Die Stimme
- Journal
- Die Stimme
- Volume
- 1 (1928)
- Issue
- Heft 27 (5.7.1928)
- Date
- 1928-07-05
- Page
- – (sequence 10)
- Language
- German
- Belongs to
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Seite 10 DIE STIMME Nr. 27 art unserer Nationalität" lautete das Grundprinzip dieser Schule, So ausgebildete Lehrkräfte sind in der Lage, auch Kinder und Jugendliche aus unreligiösem, ja antireligiösem Hause dauernd jüdisch zu beeinflussen, da sie auch ihnen Verständnis und Begeisterung für unseren großen rationalen Gedankenschatz, unsere Volkssitten und Gebräuche zu vermitteln vermögen. Darf uns eine solche Lehrerbildungsanstalt dauernd verloren gehen? S. A. Der österreichische Sommerfrischen-Antisemitismus Unserem Aufsatz über die arischen Sommerfrischen Oesterreichs, der, wie aus zahlreichen Zuschriften hervorgeht, größtem Interesse begegnete, können wir heute einen kleinen Nachtrag hinzufügen: Der liebliche Ort P öl lau in der Steiermark deklariert sich auf dem Verzeichnis seiner Sommerwohnungen, das vom Verschönerungsverein (sic!) herausgegeben wird, in fetten Drucklettern als „Sommerfrische Pöllau für Arier, die Perle der Oststeiermark". Unsere Leser werden darauf aufmerksam gemacht; die Perle der Oststeiermark soll — dem Sprichwort gemäß — den Säuen überlassen bleiben. Wir werden auch weiterhin alle dokumentarischen Belege über rassische Sommerfrischen unseren Lesern zur Kenntnis bringen und stehen ihnen nach wie vor mit Auskünften zur Verfügung. Die Ausstellung von Hakenkreuz-Literatur an der Wiener Universität, die wir in Nummer 25 unseres Blattes den Fremden zur Beachtung empfohlen haben, welche Wiens Kulturschätze besichtigen wollen, hat eine unfreiwillige Verminderung erfahren. Auf energischen Protest des Jüdischen Hochschulausschusses beim Rektorat hat dieses die Entfernung des famosen Aufrufes der „Deutschen Gesellschaft für Rassenpflege" und einiger anderer Produkte der hakenkreuzlerischen Onanistenphantasie verfügt. Die Hakenkreuzlerklüngel, die über Anschlagbretter auf der Universität verfügen, haben eine „Demonstration" gegen diese Verfügung des Rektorats durchgeführt, indem sie in ihren Anschlagskasten die Mitteilung veröffentlichten, daß die betreffenden Artikel „über Verlangen der jüdischen Hochschüler vom Rektorat beschlagnahmt wurden“. Gründung des Verbandes der zionistischen Mittelschulverbindungen und Vereine Oesterreichs. Am 25. Juni tagte in den Räumen der Z. M. V. Hyrkania die konstituierende Generalversammlung des neubegründeten Verbandes, Sämtliche in Wien bestehenden Mittelschulkorporationen und Vereine nehmen an dieser Tagung vollzählig teil. Von allen Gruppen wurde die Notwendigkeit der Schaffung einer Zwangsorganisation für die zionistische Mittelschuljugend betont. Maßgebend hiefür war die Zersplitterung dieser überaus wertvollen Kräfte der zion. Jugend in zahlreiche Einzelgruppen und die dadurch verursachte Erschwerung einheitlicher zionistischer Arbeit. Die der Generalversammlung vorgelegten Statuten wurden einstimmig angenommen. In das Präsidium wurden die Herren H. Schächter (Z. M. V, Giskalah), R. Ehrlich (Bund revisionist. Mittelschüler), E. Herzl (Z. T. V, Awodah), zum Schriftführer Herr J. Salzmann (Z. M. V. Giskalah) gewählt. Zu Kommissären der beiden Fonds wurden ernannt die Herren Sandomirsky (Z. M, V. Hyrkania) K. H. und K o r n m e h 1 (Z. T. V. Awodah) K. K. L. Der Antrag des Herrn J. Schreck, dem Mitgliede des