Mannheim
Compact Memory

Die Stimme · 1928-07-26 · Heft 30 (26.7.1928) · page 10

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Die Stimme
Volume
1 (1928)
Issue
Heft 30 (26.7.1928)
Date
1928-07-26
Page
– (sequence 10)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
89% known words query
IRI
…/3053752-3053753-3053782--0488-3055768
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

1 entity mentions

Seite 10 inan braucht außerdem Licht, um die JKiaoth** to sagen. Sie gehen im Schrreftschritt mit ernsten Mienen, so wie man die Toten auf den Oelberg trägt; inan denkt an ein Leichenbegängnis* Und mitten in diese Trauerstimrmmg, in diesen Verfall und in diese Armut hinein, liört man plötzlich wieder aus der Nähe die trotzigen, stolzen Siegeshymnen der Chaiuz4m ertönen. Das Herz öffnet sich wieder der «euen Wirklichkeit und mit unbesohreiibldohem Wohlgefiihl erinnert inan sich, daß alles ja im Grunde schon überwtf* »cp ist, daß unsere Geschichte sich wieder bewegt, daß der Ohurban zu weichen begonnen hat und bald nur ein Spukbäd sein wird. Und die Seele wendet sich von dem traurigen BiW des afteu Hu^ücks alb und leiht voll Freude A«ve und Ohr denr ncaen Aufstieg der Nation, der herannahenden Zukunft des dritten jüdischen Reiches. •.. Dl© Palästinaarbeit der Weltorganisation senhardischer Juden Aus Jerusalem wird berichtet: Zwischen der Zionistischen Palästinaexekutive und dem Keren Hajcssod einerseits und der Weltorganisation sephardischer Juden andererseits fand eine Reihe von Besprechungen statt, mit dem Zweck, die in der letzten Zeit zwischen den beiden Organisationen zu tage getretenen Mißverständnisse zu klären und zu bereinigen. Dabei gelangte man zu nachstehenden Folgerungen: Die zionistische Exekutive verhandelte mit dem Waad Hapoel der Weltorganisation der sephardischen Juden über Angelegenheiten der praktischen Arbeit in Palästina in allen ihren Zweigen, die von der Zionistischen Exekutive für die sephardische Judenheit geleistet wird. Die Zionistische Exekutive organisiert die Einwanderung der Juden des Orients nach Palästina und hilft ihnen bei ihrer landwirtschaftlichen und städtischen Ansiedlung in Beratung mit dem Waad Hapoel der Weltorganisation der sephardischen Juden. Die Zionistische Exekutive erachtet es für nötig, $epbardischen Beamten einen entsprechenden Platz in den verschiedenen Aemtern der zionistischen Institutionen einzuräumen. Die Fonds der Zionistischen Organisation schlagen vor der Entsendung von Delegierten ln die sephardischen Zentren des Galuth dem Waad Hapoel der Weltorganisation der Sephardim vor, ihnen eine Liste von Kandidaten zu unterbreiten. Die Organisation der Sephardim veranstaltet Geldsammlungen nur für die Ansgaben ihrer Organisation und ihrer Propaganda und zugunsten jener ihrer Institutionen, deren Wirken nicht ia das Tätigkeitsgebiet der Zionistischen Exekutive fällt. Die Sammlung dieser Geldmittel hat in volir 1:1. .iigt r Klo o r d in i e ra n g m i t d cn.na t ionalen Fonds;;t erfolgen. Die Organisation der Sephardim verstärkt Ihre Arbeit unter den Juden des Orients in der ganzen Welt zwecks Erfuiiuüg ihrer Pflicht gegenüber der Zionistischen Organisation und den