Die Stimme
- Journal
- Die Stimme
- Volume
- 1 (1928)
- Issue
- Heft 25 (21.6.1928)
- Date
- 1928-06-21
- Page
- – (sequence 13)
- Language
- German
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Nr. 25 DIE STIMME Seite 13 Schach Georg Salomonowitsch Salwe Er war ein engerer Heimatbruder Rubinsteins, stammte aus Lodz, wo er als Kaufmann tätig war. Verhältnismäßig spät betrat er die internationale Arena, und zwar 1906 im Turnier zu Nürnberg. Er zählte damals 46 Jahre. Gemeinsam mit H. Wolf erstritt er den 6. und 7. Preis; vor ihm standen der Reihe nach Marshall, Duras, Schlechter und Fleischmann, Tschigorin, hinter ihm u. a. Dr. Tarrasch. Dieser schöne Erstlingserfolg ermunterte ihn und er beteiligte sich fortan mehrere Jahre lang an allen größeren Veranstaltungen. Seine Bestleistung ist der zweite Preis im Turnier zu Düsseldorf 1908, wo Marshall Erster wurde. Sein Spiel war ungemein listenreich und zäh, aber nicht genügend wissenschaftlich fundiert, sodaß er mit der theoriebeflissenen Jugend nicht lange konkurrieren konnte. Ab 1910 konnte er keinen größeren Erfolg mehr buchen und zog sich bald wieder vom öffentlichen Schachleben zurück. Man hörte erst wieder von ihm, als er 1920 im Alter von 60 Jahren starb. Salwe war ein echter Ghettotypus, dementsprechend waren auch seine Haupteigenschaften im Spiel; findig bis zur Verschlagenheit, optimistisch, fatalistisch und — konservativ. Die jahrhundertealte „italienische Partie" war seine Vorzugseröffnung. Eine ergötzliche Anekdote über ihn ist folgende: Salwe beherrschte nicht die deutsche Schriftsprache sondern nur den Jargon. Demgemäß pflegte er auch seine Meisterkollegen per „Schlechterleben", .fLaskerleben" usw. anzusprechen. Als man ihn aufmerksam machte, daß dies in Zentraleuropa nicht üblich sei, titulierte er fortan den Berliner Meister Curt von Bardeleben nur mehr mit „Herr Barde"! Nachstehend zwei Partien. Die erste von beiden ist wohl die berühmteste, die Salwe gespielt hat. Italienische Partie. Weiß: Salwe. Schwarz: Schlechter. (Gespielt im internationalen Turnier zu Karlsbad 1907.) 1. e 2—e 4 e 7—e 5. 2. S g 1—f 3 Sb 8—c 6. 3. L f 1—c 4 S g 8—f 6. 4. d 2—d 31) Lf8—c 5. 5. S b 1—c 3 d 7—d6. 6. L c 1—e 3 L c 5Xe 32). 7. f 2Xe 3 Sc 6—a 5»), 8. L c 4—b 3 Sa5Xb3. 9. a 2Xb 3 S f 6—g 4. 10. Ddl— d 2*) f 7—f 5r>). 11. e4Xf5 Lc8Xf5. 12. 0—0 0—0. 13. h 2—h 3 S g 4—h 6. 14. e 3—e 4 Lf5—d 7"). 15. d 3—d4!7) S h 6—f 78). 16. d4Xe5 d6Xe5»), 17. Tf 1— dl1") S f 7—d 6. 18. S f 3Xe 5 L d 7—e 6. 19. S e 5—f 3 T f 8Xf 311). 20. g2Xf3 Dd8—h 4. 21. Tal—a5! T a 8—f 8, 22. D d 2—f 2 D h 4Xh 3. 23. T d 1—d 3 b 7—b 512). 24. D f 2—h 2 Dh3Xh2f. 25. KglXh2 g 7—g5. 26. e 4—e 5 S d 6—f 7. 27. Ta5Xb5 g5j-g4. 28. f3Xg4 S f 7—g 5. 29. T b 5—c 5 T f 8—f 2t. 30. K h 2—g 3 T f 2—f 7. 31. T d 3—e 3 T f 7—f 1. 32. S c 3—e 4 T fl—gif. 33. K g 3—f 2 T g lXg 4. 34. Se4Xg5 AufgegebenJ3). Stellung nach dem 14. Zuge von Schwarz. Schwarz: Schlechter. Weiß: Salwe. Anmerkungen: ') Mit 4. S g 5 oder 4. d 4 entstehen die Varianten der preußischen Partie, während der Textzug an der ruhigen italienischen Partie festhält. — *’) Dieses Schlagen hielt Steinitz für gut. Seine Ansicht war, daß der Doppelbauer e 3 und e 4 eine Schwäche des weißen Spiels bildet. —!1) Die Konsequenz des vorigen Zuges: um die Wirkung der geöffneten f-Linie abzuschwächen, muß der weiße Königsläufer getauscht werden. — *) Es konnte auch sofort 10. h 3 geschehen, denn falls dann 10. ... SXe 3? so 11. D e 2, d 5! 