Die Stimme
- Journal
- Die Stimme
- Volume
- 1 (1928)
- Issue
- Heft 26 (28.6.1928)
- Date
- 1928-06-28
- Page
- – (sequence 7)
- Language
- German
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Nr. 26 DIE STIMME Seite 7 Vereinsnachrichten Zionistisch - akademische Verbindungen und Vereine Oesterreichs, Donnerstag, den 26. Juni, 8 Uhr abends, Vortrag Dr. Wolfgang Weisl (Jerusalem): „Neues Leben für Palästina." Akademische Gäste willkommen! Vorher, 6 Uhr abends, findet im L. K, eine Präsidialsitzung mit nachstehender Tagesordnung statt: 1. Herzl-Feier, Grabgang. 2. KKL.- Bericht (Büchsenaufstellungsaktion). 3, Schekelabrechnung. 4. Eventualia. — Die Herzl-Feier findet gemeinsam mit der Zionistischen Landesorganisationen am 8. Juli (20. Tammus) im Festsaale des Hotels Continental statt. Näheres wird noch bekanntgegeben. Verband jüdischer Kaufleute und Gewerbetreibender (Wienj I., Elisabethstraße 9). Montag, den 2. Juli, 8 Uhr abends, im Klublokal des Cafö Exzelsior (I., Rotenturmstr. 24) Verbandsdiskussionsabend. Einleitendes Referat von Verbandsanwalt Dr. Ehrlich. Donnerstag, den 5. Juli, im Cafe Esplanade (an der Friedensbrücke) Gründungsversammlung der Ortsgruppe Brigittenau. Tagesordnung: Referate von Reg.-Rat Dr. Becker und Rechtsanwalt Dr. Israel Waldmann, Verbandsvizepräsident A. M. Ehrlich, Wahl der Bezirksleitung. — Der Verband ersucht alle jüdischen Handels- und Gewerbetreibenden, welche um Einbürgerung angesucht haben und deren Gesuche ablehnend begutachtet wurden, zur Vertretung ihrer Interessen sich mit der Rechtsschutzstelle des Verbandes, I„ Elisabethstraße 9, in Verbindung zu setzen, Stipendien der Gemeinde Wien. Wie der Wiener Magistrat mitteilt, wurde die Frist zur Einreichung der Gesuche »SITMAR« SocletA Hallana dl Sarvlal Mariltfml ti ||Min||liHil||liMi|||iHMi||iiiii||||iiii|||iimi||iiiiiii|iiMi|||imi|||Miii|||jiiii||||imi||liiii!limtii||iimi|||iMi|||iinir( ii wöchentlich mit den Luxusdampfern ii und »nuuuiiin »' Regelmäßige Eillinien nach Palästina, Griechenland, Konstantinopel Rundfahrten Int Mlttelmeer Billige Sommerfahrten Auskünfte: „Sitmar“, I, Kärntnerring 18 (Ecke Schwarzenbergplatz) Telephon 55009 bis 20. Juli 1. J. erstreckt. Die übrigen Bestimmungen der bereits verlautbarten Ausschreibungskundmachung bleiben vollinhaltlich aufrecht. Stimmen aus aller Welt Die Karäer in Polen. Nach einer Mitteilung des jüdischen Journalisten J, U g e r im New Yorker »Morgenjournal« gibt es heute in ganz Polen etwa tausend Karäer, die in Dagegen ist mir um die Zukunft des amerikanischen Judentums gar nicht bange. Eine neue Form des innern jüdischen Lebens ist im Begriffe, die alten, überlebten Formen zu erset- Krampfadern und ihre Bekämpfung Von Anton B s t ä n d i g. Krampfadern sind eine dauernde und krankhafte Erweiterung der Venenwände und können mitunter dem damit Behafteten unerträgliche Schmerzen verursachen. Stehender Beruf. Gewichtszunahme, Schwangerschaft, Vererbung usw. sind die Ursachen von Krampfadern, und ist es unbedingt notwendig, schon im Anfangsstadium der Erkrankung energisch dagegen vorzusorgen. Frauen zum Beispiel sollen während der Schwangerschaft, die eine ganz besondere Gefahr für Krampfaderbildung bedeutet, alles tun, um der Entstehung der lästigen und gefährlichen Krampfadern vorzubeugen. Wie beugt man nun der Bildung von Krampfadern am besten vor, beziehungsweise wie verschafft man sich Erleichterung bei schon entwickelten Krampfadern und verhindert damit eine eventuelle Vergrößerung der Krampfadern? Das einfachste Mittel, um dem Fuß, beziehungsweise Bein einen festen Halt zu geben und dadurch ein Fortschreiten der Krampfaderbildung zu verhindern, sind die Fatschen (Tetrabinden, Idealbinden, Gummifatschen usw.). Es ist aber gerade keine angenehme Sache, solche Fatschen anzulegen, und wird speziell dem Laien anfangs nicht leicht fallen. Daher sind Gummistrümpfe oder auch Krampfadernstrümpfe aus Reingummiplatte entschieden vorzuziehen. Durch den gleichmäßigen zentralen Druck, den der Gummistrumpf auf das Bein ausübt, werden die Adern festgehalten und eine weitere Vergrößerung des Leidens unmöglich gemacht. Erst in letzter Zeit ist man darangegangen, g u m m i - lose Krampfadernstrümpfe herzustellen, die, auf ein eigenartiges System aus Garn gewirkt, dieselbe