nationale» Fonds — Kcren Hajessod und Keren Kajemeth. Palästina im englischen Unterhaare Während der Debatte über das Kolomalbudget ersuchte Colonel Wcdgwood den‘Minister für die Kolonien, sich namens der Regierung dem Hanse gegenüber za verpflichten, daß in keinem Falle dem Mandatslande Palästina eine Selbst regier u n g oder eine sonstige repräsentative Ordnung in irgendeiner Form gewährt werde, solange noch irgendeine Gefahr besteht, daß die j ü d i s c h e M i n d e r h.e i t v o n der Mehrheit b e n a c b t e i 1 i g t wird. Man müsse darauf achten, daß j alle Bev.ö 1 kerungsteile-im Lande des'Fortschritts teilhaftig werden und ihren Anteil an Verantwortung übernehmen und tragen können, bevor es zu einer Selbstregie* rang kommt — Von der Regierungsbank erfolgte k e i n e Stellungnahme zu diesen Ausführungen Wedgwoods. Wedgwood richtete ferner an den Staatssekretär für die Kolonien die Frage, ob man bei Abschluß der Arbeitsverträge mit Bezug auf den Haifaer Hafen baa darauf sehen wolle, daß solche Löhne festgesetzt werden, die europäischen Juden eine. entsprechende Lebenshaltung verbürgen oder ob der Import von Arbeitern ans Aegypten oder aus anderen Gebieten erwogen werde. Unterstaatssekretär Ormsby-Gore erwiderte, die zur Einreichung von Angeboten cingeladenen Firmen . werden dahin informiert werden, daß gemäß dem Palestine and East African Act cd 1926 fair« Arb eit «beding na* gen zu bieten seien. Ormsby Gore erklärte auf eine weitere Anfrage Wedgwoods, ob der Marineminister Schritte unternehmen wolle, am sich dessen zu versichern, daß die Oel röhren leitung von Mossul, wenn eine solche gelegt werde, ha Haifaer Hafen münden und unter britischer Kontrolle stehen solle, daß er, wenn auch die Regierung sich der Bedeutung dieser Frage voll bewußt ist, doch nicht In der Lage sei, dem, was im Unterhaus darüber schon mitgeteilt worden ist, etwas binzuzufügen. In dieser Unterhaussitzung wurde auch die Frage der Toten-Meer-Konzession erörtert Colonel Howard Buty rührte dazu aus: H*rrn Novomeysky wurde ein Monopol zur Ausbeutung der hochwertigen Pottaschelager df Toten Meeres gewährt Vorher noch batte sich eine britische Gesellschaft um ein solches Monopol beworben, warum Ist diese Bewerbung zurückgewiesen worden? Nowomeysky kann sieb nur auf eine schmale Pinaazbasis stützen, die ihm noch dazu vm einer< t ME STIMME Nr. 80 deutschen Kaligruppe geboten wfivl. Burjr richtete an den Minister den Appell, Nowomeyskj y eine Frist zu stellen, bis zu der er ausreichende Garant en im erbringen habe. Auch solle jeder, der die Konzessk on erhält, sie keinem anderen abtreten dürfen. Minister Amery erwiderte, daß bis Sei itember 1927 nur zwei oder‘drei Gruppen, von denen M ne über besondere Mittel verfügte, Angebote gemacht <.»hüben. Die Gruppe Major Tu Hoch und Novomeyslji war diejenige, die nach Ansicht des Kolonialamtes utid der Krönagenten das in jeder Hinsicht beste Angebot gemacht hat. Es wurde im Prinzip angenommen,, f/orbehalte wurden mit , bezug auf Details und die Erbni kgung des Nachweises finanzieller Leistungsfähigkeit geng-jebt. Auf Grund eines Berichtes der Kronagenten vom Jäi micr dieses Jahres und der Korrespondenz zwischen