Die Stimme
- Journal
- Die Stimme
- Volume
- 1 (1928)
- Issue
- Heft 27 (5.7.1928)
- Date
- 1928-07-05
- Page
- – (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
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■Nt. 27 DIE STIMME Seite 7 mission unvermeidbar verstreichen wird, müssen alle Anstrengungen gemacht werden, um die Lage der bestehenden zionistischen Fonds (Keren Hajessod und Keren Kajemeth) während der Uebergangszeit zu stärken, damit die konstruktive Tätigkeit und das Konsolidierungswerk nicht leiden, 2. Das minimale Jahresbudget, beginnend mit dem Finanzjahr 1929/1930, ist ungefähr eine Million Pfund, Diese Summe wurde in folgender Weise errechnet: a) Neue Kolonisation nach Konsolidierung der bestehenden Siedlungen (wobei die Auszahlung nur erfolgen darf nach Abschluß von die Rückzahlung genau festsetzenden Verträgen nicht weniger als . . . Pfund 250.000.— b) Konsolidierung von Finanz- und genossenschaftlichen Institutionen zur Verbesserung der Verschiffung und Marktgewinnung .Pfund 100,000.— c) Weitere Landkäufe (die jedoch nur durchzuführen sind, wenn der Boden zu angemessenem Marktpreis erworben werden kann).Pfund 200.000,— d) Anleihen an neu seßhaft gewordene Siedler .Pfund 50,000.— (Die Posten a), b), c) sind solche, die durch Rückzahlungen zurückfließen.) e) Elementarerziehung (Ergänzung zur Regierungs-Subvention), Universitäts-, technische, Mittelschul- und religiöse Erlziehung ..Pfund 120,000.— f) Technische Ausbildung von Immigranten und Unterstützung an Arbeiter . . Pfund 50.000.— g) Konsolidierung von Spitälern und Subventionen für Spitäler.Pfund 100,000.— h) Verwaltung der Jewi&h Agency und ihrer Fonds .Pfund 80.000.— i) Verschiedenes.Pfund 50,000.—• Insgesamt Pfund 1,000.000.— Schuh. cvn Wien II, Tabceaivaße Dir. S a Moderne Schuhe aus bestem Iftaterial _ gediegenst uusgetühvt 2Var seriöse 'Preise Das vorstehende Budget basiert auf der Annahme, daß die Regierung hinreichende Gelder zur Verfügung stellen wird für Zwecke, die nach unserer Meinung den Charakter von Reg ierung saufgaben tragen, und daß die Jewish Agency strikte Sparsamkeit bei Sammlung und Verwaltung in Anwendung bringt. Man geht nicht zu weit, wenn man erwartet, daß die Vereinigten Staaten nach der Errichtung der Jewish Agency ein Minimum von 3,000.000.— Dollar jährlich für die Dauer von fünf Jahren aufbringen werden, und daß ein gleicher Betrag von allen anderen Ländern, die zu dem Palästina- Fonds b e i t r a g en, aufgebracht werden wird. Aus den Schlußfolgerungen, welche diese Kommission gezogen hat, und aus den Untersuchungen der Experten geht hervor, daß die künftige ständige Entwicklung des Heimlandes in Palästina in erster Reihe von den für diesen Zweck zur Verfügung stehenden Geldern abhängt. Das jetzige Budget des Keren Hajessod reicht kaum aus, um die laufenden Arbeiten aufrechtzuerhalten und die notwendige Konsolidierung der bereits erworbenen Besitzungen, sowie die wirtschaftliche Entwicklung der bereits bestehenden Unternehmungen durchzuführen. Wenn nicht mehr Geld vorhanden ist, kann die Kommission nur empfehlen, daß gegenwärtig keine neuen Unternehmungen in Angriff genommen werden. Die Kommission hat jedoch das unabweisliche Empfinden, daß eine Politik, die eine frische und erneute Entwicklung, den Erwerb neuen Bodens, die Gründung neues Kolonien, die Inangriffnahme weitreichender Pläne von großer Bedeutung für das wirtschaftliche Leben des Landes nicht zuläßt, als ganz und gar unbefriedigend bezeichnet werden muß; eine solche Politik darf von der jüdischen Gemeinschaft als Ganzes nicht als die Erfüllung ihrer Pflicht und ihrer Verbindlichkeiten angenommen werden. Die Kommission ist der Ansicht, daß ein Minimalbudget von einer Million Pfund jährlich angestrebt werden soll. Sie glaubt, daß dieser Betrag aufgebracht werden kann und muß. Wenn ein derartiges Budget vorhanden wäre, dann könnte mit der Errichtung eines