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Die Stimme · 1928-06-28 · Heft 26 (28.6.1928) · page 5

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Journal
Die Stimme
Volume
1 (1928)
Issue
Heft 26 (28.6.1928)
Date
1928-06-28
Page
– (sequence 5)
Language
German
Belongs to
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Nr. 26 DIE STIMME Seite 5 Unbekannte Herzl-Briefe Theodor Herzl über seinen Vater — Wie Herzl in die „Presse“ kam Die Persönlichkeit Theodor Herzls, dessen Todestag am 3. Juli (20. Tammus) zum 24. Male wiederkehrt, tritt aus seinen Briefen mit drastischer Deutlichkeit hervor. Es wäre daher sehr dankenswert, eine Sammlungvon Herzl-Briefen herauszugeben, von denen sich viele wertvolle in privater Hand befinden. Eine große Zahl interessanter Briefe Herzls hat Herr Dr. David R o t h b 1 u m, Mitglied des Zionistischen Landeskomitees für Oesterreich, in Besitz, und seiner Freundlichkeit verdanken wir es, daß wir das folgende aufschlußreiche Schreiben im Faksimile veröffentlichen können: FREIE PüEss^ Rhpactjon: WIEN Kolovsratring. Piontegasaa Bt. U. / f //t ciXc. ItiiS-—K~y - p— v — ■■ f K'uJb+y**'« " iA^ A\-,U — ^f- , J- -r . cA4. ~ ~ .li —*-»" ■'? * htojlkf- C^-A. t'tLw. 'Ac-*‘ <^c^« tsLcu^. » -»»A-t*'^-c~&CXcyfäA3--lLJ~ -»» 'l ‘"A ,t"n ^e^e^u. Cy£^iXtM-jhL^ •'*—•-«- tcKXc^o£«_/ Y^r^r-aSL-U*. . L<xA~-<i. — x'/^- O^Lc-v oU^^-^L Ao^AJ^tx^- w -e—= l , xx 't’*^ v^CL^Lc- ->» . ei^e^rx- ’ertxAs^. -**-££2feA* , 1* -) g-| *'*vl*'£ 'I^cAa ffiL-vj. j 0 /&‘V+^XS*~U. oClL, A^CxAutL. -xlA». I lC*-r~^\ ^e^.4^0 VT-X+. f c'L^. ClAJ- -1 7v"ax^t>CiA~x0~-x*. XLet-^« x i ~t/ctAhe-sj o A. /, -WC, ^-U. 'iw—€-^<J7 X / '♦•vww t^W_* Der Brief lautet: 14. III. 901. „Lieber Poldi, Deinen Brief habe ich mit unangenehmer Ueberraschung erhalten. Einiges, was Du über die Partei schreibst, erfordert dringend, daß Du mir morgen Freitag Nm. um 3 Uhr in der Fichtegasse 11 das Vergnügen Deines Besuches machst. Nicht so lange will ich aber warten, um einen Irrtum richtigzustellen. Dein seliger Schwager, den ich sehr schätzte, obwohl er sich gegen meine zionistische Überzeugung scharf ausließ, war allerdings vor vielen Jahren so freundlich, mich einem der Herausgeber der N. Fr. Pr. vorzustellen. Ich war damals so jung, daß mir der Herausgeber bei dieser Gelegenheit riet, — das Assecuranzwesen zu studieren. Vielleicht könnte ich dann solche Aufsätze für die N. Fr, Pr. schreiben. Ein weiteres Ergebnis hatte die Intervention Deines guten « . ■LnZCh/h tTa^L«- f x*A*^ (v^u ,vt^) -u*JLr- ... / w 1 '?4sd-^ — f-" —/- n JA* />i < *./■«. -vX. y/vÄ-w-w-C-K. , _/ c^CX-c. Mfi fit*a^3CL. %4x. CLvjf^xxsCj , -i^—/ —T—>—J1, cpeALML^ . & 4-wI. J^v>. Oi££s<i~s, /wX—if -j C^-C^lX-e—LA. XS) ^1-^VVW^WU^ —<■ «rZp, / Schwagers nicht. Für den von ihm bei dieser Gelegenheit an den Tag gelegten guten Willen, für seine mir immer bewährte Liebenswürdigkeit — von der ich nach diesem mißglückten Versuche nie wieder Gebrauch gemacht habe — bin ich ihm aber dennoch dankbar geblieben und bewahre ihm eine ehrlich freundschaftliche Erinnerung, die ich gern auch auf seine Kinder übertragen habe u. wenn diese jemals einen solchen Freund brauchen sollten, wie ich ihn an ihrem Vater hatte, so können sie auf mich ruhig rechnen. Solche Gefälligkeiten habe ich übrigens schon unzähligemale jungen Menschen erwiese«, die mit mir nicht verwandt, ja mir vorher gar nicht bekannt waren. Diese Tradition habe ich von meinem guten Vater, der wie Du weißt, eine Menge seiner Verwandten ins Leben eingeführt, auch mit Geld und Rath u. That unterstützt u. ganze Familien erhalten hat. Es ist allerdings eine undankbare Sache, ich erlebe es schon oft selbst. Wenn ich von den Verhältnissen bezwungen Nein sage, bin ich ein herzloser Mensch. Das muß man tragen. Meinen Weg im Journalismus habe ich Gott sei Dank Niemandem zu verdanken, als mir selbst. Jahre später — fünf oder sechs Jahre nachdem mich Dein Schwager vorgestellt hatte — als ich schon in deutschen Blättern einen bekannten Namen hatte u. wiederholt im Burgtheater aufgeführt worden war, reiste ich in Spanien. Da machte mir die N. Fr. Presse telegraphisch den Antrag, als ihr Correspondent nach Paris zu gehen. So bin ich zu meiner heutigen Stellung gekommen. Alles Andere ist Erfindung. Mit bestem Gruß Dein Theodor.