Zugfestigkeit aufweisen, wie der Gummistrumpf. Diese Zugfestigkeit wird durch den Zug nach aufwärts erreicht und ist dies für die Blutzirkulation besser als der konzentrische Druck bei den Gummistrümpfen. Die gummilosen Strümpfe sind waschbar wie jeder Florstrumpf und können auch gestopft werden. Ob es sich nun um Gummi- oder gummilose Strümpfe handelt, ist es auf jeden Fall notwendig, daß sie gut passend am Fuß sitzen, und ist daher geraten, sich vor Einkauf eines Krampfaderstrumpfes an einen tüchtigen Fachmann behufs Beratung wegen der Ausführung und Qualität sowie der genauen Maße zu wenden. vier Gemeinden organisiert sind: Wilno, Troki, Luck und Halicz. In Wilno lebt die karäische Intelligenz, etwa 250 Seelen, sie hat eine eigene schöne Synagoge — Knessiah genannt — deren Vorsteher der karäische »Chacham« ist. Die Karäergemeinde in Troki zählt ungefähr 550 Personen und etwa 200 Karäer leben in Luck und in Halicz. Nach Angaben der Karäer selbst, haben sie ihre Niederlassungen in Polen seit dem Ende des vierzehnten Jahrhunderts. Sie berufen sich hiebei auf die »Privilegien«, die sie von verschiedenen polnischen Königen erhielten. Vor langer Zeit gab es in Troki religiöse Kämpfe zwischen den Juden und den Karäern, die sich für die wahren »biblischen Juden« halten und die den »Talmud« und die rabbinische Literatur ablehnen. Heute leben Juden und Karäer friedlich nebeneinander, ohne daß sie sich jedoch gegenseitig in religiöser Beziehung anerkennen würden. zen. Der amerikanische Jude — meint der Tolnaer Rabbi — ist im höchsten Maße entwicklungsfähig. Seine nationale Begeisterung, seine Liebe zum Judentum, die mannigfache Gestalt annimmt, ist echt und erlebt. Die geistige Zukunft des amerikanischen Judentums ist E r e z Israel. An dieser neuen jüdischen Wirklichkeit, in der der nationale Genuß des Judentums wieder lebendig geworden ist, wird sich auch das amerikanische Judentum innerlich aufrichten. Richard Herzog, II, Kleine Pfarrgasse 28 / Tel. 73-4-90 Palästina * Rasputin und die Juden. Der ehemalige jüdische Sekretär Rasputins, Aron Simonovitsch, hat jüngst in Deutschland seine Memoiren unter dem Titel »Rasputin«, der allmächtige Bauer« veröffentlicht, in denen der Verfasser seinen ehemaligen Chef und Günstling des zaristischen Hofes als begeisterten Kämpfer für die jüdische Gleichberechtigung in Rußland schildert. Der Verfasser »erinnert« sich in seinen Memoiren an zahlreiche Sitzungen und Konferenzen im Salon Rasputins, an denen führende jüdische Persönlichkeiten des alten Rußland, von denen manche noch am Leben sind, teilgenommen haben sollen, und in denen angeblich unter Vorsitz des Mönchs über manchmal etwas absonderlich anmutende Mittel und Wege zur Lösung der russischen Judenfrage beraten wurde. Im Warschauer „Haint« unterzieht der jiddische Journalist K 1 i - n off, ein Kenner der russisch-jüdischen Verhältnisse, dieses auf Sensation berechnete Machwerk einer vernichtenden Kritik. * Orthodoxie und Erez Israel. Zu der Resolution der amerikanischen Rabbinerkonferenz, auf die Kreise der jüdischen Orthodoxie im Sinne der Förderung Erez Israels einzuwirken, schreibt der New Yorker „Tog": Der größte Feind unseres nationalen Aufbauwerkes in Erez Israel ist die Unkenntnis des Landes, seiner Möglichkeiten für die jüdische Gemeinschaft und seiner wunderbaren Schönheiten, die das Herz jedes einzelnen Juden mit einem tiefen, nachhaltigen Erlebnis erfüllte. Wenn diese Resolution der Rabbinerkonferenz vorläufig nur den Erfolg haben sollte, daß bis zur nächsten Konferenz nur einige Dutzend orthodoxer Juden das Land besuchen, ist dies keineswegs zu unterschätzen. Denn der persönliche Kontakt mit Erez Israel macht den Besucher zu einem aufrichtigen, begeisterten Freund des Landes, der wieder seinerseits einem großem Kreise von bisher Indifferenten und Teilnahmslosen seine Sympathie und seine Begeisterung mitteilt. * Eine ständige arabische Delegation in London schlägt eine Gruppe arabischer Politiker in der Zeitung »Falestin« vor. Dazu bemerkt das Blatt, daß die Verwirklichung dieses Planes auf große Schwierigkeiten stoßen dürfte. Denn es werden sich nicht leicht arabische Notabein finden, die bereit sein werden, ihre Geschäfte in Palästina zu verlassen und einer politischen Mission zuliebe nach London zu