Die Stimme
- Journal
- Die Stimme
- Volume
- 1 (1928)
- Issue
- Heft 28 (12.7.1928)
- Date
- 1928-07-12
- Page
- – (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
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Nr. 28 DIE STIMME Seite 7 Llagastuhl S £"50 o Hängematte "50 aufw. ‘5 aufw. Nur bei HEINRICH FUTTERWEIT N, fllockengasse b Telephon R-46-8-85 Sf Eigene Erzeugung h Bei Berufung auf das Inserat 5% Rabatt Den künstlerischen Teil des Abends bestritten Oberkantor M a r g u 1 i e s, der das »El mole rachamin« in meisterhafter Weise zum Vortrag brachte, und Oskar B e r e g i, der die Zuhörer durch die Rezitation der Schöpfungsgeschichte und der Zehn- Gebote in wahren Enthusiasmus versetzte. R. S. Vereinsnachrichten Verband der indischen Kaufleute und Gewerbetreibenden (Wien, I., Elisabethstraße 9). Bei der am 5. Juli stattgefundenen Gründungsversammlung der Ortsgruppe Brigittenau wurde die Leitung der Bezirksgruppe gewählt; sie besteht aus den Herren; Markus Zuckerberg, J. Schaffer, Adolf Walker, Sig. Glaser, Eugen Zeisel, H. Friedrich, Josef Mufen, S. Weitzenblatt, Paul Scheer, Ludwig Rosenzweig, Max Spitz, Emil Beckmann. — Montag, den 16. Juli, 8 Uhr abends, im Klubheim des Cafe-Restaurant „Exzelsior“, L, Rotenturmstraße 24, Verbandsdiskussionsabend. Einleitendes Referat: Konsulent D r e m e 1 : „Absatzmöglichkeiten nach den nordischen Staaten.“ Zionistische akademische Verbindungen und Vereine. Mit der Herzl-Feier wurde das Semester abgeschlossen. Während der Ferialzeit finden keine Seminare statt. Die A. H. A, H, werden ersucht, die K, K, L.-Beiträge während der Ferien unter Berufung auf ihre Korporation direkt an die Wiener Sammelstelle des Keren Kajemeth abzuführen. Palästina Der moralische Faktor in der Geschichtsbildung Emile Vandervelde über den Aufbau des jüdischen Nationalheims. Der Führer der zweiten sozialistischen Internationale und frühere belgische Ministerpräsident Emile Vandervelde hielt anläßlich seines Aufenthaltes in Berlin im Deutschen Pro-Palästina-Komitee einen Vortrag über seine Eindrücke in Palästina, von wo er soeben zurückgekehrt ist. Er besprach die Resultate der jüdischen Arbeit in Erez Israel und wies dann auf die geschichtsbildende Kraft des Idealismus hin, die im Aufbau des jüdischen Heimes am stärksten zutage tritt. Er formulierte dies folgendermaßen: „Daß kapitalistische Unternehmungen und Formen nach Palästina kommen müssen, ist unvermeidlich. Aber das bedeutet keineswegs das Ende des Idealismus. Man vergesse nicht, daß vor dem Kapitalismus die Chaluzim nach Palästina gekommen sind und daß sie mit ihm dort bleiben werden, ja nicht nur bleiben, sondern auch mit ihm wachsen werden. Mit dieser idealistischen Arbeiterschaft Palästinas wird man auch in der Zukunft rechnen müssen. Es gibt noch andere Einwendungen gegen das Werk der Zionisten in Palästina. Manche sagen, Palästina sei ein zu armes Land. Aber hier an dieser Stelle, in diesem Preußischen Herrenhaus, muß ich daran denken, was im 17. und 18. Jahrhundert dieses Preußen gewesen ist: das ärmste unter den armen Ländern, verglichen mit allen anderen Staaten Europas. Aber das Volk, das hier wohnte, besaß die Schaffenskräfte, die vor allem notwendig sind, um etwas Großes zu vollbringen, es besaß die Intelligenz und den Willen. Und heute wissen wir, was aus diesem armen Preußen geworden ist. Und heute zählt Berlin zu den gewaltigsten, reichsten, größten