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Die Stimme · 1928-06-21 · Heft 25 (21.6.1928) · page 7

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Journal
Die Stimme
Volume
1 (1928)
Issue
Heft 25 (21.6.1928)
Date
1928-06-21
Page
– (sequence 7)
Language
German
Belongs to
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Nr. 25 PIE STIMME Seite 7 scbaft zugleich mit dem Antisemitismus, dessen Exponenten die deklassierte russische Großbourgeoisie, ehemalige zaristische Offiziere und Staatsbeamten waren, auch die Konterrevolution zu unterdrücken hofften und daher kein Mittel unversucht ließen, um dieses Ziel zu erreichen. Heute aber werden die antisemitischen Exzesse zumeist schon von Angehörigen der neuen, herrschenden Klasse, von kommunistischen Studenten und Arbeitern, veranstaltet, gegen die die herrschenden Genossen es nicht recht wagen können, mit der erforderlichen Energie, die sie früher an den Tag legten, einzuschreiten.“ * Baifour-Dekjaration und Moses-Deklaration. Der bekannte christlich-arabische Schriftsteller Michel Sarkis hat jüngst ein Buch über „das neue Erez Israel“ veröffentlicht, in dem der Verfasser die großen Verdienste des Judentums für die Erneuerung des Landes hervorhebt und unter anderem ausführt. „Erez Israel war in der Vergangenheit das Vaterland der Juden, die Heimat König Davids und Salomos und das Zentrum der hohen prophetischen Kultur, die der Menschheit ewige, unzerstörbare Werte geschenkt hat. Wenn wir die historische Wahrheit nicht verfälschen wollen, so müssen wir ehrlicherweise zugeben, daß Erez Israel das Land der Juden war und sein soll. Diejenigen Araber, die nicht müde werden, gegen die Balfour-Deklaration zu protestieren, müßten bedenken, daß die Juden lange vor. Balfour eine Moses-Deklaration erhielten, die ihnen Erez Israel als nationale Heimstätte verhieß. Palästina war einst ein mächtiges Land und nichts hindert uns, seinen alten Glanz zu erneuern und zu erhöhen, wenn die Einwohner Erez Israels, Mohammedaner, Juden und Christen, in einträchtiger, brüderlicher Freundschaft leben werden. Wer diese Harmonie stört, ist nicht würdig, die Luft des heiligen Landes zu atmen.“ * . . Und neues Leben bläht auf den Ruinen . . .“ In einem Briefe aus Florenz an den Jerusalemer „Haarez“ heißt es: „Ein neuer jüdischer Geist beginnt allmählich in die Festung der jüdischen Assimilation einzudringen. Erst vor kurzem noch konnte der Vorstand der florentinischen Judengemeinde öffentlich erklären, daß das italienische Judentum den Zionismus entschieden ablehne und daß es für die italienischen Juden keine höheren Ideale gebe, als den Faschismus und den italienischen Nationalchauvinismus. Heute kann man bereits feststellen, daß die jüdische Jugend Italiens sich immer mehr auf das Judentum zu besinnen beginnt. Bei der Schlußfeier der jüdischen Gemeindeschulen, die bisher im Geiste der Assimilation geführt wurden, erhielt die neue Wendung in der Entwicklung des italienischen Judentums glänzenden Ausdruck. Nebst der faschistischen Hymne, die in früheren Jahren der jüdischen Feier ihren Charakter verlieh, hörte man jetzt zum erstenmal auch die jüdische Hymne und zahlreiche hebräische und palästinensische Lieder, die deutlich genug bekunden, daß die „entschiedene Ablehnung des Zionismus" von der jüdischen Jugend — entschieden abgelehnt wird." Jüdische Siedlungen in Australien. Innerhalb der jüdischen Bevölkerung Melbournes entstand in letzter Zeit eine lebhafte Bewegung, deren Ziel die Ansiedlung jüdischer Familien auf australischem Boden