Die Stimme
- Journal
- Die Stimme
- Volume
- 1 (1928)
- Issue
- Heft 32 (9.8.1928)
- Date
- 1928-08-09
- Page
- – (sequence 5)
- Language
- German
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«Mer i-frort 'l» für hohe Feiertage vom Vereine »Rasche Hille« Wien, II., Josefinengasse 7, gesucht. Vorzusteiien an Wochentagen 7—8 Uhr abends Bei den Wahlen im Jahre 1923 wurdetl vön jüdischen Kandidaten ein Zionist und ein Handwerker, ferner zwei Kommunisten gewählt. Die Aussichten jüdischer Kandidaten für den kommendenn Wahlkampf haben sich wegen der den Juden ungünstigen Wahlkreiseinteilung verschlimmert Nach der amtlichen Volkszählung haben gegenwärtig in Griechenland mir 4 8.000 Jaden Staatsbürgerrechte, viele Tausende von Juden wurddh als Ausländer registriert Bis jetzt kandidieren in Saloniki von jüdischer Seite, die kommunistischen Kandidaten nicht eingerechnet der Zionist und Republikaner Becanci und der Handwerker und Monarchist Jizchak Schaki. Gegen die Pester «israelitische» Rothermere-Äktlof» Aus Bratislava wird gemeldet: Die Jüdische Partei in der Slowakei und Karpaüio* nißland bat einen Aufruf veröffentlicht* in welchem gegen die von der Israelitischen Landeskanzlei in Budapest durch ein Rundschreiben an die jüdischen Gemeinschaften aller Länder eängeleäteten Kampagne für eine Revision des Vertrags von T r i a n o n Stellung genommen wird, fo dem Aufruf der «Jüdischen Partei» heißt es «. a*: «Wir verwahren uns ganz entschieden gegen das Memorandum und erklären, daß die israelitische LandeskororJsrf kein Recht dazu hat in dieser Frage im Namen dos slowakischen und karpathorussioben Judentums m sprechen. Wir Juden in der Slowakei und KarpatboruRland haben keine Ursache, unsere jüdischen Brüder in Ungarn . wegen der dortigen Verhältnisse, soweit säe > das Jnden-; tum betreffen, zu beneiden. Wir bedauern *m Gegenteil die ungarischen Juden wegen des Unrechtes,' das ihnen durch den Numerus clausus und andere Verfügungen zugefügt wird... Wir Juden in der Slowakei und KarpathornBland halben uns davon überzeugt, daß sowohl unser ge- , Liebter Präsident Dr. T. G. Masaryk, der wegen seiner liberalen und humanitären Denkungsweise in der ganzen Welt hochgeschätzt wird, als auch die Regierungen der ■ tschechoslowakischen Republik während der vergangenen zehn Jahre auf dem Wege der Konsolidierung auch dem Juden tu me gegenüber, ihr Bestes getan haben. Die Jüdische Partei identifiziert sich daher gerne und offen mit dem Wohle und mil der Entwicklung der tschechoslowakischen Republik und weist das Memorandum der israelitischen Landeskanzlcä Ungarns ganz . entschieden zurück.».; Der alte Prager Jadenfriedhof in Gefahr Die neue Stadtregoüierung m Prag bedroht eines der wertvollsten kulturhistorischen Denkmäler, den alten Prager Judenfriedhof. Die Denkmalkouimission der tschechoslowakischen Hauptstadt hat bei der Genehmigung der Regulierungspläne diesen weltberühmten Friedhof nicht in ihren Schutz genotnmeo und es besteht die Gefahr, daß dieses Wahrzeichen der alten Stadt (deren berühmtes Ghetto schon früher zum großen Teil der neuen Baulinie zum OpfeT gefallen ist) verschwindet. Der Friedhof, eines der ältesten Wahrzeichen jüdischer Kultur