“ Der Adressat des Briefes ist Herzls Vetter Leopold Paul L ö b 1, einer der ältesten und tätigsten Wiener Zionisten, der zur alten zionistischen Garde gehörte. Löbl war Mitglied, später Ehrenmitglied des Vereines „Zion“, der ersten unter Herzl begründeten zionistischen Organisation Wiens. Die Korrespondenz zwischen Herzl und Löbl, die Dr. Rothblum zur Gänze besitzt, ist ziemlich umfangreich. TUCHHANDLUNG „ZUR SCHÄFERIN“ ALBERT HARDT WIEN I, FREISINGERGASSE 1 (Ecke Bauernmarkt) Original englische Damenmäntel* und Herrenmodestoffe in Grado für öffentliche und fix Angestellte sowie deren Angehörige Pauschalpreis inkl. Fahrt in 5 Teilzahlungen abzüglich eventueller Visum- und Fahrtbegünstigungen einschließlich erstklassiger Logis, Verpflegung, unbeschränkter Bädergebrauch samt Zelt, Kurtaxe etc. Reiseantritt schon nach Anzahlung gewährleistet Auskünfte und Prospekte durch die Generalvertretung des internationalen Reisebüros F. GRIGOLON & CO. WIEN I, KOHLMARKT 8 (Eingang Wallnerstraße) Telephon 69-4-17 Der daraus hier wiedergegebene Brief ist in persönlicher Hinsicht sehr interessant; er ist auch charakteristisch für die Verehrung, die Herzl seinem Vater entgegenbrachte. Von größtem Wert ist die Selbstcharakteristik, die Herzl in wenigen Zeilen gibt; das Selbstbewußtsein des schöpferischen Menschen klingt darin durch. Das Wiener Jüdische Museum hatte die Freundlichkeit, uns das nachstehende Autogramm von Theodor Herzl zur Verfügung zu stellen: ja* «U/h, jZcül^. /^i . Der Satz, „Das Beste für die Juden ist, Juden zu sein“, ist eine programmatische Formel; sie hat noch heute volle Gültigkeit. Herzl^Grabgang und Herzl* Feier Das Zionistische Landeskomitee hat den diesjährigen Gang zum Grabe Theodor Herzl auf Sonntag den 5. Juli festgesetzt. Am Grabgange werden Delegationen der Zionistischen Landesorganisationen Ungarns und der Tschechoslowakei teilnehmen; ferner ist aus den österreichischen Provinzgruppen und aus Bratislava eine große Zahl Gäste avisiert. Der genaue Aufstellungsplan wird nächste Woche bekanntgegeben. Am 8. Juli präzise dreiviertel 8 Uhr abends findet im Festsaale des Hotel „Continental“ eine Die Festtage in Österreich und die österr. Tabakregie Die Schubert-Feier und die Grazer 800-Jahr-Feier bieten der Tabakregie Anlaß, sich mit Festgaben einzustellen: sie bringt für die Schubert-Feier zwei Zigarren- und zwei Zigarettenkollektionen. Eine der Zigarrenkassetten zeigt als Deckelbild Schubert am Klavier, die andere den Meister auf einem Spaziergange; jeder Kassette liegt eine Reproduktion von Schuberts Jugendbildnis von Kuppelwieser bei. Die Zigarettenkassetten sind außen mit dem Bildnis Schuberts, innen mit einer farbigen Ansicht der Mölkerbastei oder der Höldrichsmühle geschmückt. Diese Festgaben sollen nicht nur dem österreichischen Raucher, sondern auch den beim Sängerbundesfest in Wien weilenden Deutschen aus dem Reiche ein Andenken an schöne Tage sein. Der Grazer Feier sind ähnliche Kassetten gewidmet: eine dieser Zigarrenkollektionen ziert als Deckelbild eine Silhouette von Graz, die andere einen jungen Grazer in mittelalterlicher Tracht. Die beiden Grazer Zigarettenpackungen sind außen mit einer Silhouette von Graz mit wehenden Festfahnen, innen mit alten Stadtansichten ausgestattet. Die Schubert-Kassetten sind im ganzen Bundesgebiete erhältlich, die Grazer-Kollektionen nur in der Energiewirtschafts-Ausstellung in Graz und in den Tabaktrafiken des Grazer Verschleißrayons. Von den Zigarrensonderpackungen kostet die eine (4 Stück Zigarren des Luxustarifes) S 4.20, die andere (6 Stück vorwiegend Spezialzigarren) S 2.20. Die Zigarettenpackungen mit 19 vorwiegend Luxuszigaretten oder mit 24 vorwiegend Spezialzigaretten werden einheitlich um S 2.— abgegeben. (Entgeltl.) 9

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