übersiedeln. Es würde übrigens — meint das Blatt weiter — für unsere Zwecke genügen, einen gut bezahlten Rechtsanwalt mit der Vertretung unserer politischen Interessen in London zu betrauen. * Ueber den Chassidismus in Amerika äußert sich der bekannte Tolnaer Rabbi, der seit fünfzehn Jahren in Amerika lebt, zu einem Mitarbeiter des New Yorker „Tog“: Der Chassidismus in Amerika — erklärt der Tolnaer Rabbi — hat natürlich keine Zukunft, Der neue Zeitgeist hat auch bei den frömmsten, gläubigsten Juden die Mystik verdrängt. In der alten Heimat galten für den chassidischen Juden gewisse Lebensgesetze, Stimmungen und Anschauungen, die in der materialistischen Umgebung Amerikas keinen Raum finden. Der Chassidismus muß in Amerika früher oder später untergehen. Die Araber verlangen ein Parlamnet in Palästina Wie uns aus Jerusalem telegraphiert wird, hat der am 20. Juni zusammengetretene 7. arabische Kongreß Telegramme an den Völkerbund und die britische Regierung gerichtet, in denen die Einrichtung eines parlamentarischdemokratischen R e g i e r u n g s s y s t e m s für Palästina gefordert wird; das Volk in Palästina — heißt es in dem Telegramme weiter — werde nicht länger das gegenwärtige absolutistische Kolonialsystem ertragen. (Wie noch erinnerlich, haben seinerzeit die Araber die Einführung einer gesetzgebenden Körperschaft in Palästina sabotiert; ihre gegenwärtige Frontänderung, die in der arabischen Presse der letzten Monate vorbereitet wurde, hat bloßen demonstrativen Charakter. — Die Red.) Unter den Beschlüssen und Resolutionen des Kongresses befindet sich auch eine über die Tote- (jT*; Jüdische Gastfreundschaft in Erez Israel: Kinder in der Kolonie Daganiah geleiten einen Gast ins Dorf. Meer-Konzession; in einer Resolution des Kongresses wird verlangt, daß die Ausbeutung der Kalischätze durch die Regierung erfolgen solle; unter keinen Umständen dürfe eine Konzession an Zionisten oder zionistische Organisationen gegeben werden. Dies wird in der Resolution mit der Behauptung begründet, das Schicksal der Ruthenberg-Konzession habe gezeigt, daß die Zionisten auch alle wirtschaftlichen Unternehmungen zu politischen Zwecken (!) mißbrauchten. Eine Sondervereinigung der christlichen Araber? Die arabische Presse Palästinas berichtet, daß sich neuerdings eine starke Tendenz zu einer Sonde r o r g a n i s a t i o n der christlichen Araber geltend mache. Diese Tendenz sei eine Reaktion auf die Konferenz der moslemischen Klubs und die Errichtung von moslemischen Zweigstellen im ganze Lande. In einer Versammlung der christlich-arabischen Gemeinden in Haifa wurde beschlossen, ein oberstes repräsentatives Organ für alle christlich-arabischen Gemeinden im Lande zu gründen. Die christlichen Araber beteiligen sich nicht an dem arabischen Kongreß. Die Böden der Haifa Bay Company Wie der Jüdischen Telegraphenagentur aus zuverlässiger Quelle mitgeteilt wird, hat die Palestine Economic. Corporation in Amerika von der Haifa Bay Development Company das Optionsrecht auf den Erwerb von 25.000- Dunain Boden im Distrikt der Haifa-Bucht erworben. Das. Optionsrecht kann innerhalb von sechs Monaten seit Unterzeichnung des Vertrages ausgeübt werden. Die Mitteilung, daß der Kauf bereits fest abgeschlossen worden ist, erwies sich als verfrüht. Dem Jüdischen Nationalfonds ist laut dem Abkommen das Recht Vorbehalten, innerhalb einer bestimmten Frist das Optionsrecht von der Palestine Economic Corporation zu übernehmen. Der ungarische Pro-Palästina-Verband Aus Budapest wird berichtet: Die Generalversammlung des Ungarischen Verbandes »Pro Palästina« fand unterdem Vorsitz des Oberhausmitgliedes, Oberrabbiners von Szeged Immanuel L ö w und des Hofrats Karl Baracs untergroßer Beteiligung statt. Hofrat Baracs wies in seiner Eröffnungsrede auf die Ziele des Verbandes hin und führte aus, daß' der Verband durch ungarische Juden gegründet wurde, deren unentwegte Treue zum Vaterland durch das liebevolle Interesse für Palästina nicht gemindert werden könne. Er gedachte der an der Spitze des Verbandes geleisteten großen Arbeit der Hofräte Baron Adolf K o h n e r und Franz S z e k e 1 y, durch die es ermöglicht wurde, daß der Verband „Pro Palästina" im den breitesten Schichten Fuß fassen konnte. Der Direktor-Generalsekretär Ignaz Gabor erstattete sodann