in Europa, beherbergt auch das Gras des von unzähligen Legenden umwobeuen Hohen Rabbi Löw, des Meharal, der mit der Prager Golem-Sage verknüpft ist. Diese von Sage, Ehrfurcht und Verehrung «eh 1 wobene Stätte schildert der bekannte Publizist Egon Erwin Kisch, der im Prager Ghetto seine Jugend ve*> bracht hat, in der «Vossischen Zeitung» wie folgt: «Hier ruht der Rabbi Löw neben seiner Gattin und inmitten seiner drehinddroißig Schüler; auch sein Famulus Jossele, den man den Lehmklotz nannte, liegt bescheiden in des Meisters Nähe — das Urbild des Golem. Auf dem Sarkophag des Rabbi Löw steht geschrieben, daß er sich hinefowagte «in den Irrgarten Parget, aber er kehrte zurück, heil und rechtzeitig und unversehrte. Das bezieht sioh auf seine 1 kabalistischen Versuche die ihn noch jetzt bei vielen Ost- Partie vom alten Judetrirledbof in Prag, der durch die StadtveguHerung gefährdet ist. V I Jaden als wundertätigen Heilig«! gelten lassen. Sparen <Beses Mittelalters von heute finden sich auf der braunen, mit f steingehanenen Weintrauben geschmückten Grabfassade und in der offenen Wölbung des Sarkophags: schwarze Brandmale, lief rührend von den Kerzenlichtern, bei denen galizianische Flüchtlinge während des Weltkrieges Nacht für Nacht um die Wiedervereinigung mit ihren Familien beteten.“ In jüdischen Kreisen der Stadt wird eine Intervention bei den städtischen Behörden erwogen, um zu verhindern. daß der alte Prager Judenir'edhof der Spitzhacke zum Opfer falle. Ein mystische Begebenheit Ü ln dar stiHen, abgeschiedenen Tfschbigasse in Tel Awiw, die nach einem bekanntem jemanitischen Kabbalisten benannt ist, wohnt seit mehreren Jahren der jüdische Kaufmann Brom barg, der eines» Flügel sebica Hauses für die Errichtung einer chassidischen „Klaus“ gesittet hat, in der t"gHche Gottesdienste, religiöse Versammlungen und Dispute abgehalten wurden. Diese chassidische Klans im Hause Brombergs wu*-de zum Sammelpunkt der Frommen Tel A^-Pvs. Nun starb vor einigen Monaten dta Frau des Stifters und sprach vor ihrem Tode den letzten Wunsch ans, daß die Klaus für alle Zeiten iri‘ihrem Hause verbleiben möge, da sie hierin ei;:e Gewähr für ihr Seelenheil erblickte. BramW:? gab seiner Frau das geforderte Versorechen nnd erfüllte äs auch so lange, bis er ein** Tages — eUc weite Fran heimführte. Anfänglich blieb rtnch — auch unter dem neuen Regime — alles hi der schönsten, alten Ordnung nnd die Klaus wurde in Ihrem heiligen Betrieb nicht gestört Bald aber begann die neue Herrin des Hauses ihren Manne zuerst etwas zaghaft, dann immer sicherer, vorairechnen, wie ok« die Räumlichkeiten der Klaus nutzbringender verwenden könnte, wenn man sie beispielsweise für Geschäftszwecke, als Magazine, Werkstätten u. dgL vermieten würde. Rroraberg ei ©orte sich und versuchte, eingedenk Sdmh Dom Wien, UL, Jb. Sn ff , aus fbeofem Mafcsriaf gediegen«* ans^e/fifM Jfltn? aeritfse Preise des letzten Wunsches seiner toten Frau, dem Ansinnen der lebenden Widerstand zu leisten. Aber nun glaubte Fran Bromberg, „erste recht“ ihren Willen durchsetzen zu müssen und nach langem Zaudern mußte sich Bromberg, um des lieben Hausfriedens willen, endlich entschließen, die geheiligte Stätte zu