dem 1 figh Commissioner von Palästina und Transjordanien un4 dem Kolonialamt wurde ein vorläufiges Abkommen getrotfen. Die Regietjing ist darauf bedacht, die J|i|gelegenhptt zu beschleunigen und hofft, daß In kurzem düne. endgültige Regelung erreicht werde. Die Reglerung Ist jedenfalls nicht willens, das im Prinzip angenonrti xjne. Angebot umzustoßen. Miszellen Ölejüdische« Kapitalinvestitionen in Palästina fc(?tfage» laut einer Statistik de» «Haarez» zirka 1124 Milli ob en Pf dnd in der L a« d.w i r t $ c h a f t (davon W«frt, des Bodens zirka 7 Millionen Pfund) und zirka 4% MiIlioneo Pf upd,in In dustrie und Handel Wdnn wV den Wert des in jfid'schen' Händen befindlichen städtischen Bodens- und .der Bauten in Höhe von3MtltionenPSund4:fazurechnea.’so ergibt sich, daß die jüdischen .Investierungen in Palästina, gegen 2 4 M i 1! i o n e.n P f ü n d betragen. Jpä8 entsprächt gegen 160 Pfund pro Kopf dter jüdischen BevUSkerung. .Demgegenüber beträgt diese Zahl, ki DeutacMind * Rätselecke. . Redigiert von Joto. ' , ...: Zahlenr3t&£l,, , '.... 1) 11 5; 9 14 . 3 VI 13.11 ■ 5 Stadt ia HoliatK? 2); B 2 1 11 8 3 6 Wtukder 3) 4 7,2 tO 12 1 5’ . > Dienstkleidoog 4) 7 2; 3 1. 3 ’ Inaeres Orga» 6) 13 2 ' Ä1 5 11 7 14 Edelstein 4 6) 9 11; U' 12 15' 11 .1 f ■ Teemaschine j 7) 3 16 1Ä 7 -3 Öernds Flächt 8) 7 11 .1 17 2 9 9 3 Blum* Die Ant)wgsbtichstafcen. von oben ■ nach unten gelesen, ergeben einen fapMhmten Polarforscher. FüllrätseL 1) Beweisroittel . 2) GeißelskorpieB 3) täebkoeende Umeehli&gung 4) WasserEaE 6) Hasardspiel B) Bek. Kompoaict (geet. 1915) 7) Jkamsl A a I A . AM R -!A R i R i ■ A B ';A R Auflösungen der Rätsel in Nr* 29. Silbenrätsel: 1. Wiesl. 2. EiberfekL 3.Rittvr. 4. Affe. 5. Noah. 6. Diener.;'J. Erlaubnis. 8..Rolle, 9. Natter. 10. Eis- URtibKU. H. Irene. 12.» Nelke. 13. Erbe. 14. Gisela. 15. Rute. (1024) 187, in Frankreich 350, in England 444 und in de* Vereinigten Staaten (1926) 626 Pfund. 0 Die Palästina-Regierung hat soeben eine neue V e rord n un g überdenöff-entiiehen Unterricht herausgegeben, laut welcher jeder Magistrat und lokale Verwaitungsrat in Palästina die Funktionen der lokalen Schulbehörde ausübt, das Recht auf Einführung einer öffent- Hchen Schulstauer erhält und für die Bestellung von Schulgebäuden, Anstellung von Lehrern uew. verantwortlich *st Den ’okälen Schulkorriifees sollen außer de» Mitgliedern der Stadtverwaltung auch Regierungsbeamtc angeboren. Der neue Chefsekretär der Palästina-Regierung, H. C. L u k e, der Lord Ptunfer bis wim Eintreffen des neuen Oberkommissars Sir John Chancellor vertreten wird, ist'am 19. Juli in Jerusalem eingetroffen and hat sein Amt bereits angetreten. Br wurde am Bahnhof von Regierungsbeamten, auswärtigen Konsuln : und Führern der religiösen Gemein* schäften begrüßt. Er äußerte seine Freude, wieder in Palä* stina weljlen zu dürfen. Itifolge gewisser innerpolitischer Schwierigketen ist es noch nicht feststehend, ob der österreichische Bundeskanzler Dr.: S c 1 p-e 1 tatsächlich seine geplante Palästinareise jetzt wird antreten können, um so mehr, als Dr. Seipef Oesterreich auf der Septembertäguog des Völkerbundes vertreten soS. . ' . , . Das Archäolog:sche Institut des Deutschen Reiches In Öertin, das. in Rom und Athen Zweiganstalten besitzt, will auch in j e rusal e m eine ähnliche Anstalt errichten. Im kommenden Frühjahre .sollen einige Professoren des Archäologischen Instituts nach Jerusalem gehen, um mit eiper Vortragsreihe über 'archäologisch? Themata die Zweiga n s t * 11 zu eröffnen-. .16. Urlieber. 