12. DXe 3, d 4. 13. D f 2, dXc. 14. bXc, und Weiß gewinnt einen Bauer. Folglich hätte 10. h 3 den Rückzug des Springers erzwungen. — r’) So hat auch Sillsburg einige Male gespielt und damit Angriff gesucht, während Steinitz grundsätzlich nur f 7—f 6 zog, um den feindlichen Doppelbauer nicht aufzulösen. Das ganze mit 6. ...LXe3 beginnende Verfahren ist jedoch ungünstig, da Weiß zuviel offene Linien bekommt. — ") Die Stellung sieht annähernd ausgeglichen, aus. Salwe demonstriert aber nun in klassischer Weise, daß Weiß doch Vorteil hat und die Verteidigung minderwertig ist. — 7) Einfach, aber sehr stark. Das Vorgehen im Zentrum wirkt in Verbindung mit den offenen Turmlinien entscheidend. — 8) Damit entschließt sich Schlechter einen Bauer aufzugeben. Die Alternative 15. ... eXd. 16. DXd 4, b6 (es drohte sowohl TXa 7 als auch Dd4—d 5t Xb 7) 17. S g 5! war aber noch schlimmer. — #) Falls 16. ... SXe 5 so 17. SXe 5, dXe. 18. D e 5f nebst 19. DXe5. — "') Damit wird der Bauer gewonnen, denn zieht der L d 7, so fällt nach zweimaligen Tausch auf d 8 der Bauer a 7. — u) Schlechter sucht mit diesem Qualitätsopfer noch eitle praktische Chance, denn bei ruhiger Verteidigung ist sein Spiel ganz aussichtslos. Salwe wehrt aber den folgenden Angriff leicht und sicher* ab. — *2) 23. .. T f 6 scheitert an 24. T g 5, T h 6. 25. D g 2 usw. Der Rest ist leicht verständlich. — ,a) Eine in ihrer präzisen Einfachheit klassisch wirkende Partie, die allgemein als Vorbild für die Behandlung dieser Variante angesehen wird. Französische Partie. Weiß: Burn. Schwarz: Salwe. (Gespielt im II. Turnier zu Karlsbad 1911.) 1. e 2—e 4 e 7—e 6. 2. d 2—d 4 d 7—d 5. 3. S b 1—c 3 S g 8—f 6. 4. Lei—g5 L f 8—e 7. 5. e 4—e 5 Sf6—d 7. 6. L g 5Xe 7 Dd8Xe7. 7. L f 1—d 3 a 7—a 6. 8. S c 3—e 2 c 7—c 5. 9. c 2—c 3 S b 8—c 6. 10. D d 1—d 2 b 7—b 5. 11. f 2—f 4 S d 7—b 6. 12. Sgl—f3 c5—c4. 13. Ld3—c2 b 5—b 4. 14. 0—0 a 6—a 5. 15. S e 2—g 31) g 7—g 6. 16. T a 1—e 1 a 5—a 4. 17. f 4—f 5a) e 6Xf 5. 18. e 5—e 6 Lc8Xe6. 19. Lc2Xf5 g 6Xf 5. 20. S g 3Xf 5 D e 7—c7!3). 21. D d 2—g 5 Ke 8—d 7f«), 22. c 3Xb 4 T a 8—g 8!"’). 23. Dg 5—h5 Kc7—c8. 24. b4—b5 S c 6—d 8. 25. S f 3—e 5 h 7—h 6. 26. Dh5—e2 Tg 8—g 5. 27. Sf 5—g 3 Th 8—g8. 28. De 2— d2 h 6—h 5. 29. T f 1—f 2 h 5—h 4. 30. Sg3—fl h 4—h 3. 31. g 2—g 3 Tg 5—f5. 32. T f 2—e 2 K c 8—b 8 und Schwarz gewann durch den Mehrbesitz der Figur. Stellung nach dem 21. Zuge von Schwarz, Schwarz: Salwe. abedefgh Weiß: Burn. Anmerkungen: *) Die erreichte Stellung ist für die gewählte Variante typisch. Beide Teile greifen heftig an, wobei sich ein kleines Plus zugunsten des Anziehenden ergibt, da sein Angriff gegen den König gerichtet ist. Die beiderseitigen Hebelpunkte für den Durchbruch sind f 5 und b 4, In dieser Hinsicht ist zwar Schwarz voraus, da er bereits b 4 gezogen hat, dafür hat er aber im Gegensatz zum