Die Stimme
- Journal
- Die Stimme
- Volume
- 1 (1928)
- Issue
- Heft 27 (5.7.1928)
- Date
- 1928-07-05
- Page
- – (sequence 6)
- Language
- German
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Seite 6 DIE STIMME Nr. 27 Der schönste Sport Tennis für jung und alt 8 Stunden samt Trainer pro Person S 15- Die Plätze liegen nicht an staubiger Straße, sondern in prachtvollem Garten mitten im Grünen 36er und 37er Linie in nächster Nähe Kaltienbergerstraße 46. Tel. A-12-6-35. 17. Die jetzige unwissenschaftliche Benutzung von Wasser in Teilen der Citrus-Zone hat bereits ein niedrigeres Wasserniveau zur Folge gehabt. Angesichts der Bedeutung der Zitronenzucht sind Verordnungen über die richtige Verwendung von Wasser zu Bewässerungszwecken am Platze. 18. Zonen für neue Siedlungen sollen womöglich in Gebieten lokalisiert werden, die sich für die Zucht von für Export in Betracht kommende Spezialitäten eignen, dies bei angemessener Berücksichtigung der heimischen landwirtschaftlichen Bedürfnisse. 19. Der kooperative Ankauf der von den Siedlern benötigten Materialien und Vorräte sowie der kooperative Verkauf der Produkte wird als ein Weg zur Schaffung besserer wirtschaftlicher und sozialer Verhältnisse angesehen. Dieses System sollte aber von einer von sozialen Theorien unbeeinflußten Körperschaft verwaltet werden. 20. Die Koordinierung der Arbeit der verschiedenen mit landwirtschaftlicher Forschungs- und Erweitcrungsarbeit sich befassenden Körperschaften ist von erster Bedeutung; der Plan der Forschungsarbeit muß für eine Anzahl von Jahren aufgestellt werden; ein System von Instruktion und der Vereinheitlichung des Lehrplans in landwirtschaftlichen Schulen soll ip Angriff genommen werden. In einem zu diesem Zwecke zu bildenden Ausschuß sollen vertreten sein: a) das Regierungsdepartement für Landwirtschaft, b) das Departement für landwirtschaftliche Kolonisation der Jewish Agency, c) P. I. C. A. und Mikweh Israel, d) die Hebräische Universität. 21. Nichts ist von größerer Bedeutung als die Frage der H e r a n b r i n g u n g der Kolonisationsproduktc zu dem Markt. Dies setzt eine sorgfältige Prüfung, einen hohen Qualitätsgrad des Produktes, Möglichkeiten von Transport und Verschiffung voraus, sowie die Schaffung einer Agentur für die Behandlung und den Verkauf der Produkte. 22. Empfehlenswert ist eine Erweiterung der Arbeit der Experimental-Station zur Lösung der praktischen Probleme im Gartenbau. Zu diesem Zweck ist auch ein intimer Kontakt zwischen dieser Station, dem Kolonisations-Departement und der Hebräischen Universität zu empfehlen. (In dem Bericht werden nun die praktischen Erfolge einer gemeinschaftlichen Arbeit der erwähnten Institutionen aufgezählt und die besonderen Bedingungen der Zucht von Zitronen, Grapes, Mandeln, Oliven, Feigen und anderen neuen Fruchtsorten auseinandergesetzt.) IV. Industrie. 1. Die Ermutigung der Industrie soll in keiner Weise als eine Sache von untergeordneter Bedeutung betrachtet werden. Während es wesentlich ist, daß die landwirt- Was Jftorgfnlattb. Tlltcö unfc ttetus für .Frcun&e frer fyfiligrn Srljrift. N°. 1* Sunt. 1838. S $ r a e l. I. in ben £agett be$ 'Patriarchen (g&er, mcljr afe jroci 3afjrtaufcnbe por ber Qbeburt unferß jrflSrrn, bie SSblfer auf ber ßrbe fid) jertfyeiften, weit ei ihnen mefjt gelun* gen roar, burch ©rbauung ber 8tabt föabel unb ifjrcd gewaltigen £f)urmeä bie ganje 9J?enjcf)f)eit ju einer tion jufammenjubaltcu, fo fingen bie au$einanbergegan# genen Stamme jeber an ftcf> ba unb bort mebcrjulaffen, unb DI eiche ober Staaten ju griinben. 2)a entftanben in 21eg9pten, itt 23orber * unb jpmteraflen bie gewaltigen Reiche, mm beren fängfl öerfchwuubcucr DRacht nur uu* geheuere IBauwerfe 3p»gni@ geben, welche burch bie3ahr# taufenbe (flnburcf) fleh erhalten haben unb mit fleinernem, tobtem Dttunbe »on Seiten reben, bie wir faum ein wenig fennen. 