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Die Stimme · 1928-08-02 · Heft 31 (2.8.1928) · page 6

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Journal
Die Stimme
Volume
1 (1928)
Issue
Heft 31 (2.8.1928)
Date
1928-08-02
Page
– (sequence 6)
Language
German
Belongs to
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SeJtie 6 DIE STIMME Nr. 8t , PALÄSTINA OP8—..wiii i i i- :!!L.. i,.u,. ,iM, ,IJX ji^jaMMMgramteaagp „Bedächtige Wege“ Ein« Unterredung mit dem neuen Chefsekretär der Palästina«Regterung. Am Jerusalem wird uns geschrieben: Wie bereits miteeteHt, ist der neue Ghefeekretär der Paüästima-Regieniinig, Harry C. Luk e, in Jerusakm esngetroifen, mm da© Regiemg Palästinas von der Ende dieses Monats erfolge Wien Abreise Lord P1 u m e r * bis zur Ankunft des neuen Oberkarnrnissärs Sir John C *Ji a n c c 11 o r zu leiten. In einem Gespräch mit den Vertretern der Presse sagte Luke, er 'sei glücklich darüberwieder in Pai a stina zu weilen, wo er vier Jahre von seiner insgesamt 20jährigen Dienstlaufbahn verbracht hafte. „Ich traf den neuen Olberkomm/issär Sir John Chancellor,“ fuhr Herr Luke fort, „zum ersten Male in London, als ich gerade im Begriffe war, mäbh zur Fahrt nach Palästina einzusdhiififen. SSr John ist eine überaus sympathische Pensönilflchkeiit. Er wurde für eme Zert-dmier von fünf Jahren ernannt. Meine Ernennung zum Chefsekretär gilt für eine unbestimmte Zeit Sir John Chancellor trifft im November d. J. wi Palästina ein, um sein Amt als High Commi'SSiione r anz treten. Was mich betrifft, so habe ich nodi nicht Zeit gehabt, die in Palästina gegenwärtig aktuellen Fragen zu studieren. Ich habe auch noch keine neuen Pläne zur Durchführung öffentlicher Arbeiten. Es sind keine überraschenden Aenderuugen in der Landesverwaltung zu erwarten; unsere Politik wird bedächtige Wege gehen.“ Die arabische Exekutive für Sparmaßnahmen. Die palästinensisch-arabische Exekutive hat der Regierung Palästinas ein Memorandum unterbreitet, in weichem eine Reihe von Sparmaßnahmen in Anbetracht des Defizits wn Lamdeshausba.lt vorgesahlagen wird. Die arabische Exekutive fordert dSe Einschränkung der fr ans jordanischen Grenztruppe, eine y ertnänderun g des Standes der R egiernngsbeamten, eine Kürzung der Beanstemgehälter, eine Einschränkung der den jüdischen und fremdsprachigen Schulen gewähnten Subventionen und die Entlassung aller Beamten, die nicht Palästinenser sind, wobei mit Experten eine Ausnahme gemacht werden soll, schließlich eine E rhdhung der Steuern für ausländische Handel sgeseHschaf ten und für Luxüstwaren. Diese Maßnahmen, heißt es in dem Memorandum, werden die Regierung in die Lage versetzen, ihr Budget zu 'balancieren. [ Wie die arabische Presse lmtteilt, beträgt die Gesamtzahl der Beamten in Palästina 2143; die Summe der Gehälter, die diesen Beamten jährlich gezahlt worden ist, beläuft sich auf 724.640 Pfund Die Prügelstrafe, Der Oberkommlssär von Palästina, Feldmar.schall Lord P1 u m e r, hat eine V ero rdn u n g herausgegeben, wonach die Prügelstrafe für Wiklersefzliohkeiten der Häftlinge im Jerusalemer Ze ntratgefängnn-s künftighin in jedem einzelnen Falle nur mit Zustimmung des Chef sek retärs der Regierung vollzogen werden dürfe. Wie bauen wir in Palästina? Von Ing. S. Reiser (Jerusalem), Der Leiter des technischen Amtes der Zionistischen Exekutive in Jerusalem, Ingenieur Reiser, der sich gegenwärtig über Auftrag