen entgegen und küßte sie.. Die Beni Hamdun setzten sich in unterwürfiger Stellung auf die Erde und jeder der wichtigeren Gäste richtete an sic ein paar Worte zur Feier der Versöhnung und zur Würdigung ihrer Bedeutung. Hierauf trat der Bürgermeister von. Safed hervor, ein weißes Leinentuch in der Hand. Er ging auf Kamil und seine Verwandten zu und hielt es ihnen hin. Jeder von ihnen machte darauf einen Knoten hinein, zum Zeichen des Friedensbundes. Danach wurde das Tuch jedem einzelnen Gaste gereicht und jeder machte ebenfalls einen Knoten hinein, als Zeuge des Friedens. So wurde das Tuch, mit zwölf Knoten verseilen, dem Fid’ r der Beni Hamdun überreicht —- als Sinnbild des 1' ules. Zu Ehren der neuen Freundschaft gab Kamil FF mii noch ein großes Mahl, und dann ging alles nach Hause. Bevor jedoch die Beni Hamdun ihren Gastgeber verließen, richteten sie vor seinem Hofe eine große Stange auf und daran banden sie das Tuch mit den Friedensknoten. Kamil Effendi aber trat auf sic zu, nahm ihnen den «Agal» vom Halse und setzte ihn ihnen wieder auf den Kopf... Die Behörden messen diesem Fricdensschhrß großen Wert bei. Sie meinen, daß jetzt die Ueberfülle und die Diebstähle ln der Umgegend aufhören werden. Jerusalem, im Juli, Ern»<$

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