3n biefen uralteflen Staaten, welche bie jerfpftt* terte unb außeinanbergegangene alte Sftenfcffljeit grünbete, fanben fleh anfänglich bie Äenntniffe üon ©oft unb feiner geoffenbarten UBahrheit, wie fle bie Sohne, dnfet unb Dlachfommen Sßoaljß, bie ©rünber biefer Staaten befaßen. £iefe äUeften SRetcfje in ben ©runb$ügen ihrer Sßerfaflungen 1 Ein Schweizer Vorläufer der Idee einer jüdischen Kolonisation Palästinas, der Genier Pastor und Theologieprofessor Samuel Preiswerk (1799 bis 1871), gab von 1838 bis 1843 die Zeitschrift „Morgenland“ heraus, welche den Judenstaatsgedanken verfocht. Die Titelseite der ersten Nummer dieses heute seltenen Blattes, das wir Herrn Dr. N. M. Gelber verdanken, ist oben reproduziert. schaftliche Kolonisation fortgesetzt und verstärkt wird, ist in Palästina auch Raum für industrielle Entwicklung. Von der Gesamtbevölkerung Palästinas leben etwa 65 Prozent auf dem Lande, so daß das Land als Ganzes gesehen, vom Gesichtspunkt des Verbrauches nicht gesagt werden kann, daß die städtische Bevölkerung unverhältnismäßig groß ist. 2. Es sollten Schritte unternommen werden, um in London und in New York ein Handels- und Touristenbüro für Palästina zu errichten. Die Jewish Agency sollte in dieser Sache der Regierung Palästinas ihre Mitarbeit anbieten; die Unterstützung der PICA, der Handelskammern, der Banken und der wichtigsten Produzenten sollte angestrebt werden. 3. In Palästina ist es wie in anderen neuen Ländern wesentlich, daß die Industrien in ihrem Anfangsstadium ein gewisses Maß von Schutz genießen. Die Wirkung des revidierten Zolltarifes, der kürzlich verlautbart worden ist. geht dahin, gewissen örtlichen Industrien Schutz zu gewähren. Es wird nicht vorgeschlagen, daß Schutzzölle unterschiedlos erhoben werden. Jeder Einzelfall soll nach seiner Eigenart und im Zusammenhang mit einer wohlüberlegten Politik erwogen werden. Die wohlverstandene Anwendung des Zolltarifes für die Ermutigung von Industrien, die eine begründete Aussicht haben, als sich selbst erhaltende zu bestehen, wird eine wohltätige Wirkung auf die Lebensbedingungen in Palästina haben und wird der gesamten Bevölkerung zum Vorteil gereichen. 4. Verbunden mit der Frage der Zölle ist die der Zollvereinbarungen mit Nachbarländern. Artikel 18 des Mandates bestimmt: »Die Mandatarmacht soll darauf achten, daß keine Unterscheidung zu ungunsten der Angehörigen irgend eines dem Völkerbund angehörenden Staates (einschließlich der nach dessen Gesetzen eingetragenen Gesellschaften), verglichen mit den Angehörigen der Mandatarmacht oder irgend eines auswärtigen Staates, in den Besteuerung, Handel und Schiffahrt betreffenden Angelegenheiten, gemacht wird.« Derselbe Artikel besagt, daß die Verwaltung Palästinas »auf Rat der Mandatarmacht eine besondere Zollvereinbarung SIEGM. KORNMEHL, Groflfleisclihauerei Zentrale IX, Berggasse 19, Tel. A-17-3-99 u. A-16-8U34 Lieferant für Heilanstalten, Abteilungen für n^D-Fleisch unter Aufsicht des Ehrwürdigen Rabbinats der Israelitischen Kultusgemeinde Wien IX, Berggasse 15 XVIII, Währingerstraße 97 Seriös „ HANSA Diskret Prompt WIEN I, FRANZ JOSEFS-KAI 13 TELEPHON 75-409 H6user, Büros, Wohnungen, Hypotheken, Verwaltungen Unter wenigen Tagen beste Resultate Eigene Kreditabteilung nur fQr große Transaktionen mit jedem Staat, dessen Territorium 1914 vollständig zur asiatischen Türkei oder zu Arabien gehörte, abschließen kann.