Industriestädten der Welt. Was das preußische Volk gekonnt hat, das werden auch die Juden vollbringen, Ja, sie haben noch einen Vorteil voraus. Es sind keine einfachen Arbeitsleute, die nach Palästina gehen, es sind Leute, die genau wissen, was sie dort wollen, es sind Menschen, in denen vor allem die Macht des Gehirns, der Intelligenz lebendig ist. Es gibt andere Einwände von anderer Seite, besonders auch von sozialistischer. Männer, wie mein Freund Lafargue und B u c h a r i n, sagen, daß jede Erscheinung unseres Lebens nur der Reflex der Wirtschaft ist. Aber gegenüber diesem einseitigen und engen Marxismus sage ich, daß man in Palästina lernen kann, welche außerordentliche Gewalt der moralische Faktor hat, der Faktor der Intelligenz und des Willens, etwas zu schaffen. Der Zionismus ist nicht nur eine ökonomische und soziale Lehre, sondern er ist zugleich und vor allem eine Idee, die Idee, ohne Anwendung von Gewalt etwas zu vollbringen. So wie der alte Römer einst sagte: ,,civis romanus sum”, so wird der Jude einst sagen: ich bin ein Jude und bin stolz darauf. Ich bin überzeugt und habe den Glauben, daß dies geschehen wird.“ Die Tagung des WIZO-Rates Am 3. Juli begann in Berlin der Rat der Weltorganisation zionistischer Frauen „WIZO“ (Women's International Zionist Organisation) seine Beratungen. Der eigentlichen Tagung ging am 2. Juli ein Empfang voraus, zu dem Vertreterinnen aus Palästina, England, Finnland, Holland, Polen, Jugoslawien, Oesterreich, Rumänien, Bukowina, Tschechoslowakei erschienen waren, Mrs. Hadassah Samuel, die Schwiegertochter des ehemaligen Oberkommissärs von Palästina Sir Herbert Samuel, Frau W a g n e r-T a u b e r, Präs, der Frauengruppe der Berliner Zionisten und Dr. Nadja Stein waren die Rednerinnen des Abends. Am 3. Juli trat das Aktionskomitee der WIZO zu dreitägiger Tagung zusammen. Von der Londoner Exekutive Haut-Schnellbräunun$ und Sonnenbrandschulz-Creme„Dlm“ schützt vor Sonnenbrand und bräunt die Haut auf natürliche Weise, auch bei Kindern A. Für braune und normale Hautfarbe, für Kinder und Massage B. Zum Ultra-Schnellbräunen und für Blonde, behebt Sonnenbrand-Schmerz Tube 80 Qroschen / In jeder Apotheke, Drogerie, Parfümerie und Badeanstalt Dirn-Laboratorium, II, Ob. Donaustr. 17 Nicht zu verwechselt! mit „Dlm" Kampfer-Sauersloff-Creme gegen Sommersprossen, Wimmerl, Röte der Nase, Pickel usw. waren erschienen die Damen W e i z m a n n (die Gattin des Präsidenten der Zionistischen Weltorganisation), Goodman, Szieff, Irwell und Marks, von der palästinensischen Exekutive der WIZO Hadassah Samuel und Ada Fishman, überdies aus Palästina in Vertretung der „Mischkeh Hapoaloth" Golda Me yerson. Aus den anderen Ländern hatten sich zu der Tagung eingefunden: Bukowina: Fräulein Fr. Lachs; Tschechoslowakei: Hanna Steiner und Doktor Mirjam Scheuer; aus Deutschland: Frau Jenny Blumenfeld und für den Kulturverband Frau Dr, Meyer; England: Miß Eppstein; Finnland; Frau Jakobson; Holland: Frau P o 11 a c k van Cleeve; Jugoslawien: Frl. Weiner; Oesterreich: Dr, Martha Hoffmann; Polen: Frau L e v i t e; Rumänien: Frau M a r g u 1 i e s; Schweiz: Frau D i t i s h e i m; Westgalizien: Frau Zimmermann. Der erste Tag war den Berichten über die Galuth- Arbeit und die Palästina-Arbeit sowie einem Referat über den Kontinental-V erband (Verband der mitteleuropäischen Frauenföderationen) und der Generaldebatte gewidmet. Am zweiten Verhandlungstage wurde die