17. Brio^sL' 18. Ernani. 19. Grenze. 20. Reiher. 21. Ärriim. — Wer andern eine Grube g r a e b t, f a e 111 s e i b s t h i n te i n. Magisches Quadrat: 1. Kamm. 2. Anode. Mosel. 4. kieal. 5. NeHr. i Scherz und Humor 1 Far mein Geld •. . I . Eiu Schnorrer bat anter seinen ^Stammhäusern* eines, I wo er Jfedeti Dömierstäg von der Tochter des Hauses 20 fürosebeu bekommt. Wie er eines Donnerstags wieder kommt; sagt ihm das Mädchen, während sie ihm ihre Gabe pcicht:; «Das ist. das ietztenial, daß ich Urnen etwas gebejHi; ein paar Tagest heirate Ich und ziehe weg von hier.* : Sip ‘..hfiiwte«?... F. A r. .m e. i u.,-.G.e -1 d? I» [ FiVster Klasse : .Rosenberi: ist insolvent und-hat Schulden über Schulder:. Auf einer Reise begegnet er einem. Bekannten, der auch .auf ^ein Cield wartet Er siebt Rosenberg in einem . Caupö erster Klasse und ruft.entrüstet-, «Was, erster Klasse fahren Sie, Rasenberg? Das ist (Joch unerhört, Herr, wo Sie im Ausgleich sind!"^ AVss soll ich tu U?> erwidert Rosenberg serafzei«l,,'«In der. dritten oder. zweiten Klasse riskier ich', hnnwr, .ßineri Gljiu'bijjer zu trefte.n!=’. Das Gefieimuis ,* V,Ion. Feuchtwanger, der Verfasser von. <Jud Süß> und anderer erfolgreicher Werke, ist Autobesitzer geworden. Wie er seine, erste Fahrt macht, versagt das Steuer, und das Auto fährt gegen einen Bäum. Feuchtwang«\r besieht öaehderuklich die Bescherung: ' «,j5owe]t gebt es ja. Wenn aber gerade kein Bäum da ist. wie kalte ieli dann den Wagen an?> Für die Tauristenhütte der JHakoah Der TouristHtu i id Ski-Klub «Hakoah> tibersendet uns folgenden .! A a fr tf f zum Bau einer jttdi'scben Touristenhütte. Ein bedetitungsv pller Augenblick für unseren Klub und damit ftir die jüdische Sport- und Wanderjugend ist gekommen. Es ist uns gelungen, im Semmer ingeh 1 e t in e#i ier Höhe von. 1 100 re einen in idealem Skigelände .gelegenen, sonnigen and aus* sichtsreichen Bauplatz ( täuflich zu erwerben. Dort soll die Hakoäh-Touristenhli tte erbaut werden. V. le r z 1 g P e r s <^pi e n wenden; bescheidene U nterkunft finden und das Hochgefühl des Besitzes einer, eigenen, doch. allgemein zugänglichen Hütte wird das «Matratzenlagert» zur angenehmsten Lagerstätte machen. Auch 2:0. B e 11 e n soll die Hütte nach dem vorläufigen Entwürfe des Herrn Baurates Dr. Ing. Arnold Ka r p I u s, enthalten» wenn, es uns. gelingt, die Baukosten aufzubringen. 6.500 Schi 1 — Ungsrnd bis heute gesammelt worden und wir sind fiberzeugt, daß die gesamte jüdische Oeffentlichkeit opferwillig mitarbeiten wird, um der jüdischen Jugend ein Heim in den Bergen zu schaffen. Die vorbereitenden Arbeiten sind in vollem Gange. Summet* und speodet reichlich tür unseren Hüttentonds» dmm wird noch in diesem Jahre die Hütte erstehen und so unserem ernsten Wüten die ernste Tat folgen.

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.