Anziehenden weniger Figuren im Spiel. Weiß hätte daher Zeit gehabt, den Durchbruch (f 5) auch noch mit g 2—g 4 vorzubereiten. Er plant statt dessen einen kombinativen Figurendurchbruch, der aber von Schwarz raffiniert widerlegt wird, — 2) Damit ist die Krisis herangereift. Der Durchbruch ist für Schwarz überaus gefährlich, jedoch nicht ganz korrekt. — 3) Beginn der Verteidigungsaktion. Der Damenzug mußte fein und weit berechnet sein. — 4) Wieder ein feiner Zug als Ergänzung des vorigen. Die eigentliche Pointe ist folgende: 22. TXe 6, fXe. 23. D g 7f, K c 8. 24. DXh 8f, Kb7 nebst 25. ... eXf und Schwarz behält bei nunmehr gesicherter Stellung eine Figur mehr. Damit ist also die Burnsche Kombination — welche letzten Endes auf dem weiteren Qualitätsopfer 22. TXe 6 usw. beruhte — widerlegt und Schwarz gewinnt ohne Schwierigkeiten, — 5) Natürlich nicht 22. ... SXb4? wegen 23. D e 7f nebst 24. DXb 4 und Weiß hat Gewinnstellung. Rätselecke Redigiert von Jöto. v. 1 2 3 4 5 6 7 1 8 9 K ,0! /' 11 1.2 13 ■ 14 1 15 ■ 16 17 1 1“ 19 « 20 | ■ 21 r 22 23 ■ m 24 25 »■ 27 28 ■ 29 30 IM» H 31 32 33 ■!» ■ 35 36 31? ■ 38 | 39 ■ 40 41 1,2 ■ 43 | 44 ■ 45 | 48 , 47 ■ 48 49 50 L 51 L 1 1 1 52 f Wagrecht: 1. Weibl. Bibelgestalt. —• 4. Engl. Untertan. — 7. Letztwillige Verfügung. — 9. Nebenfluß des Rheins. — 10. Bischofsmütze. — 12. Gewebe. — 14. Geschäft, Lokal. — 16. Paradies. — 18. Blutgefäß. — 20. Engl. Anrede. — 21. Nord. Göttergeschlecht. — 22. Griech. Liebesgott. — 24. Stadt in England. — 25. Orient, männl. Vorname. — 27. Alkohol. Getränk. — 28. Figur aus dem Nibelungenlied. — 29. Fluß in Deutschland. — 30. Farbe. — 31. Zähe Flüssigkeit (Honig). — 33. Oest. Feldherr (gest. 1741). — 35. Edelgas. — 37. Körperteil. — 38. Fragewort. — 40. Fluß (span., Mehrzahl). — 42'. Früheres Kleidungsstück. — 43. Steuermann, Flieger. —■ 45. Vogel. — 46. Weibl. Vorname. — 48. Stille, ruhig. — 50. Ital. Diktator. — 51. Vorname einer amerikanischen Filmdiva. — 52. Prophet. Senkrecht: 1. Franz. Artikel (Mehrzahl). — 2. Männl. Haustier. — 3. Gebirge in Nordafrika. — 4. Stets, jedesmal. — 5. Sauber, nett, — 6. Vorsilbe. — 7. Stierkämpfer. — 8. Schatz, Geldschrank. — 9. Zeitrichtung, -anschauung. — 11. Engl.'Hafenstadt am Golf von Arabien, — 13. Ital. Musiknote, — 15. Artikel. — 17. Franz, Präposition. — 19. Gründer Roms. — 21. Künstlerwerkstätte. — 23. Teufel. — 24. Laufen, hasten. — 26. Späte Einsicht (poet.) — 27. Vorwort, — 30. Arzneimittel. — 32. Bek. Schauspieler. — 33. Wall. — 34. Flüssiges Fett. — 36. Musikzeichen. — 37. Ausruf. — 38. Grasfläche. — 39. Was der Schauspieler lernen muß. — 41. Abkzg. für Summa. — 43. Stadt in Italien. — 44. Stück von einem Ganzen. — 47. Alkohol. Getränk. — 49. Abkzg. für „in nomen Jesu". Redaktionsschluß und Schluß der Inseratenannahme Montag um 4 Uhr nachmittags. Magische Figur i ii Magisches Quadrat I: 1. Nebenfluß der Donau. — 2. Vorfahre. — 3. Gegen. — 4. Axt, — Magisches Quadrat II: 1. Kunstgöttin. — 2. Seit. Metall. —■ 3. Angegessen. — 4. Schwimmvogel. —• Magisches Quadrat III: 1. Schubfach. — 2. Lebhaft. — 3. Weibl. Bühnenstar. — 4. Schwung. — Magisches Quadrat IV: 1. Blume. — 2. Kellner. — 