der Exekutive auf einer Studienreise durch Europa befindet und während seines Wiener Aufenthaltes das hiesige Bauwesen studierte, hatte die Liebenswürdigkeit, sich einem unserer Mitarbeiter über die kolonisatorische Bautätigkeit in Palästina in nachstehender Weise zu äußern: Meine Aufgabe in Palästina 'besteht darin, eine möglichst günstige Bautype für Wohn-und Wirtschaftsgebäude der Kolonisten zu schaffen. Der städtische Wohnhausbau interessiert uns weniger, wir verlegen uns ausschließlich auf landwirtschaftliche Gebäude und haben bereits eine Einheitstype mit zwei Zimmern samt den dazu gehörigen Nebenräumlichkeiten und Küche, sowie einer geräumigen Terrasse, die ja den Hauptteii des Jahres hindurch den Aufenthaltsort der Familie bildet, geschaffen, die großen Anklang findet Außerdem mußte eine einheitliche Type für Wirtschaftsgebäude, wie Stallungen und Scheunen, gefunden werden. Das Baumaterial, das wir verwenden, entspricht den neuesten technischen Errungenschaften und ist ziemlich widerstandsfähig, wofür als Beweis diene, daß b e i umaaiiHiiimiaiiaiaijaiMirairaMafla seriös „HANSA“! WIEN, I., PRANZ JOSEFS-KAI 13 TELEPHON 75-409 Häuser, Büros, Wohnungen, Hypotheken, Verwaltungen S Unter wenigenTagen beste Resultate a Eigene Kreditabteiiung nur für ” ■ . große Transaktionen a ^BiüBaaaaBaaaaaaaaaMaaBaBBBBBBBBBaaBBBi s Prompt dem letzten Erdbeben die Häuser der jüdischen Kolonisten verschont blieben. Nur die Frage der Wärmewirkung auf das Baumaterial konnten wir noch nicht in befriedigender Weise lösen. In den letzten eineinhalb Jahren wurden für K o 1 onisteneinfamiiienhäuser von der Exekutive zirka 1 2 0.000 Pfund verausgabt. Ungefähr die Hälfte der Summe, die für die Ansiedlung einer Kolonistenfamilie bestimmt ist, entfällt auf seine Behausung, 300 bis 350 Pfund müssen hlefiir aufgewendet werden, die der Kolonist nach einem entsprechend langen Zeitraum zurückzuzahlen hat. Unsere Kolonistenhäuser stehen auf mitteleuropäischem Niveau, Ubertreffen bei weitem das Niveau anderer Kolonisationswerke, wie z, B. das des griechischen. Oer neue Baustil ln Palästina. Oben: Das neue Gebäude der Analo-PaJeelJtte-Cotnpaiiy. Links: Oer Neubau de« rj'-' .; # *&&& ***&■». ’.L'H f/l' frciAi S® /«Nss^ •>> W\ •m ■Hwp'y’mM*: Ai ms Wochen-Kalender Auguit 1928 Oedenktage nt* mnn 2 Donnerstag 14M — yertraibang der indem Spulen. 157V — Dan Jeeef Nm(. Hanog ran N»xo«, heiahmter jod -tflrt. Staataaann, ln XansUntlnopel gebaren. Ifll6 — der HUtorlker Dr Martin Philipp ten in Berlin geet erben. 16 — tö 3 Freitag 1885 — der hell&ndleehe SUatgrat Karl Aeeer ln Amtterdam geeterb'an. 1865 — Prefetteer Hand Neimarlt ln Sxetenee (Oallilen) geboren. 1891 — der Llterarhlaterlher Lee Dekee In Wien gestorben. 17 — p 4 Samstag I8ftl — der Ptofeeeet fflr hebr&lache Sprache Salratere de fienedettl ■* Piaa gestorben. 1971 — der hebrtfeehe Dichter nnd t’ebliitet Dartd Frieohtnann In Berlin geeterben. i8 - pp Baftarah: watomer aljan 9 Sonntag 1918 — der Wiener Oberrabbiner Dr. Merlt Qndemann geeteiben. w - a’ 6 Montag 1799 — der berühmte Ichthyologe Marc Elleerr Blech gestorben. 20 — 3 7 Dienstag 1888 — L. Beeenthal, deeeen berühmte Blollethek der Stadt Amsterdam smflel, ln Hannerer geeteiben. 21 -KS 8 Mittwoch 187S — der bekannte Berliner Pertr&tnnd Qenremaler Eduard Magno« gost. 1897 — der bahnbrechende Chemiker Piefenaor Viktor Meyer in Heidelberg geeteiben. 