« Daraus geht hervor, daß nichts die Palästina-Regierung hindert, Zollvereinbarungen mit Syrien, Irak, Hedschas und der Türkei abzuschließen. Zollvereinbarungen mit diesen Nachbarländern sind von besonderer Bedeutung, denn sie bilden die natürlichen Märkte für den palästinensischen Export, Ein Zollvertrag, der annähernd Freihandel zwischen Palästina und Syrien festsetzt, wurde tatsächlich 1921 abgeschlossen, aber es verlautet, daß dieser Vertrag nicht aufrechterhalten bleiben soll. Wenn solche Verträge einen nützlichen Zweck erfüllen sollen, dann ist es wesentlich, daß keine plötzlichen Veränderungen eintreten, denn neue Industrien können sich nicht entwickeln, wenn sie dem Risiko plötzlicher Aenderungen der Bedingungen, unter denen sie begründet wurden, ausgesetzt sind. 5. Mit Rücksicht auf die mit der Anwendung von Schutzzöllen verbundenen komplizierten Probleme und um eine Sicherheit zu schaffen, daß die Zolltarife gleichzeitig die Interessen der Industrie, der Staatsfinanzen und des verbrauchenden Publikums berücksichtigen, scheint es wünschenswert, daß die Palästina-Regierung ein spezielles Zoll-Komitee einstlzt mit der Aufgabe, die endgültigen Grundsätze der Finanzpolitik niederzulegen und anzuwenden. 6. Die bestehenden Eisenbahntarife in Palästina sind nicht genügend elastisch, und sie begünstigen weder den inländischen Fabrikanten gegenüber dem Importeur, noch ermutigen sie den Exporthandel. Es wird daher angeregt, daß die Palästina-Regierung die Durchführbarkeit einer allgemeinen Herabsetzung der Frachtsätze und insbesondere die Einführung eines Spezialtarifes für Exportwaren in Erwägung zieht. 7. Die Koordination der Verkehrsmittel gewinnt immer mehr an Bedeutung, insbesondere mit Rücksicht auf die bestehenden Hafenprojekte. Die Errichtung eines Transport-Komitees durch die Palästina-Regierung wird daher als dringende Notwendigkeit angesehen, 8. Die Entwicklung von Hausindustrien ist von großer Wichtigkeit. Gewisse Teile der jüdischen Bevölkerung, insbesondere die Yemeniten, eignen sich gut für diese Beschäftigung, Solche Industrien würden nicht nur den Touristenverkehr anziehen, sondern mit Rücksicht auf Gefühlsbeziehungen zu Palästina würden sie wahrscheinlich ergiebige Märkte im Ausland eröffnen. Auf diese Weise könnte eine beträchtliche Anzahl jüdischer Arbeiter in den Städten Beschäftigung außerhalb der Fabriken finden. 9. Es sollte die Anregung zu einer gemeinsamen Bemühung der Palästina-Regierung und der Jewish Agency gegeben werden, daß ein Büro errichtet werde, welches die in Betracht kommenden Einwanderer in bezug auf die etwaige Ueberführung ihrer bereits bestehenden Betriebe nach Palästina oder die Errichtung von neuen Industrien in diesem Lande beraten soll. In einem solchen Büro sollten vertreten sein: a) die Regierung Palästinas, b) die Jewish Agency, c) die Handelskammern, d) der Oeconomic Board for Palestine, e) Banken, f) palästinensische Fabrikantenvereinigungen, g) die jüdische Arbeiterorganisation. 10. Es ist sehr wünschenswert, als eine Quelle des Einkommens ein angemessenes Hotelwesen für die ständig steigende Zahl von Touristen zu schaffen, V. Erziehung. 1. Es ist die Aufgabe der Regierung, ein Minimum weltlicher Bildung jedem Kind -zuteil werden zu lassen, dessen Eltern solchen Unterricht fordern; die Regierung soll jenen Nichtregierungsschulen, die diese minimalen Erfordernisse gemäß den offiziellen Bestimmungen erfüllen, Zuschüsse gewähren; die Höhe der Zuschüsse soll sich nach dem Verhältnis der schulbesuchenden Kinder richten. 2. Das jetzige System, wonach die Subvention an die Jewish Agency zur weiteren Verteilung ausgezahlt wird, ist zufriedenstellend, da es die Aufrechterhaltung des rechten Standards garantiert. Die Jewish Agency wird zweifellos den Wunsch haben, den Beitrag der Regierung ihrerseits zu ergänzen. VI. OeHentliches Gesundheitswesen. 