ist. Für die Verwirklichung dieses Zieles werden Geldsammlungen veranstaltet, die, nach Blättermel- Der Antisemit respektiert auch den Tod nicht Gegenüber den Toten herrscht unter gesitteten Völkern und Gesellschaften, mögen sie sich auch sonst noch so sehr bekämpfen, eine Art pietätvollen Burgfriedens. In vielen Ländern und Städten dokumentiert sich das in dem respektvollen Gruß, der auch dem unbekannten Toten, der im Leichenwagen vorbeigeführt wird, geleistet wird. Der Antisemit, der etwas auf sich hält, schert sich um solche Aeußerungen der Gesittung den Teufel' und bleibt auch dem Tod gegenüber der Rohling, der ihn ja zum Antisemiten werden ließ. In Szatmar wäre es aber einem solchen antisemitischen Häuptling während des Leichenbegängnisses des weit über die Grenzen der Stadt berühmt gewesenen Oberrabbiners Lazar Grünwald fast sehr übl ergangen, wenn die Juden nicht kaltes Blut bewahrt hätten. Die ganze Stadt, Juden und Christen, auch die Rumänen, nahm an der Trauer der Judengemeinde auch äußerlich teil. Sämtliche Geschäfte der Straßen, durch die der Leichenzug sich bewegte, waren geschlossen. Aber in der unmittelbaren Nachbarschaft des Trauerhauses hat ein solcher antisemitischer Kerl namens Jelinek eine Hutmacherwerkstätte, der den Helden spielen wollte. Er stellte sich mit seinem ganzen Personal in die Türe seines Geschäftes und als die Leiche vorübergetragen wurde, brachen die Gesellen in lautes Lachen aus. Unter den Juden, besonders unter der jüdischen Jugend, machte sich eine nervöse Gereiztheit bemerkbar und nur der Besonnenheit der älteren Juden war es zu danken, daß es zu keiner Panik kam. Die Empörung gegen den antisemitischen Hutmacher war eine allgemeine. Das Präsidium der jüdischen Gemeinde hat gegen den Rohling und sein Personal die Strafanzeige erstattet. Antisemitische Beeinflussung der Gerichte Wenn Antisemiten ein jüdisches Opfer heischen, so ist ihnen nichts heilig und sie kennen kein Hindernis, das ihnen den Kopf des Juden vorenthalten könnte. Wir kennen eine ganze Serie solcher Fälle von antisemitischer Beeinflussung der Gerichte in Europa. Nun kommen auch aus Amerika häufige Meldungen über Versuche, das Gericht durch verschiedene publizistische Mittel, die in Amerika viel rücksichtsloser und eindringlicher angewendet werden als in Europa, einzuschüchtern und zue Verurteilung eines jüdischen Angeklagten förmlich zu zwingen. Da ist der Jude Henri Hof f mann, der unter schwerer Mordbeschuldigung steht. Es ist der notorische Indizienprozeß und Hoffmann steht schon zum dritten Male vot seinen Richtern, ohne daß das Gericht zu einer endgültigen Entscheidung gelangen könnte. Warum? Das erfahren wir aus dem Beschluß des Obersten Gerichtes, laut welchem dem Ansuchen des Verteidigers, die dritte Verhandlung in diesem Prozeß, in. welchem es um den Kopf des Angeklagten geht, nicht in Staten-Island durchführen zu lassen, sondern ein Gericht in einem anderen Landesgerichtsbezirke zu delegieren, Folge gegeben wird. Und was in Amerika selten der Fall ist — das Haben Sie Schmerzen! Laidm Sla an Rheumatismus, Ischias oder Obstipation! Dann lassen Sie sich von Ihrem Arzt tonisieren! Lesen Sie die Broschüre Was 100 hervorragande Ärsta Uber den „Ionisator“ sagen. Schon nach der ersten Behandlung, selbst beim größten Schmerz, verspüren Sie bedeutende Linderung und Schmerzfreiheit und nach mehreren Behandlungen Heilung. Die Behandlung wirkt wohltuend und unmittelbar kräftigend. Der Organismus selbst verspürt angenehme wellenartige Ströme mit Überlagerungswellen, wodurch