22 -aa Ich befinde mich jetzt auf einer Studienreise, um den neuesten Stand der europäischen Bauweise kennen zu lernen, habe den soeben in Paris beendeten Internationalen Kongreß für Wohnungswesen besucht und reise jetzt über Wien nach Deutschland und dann nach Dänemark, um die dort stark betriebene Innenkolonisation kennen zu lernen. Die Wiener Wohnhausbauten sind für mich, da sie ganz und gar nicht in unser Genre einschlagen, weniger interessant. Dennoch wird es die Wiener gewiß freuen, wenn ich ihnen mitteilen kann, daß sie auf dem Pariser Kongreß von den Fachleuten nahezu aller Nationen, mit Ausnahme von Amerika, nur gelobt und als einzige günstige Möglichkeit, die Wohnungsnot in großem Stile zu bekämpfen, bezeichnet wurden. Ich habe nur für die einzelnen Details an den Wiener Wohnhäusern Interesse, z. B. für Türen und Fenster. Der städtische Wohnhausbau in Palästina ist jetzt einigermaßen zum Stillstand gekommen. In Tel- Aviv wird fast nichts mehr gebaut, nur in Jerusalem werden Bauten aufgeftihrt, die aber für den Bedarf noch immer nicht genügen. Die Arbeitslosigkeit hat in der letzten Zeit sehr stark nachgelassen, doch wird sie wieder, wie dies ja natürlich ist, nach Auf hören der Bausaison ansteigen müssen. Jetzt werden zu Bauarbeiten auch sehr viele Landarbeiter verwendet. Große Fortschritte machen die Bewässerungs¬ und die Elektrifizierungsarbeiten. Ruthenberg beschäftigt gegenwärtig etwa 400Ar beiter und gibt schon aus einem provisorischen Kraftwerk Strom ab. Großen Aufschwung nehmen die Orangenplantagen, die schon sehr stark für den Export arbeiten. Theoretisch gibt es in Palästina fast keine Arbeitslosigkeit mehr, praktisch muß sie zeitweise in Branchen, wie dem Baugewerbe, das ein Saisongeschäft ist, immer Vorkommen. Städte des Josua-Buches au»gegraben Im Londoner University College wurde vor kurzem eine Ausstellung der Britischen Archäologischen Schule in Aegypten eröffnet, die die Ergebnisse der Ausgrabungen in Siidpalästina zeigt. Der berühmte Archäologe FÜnders Petrie bezeichnet in einem Briefe an die «Times»' diese Funde als außerordentlich bedeutungsvoll. Von dem südlichen Palästina war in der Vvrkriegszelt infolge der unruhigen Lage in jenen Gebieten nur sehr wenig bekannt. Erst seit der britischen Besetzung ist hier ein Land zugänglich geworden, das Dutzende von Städten und Siedlungen entbleit, und es ist etwa die Hälfte der alten O r t s c h a f t e u, die In dem Buch J o s u a aus dieser Gegend erwähnt werden, bereits fertiggestellt, wie z. B. Bcth-phclet, wo Ueberreste von allen Bauperioden seit Abraham bis zu den Römern vorhanden sind. Die bisher untersuchten Friedhöfe stammen aus der Zeit von 1600 bis 600 v. Chr. Da die Stadt unter Josua eingenommen wurde, der Sitz vpn Davids Leibwache war und unter Nehemia wieder eingenommen wurde, so spiegelt aieh in Ihr in ununterbrochener Folge die Geschichte der jüdischen Kultur unter ägyptischen Einflüssen wider. . J.J. .,*!■ , ,1 g. .„1 . , „.!!!„ , 1 . . agg^Bgg*li!miMU4J Spareu ist keine Schänder deshalb trachtet jetzt jede Dame, für wenig Geld einen guten Schuh zu kaufen. Lissitmsky-Schuhe. die sich großer Popularität erfreuen, vereinigen alle drei Vorzüge und biete» jedem Kunde» d» uo» plus ultra. Färbige Schiöngen- Spangenscliuhe ln erstklassiger Ausführung von S 40.— an. Der Verkauf findet nur direkt in der Fabrik, VII., Kaiser

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