1. Ein größerer Anteil an Verantwortung als bisher soll von der Regierung in bezug auf das öffentliche Gesundheitswesen getragen werden. Funktionen wie Impfung, Bekämpfung von Epidemien, Kontrolle ansteckender Krankheiten, Entsumpfung, Verbesserung des Quarantändienstes zählen zu den unmittelbaren Verpflichtungen der Regierung. 2. Es ist wünschenswert, daß privaten Spitälern Subventionen gewährt werden, entsprechend der Zahl der Tage freier Behandlung, die in ihnen gewährt wird. Die Jewish Agency wird zweifellos den Wunsch haben, diese Subventionen noch zu ergänzen, um den Standard aufrecht zu erhalten, den sie für erforderlich hält. 3. Das medizinische Gesundheitswesen, das von jüdischen Stellen geleitet wird, soll koordiniert und konsolidiert werden. Es ist naheliegend, daß die »Hadassah« die geeignete Organisation zur Durchführung dieser Koordination ist. 4. Die Kupath Cholim (Krankenkasse der Arbeiterorganisation) soll ‘.ihre Tätigkeit auf die Aufgabe beschränken, die sie sich ursprünglich gesetzt hatte: Arbeiterversicherung, Krankenwohlfahrt und Rekonvaleszenten-Fürsorge; ihre übrigen Tätigkeiten sollte sie dem Gesundheitsdepartement der Jewish Agency übertragen. Es ist wichtig, daß die in dieser Weise reorganisierte Kupath Cholim bestehen bleibt, da sie viel dazu beigetragen hat, den gesunden Grundsätzen der Selbsthilfe und Selbstverwaltung Geltung zu verschaffen, 5. Jede Anstrengung soll gemacht werden, um die Tätigkeit der privaten Spitäler in Palästina zu koordinieren, damit ein System harmonischer Zusammenarbeit aufrechterhalten bleibt. Dies mag die Bildung einer zentralen Spitalskommission und die Konsolidierung einer Anzahl von Institutionen zur Voraussetzung haben. VII. Arbeiterfragen. 1. Die Kommission hegt Sympathie für die Bestrebungen der Arbeiter, ihre soziale und ökonomische Lage zu verbessern und begrüßt deren Verwirklichung. 2. In voller Würdigung der Leistungen von Arbeiterorganisationen bei der Leitung von Arbeiten in Landwirtschaft, Einwanderung, Gesundheitsdienst und Kulturarbeit glaubt die Kommission, daß die Anerkennung des Prinzips, jdaß Industrie und Landwirtschaft auf einer ökonomischen Grundlage unter Einschluß eines entsprechenden Ertrages des investierten Kapitales errichtet werden müssen, eine notwendige Vorbedingung für das allmähliche Steigen des erwünschten Lebensstandards ist. 3. Die jüdische Gemeinschaft sollte einen Apparat der Verständigung schaffen, um Verluste zu vermeiden, die durch Arbeitskonflikte in Industrie und Landwirtschaft verursacht werden. Ein solcher Verständigungsapparat könnte am besten geschaffen werden durch Begründung einer Körperschaft, die ' (auf der einen Seite aus Vertretern der Arbeitgeber in Industrie und Landwirtschaft, auf der anderen Seite aus einer gleichen Zahl von Vertretern der Arbeiterorganisationen besteht. Alle Angelegenheiten in Industrie und Landwirtschaft, die zu Arbeitskonflikten zu führen drohen, sollten dieser Körperschaft übertragen werden, und zwar auf Verlangen einer der beiden iParteien. Die Körperschaft soll alle Anstrengungen machen, um eine Beilegung des Konfliktes durch gegenseitige Verständigung herbeizuführen, vorausgesetzt, daß die in Frage stehenden Dinge nach ihrer Meinung wichtig genug sind, um eine Behandlung herbeizuführen. Der Dienste eines unparteiischen Vorsitzenden sollte man sich, wenn erforderlich, versichern, 4. Kooperative Organisationen der Piroduzente n und Konsumenten, ebenso wie Organisationen, der Arbeiter sollen gefördert werden. Solche Organisationen sollen auf gesunden Geschäftsprinzipien und nicht nach doktrinären Theorien gegründet werden. VIII. Finanzen. 1. In Anbetracht dessen, daß eine gewisse Zeit bis zur Errichtung der erweiterten Jewish Agency und bis zur Durchführung der Vorschläge der Joint-Palestine-Survey-Kora-