zion. Parteirates und Alten Herrn der Z. M. V. Hyrkania F. M. Geller für seine werktätige Mitarbeit an der Verbandsgründung den herzlichsten und wärmsten Dank auszusprechen, fand lebhaften Beifall. Die Generalversammlung nahm nachstehende Resolutionen einstimmig an: Der Verband der zion. Mittelschulverbindungen und Vereine Oesterreichs ist die alleinige und ausschließliche, vom zion. Landeskomitee für Oesterreich anerkannte Interessenvertretung der organisierten zion. Mittelschülerschaft. Er bezweckt die restlose Zusammenfassung der studierenden Mittelschuljugend zur Propagierung des zion. Gedankens sowie die Organisierung des Abwehrkampfes gegen die besonders in unseren Kreisen in letzter Zeit erschrecklich anwachsende Assimilations- und Abfallbewegung. Er bezweckt ferner die Schaffung einheitlicher Richtlinien für die zion. kulturelle Arbeit und die werktätige Förderung der zion, Finanzinstilutionen. Der Verband der zion. Mittelschülerverbindungen und Vereine hat sich dem Verbände zion. akadem. Verbindungen und Vereine bei Wahrung der eigenen Autonomie angegliedert. Chajes-Realgymnasium. Die am 25. Juni 1. J. unter Vorsitz des Direktors Dr. Koppitz abgehaltenen Reifeprüfungen hatten nachstehendes Ergebnis: Von 31 Kandidaten, die sich der Prüfungskommission stellten, erhielten 10 ein Zeugnis der Reife mit Auszeichnung, 20 wurden fiii reif erklärt, ein Kandidat für 2Y> Monate reprobiert. Dei Reifeprüfung wohnten als Vertreter des Kuratoriums der Präsident, Hofrat Prof. Dr. Sal. Frankfurter, der Vizepräsident der Israelitischen Kultusgemeinde Dr. Jakob O r n s t e i n sowie Rabbiner Dr, David Feuchtwang bei. Die Rabattsektion des Keren Kajemeth teilt ihren Mitgliedern mit, daß während des Monates Juni die Abrechnung mit ihren Lieferanten vorgenommen und die auf die Mitglieder entfallenden Rabattanteile nach erfolgter Abrechnung per Postanweisung übermittelt werden. Die Mitgliedschaft ist kostenlos. Auskünfte erteilt die Rabattsektion des Keren Kajemeth, IX., Schlickplatz 4, Telephon A 19-4-83. Vereinsnachrichten Verband der jüdischen Kaufleute und Gewerbetreibenden (Wien, I,, Elisabethstraße Nr. 9). Donnerstag, den 5, Juli 1. J., punkt 8 Uhr abends, im Cafe Esplanaden (vis-ä-vis der Friedensbrücke), Gründung der Bezirksgruppe Brigittenau. Tagesordnung: „Ratengesetz-Novellierung", Vortrag von Regierungsrat Dr. Wilhelm Becker; wirtschaftlicher Vortrag von Rechtsanwalt Dr. Israel Waldmann; Ziele und Zweck des Verbandes, Vortrag von Vizepräsident A, M. E h r - lieh: Wahl der Ortsgruppenleitung; Allfälliges. Gäste willkommen! — Montag, den 9. Juli, 8 Uhr abends, im Klubsaal des Cafe Exzelsior, I., Rotenturmstraße 24, Verbandsdiskus- Sommersprossen Wlmm«rln, AtuschlSge d«r Haut, Pickel, Sonnenverbrannte Hatrt, Rote Wangen. Nase und HInde uavr. bringt «ofort rum Verachwlndcn, die auf rrlaicnschaftitcher Baafa bcrgeatelltt „Olm" Kampfer-Saoerstoff-Creme <,».«. Kr „Dirn" Citronen-Saoantoff-Creme o*«, Nacht) und macht die aprädeate oder rauhe Haut aammctweich u. blendend weiß. Jede Tube S 2'- (beide Tuben S 3*75). II ]itor ApettiU Dienerte. Partmniri« «der direkt n keken; „Dlm" Letantorinn.Wlea n, Okere Doeawfr, 17 sionsabend. Einleitender Vortrag Dr. Ludwig Ehrlich : „Das Handelsagentengesetz." Zeire U-Hechaluz-Hamisrachi (II., Große Schiffgasse 3). Samstag, den 7. Juli, 4 Uhr nachmittags, Pirke Awoth (5 Uhr nachmittags: Rambam Hilchoth Deoth), nachher freie Aus- „Ehrlose Ritter“ In Budapest kennen sie noch nicht die Gemeinheiten des sogenannten Waidhofener Ehrenkodex, laut welchem ein waschechter Antisemit den Juden wohl beschimpfen, ihm aber keine sogenannte ritterliche Genugtuung geben darf. In Budapest ist man noch nicht so kultiviert; dort wird, wenn man einen nach ihren Begriffen satisfaktionsfähigen Juden beleidigt, seine Herausforderung angenommen. Dafür haben die ungarischen Rassenschützler einen neuen Bauernkniff erfunden, um sich von der Schande reinzuwaschen, mit einem Juden im Zweikampf gestanden zu sein. Sie erklären ganz einfach, daß es sich um eine Austragung mit Waffen, nicht aber eine Austragung nach ritterlichen Begriffen gehandelt habe. Damit soll der jüdische Duellgegner nachträglich herabgesetzt werden. Man erinnert sich noch der Budapester Studentenschlägereien an der Universität, als es sich darum handelte, der» jüdischen Universitätsprofessor Adam an der Abhaltung der Vorlesungen zu hindern. Die Demonstrationen, die jedesmal mit der Verprügelung jüdischer Studenten endeten, hatten nebenher den Zweck, die Verhandlung des damals von der Regierung eingebrachten Gesetzes zur angeblichen Milderung des Numerus clausus unmöglich zu machen. Zwei jüdische Hochschüler, und zwar Bela G 1 a s n e r und Stefan K i r a 1 y, die gleichfalls gewaltsam aus der Universität entfernt worden waren, provozierten die Führer der rassenschützlerischen Hochschulverbindung „Turul". Diese waren nach den ungarischen Duellsitten gezwungen, die Herausforderung anzunehmen, und die Affäre, wie man das nun einmal zu nennen pflegt, „auf ritterlichem Wege" auszutragen. Als sie nun zusammen mit den jüdischen Provokanten gerichtlich zur Verantwortung gezogen wurden, verkrochen sich diese antisemitischen Helden, die überdies im Duell den Kürzeren gezogen hatten, hinter die gemeine Ausrede, daß von einer ritterlichen Genugtuung an die Juden garkeine Rede sein konnte; es sei vielmehr eine Komödie mit stumpfen Säbeln und vermummten Kämpfern aufgeführt worden, weil sie die jüdischen Studenten nicht für satisfaktionsfähig halten konnten und auch heute nicht halten. Die erbärmlichen Wichte spielten in der Komödie, die sie vor Gericht aufführten, eine so traurige Rolle, daß selbst der Staatsanwalt, der gewiß kein Judenfreund ist, sich gezwungen sah, in seinem Plaidoyer wörtlich zu erklären: „Die nachträgliche Kritik an seinen Duellgegner hält auch der Duellkodex für unritterlich. Hat jemand schon sich für den Kampf zur Verfügung gestellt oder seinen Gegner auf den Kampfplatz gezwungen, dann darf er nicht nachträglich damit kommen, daß mit stumpfen Säbeln duelliert worden sei; ein solches Vorgehen ist unritterlich und verabscheuungswürdig." Die Duellanten wurden im übrigen zu den in „ritterlichen Staaten" üblichen geringen Geldstrafen verurteilt. Der traditionelle griechische Judenhaß Seit nahezu zwei Jahrzehnten wälzt sich Griechenland von einer Revolution zur anderen. Die Regierungen und Diktatoren wechseln miteinander ab, nichts ist fest und von Dauer geblieben in diesem Lande, nur eines: der griechische Judenhaß, von dem man nur deshalb nicht so häufig erfährt, weil die Juden die größeren alt- und neugriechischen Städte allmählich verlassen und die Hilferufe der aus ihrer Existenz vertriebenen Juden durch die Gewehrsalven der einander befehdenden Parteien übertönt werden. Gegenwärtig ist der Piräus einer der Hauptherde der griechischen Revolution, und auch das