eine unwillkürliche rhythmische Außen- und Innengymnastik sichtbar und fühlbar stattfindet. Auskünfte erteilt Firma Tonlsator Comp. A. Holpern Wien III, Hagergasse 10 Tel. 92-0-13 düngen, in wenigen Tagen fünfzigtausend Pfund als erstes Teilergebnis brachten. Die australische Regierung hat sich bereit erklärt, die jüdische Siedlungsbewegung nach Kräften zu fördern. Vor fünfzehn Jahren wurden die ersten Anfänge gemacht. Es wurden damals einige arme jüdische Familien angesiedelt, die es in dieser kurzen Zeit zu blühendem Wohlstand gebracht haben. « Ueber die Erleichterung der Alijah schreiben die palästinensischen Blätter: „Es muß mit Genugtuung vermerkt werden, daß die Regierung sich endlich entschlossen hat, die bisherige Drosselung der palästinensischen Einwanderung abzubauen. Die Erleichterungen, die Lord Plumer den Vertretern der Zionistischen Exekutive in Aussicht gestellt hat, können wohl noch lange nicht als restlose Befriedigung unserer berechtigten Ansprüche angesehen werden. Wir stehen auf dem Standpunkt, daß die Regierung auch das Einwanderungsverbot für Arbeiter aufheben müßte. Die seinerzeitigen Gründe, die für die Erlassung dieses Verbotes maßgebend waren, bestehen heute längst nicht mehr und es gibt keine vernünftige Erklärung für dessen weitere Aufrechterhaltung. Gleichwohl aber ist anzuerkennen, daß die Regierung den ersten wichtigen Schritt getan hat, indem sie der absolutistischen Machtvollkommenheit des obersten Immigrationskommissärs und dem Unrechte ein Ende bereitet hat, wonach es bisher einem palästinensische^ Einwohner untersagt war, seine ungehörigen Familienmitglieder ins Land zu bringen.“ Oberste Gericht anerkannte auf Grund der Untersuchung, daß die Zeitungen von Staten-Island eine antisemitische Hetze gegen den jüdischen Angeklagten geführt haben und noch führen und daß die Bevölkerung bereits so sehr gegen die Juden verhetzt ist, daß nicht zu erwarten sei. daß das Gericht seine Entscheidung von außen unbeeinflußt treffen würde. Es ist sehr betrüblich, daß die hakenkreuzlerischen Methoden der europäischen antisemitischen Presse nunmehr auch in Amerika Eingang gefunden haben. Beruhigend ist allerdings, daß die amerikanischen Richter, obgleich sie als gewählte Beamte nicht mit den Attributen der Unabhängigkeit ausgestattet sind wie die europäischen Richter, aus Menschlichkeit und aus Respekt vor den Gesetzen der Rechtsbeugung durch eine judenfeindliche Presse energisch entgegentreten. Exportierte Judenfreundlichkeit. Wenn antisemitische Staatsmänner, Urheber eines judenfeindlichen Regimes in ihrem Lande, ins Ausland reisen, nehmen sie sozusagen europäisches Gepäck auf ihre Reise mit Alles, was balkanisch, russisch oder asiatisch erscheinen könnte, wird daheim gelassen, denn die Staatsmänner kleiner, im Wachstum zurückgebliebener Staaten reisen nur dann ins Ausland, wenn sie einen Bettelgang machen müssen und dem Bettler ziemt es nicht, auch als Gast den Bramarbas zu spielen. Man zieht philosemitische Garderobe an, und erklärt die Unstimmigkeiten mit den Juden daheim als das Produkt der Unersättlichkeit der Juden in ihren Forderungen an die Regierung. Ungarische Staatsmänner sind im Auslande die süßesten Philosemiten, rumänische Staatsmänner sind, wenn sie ins Ausland kommen, überschwenglich im Lob der Juden und nun hat auch der kleine litauische Diktator Waldemaras nach dem gleichen Rezept in London blutige Tränen darüber vergossen, daß seine Juden daheim so uneinig seien, in ihren allerdings unerfüllbaren Forderungen, daß ihm das Herz