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Die Stimme · 1928-06-07 · Heft 23 (7.6.1928) · page 10

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Journal
Die Stimme
Volume
1 (1928)
Issue
Heft 23 (7.6.1928)
Date
1928-06-07
Page
– (sequence 10)
Language
German
Belongs to
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Seite 10 DIE STIMME \ r. Bilderschwemme KUNSTHANDLUNG WÜRTHLE Wien I, Weihburggasse 9 Bilder, Aquarelle, Handzeichnungen prominente t Meister von 30 Schilling aufwärts st: BÜCHERSTUBE H. RATH il t: :i____ % H. TABORSTRASSE 20 a, TELEPHON R-43-1-58 :: si _ I* »a - - 1} MODERNE LITERATUR / WISSENSCHAFT f! il JUOENDSCHRIFTEN / JUDAICA UND HEBRAICA U keit vergessen zu machen, uns zu neuer Lebensenergie anzuspornen. Darum ist die Musik nicht nur eine vornehme Unterhaltung, sondern, vor allem ein ungeheurer kultureller Faktor von einflußreichster Bedeutung. Das unbeständige Leben der Stadt und ihre verschiedenen, teils vulgären Vergnügungen, drängen den Stadtmenschen leider immer mehr und mehr von ernster Musik ab. Die Menschen jedoch, die auf dem Lande, in steter Berührung mit der Natur leben, reagieren auf musikalische Erlebnisse besonders intensiv. Dort verwandelt sich die Tätigkeit des Künstlers in einen „freudigen Dienst". So war es vor kurzem in D a g a n i a nach dem schweren Erdbeben. Es gibt, glaube ich, keine Elementarkatastrophe, welche dem Menschen in so schmerzlicher Weise und mit derartiger Deutlichkeit seine Hilflosigkeit fühlbar macht, wie das Erdbeben. In zwei oder drei Sekunden, in einer Erschütterung der Erde, erlebt man eine Ewigkeit, der gegenüber alles übrige nichtig und unbedeutend erscheint. Ein Augenblick — und Tausende von Leben sind vernichtet. Umso gewaltiger war der Kontrast unseres Konzertes in Dagania. Die Bevölkerung beider Kolonien füllte den Speisesaal. Sofort enstand jene Stimmung, die dem Künstler das beglückende Bewußtsein schafft, daß es im Lande ein Auditorium gibt, vor dem sich zu offenbaren eine wahre Freude ist. „Feiertage" sind im Leben ebenso wichtig wie der „Arbeitsalltag". Die Bedeutung des Sabbat als „Ruhetag" zu erörtern, ist wohl überflüssig. Aber solche Feiertage wie Purim oder das Erntefest müßten einen ausgesprochen volkstümlichen Charakter annehmen. Volksfeste schön zu gestalten ist eine schwierige Aufgabe, die die Mitwirkung sämtlicher Künstler des Landes erfordert. Ueber Volksfeste in Palästina sprach ich jüngst mit Chawer S w a r a j in Ejn-Charod und wir waren uns einig, daß ein solches Fest die ganze jüdische Bevölkerung des Landes noch mehr vereinen würde. Um das zu erreichen, muß ein solches Fest von künstlerischen Intentionen getragen sein, nicht am Schwuot-Tage, sonder tags darauf stattfinden und von Musik, Tanz und Gesang begleitet werden. Ich habe bereits die notwendigen Schritte unternommen und eine Anzahl Mitarbeiter und Mitwirkender gewonnen. Der Plan ist entworfen und wir gehen an seine Verwirklichung. Ein Fest der Bauern und Arbeiter in E m e k, es wäre ein Symbol des neuen, freien Lebens des jüdischen Volkes! (Aus dem Russischen von J. Stutschewsky.) Touristen- und Studienreisen nach Palästina Das Zionistische Landeskomitee für Oesterreich hat am Baseler Kongreß im Einvernehmen mit den maßgebenden Kreisen der Exekutive in London und Palästina und auf Grund eines Uebereinkommens