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Die Stimme · 1928-08-09 · Heft 32 (9.8.1928) · page 4

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Journal
Die Stimme
Volume
1 (1928)
Issue
Heft 32 (9.8.1928)
Date
1928-08-09
Page
– (sequence 4)
Language
German
Belongs to
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Seite 4 DIE STIMME Nr. 82 Mitteln; 200 Zertifikate für Facharbeiter auf dem Gebiete der Landwirtschaft und Heimindustrie, die im Besitz von geritn-en Mitteln sind: der Rest soll fiir verschiedene Arbeite; bestimmt sein, deren Einwanderung die Exekutive für notwendig erachten wird. Im Einwanderungsbudget soll ein ausreichender Betrag zur Ermöglichung der Einwanderung der erwähnten Chaluzim und Chaluzoth im Laufe der nächsten Monate sicbergesvsflt werden. Bezüglich der Zahl der Einwanderer aus der Kategorie der Arbeiter und der Chaluzim für die zweite Jahreshälfte und bezüglich des Budgets fiir deren Einwanderung soll die Exekutive im Einvernehmen mit dem Einwanderungsbeirat im Monat März Beschluß fassen. Organisation der Einwanderung. Das A. C. beauftragt die Exekutive, so schnell als möglich einen Beirat für Einwanderungsangelegenheiten laut Beschluß des XIV. Kongresses einzusetzen. Der Einwanderungsbeirat soll als eine beratende und unterstützende Körperschaft für Angelegenheiten der Einwanderung dem Einwanderungsdepartement der Exekutive zur Seite stehen. Der Einwanderungsbeirat soll aus Vertretern des Jischuw zusammengesetzt sein. Der Beirat soll mindestens einmal in zwei Monaten auf Einladung seines Vorsitzenden oder der Exekutive zusammentreten. Die Exekutive ist verpflichtet, vor der Anforderung von Zertifikaten und ihrer Verteilung den Beirat einzuberulen. Einwanderung aus Rußland. Das A. C. erklärt es für eine Pflicht der Zionistischen Organisation, energischere Schritte zugunsten der Einwanderung von russischen Zionirtcn and Chainzim sowie derer, die um ihres Zior.icm* willen nach Sibirien verbannt sind, zu unternehmen. Das A. C. beauftragt die Exekutive, besondere Mittel für diesen Zweck zur Verfügung zu stellen. Palästina-Aemter. Das A. C. lenkt die Aufmerksamkeit der Exekutive darauf, daß es ihre Aufgabe ist, die Beschlüsse des XIIL und XIV. Kongresses bezüglich der Regelung der Einwanderung za beachten und gemäß diesen Beschlüssen beim Wiederbeginn der Einwanderung föderativ zusammengesetzte Einwanderungskommissionen sowie Abteilungen zur Erteilung von verläßlichen Auskünften über die wirtschaftlichen Fragen von Stadt und Land in Palästina zu errichten. Staatsbürgerschaft. Die Exekutive soll von der palästinensischen Regierung verlangen, daß die administrative Praxis . bezüglich der Einbürgerung von Jaden in Palästina geändert und die hierbei vorhandenen Schwierigkeiten beseitigt werden. Die Exekutive soil ferner eine Aenderung des Staatsbürgerschaftsgesetzes in der Richtung verlangen, daß die Bestimmung, die dem High Commissioner das Recht gibt, nachträglich eine bereits erteilte Staatsbürgerschaft zu annullieren, aufgehoben wird. Die Anleihe und die Anleihekommission wurde in folgenden Resolutionen behandelt: L Das Aktionskomitee beauftragt die vom XV. Kongreß gewählte Kommission, in Verfolg des Beschlusses des XV. Kongresses ihre Vorarbeiten in dauernder Fühlungnahme mit der Zionistischen Exekutive fortzusetzen. 2. Das Aktionskomitee bestätigt die Kooptation des Herrn J. T r i v u s als Mitglied der Anleihekommission. 3. Die vom XV. Kongreß beschlossene palästinensische Subkommission der Ajileihekommlssiou besteht ans folgenden Herren: Dr. Ch. Arlosoroff, E. Berlin, S. Kaplansky, Dr. A. Ruppin, M. Smiliansky. Den Beratungen der Subkommission sind als Vertreter der zionistischen Fonds die Herren Dr. A. Hantke and M. M. Ussischkin zuzuziehen. 4. Der Kommission und der Subkommission steht das Recht zu, E x p e r t e n zu ihren Beratungen einzuladen. Ferner wurde der Anleihekommission ein Budget von 400 Pfund vom Aktionskomitee bewilligt. Dieses Budget wird vom Vorsitzenden der Anleihekommission aufgebracht werden. Die übrigen Beschlüsse (Kontrollamt, Organisation asw.) werden wir im Wortlaut in der nächsten Nummer un- 'seres Blattes wiedergeben. Eine Palästina-Konferenz der Nichtzionisten Von Louis Marshall einberufen. Der Präsident des American Jewish Committee Louis M a r s h a 11, der an der Londoner Konferenz der Joint Palestine Survey Commission teilgenommen hatte, erklärte nach seiner soeben erfolgten Rückkehr nach N e w Y o r k dem Vertreter der Jüdischen Telegraphen- Agentur, daß der Bericht der Jc .vi h Agency-Kommission, der auf Grund der Daiic^u .