Ueneralaussprache fortgesetzt. Richard Herzog, il, Kleine Pfarrgasse 28 / Tel. 1\ -4-90 Im Vordergrund der Debatte stand das Projekt der Gründung einer Mädchenlehrfarm in Neß-Ziona. Die Finanzierung dieser Gründung haben die jüdischen Frauen Rumäniens übernommen, welche das gesamte Erfordernis von 21.000 Pfund der Exekutive der WIZO zur Verfügung stellen werden, und zwar 7000 Pfund bis 1. Oktober 1929 und je 1500 Pfund in den folgenden 6 Jahren; für die Anlage der Orangenpflanzungen dieser Farm streckt die Exekutive der WIZO 5000 Pfund in fünf gleichen Jahresraten vor, die später von der rumänischen Frauenorganisation zurückzuzahlen sind. Die Tagung sprach der rumänischen Föderation den Dank für dieses übernommene Werk aus und gab der Hoffnung Ausdruck, daß dieses Beispiel bei den anderen Frauenföderationen Nachahmung finden werde. Durch diese finanzielle Entlastung des Budgets ist es, wie eine weitere Resolution der Tagung feststellte, der WIZO- Exekutive ermöglicht, ihr Programm in Erez Israel zu erweitern, Besondere Aufmerksamkeit soll der Entwicklung der Heimindustrie gewidmet werden. Ein Budget zur Prüfung der in Betracht kommenden Industrien wurde bewilligt, ferner die Unterstützung der Arbeit der Histadruth Arzith (Palestin. Landesorganisation der WIZO) beschlossen. Ferner wurde beschlossen, die Propaganda dadurch zu intensivieren, daß die räumlich benachbarten Länder Mitteleuropas durch den Kontinentalverband Vorschläge für rednerische Propaganda und Kulturarbeit an das Propagandakomitee der Exekutive in London unterbreiten soll. Die Palästina-Exekutive der WIZO wird beauftragt, bis zur nächsten Konferenz die Bildung eines Councils herbeizuführen, der aus Vertreterinnen der Histadruth Arzith, Histadruth Naschimund der Moazah Hapoaloth bestehen soll. Palästina und die englischen Dominions Der Orientberichterstatter der »Vossischen Zeitung« Dr. Wolfgang Weisl hielt vor einigen Tagen als Gast des Zionistischen Landeskomitees und der österreichischen Gruppe der Zionisten-Revisionisten, deren Richtung er angehört, einen überaus beifällig aufgenommenen Vortrag über Palästina und die englischen Dominions (die Weisl in den letzten Monaten besucht hat). Redner legte u. a. dar, seine Reise habe die Ueberzeugung in ihm gefestigt, daß der von Herzl erträumte und durch die Balfoursche Deklaration nach dem Kriege in seinen Anfängen begründete Judenstaat im historischen Lande der Väter nun nach einigen Jahren der Erfahrungen in der Kolonisation des Landes vor neuen Entscheidungen stehe, von denen es abhänge, ob Palästina ein Versuchsgebiet mit einer im Verhältnis lächerlich kleinen Siedlungstätigkeit bleiben werden oder ob man es so weit bringen könne, daß eine Massenemigration möglich wäre, die den Judenstaat zu einem politischen Faktor mache, mit dem das britische Imperium rechnen müsse. Herzls menschlich großes Programm sei im Laufe der Nachkriegsjahre um seine Einfachheit gebracht worden und andere Ideen sind dazu getreten, m Urlaub in Grado für öffentliche und fix Angestellte sowie deren Angehörige Pauschalpreis inkl. Fahrt in 5 Teilzahlungen abzüglich eventueller Visum- und Fahrtbegünstigungen einschließlich erstklassiger Logis, Verpflegung, unbeschränkter Bädergebrauch samt Zelt, Kurtaxe etc. Reiseantritt schon nach Anzahlung gewährleistet Auskünfte und Prospekte durch die Generalvertretung des internationalen Reisebüros F. GRIGOLON & CO. WIEN I, KOHLMARKT S (Eingang Wallnerstraße) Telephon 69-4-17 deren Undurchführbarkeit aber heute bereits klar zutage läge, wie die Berufsumschichtung der Juden, die nach Palästina auswandern, die Schaffung eines Elitestaates usw. Das, was in den letzten Jahren in Palästina gemacht wurde, meinte der Vortragende, habe mit Zionismus nur mehr den Namen gemeinsam; es sei etwas wie eine Art »Amateurzionismus«. Die Judenschaft der ganzen Welt müsse sich heute auf das ursprüngliche Programm wieder besinnen und trachten, aus Palästina das Land zu machen, in dem die verelendeten Massen eine Zuflucht finden. Wenn man sich damit begnüge, zehntausend oder zwanzigtausend Juden nach Palästina zu schaffen, würde das Land nie die Rolle spielen, die für England wichtig genug wäre. Heute müsse man neue Wege suchen und sich entscheiden, in welche größere zwischenstaatliche Bindung man Palästina eingliedem wolle. Dafür gebe es drei Möglichkeiten: Eine Wirtschaftsvereinigung mit Aegypten, eine Vereinigung mit einem arabischen Staatenbund oder die Vereinigung mit dem englischen Imperium. Für die zionistische Politik gebe es nur einen Weg — mit England zu gehen. Wenn die Juden wollen, daß England ihnen helfe, so müssen sie zeigen, daß sie ebenso bereit seien, England zu helfen, respektive ihnen die Sicherheit zu geben, daß es in Palästina nicht Menschen unterstütze, die sich bei einem Konflikt auf die Seite seiner Gegner schlagen. Die Misrachi-Schulen in Palästina Aus Jerusalem wird gemeldet: Die Vertreter des Misrachi im Erziehungsrat der Zionistischen Organisation haben unter Protest gegen die von dem jetzigen Leiter des Unterrichts-Departements der Zionistischen Exekutive Palästinas, Dr. Berkson, getroffenen Sparmaßnahmen im Unterrichtsbudget ihren Austritt aus dem Erziehungsrat erklärt. Die Durchführung dieser Maßnahmen, erklären die Misrachi-Vertreter, würde den Ruin des Misrachi-Schulwerkes bedeuten. Dr, Berkson habe kein Recht gehabt, 65 Misrachi-Lehrer ohne die Einwilligung des Misrachi-Schulinspektors zu entlassen; dies stehe im Widerspruch zu der vom Zionistenkongreß angenommenen Schulverfassung. Im übrigen wird mitgeteilt, daß etwa 2 0 0 Lehrer und Kindergärtnerinnen aus Sparsamkeitsgründen von der Exekutive entlassen werden würden. Der durch das Ausscheiden der Misrachi-Vertreter aus dem Erziehungsrat entstandene Konflikt wird das am 19. Juli in Berlin zusammentretende Aktionskomitee beschäftigen. Miszellen Der Exekutive der Vereinigung der palästinensischen Industriellen wurde von Dr. Walter Moses ein Vorschlag unterbreitet, Maßnahmen gegen die Auswanderung von Facharbeitern aus Palästina zu ergreifen. So sollte diesen mittels Baudarlehen öffentlicher Institutionen die Möglichkeit gegeben werden, sich auf Keren- Kajemeth-Boden anzusiedeln. Die Vertreter der Industriellenvereinigung hatten auch mit dem Chef des Immigrationsdepartements der Palästina-Regierung eine Unterredung betreffs der Frage der Einwanderung industrieller Facharbeiter. * Das Ausgabenbudget der Palästinaregierung für das Jahr 1928 betrifft — wie soeben mitgeteilt wird — eine Gesamtsumme von 2,443.677 Pfund. Die einzelnen Posten lauten: Polizeitruppe 363.656, öffentliche Arbeiten 273.654, Staatsschuld- und Anleihetilgung 175.000, öffentlicher Unterricht mmm „SANITAS“ COMPRI-VENA der neue Krampfadernstruinpf und Schiankforiner ohne Gummi Institut für Fußheilbelielfe u. 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