blute, wenn er gezwungen sei, alle ihre Forderungen abzulehnen. Auch schmerze es ihn ebenso aufrichtig, wie es den ungarischen Kultusminister schon Jahre hindurch schmerzt, einen wirtschaftlichen und sozialen Ausgleich durch den Ruin jüdischer Existenzen herbeiführen zu müssen, und selbst sein größter Feind sei nicht imstande, ein litauisches Gesetz zu nennen, welches die Juden in Litauen von den öffentlichen Aemtern ausschließt. Jeder Jude kann nach den litauischen Gesetzen jedes öffentliche Amt bekleiden. Mein Gott, er kann, aber muß nicht. Und mit diesem bedenkenlosen judenfeindlichen Philosemitismus gehen die kleinen Diktatoren in der Welt hausieren und möchten noch, daß die Juden der ganzen Welt ihnen das Geld für ihre Diktatur beistellen. Horpynka, der deutscharische Rassenschützler Es gibt nichts über die Rassenreinheit der im Hakenkreuz vereinigten deutschen Rassenschützler. In ihrem Kampfe um ihre eigene Rassenreinheit und gegen den übrigens schon längst abgeflauten Versuch der Juden, diese Reinheit der deutschen Rasse anders als durch die Mehrung der deutschen Kulturwerte zu trüben, ist diesen Rassenhelden kein Mittel schlecht, genug. Mutig wie immer setzen sie in diesen ihren Kampf Leben und Gesundheit — der anderen — gerne aufs Spiel, wenn1 sie sich einer mehrfachen zahlenmäßigen Ueberlegenheit und: auch davor sicher fühlen, daß ihnen die Hüter des Gesetzes, nicht in den Arm fallen. Das war auch das Leitmotiv des feigen Ueberfalles der deutschen Hörer an der B r ü n n e r deutschen Technik, auf die in verschwindender Minderheit befindlichen jüdischen Kommilitonen im November des vorigen Jahres. In der Aula dieser deutschen Hochschule fühlten sieb, die deutschen Studenten, die ja jetzt selbst Mitglieder einernationalen Minderheit sind, überaus sicher, umsomehr, als ja der ganze Konflikt damals die Folge des offenkundig antisemitischen Verhaltens des Rektors der Techn i k gewesen ist. Die jüdischen Hörer hielten sich selbst der numerischen Uebermacht gegenüber sehr tapfer und als der Konflikt sich auch außerhalb der Hochschule fortsetzte, mußten die hakenkreuzlerischen Studenten die bittere Erfahrung machen, daß die heutige jüdische Jugend den Willen, die Kraft und den Mut besitzt, ihre Gegner mit blauen Augen und blutigen Köpfen heimzuschicken. Der antisemitische Skandal an der Brünner Technik hatte damals selbst in manchen deutschen Kreisen sehr unangenehmen Eindruck gemacht. Sie waren sich dessen bewußt, daß es eine grenzenlose Dummheit und bodenlose Gemeinheit ist, zu gleicher Zeit wegen der eigenen Minderheitsrechte von' Pontius zu Pilatus zu rennen und einer noch schwächeren Minderheit den Herren zeigen zu wollen. Aber den echten wahren Antisemiten ficht weder Dummheit noch Gemeinheit an, er wäre ja sonst kein Antisemit. Und so kam es, daß die Führer der hakenkreuzlerischen Studenten an der Brünner Technik durch ihren rassenreinen Stammesbruder den Abgeordneten Horpynka, im Prager Parlament den Minister für Schulwegen interpellieren ließen, warum er „die Herrschsucht der zionistischen Studenten“ an der Technik, die schuld an jenen Krawallen gewesen seien, dulde und ob er gewillt sei, gegen diese jüdische Zudringlichkeit die schärfsten Maßnahmen zu ergreifen. Infolge der Saumseligkeit des Rektors der Brünner deutschen Technik kam der tschechoslowakische Minister für Schulwesen erst jetzt dazu, die Neugierde des deutschnationalen Abgeordneten Horpynka zu befriedigen. Die Antwort fiel sehr lakonisch aus, verrät jedoch die wahre Situation und auch das wahre