nationalen Heims in Palästina und seiner Erhaltung über eine Anzahl von Jahren hinaus fortgeschritten und sie zu einem befriedigenden Abschluß gebracht werden, Sie wünscht jedoch, die Notwendigkeit strenger Sparsamkeit und bester Verwendung des aufgebrachten Geldes, sowie der von ihr angezeigten Reorganisation der Methoden, endlich der rückhaltlosen Annahme der Jewish Agency gemäß den diskutierten Richtlinien zu betonen, In der Voraussetzung, daß diese Bedingungen erfüllt wer¬ »SITMAR« Auskünfte: „Sitmar“, I, Kärntnerring 18 (Ecke Schwarzenbergplatz) Telephon 55009 wöchentlich mit den Luxusdampfern Rundfahrten Im Mlttalmeer Regelmäßige Eillinien Servlsl Herlltlml n SoclatA Ifallana di den, appellieren die Kommissionsmitgliedcr an die gesamte jüdische Welt, die notwendigen Opfer zu bringen, damit ein Ideal verwirklicht wird, welches die Quelle berechtigten Stolzes und der Befriedigung für alle Glieder der jüdischen Gemeinschaft sein wird; ein Werk, das von der ganzen Welt als würdige Anstrengung der Judenheit zur Wiedererrichtung des Landes ihres Ursprungs angesehen werden soll. Die Kommissionsmitglieder selbst unternehmen es, ihre eigenen persönlichen Anstrengungen für den Erfolg dieses Appells, den sie mit zuversichtlicher Hoffnung auf Erfolg ergehen lassen, einzusetzen. Präsident Weizmann in Paris In den letzten Tagen weilte der Präsident der Zionistischen Weltorganisation, Dr. Chaim W e i zm a n n in P a r i s. Er wohnte einer außerordentlichen Sitzung der Kommission für die Vorbereitung der zionistischen Anleihe bei und machte bei dieser Gelegenheit wichtige Mitteilungen vertraulichen Charakters. Noch am Tage seiner Ankunft besuchte Dr. Ch. Weizmann den Baron Edmond de Rothschild und informierte ihn über die von der Joint Palestine Survey Commission gefaßten Beschlüsse, Später hatte er eine Zusammenkunft mit dem Führer der französischen Sozialisten Leon Blum. Von Paris begab sich Dr. Weizmann zu einem kurzen Aufenthalt nach der Schweiz. Am 18. Juli trifft Dr. Weizmann in Berlin zur Teilnahme an der am 19. Juli beginnenden Aktionskomitee- Sitzung ein. Wochen-Kalender Juli 1928 Gedenktage rrsrirniBn 5 Donnerstag 1852 — der berühmte Pianist Alfred Grünfeld in Prag geboren. i7 — r Schiwah aßar betammus (Fasttag) 6 Freitag 1835 — der bekannte Wiener Psychologe und Nervenpathologe Prof. Moriz Benedikt in Eisenstadt geboren. 1899 — der jüdische Gelehrte Prof. David Kaufmann ln Karlsbad gestorben. i8 - rr 1 Samstag 19 - ö-> Haftarah: Diwre Jlrmijoh 8 Sonntag 1831 — Seligmann Heller, der Verfasser der „Echten hebr. Melodien", in Raudnitz geboren. 20 — 3 9 Montag 1002 — der berühmte Bildhauer Mark Anto-Kolski in Hamburg gestorben. n 1 pH W 10 Dienstag 22 - M 11 Mittwoch 1866 — der Dichter Richard Beer-Hofmann geboten. 1914 — der berühmte Romanschriftsteller Julius Rodenberg (Pseudonym lür Levy) ln Berlin gestorben. (9 CO 1 U und auf gesunder wirtschaftlicher Basis stehen. Diese Pläne des »Joint« sind natürlich von den eingehenden Mitteln abhängig. Einigung unter den amerikanischen Zionisten Louis Lipsky tritt zurück. Aus New York wird berichtet: Der Präsident der amerikanischen Zionistischen Organisation, Louis Lipsky, hat gegenüber dem vom Parteigericht eingesetzten Komitee von neun Persönlichkeiten zur Herstellung des Friedens in der amerikanischen zionistischen Bewegung die Erklärung abgegeben, daß er seine Kandidatur auf die Präsidentschaft der amerikanischen Zionistischen Organisation zurückzieht und eine Wiederwahl nicht Felix M. Warburg bei Rothschild Herr Felix M. Warburg, Präsident des American Joint Distribution Committee und Mitglied der Joint Palestine Survey Commission, weilte nach der Tagung der Kommission in Paris. Wie er selbst den Vertretern der Presse mitteilte, war der Zweck seines Pariser Aufenthaltes, Baron Edmond de Rothschild zu besuchen und mit ihm Fragen des Wiederaufbaues Palästinas zu besprechen. Wie