3. Hilfszeitwort. — 4. Weibl. Vorname. — Magisches Quadrat V: 1. Musikzeichen. — 2. Fluß in Deutschland. — 3. Stück von einem Ganzen. —‘ 4. Baum. Ffillrätsel 1 I 11 2 3 I n 5 6 ■ 7 8 9 aas a a b b c c c d d e e e 1. Artikel 2. Möbelstück 3. Fisch 4. Name für die ältesten Christen 5. Mit Gewalt zerteilen 6. Landwirtschaftliche Tätigkeit 7. Obstart 8. Vormittagsveranstaltung 9. Soldatenabteilung hhhhiiillmnnnnnprrrrsstttyz. f Aus obigen Buchstaben sind 9 Wörter von der daneben angegebenen Bedeutung einzusetzen, so daß die senkrechten Reihen I und II eine neue Oper von Richard Strauß ergeben. Auflösungen der Rätsel in Nummer 24 Kreuzworträtsel: Wagrecht: 3. Mabel. 6. Vater. 10. Tarok. 11. Sk. 13. Lager. 15. Elan. 16. Warm. 18. Lese. 19. Rad. 20. Detail. 22. Les. 23. Register. 25. Adam. 27. N. S. 28. Aera. 30. Iser. 31. Ende 32. Beet. 33. Ta. 35. Denn. 37, Negieren. 40. Nur. 42. Ritter. 43. Arg. 45. Iden. 47, Nana. 48. Wade. 49. Leber. 51. Na. 52. Taler. 53. Reuen. 54. Besen. — Senkrecht: 1, Lek. 2. Wal. 3. Malaga, 4. Arad. 5. Bon. 7. Tal. 8. Egel. 9. Reseda. 10. Ter. 11. Satin. 12. Krass. 14. Res. 16. Weg. 17. Mit. 20. Demeter, 21, Leander. 23. Rasen. 24. Reden. 26. Die. 29. Ren. 32. Bruder. 33. Titan. 34. Aetna. 36. Norden. 38. Gin. 39. Rea. 40. Nil. 41. Rebe. 43. Aale. 44. Ger. 46. Neu. 48. Was. 50. Reh. 51. Tee. Mosaikrätsel: Nie ist die weibliche Stimme schöner als im Trösten. (Jean Paul.) Magisches Quadrat: 1. Hager. 2. Adele. 3. Geben. 4. Eleve. 5. Renee. Scherz und Humor Geschäft und Vergnügen Bankier M e n k u s, in Berliner Börsenkreisen durch seinen schlagenden Witz einst sehr populär, pflegte sich im koscheren Restaurant Berg inbrünstig den Freuden des Essens hinzugeben, wobei er jede Störung sehr übelnahm. Eines Tages wollte ihn, als er gerade dinierte, ein guter Freund begrüßen, der an seinem Tisch vorbeiging. „Warten Sie bis zur Geschäftszeit!" schrie Menkus wütend und aß, ohne aufzusehen, weiter. Immer, wenn. Bei den meist improvisierten Künstlerabenden, die der gastfreie Baron Haas in seinem Wiener Palais veranstaltete, herrschte ungezwungene Fröhlichkeit. Ein regelmäßiger Gast war der Generalintendant der Hoftheater, Baron Plappart, ein geradezu aufreizender Würdetepp. Als er sich eines Abends zum Fortgehen anschickte, trat der Cellist Heinrich Grünfeld auf ihn zu und sagte: „Schade, Exzellenz, daß Sie schon gehen. Immer, wenn Sie fort sind, beginnt es erst gemütlich zu werden!" Wir laden Sie höfl. ein, unsere Schaufenster zu besichtigen! Wenn Sie unsere ausgestellten Seidenwaren sehen, werden Sie von den aparten, geschmackvollen Dessins ebenso entzückt sein, wie von den erstaunlich niedrigen Preisen für die erstklassigen Qualitätswaren. Wir führen selbstverständlich auch die allerfeinsten Seidensorten, haben aber auch in den kleinsten Preislagen wirklich gute und schöne Ware. Wir begnügen uns mit einem sehr geringen Aufschlag zu unseren Gestehungskosten, um einen möglichst großen Umsatz zu erzielen. Daher kaufen Sie bei uns so gut und billig, wie kaum noch irgendwo. Ueberzeugen Sie sich durch einen unverbindlichen Besuch. 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