Gesicht des deutschen Rektors. Der Minister erklärte kurz und bündig, daß die Aufrechterhaltung der Ruhe und Ordnung an den Hochschulen, also auch an der deutschen Technik in Brünn, dem Rektorat und dem Professorenkollegium obliege. Weder das Rektorat, noch das Professorenkollegium in seiner Gesamtheit haben es jedoch in dem vom deutschnationalen Abgeordneten Horpynka vorgebrachten Falle notwendig erachtet, von ihrer Disziplinargewalt gegen die angeblich allein schuldigen zionistischen Hochschüler Gebrauch zu machen. Der Minister für Schulwesen sehe daher auch keinen Anlaß zu besonderem Einschreiten. Diese ministerielle Antwort ist wohl zu politisch stilisiert, aber die Ohrfeige sowohl für die deutschen Hakenkreuzler als auch für ihren deutschen Vertreter Horpynka ist genug deutlich fühlbar. Die Erklärung sagt nämlich, solange die jüdischen Studenten in der Aula in der Minderheit waren, da hat das Rektorat sich nicht gerührt. Als sie dann von den Zionisten verprügelt wurden, da hatte der Rektor wohl auch nicht den Mut, selbst einzuschreiten, weil er ja seine eigene Schuld und die Schuld der von ihm verhetzten Studenten genau kannte. Aber er schickte den deutschen Bruder Horpynka ins Treffen und auf diesen Leim wollte der Bildungsminister der tschechoslowakischen Republik doch nicht gehen. Der „Ehrentitel“ des Antisemiten In den monarchistischen Ländern gibt es viele Menschen, die von Ehrgeiz getrieben, ihr ganzes Leben lang für ihre Visitenkarte und ihren Partezettel arbeiten. Je mehr Titel, und seien es auch die unsinnigsten Ehrenbezeichnungen, eine solche Visitenkarte aufweist, desto höher steht der Betreffende in seinem Eigendünkel und in den Augen des Kreises der der von ihm Abhängigen. Aber immerhin sind es ehrenwerte Männer gewesen, die in ihrem kleinen Kreis, wenn auch aus Reklamesucht, Wohltaten ausgeübt haben. Diese eitlen Menschen, angeborene Titelsucht wird jetzt auch von den Antisemiten geübt, aber hier wird die Ruhmsucht zur krankhaften Prahlerei mit blutigen Schandtaten, deren sich der Betreffende dank einer nachsichtigen Justiz ungestraft rühmen darf. Wie so manche Errungenschaft auf dem Gebiete der ausgesuchtesten Form des Judenhasses, so ist auch diese antisemitische Titelsucht von rassenschützlerischen Studenten in Rumänien ausgeheckt worden. Immer häufiger findet man in der Cuzisten- Presse in Rumänien Artikel mit Namensbezeichnungen, wie wir sie in einer der letzten Nummer des schandbaren Antisemitenblattes „Apararea Nationala“ gefunden haben. Hier muntert ein Student namens Prajescu die rumänische Jugend zu unerbittlichem Judenhaß auf und damit die Leser sehen, daß sie es mit einer Autorität auf dem Gebiete judenfeindlicher Schändlichkeiten zu tun haben, fügt Prajescu seinem Namen auch die Ehrentitel an: „Vost la Oradea Mare, Detinut apei la Jilava etc. etc.” (gewesen in Oradea Mare, dann in Jilave verhaftet usw.) „Gewesen in Oradea Mare!" In diesen vier Worten ist ein blutiges Kapitel der Leidensgeschichte der Juden enthalten. Sie erinnern an die Schreckenstage von Großwärdein, als Hunderte von antisemitischen Studenten die Judengassen plünderten, Juden mißhandelten und die Synagogen schändeten. Dieser Schandtat rühmt sich dieser Bube, daß' ist sein Ehrentitel. Wie arg muß dieser Lump in Oradea Mare gewütet haben, wenn er sieh auch mit zweiten Ehrentitel brüsten darf, in Jilava verhaftet gewesen zu sein. Sehr weh wird ihm diese Haft sicher nicht getan haben. Auch abschreckend Antisemitenspiegel

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