hindert die momentanen Machthaber im Piräus nicht, ihrem Judenhaß in einer Form Ausdruck zu geben, die ihnen in diesem Falle den Groll der amerikanischen Regierung eingetragen hat. Vor kurzem lief im Piräus ein Touristendampfer, von Palästina kommend, ein. Sämtliche Passagiere gingen, wie es im Reiseprogramm vorgesehen war, an Land, Niemandem wurden von der Hafenbehörde Schwierigkeiten bereitet, bloß den mitreisenden drei jüdischen Passagieren, und zwar Morris B u c h w a 1 d und Benzion Borenstein aus New York und Jack Cohen aus Philadelphia, wurde die Landung verweigert. Die Kränkung, welche diese Sonderbehandlung für die Betroffenen bedeutete, lag, wie sie erklärten, darin, daß ihnen ausdrücklich erklärt worden sei, daß Juden das Betreten des Festlandes ira Piräus verboten sei. Die drei beleidigten Juden sind amerikanische Staatsbürger. Sie haben nach ihrer Heimkehr ihre Regierung veranlaßt, gegen diese sonderbare Art der Gastfreundschaft der Griechen Protest zu erheben. Auch der amerikanisch-jüdische Kongreß hat sowohl in Athen als auch in Genf beim Völkerbund gegen diese friedensvertragswidrige Behandlung von Juden die Beschwerde eingebracht. Das sind gewiß unerläßliche Formalitäten, wichtiger aber wäre es, daß die jüdischen Finanzmänner, die auf Griechenland soviel daraufgezahlt haben, ihre antisemitischen Geschäftspartner in empfindlicherer Weise eines Besseren belehren und nicht tun, was z, B. der angesehene amerikanisch-jüdische Diplomat und Finanzmann Henri Morgenthau tut, der jetzt, statt sich spräche. — Sonntag, den 8. Juli, Herzl-Grabgang. Treffpunkt: 8 Uhr früh Hotel Karschak oder Endstation 40er Wagen (Türkenschanzpark). — Die Mädchen von der Zeiroth Hamisrachi, die an der Sammlung für den Keren Kajemeth teilnehmen, treffen sich im Parke am Eingänge zur Hochschule für Bodenkultur. — Für die Ferienkolonie in Kobersdorf sind Anmeldungen bis längstens 10. Juli an den Verein zu richten. Jüdisch-akademischer Verein „Theologie" (II., Tempclgasse 3). Bei der Freitag, den 22. Juni 1. J., stattgefundenen Generalversammlung wurde folgender Ausschuß für die Wintersession 1928/29 gewählt: Präsident — Glitzenstein; Vizepräsident und Hochschulausschußreferent — Frostig; 1, Schriftführer — Margulies; 2. Schriftführer und Hochschulausschuß- Delegierter — Babad; Kassier — Landau; Kulturkommission: Schönblum, Bergenbaurn. etwas intensiver mit dem Schicksal der eigenen Glaubens¬ und Stammesbrüder in Europa zu befassen, sich nach dem Piräus begab, um dort als Panegyriker des alten und neuen Griechenlands zu wirken. Die Kommandanten der Synagogenschänderbrigadc Im vorigen Jahre hat in Deutschland eine lange Serie von Synagogen- und Friedhofsschändungen die Judenschatt Deutschlands in dauernde Erregung und Unruhe versetzt. In den meisten Fällen konnten die Missetäter sonderbarerweise nicht stellig gemacht werden. In den Fällen, in denen die unmittelbaren Täter doch erwischt werden mußten, kamen sie mit auffallend milden Strafen davon. Die wirklichen Urheber hielten sich verborgen und die eingeschüchterten Burschen, die zur Schandtat getrieben wurden, wagten es nicht, ihre geistigen Führer preiszugeben. So war es auch in dem Falle der Synagogenschändung in Lüneburg im Hannoverischen. Im November vorigen Jahres fanden eines Morgens die Juden, als sie sich versammelt hatten, um in der Synagoge den Morgengottesdienst zu verrichten, das Gotteshaus beschmiert und beschmutzt und auch