entweihen und die chassidische Klaus um einige Dollar Monatszins in ein Magazin von Häringen, Leder und Schmieröl zu verwandeln. Die Thoraroilen, die heiligen Geräte und Bücher, wurden in die „große Schul“ übersiedelt, die feierliche letztwilUge Verfügung der Toten war schmählich verletzt Nach einiger Zeit saß Bromberg des Abends Im vertraulichen Gespräch mit seinem Freunde. Die Unterhaltung zog sieb bis in die tiefe Nacht hinein und da könnte sich es Bromberg nicht mehr versagend seinem Freunde einen seltsamen Traum zu erzählen. Eines Nachts erschien Ihm seine verstorbene erste Frau, erhob Klage wegen der Mißachtung ihres letzten Willens und forderte ihren Mann auf, mit ihr vor Gericht za gehen. Der Freund fragte ihn, wie er sich zu diesem Klagebegehren derToten gestellt habe, worauf Bromberg zynisch erwiderte, er hätte sie an die „Irija“, den Magistrat in Tel Awiw. gewiesen. Die Freunde unterhielten sich weiter in harmloser Weise, plauderten über alle möglichen Dinge — aber plötzlich fiel Bromberg von seinem Sessel auf den Boden nnd war auf der Stelle tot Der berbeigeholte Arzt stelltü fest, daß Bromberg einem Herzschlag erlegen sei, obgleich er niemals herzkrank war ... Dieser Vorfall — erzählt der palästinensische Berichterstatter^ des New Yorker „*Tog“ — machte in Tel Awiw einen erschütternden Eindruck. Allan pflegt zwar in dieser nüchterenon jüdischen Stadt an mystische Schauergeschichten nicht zu glauben, konnte sich aber diesmal der Unheimlichkeit dieser {wahren Begebenheit nicht erwehren. Ein Marannenschicksal im ganzen kultivierten Spanien wind tite 400. Gebart»- tag von Luis de Leon festincb begangen. Fray Luis de Leon war einer der größten Männer Spaniens cm 16. Jahrhundert. Was uns dien Augustinermönöh und Professor der Theologie noch heute als ganz überragend erscheinen läßt, ist sein Dichtertum. Geboren 1528 in Beimonte, studierte er kanonisches Recht in Salamanca. Als «maestro en Sograda Teologia» wuchs sein Ruhm von Jahr zu Jalr. Doch seine Gegner erreichten, diaß er 1572 vom Inquisitionstribunal mit Gefängnis bestraft wurde. Er sollte gelehrt haben, daß die jüdische Bibelausiegung ebenso richtig sein könne, wie die katholische. (Seine Großmutter entstammte einer getauften jüdischen Familie.) Viereinhalb Jahre saß er in Valladolid gefangen, bis er mit Verwarnung freigesprochen wiurde. Seine Uebertragung des «Liedes der Wunder» wurde durch die Inquisition eingezogen. Zwei Wochen nach seiner Freilassung kam er, am 30. Dezember 1576, kn Triumph nach Salamanca zurück. Seinen ersten Lehrvortrag naoh der fast fünfjährigen Abwesenheit soll er mit den Worten eingeleitet haben: «Gestern sagten wir...» Noch zweimal wunde La» de Leon, OH in Grado für öffentliche und fix Angestellte sowie deren Angehörige Pauschalpreis inkL Fahrt in 5 Teilzahlungen abzüglich eventueller Visum- und Fahrtbegünstigungen einschließlich erstklassiger Logis, Verpflegung, unbeschränkter Bädergebrauch samt Zelt, Kurtaxe etc. Relseantrftt schon nach Anzahlung gewährleistet Auskünfte und Prospekte durch die Generalvertretung des internationalen Reisebüros F. GRIGOLON & CO. WIEN, I. KOHLMARKT 8 (Eingang Wallnerstraße) Telephon 69-4-17 wie Übrigens fast aüe