>.;en unparteiischer Experten abgefaßt worden war, eine wirtschaftlich gut fundierte Plattform für den Aufbau Palästinas geschaffen hat. Es werden, fügte er hinzu, ungesäumt Schritte unternommen werden, um die Nichtzionisten zur Mitarbeit an dem Palästina- Werk heranzuziehen. Ich hoffe, schon für den Frühherbst eine Konferenz von Nichtzionisten cinzufoerufen, um ihnen die Ergebnisse der Expertenberichte und die Schlußfolgerungen der Joint Palestine Survey Commfesioa vorzutogeu. Paul Stein Regln« Stein geb. tandau Vermählte WIEN, XVüf., im August 1928 Rosenstelnc?asse 85 Hinsichtlich des bevorstehenden Feldzuges für den PalMstinafonds stellte Herr Mnrshall fest, daß die Aufbringung :1~r Gelder zur Deckung des gegenwärtigen zionistischen Budgets in diesem Jahre noch Sache der Zionisten bleiben müsse. Die zionistische Anleihe Eine englische Anleihekommission mit Lord Balfour? Das palästinensische Tagblatt «Haarez» läßt sich aus London melden, daß die britische Regierung zu dem Plane einer zionistischen Anleihe von zirka zwei Millionen Pfund für den Palästina-Aufbau unter Garantie des Völkerbundes eine zustimmen de Haltung cinnehme; wieder Londoner Berichterstatter des Blattes weiter erfahren haben will, habe die Regierung eine spezielle K o nyn i s s i o n unter dem Vorsitz von Lord Balfour eingesetzt, welche diese Anleihefrage genau studieren und dem Kabinett Vorschläge erstatten soll, über die noch.im Septesr&cr dieses Jahres entschieden werden coli. (Wir geben diese Nachricht mit weitgehendem Vorbehalt wieder, da nach unseren Informationen die sogenannte zionistische Völkerbundanleihe bisher über das Stadium des Planes nicht hinausgekommen ist Die Red.) Herrliche Garfien-Tennlsplätze unter schattigen Bäumen mitten im Grünen S6er und 3?er Linie in nächster Nähe 8 Stunden samt Trainer pro Person S IS*—! Während der Monate luli und August noch einiae ermäßigte Einzelstunden t vergeben! ssige Trainer XIX., Kahlenbergerstraße 46 Tel. A12-6-85 Der „trockene“ Sowjetpogrom Der Statistik der Landsiedlungskommission „Komzet“ ist za entnehmen, daß der Prozentsatz der Arbeitslosen unter den jüdischen Mitgliedern der Gewerkschaften doppelt so groß ist als unter den nichtjüdischen. Es wird über allerhand „Maßnahmen zur Verbesserung der Qualifikation der jüdischen Arbeitslosen“ beraten, aber dort, wo der Hebel anzusetzen ist, dort wird nicht angerührt, weil — nicht augerührt werden kann: die jüdischen gelernten Arbeiter, (die, weiß Gott, nicht schlechter qualifiziert sind äis die nichtjüdischen), werden nämlich aas den Arbeitsstätten hinausgeprügelt, und das unter den Augen der Sowjetbeamten. Diese Fälle ereignen sich in der letzten Zeit in den staatlichen Fabriken immer häufiger. Der Stalin-Kurs des russischen Kommunismus ist eben betont antisemitisch und das auszusprechen oder dagegen einzuschr eiten, dürfen die Komzet-Lente nicht wagen. Es ist heute bereits ein Zustand eingetreten, den ein kommunistischer jüdischer S t u d e n t nach unsäglichen Verfolgungen (wie sie jetzt in immer steigendem Maße gegen jüdische Studenten in Rn.ß 1 a n d angewendet werden), in seinem Parteikomitee,, mit den Worten charakterisierte: „Ein Jude darf nicht, Kommunist sein, wenn ihm das Leben etwas bedeutet“. Ob Kommunist oder „Kapitalist“, in jedem Falle wird der Jade in Rußland zam Objekt der Vernichtung! In dieser Lage wi|d — für das Ausland — immer wieder •die Fata raorgana def Judenkolonisation hervorgezaubert, wobei man sich allerdings dessen bewußt ist, die Märchenbilder würden nicht mehr lange Wirkung haben, und daher schon heute vorbauend nach dem „Schuldigen“ . sucht Deutlich wird jetzt schon auf die ausländische J u d e n h e i t, als den künftigen Sündenbock, hingewiesen. In der letzten Sitzung des „Komzet“ wurde mitgeteilt, daß im Jahre 1929 statt 10.000 nur 8000 jüdische Familien auf dem Lande kolonisiert werden sollen, u. zw. 900 im Kaukasus, 2300 in der Krim, 2500 in der Ukraine und 3000 im sibirischen Rayon Bir-Birdschan (über den die Wahrheit zu sagen iri Rußland gefährlich ist, wie die bereits gemeldete Auflösung des kommunistisch orientierten linken Flügels der Poale Zion in Rußland beweist die wegen des vou dieser Partei beschlossenen Widerstandes gegen das Experiment in Bir-Birdschan erfolgte). Als Begründung für die Verringerung des Umfanges der Judenkoionisation iin kommenden Jahre wird angegeben, daß die ausländischen jüdischen Organisationen nur 4 Millionen Rubel beigesteuert hätten. Die Sowjetregierung bat 4h Millionen Rubel‘ für dk indische Kolonisation im nächsten Jahre präliminiert Wenn sie (bei einem ursprünglichen Kostenvoranschlag von T5 Millionen Rubel) nicht mehr ausgeben will? sollen die Juden des Auslandes den Rest tragen, sonst ■*- wird gedrosselt! Das ist das wahre Gesicht der Sowjetfürsorge für %dic durch das kommunistische Wirtschaftssystem ruinierten Jaden! Ueberschwemmungskatastrophe in Bir-Birdschan. Wie aus Moskau gemeldet wird, ist der Amurfluß in Sibirien aus seinen Ufern getreten und hat eine Ueberschwemmungskatastrophe großen Stils hervofgerufen, von der im Gebiete von B»<-Birdschan 50 Dörfer mit über 35.000 Seelen betroffen sind. Die Rayons Jekaterine-Nikolsk and Michailo-Sessionowsk, in denen die jüdische*> Siedler sich befinden, stehen unter- Wasset Die Ernte ist vernichtet. Auf die Stimmung kommt es an Bei einem ihm zu Ehren von der Union rumänischer Juden in Amerika gegebenen Bankett hielt der rumänische Gesandte fn Washington, George Grctziano, wie bereits berichtet, eine Rede, in der er seiner festen Ueberccugung Ausdruck gab, daß in Zukunft keine rumänische Regierung irgendwelche Ausschreitungen gegen die jüdische Bevölkerung im Lande zulasscn wird. Meiner Meinung nach, fuhr Herr Grctziano fort, sind auch die bisherigen antisemitischen Exzesse von kleinen Gruppen begangen worden; so etwas ist in der Vergangenheit auch in Ländern mit einer älteren Zivilisation als die Rumäniens vorgekomraen. Die jüngsten Ereignisse Ir Rumänien hätten bewiesen, daß die rumänische Regierung den ernstesten Wunsch hat, in Zukunft jeder Art von Schikane, wie sie von eine« Gruppe aufrührerischer Elemente gegen die jüdischen Bürger versucht werde, vorzubeugen. Diese Versicherung mag, selbst wenn sie mit den Anleiheverhandlungen Rumäniens zusammenfällt, doch aufrichtig sein. Daß aberidie Stimmung, welche das Geschehene geschaffen hat, noch immer nachkollert, darüber gibt der Bericht im der Exekutive des American Jewish Congreß, den Herr Irving Fineman von der Universität Illinois, der vor kurzem längere Zeit in Rumänien gewellt hat, erstattet hat, Aufschluß. Er sagte n. a„ daß der Antisemitismus und die Vexationen der Juden, besonders der jüdischen Studenten, in .Rumänien noch immer a n d a u e r n. Ich habe, erklärte Fineman, die in der Presse erschienenen Berichte von Leon Fischer und Dr. Charles Macfariand gelesen, und bin geneigt, der Darstellung von Dr. Macfariand Recht zu geben, der feststellt, daß die Lage der Juden in Rumänien -nicht aufgehört hat, eine sehr unsichere zu sein. Noch immer gibt es Professoren, die an den Universitäten öffentlich den Judenhaß predigen, und sogar verantwortliche Leiter von Universitäten vertreten gegenüber den Studierenden den Standpunkt, daß ein rumänischer Jude ein unerwünschter „Fremder“ ist Es ist ferner wahr, daß antisemitische StudentenOrganisationen weiterhin öffentliche a n 11 s e m ii ti s c h e Kundgebungen veranstalten und innerhalb der Universitätsmauefn ein System der Verfolgung ihrer jüdischen Kollegen durchführen. Noch immer müssen jüdische Studenten, die ihr Studium zu Ende führen wollen, soweit die Mittel es ihnen erlauben, ausländische Universitäten aufsuchen. Die Jaden in Saloniki und die ParlamentswaMen Die Jtidenscbaft Salonikis hat den Entschluß gefaßt au den kommenden Wahlen zum griechischen Parlament teilzunehmen, obwohl der gegen den Willen der Judenschaft eingeführte jüdische Wahlkataster, wonach die Juden in gesonderten Wahllokalen ihrer Wahlpflicht genügen müssen, trotz des Versprechens von Veuizeios nicht a b"g e’s c h a f f t worden ist mmm V fmwim f < >< nünm >. ' >' y'\ y , */'.! 'V/' > .Exotische“ Brüder: Nordairlkanlscher Jode beim Morgeu ■ 4 t -gebet- .. '' - v mm .ki-:;-

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