sonst hatten offenbar unreife Burschen in der Synagoge vandalisch gehaust. Die Täter wurden ausgeforscht — es waren nationalsozialistische Burschen — und von einem Schöffengericht zu recht milden Strafen verurteilt. Die Verurteilten und auch der Staatsanwalt hatten Berufung eingelegt. In der Berufungsverhandlung versuchte der Staatsanwalt doch, auch die Namen der Urheber und Anstifter dieser übelriechenden nationalen Tat herauszubekommen und da stellte es sich heraus, daß der Vorsitzende der nationalsozialistischen Partei von Lüneburg der Anstifter jener gemeinen Tat war. Er hat nicht nur die dummen Jungen in einer feierlichen Sitzung nach einer wütenden, judenfresserischen Rede ausgesucht und ihnen die Ausführung der Tat diktiert, sondern auch noch während der Tat selbst die Mauer gemacht und aufgepaßt, daß seine Burschen nicht von der Polizei überrascht werden. Es kam aber dabei auch heraus, daß nicht nur in der Lüneburger Heide, sondern auch überall, wo solche Synagogen- und Friedhofsschändungen verübt wurden, die Tat auf direkten Befehl des Führers der betreffenden hakenkreuzlerischen Organisationen verübt wurde. »Wenn möglich, werden Juden nicht verprügelt« Eine Gruppe der Erwachenden Ungarn in Budapest, der so gefürchteten Knüppelgarde der ungarischen Rassenschützler, hat sich, wie anläßlich einer Straßenschlägerei in den letzten Tagen aus Zeugenaussagen bei der Polizei bekannt wurde, selbständig gemacht und führt als Gruppe der ungarischen Faschisten ein selbständiges rassenschützlerisches Leben. Wenn sie in Gruppen aufbrechen, tragen sie Schwarzhemden, ansonsten wachen sie über die Rassenreinheit des Magyarentums und wollen die Judenreinheit der ungarischen Volkswirtschaft herbeiführen. Sie nennen sich einen ungarisch-nationalen Arbeiterverein, und da sie im übrigen die Statuten des Verbandes der Erwachenden Ungarn sich zu eigen machen, schließen sie den jüdischen Arbeiter von der Mitgliedschaft aus. Die innere Lüge dieser neuen antisemitischen Schöpfung geht vor allem aus der Tatsache hervor, daß ihr Generalsekretär, ein ger wisser F r i e d 1 e r, und ihr Führer und Präsident, ein gewisser Josef Schreyer, also beide gewiß Urmagyaren sind. Diese beiden Führer der magyarischen Faschisten gaben einem Journalisten ihr Programm etwa wie folgt bekannt: „Ungarn muß den Magyaren gehören, wir sind Antisemiten, weil wir Rassenschützler sind, tragen aber vorläufig den Antisemitismus nicht öffentlich zur Schau, weil wir durch unsere Arbeitsvermittlung auch jüdischen Arbeitgebern unsere faschistischen Arbeiter zuschicken. Aui diesem Grunde verprügeln wir Juden, wenn es geht und möglich ist, nicht. Unsere wichtigste Aufgabe jedoch ist, im Falle von Streiks Streikbrecher zur Verfügung zu stellen. Wir sind aus dem Verbände der Erwachenden Ungarn ausgeschieden, weil wir uns überzeugt haben, daß dieser Verband nicht mehr das zugkräftige Aushängeschild ist, daß er früher war. Man muß gelegentlich die Firma Wechsel n." Man muß zugeben, daß man es hier wenigstens mit ehrlichen Lumpen zu tun hat. „Palästina“ Monatsschrift für die ErschllaBinag Palästinas Das einzige Organ, das alle den Ausbau des jüdischen Palästina betreffenden Fragen behandelt und das ganze sonst weithin zerstreute darauf bezügl. Material konzentriert. Redaktion: Adolf Böhm / Zu beziehen durch die Administration: Wien 1, Kärntnerstraße 28 Bezugspreise für Österreich S IO*—, für Ausland S 14*— ] Antisemitenspiegel