stets, zeigte Baron Rothschild großes Interesse für alle Probleme der Arbeit in Palästina. Ich informierte — teilte Herr Warburg weiter mit — Herrn de Rothschild über die Resolutionen der Expertenkommissionen; dann haben wir verschiedene Fragen der Wirtschaftsarbeit im Heiligen Lande Revue passieren lassen und einzelne eingehend diskutiert. Ich bin, fuhr Herr Warburg fort, mit den Ergebnissen der Londoner Beratungen sehr zufrieden. Zwischen den Nichtzionisten, nämlich den Mitgliedern der Expertenkommission und den Mitgliedern der Zionistischen Exekutive herrschte eine vollkommene Harmonie. Die Nichtzionisten befaßten sich ausschließlich mit den wirtschaftlichen Problemen der Palästina-Arbeit, ohne irgendwie politische Fragen zu berühren. Die Experten haben einen Arbeitsplan aufgestellt, der, wenn er durch die Jewish Agency verwirklicht werden wird, zu großen Ergebnissen führen wird: zur Schaffung einer soliden, wissenschaftlich fundierten Basis für die Entwicklung des Landes. Von Paris reiste Warburg zum' Besuche seines Bruders nach Hamburg, „Joint“ liquidiert die reine Hilfstätigkeit Der europäische Direktor des American Joint Distribution Committee Dr. Bernhard Kahn teilte nach einer längeren Unterredung mit dem in Hamburg weilenden Präsidenten des »Joint« Felix Warburg den Vertretern der deutschen Presse mit, die in der letzten Zeit aufgetauchten Gerüchte, daß »Joint« liquidiere, seien in gewisser Hinsicht richtig. Das Joint-Committee, das in den Jahren der Not mit der Aufgabe der raschen Hilfe begründet wurde, könne keine ständige Institution bleiben. »Joint« anerkennt aber, daß die gegenwärtige Lage der Juden in Osteuropa keine derartige ist, daß die Hilfstätigkeit gänzlich eingestellt werden könnte. Die Liquidation, die jetzt beim »Joint« vorgenommen wird, betrifft nur die elementare philanthropische Hilfstätigkeit, welche von der Ortsbevölkerung durchgeführt werden kann. Die amerikanischen Juden wollen aber an dem Prozeß der Produktivierung und Stabilisierung des jüdischen Lebens mithelfen. Zusammen mit der »Foundation« und der Ica subventioniert der »Joint« jetzt bereits 600 jüdische Kreditinstitute. Es werden weiter Bemühungen darauf verwendet werden, Existenzmöglichkeiten für die jüdische Masse zu schaffen, die Bildungsarbeit unter der jüdischen Jugend zu unterstützen und die jüdischen Institutionen zu fördern, welche das Ziel haben, das jüdische Leben zur Gesundung zu führen, Richard Herzog, II, Kleine Pfarrgasse 28 / Tel. 73-4-90 Wik annehmen werde; auch werde er kein anderes Amt in der amerikanischen Administration bekleiden. Das Friedenskomitee hat sich bereits über eine der am 1. Juli zusammentretenden zionistischen Konvention vorzuschlagende Kandidatenliste geeinigt. Es soll ein neues Administrativ-Komitee gewählt werden, sowie ein Direktorenausschuß, bestehend aus neun und ein Landeskomitee, bestehend aus 40 Personen. Ueber die Zusammensetzung dieser Körperschaften wird vorläufig noch Stillschweigen bewahrt. Louis Lipsky erklärte, er habe sich deshalb zur Zurückziehung seiner Kandidatur entschlossen, weil die Kontroverse den Charakter einer persönlichen Auseinandersetzung angenommen hat. Er habe nicht den Wunsch, dem sich anbahnenden Frieden ein persönliches Hindernis zu sein, noch sich weiteren persönlichen Attacken auszusetzen. Das Administrativ-Komitee hat Lipsky ersucht, die Kandidatur aufrechtzuerhalten. Lipsky erklärte aber, daß er unbeschadet der Haltung des Komitees entschlossen sei, eine Wiederwahl nicht anzunehmen. Nach den letzten Meldungen haben sich allerdings in den Einigungsverhandlungen Schwierigkeiten ergeben. Das von der Untersuchungskommission ernannte Neunerkomitee hat die von ihm aufgestellte Liste der künftigen Administration der Zio- „SANITAS“ COMPRI-VENA der neue Krampfadernstrumpf und Schlankformer olme Gummi Institut für Fußheilbehelfe u. Bandagen Anton Bständig Wien I, TelnfaltstraBe n u r 7