großen Theologen und Mystiker jenes Zeit, der Inquisition angezeigt, doch beidemal nur streng verwarnt, nicht bestraft Er starb im Jahre 1591. Im Konvent seines Ordens zu Salamanca wurde er bestattet. Sein Grab ist nicht mehr mit Sicherheit nachweisbar. Die Universität Saktnvuica — wo die Kathederkanzel von Luis de Leon noch erhalten ist — hielt große Festlichkeiten zu seinen Ehren ah. Kleine Nachrichten In Berlin ist vor kurzem der bekannte Chemiker Doktor J. W. Asch, der zusammen mit seinem Bruder, Doktor D. Asch, das bahnbrechende Werk „Die Silikate“ herausgegeben hat,, gestorben. Der Verstorbene betrieb auch Studien auf dem Qebiete der Philosophie und hat in der letzten Zeit an einem Werk über die Philosophie des Kantianers Saloinon Maimou gearbeitet, « Der Verfasser des berühmten „Zgierzer Laach“, nach dem alle jüdischen Kalender gearbeitet sind, Rabbi Morde-, cbal Samuel Halevi Zudkowlcz, eine Autorität ln jüdischen Kalenderfragen, ist in seiner Heimatstadt Zgierz ist Alter von 70 Jahren gestorben, Nach Berichten der von Hias-fca-Emig direkt ent-, sandten dreigliedrigen Kommission, welche die Einwanderungsmöglichkeit von Juden in die südamerikanischen Staaten auf ein«* Studienreise geprüft hat, könnten Argentinien and Brasilien jährlich 20:000 jüdische Einwanderer, die für Landwirt* schaft oder Handwerk qualifiziert sind, azrfuehmen. Nichtqualifizierte Arbeiter werden vor der Emigration nach Südamerika gewarnt Der Landesrabbiner des Großherzogtums Luxemburg, Dr. Samuel Fuchs, der durch ein Vierteljahrhundert die* ses Amt innegehabt hat ist im Alter von 52 Jahren gestorben. Wie ans russischen Regierungskreisen offiziös bekanntgegeben wird, ist die Forderung der jüdischen Kommunisten, die Moskauer Chor-Synagoge in einen Arbeiterklub umzuwandeln, ab ge wiesen worden. in Warschau wurde durch Vereinbarung zwischen dem jüdischen ParlamentskJub und dem in der polnischen Hauptstadt weilenden Generalsekretär der Föderation polnischer Juden in Amerika, Herrn Ti geh ein Komitee für Zusammenarbeit zwischen dem polnischen Judentum und den polnischen Juden in Amerika begründet; unter anderem wurde mit dem Joint Committee vereinbar- Uch beschlossen, daß der Verkehr zwischen den Juden in Polen und den jüdisch-polnischen Landsmannschaften in Amerika durch Vermittlung des J oi nt vor sich gehen soll. Am 6. August begann in Straßburg der zweite Kongreß der seit 1926 bestehenden Union Universelle de Jeuuesse Juive, an dem unter anderen Delegationen aus Algier, Marokko, Tunis, den Balkan* Staaten und mehreren Südamerikarüschen Republiken teilnehmen. Auf der Tagesordnung des Kongresses steht unter cxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxooocxxxxxxxxxxx» Jedes PiüttfofUelden scierzlos euMei. Erzeuge für Frostballen, empfindliche, leidende sowie Senkfüße leichte orthopädische Schuhe. Was auf Grund meiner langjährig erprobten Praxis eingebaute Einlagen, daher von normalen Schuhen nicht zu unterscheiden ist. Gsrsntie für Heilung und jede Paßform und angenehmes Gehen Komme auf Besteliunq ins Haus HANS VEIGL vorm. Bnbcnicek Spezlolwerkstfide iQr Orttiopttdtsdie Sdiuhe IV., Starhemberggasse 5/7, Parterre XX»OOOOOOOOOOOOOOQOOOOOOOOOOOOQOOOOOOC