mit verschiedenen Landesorganisationen, den Beschluß gefaßt, jährlich Studien- und Touristenreisen nach Palästina zu unternehmen. Die erste Reise findet im Februar oder März 1929 statt. Für diese Reise liegen aus Oesterreich und dem Auslande bereits zahlreiche fixe Anmeldungen vor, sodaß sie unbedingt gesichert ist. Die Abfahrt erfolgt ab Triest, Mit der Palästinareise ist auch ein Aufenthalt in Aegypten (Alexandrien, Kairo, Pyramiden, Memphis) verbunden; auf der Rückfahrt wird Venedig berührt. In Palästina werden unter fachmännischer Führung alle sehenswerten Städte und Siedlungen, die Schöpfungen der modernen Industrie, die landwirtschaftlich wichtigen Punkte sowie die historischen Stätten, besichtigt. Geraume Zeit vor der Abfahrt werden instruktive Vorträge stattfinden, um alle Teilnehmer mit dem Lande schon im voraus vertraut zu machen. Das Unternehmen ist keineswegs auf Gewinn berechnet und werden die weitgehenden Begünstigungen, die durch die Veranstalter bewirkt werden, ausschließlich den Reiseteilnehmern zugute kommen. Um den weitesten Kreisen die Beteiligung zu ermöglichen, ist auch eine Bezahlung der Reise- und Aufenthaltskosten in Teilbeträgen möglich. Die genaue Summe wird in Kürze verlautbart. Anmeldungen und Anfragen zu richten an: Zionistisches Landeskomitee für Oesterreich, Wien, I„ Kärntnerstraße 28. PIHWHBtHTHTTynnTHylTnTnyfrnTTTHTTHnTffTHnTffnTnTTBnTBffWfWTnTWWWBHBTffIBniRWIBBBHITHBHIfW C 4IEA Jede Ta*chB*»uhr-Repara- 1 9 «9 9U tur ohne Bruch bei 1 -jähriger | MAP -jähriger 1 Garantie Wien, IX., Liechtensteinstraße 30 | | ■ arm ar Wien, IX, Berggasse 3/4a | Uhren- und Antiqultäten-Klinlk, Optische Werk- I Stätte. Reklameatelier. j Alle einschlägigen Reparaturen und Neuanschaffungen § | zu konkurrenzlosen Preisen. Miszellen Die Geburten- und Sterblichkeitsziffern in Palästina. Die statistische Abteilung der Zionistischen Palästina-Exekutive hat eine Aufstellung über die Geburts- und Sterbeziffern der verschiedenen Bevölkerungsschichten in Palästina für das Jahr 1926 veröffentlicht. Danach betrug im erwähnten Jahre die Zahl der Geburten bei der jüdischen Bevölkerung 5229 oder 36 Promille, bei der christlichen Bevölkerung 3025 oder 40 Promille, bei der mohammedanischen Bevölkerung 31.949 oder 60 Promille. Ist so'die relative Geburtenziffer bei den Juden die kleinste, so haben diese auch auf die kleinste relative Sterblichkeitsziffer hinzuweisen. Die Zahl der Todesfälle betrug im gleichen Jahre bei der jüdischen Bevölkerung 1782 oder 12.1 Promille, bei der christlichen Bevölkerung 1355 oder 17.9 Promille, bei der mohammedanischen Bevölkerung 15.185 oder 28.6 Promille. 41 Das Oberste Gericht von Palästina hat das Urteil des Jaffaer Distriktsgerichtes bestätigt, welches bekanntlich entschieden hat, daß der Beschluß des Gemeinderates von Tel- Aviv, wonach die Sabbatruhe in Tel-Aviv für alle obligatorisch sei, weil in Widerspruch zu Artikel 15 des Palästina-Mandates stehend, ungesetzlich sei. Es verlautet, daß die Palästina-Regierung gegen den Beschluß des Obersten Palästina-Gerichtes beim Kronrat in London Berufung einlegen werde. (Die Frage wurde, wie erinnerlich, dadurch aufgeworfen, daß das Magfstratsgericht von Tel-Aviv den jüdischen Ladeninhaber Altschuler, der am Sabbat seinen Laden offen hielt, zu einer Geldstrafe verurteilte und das Distriktsgericht von Jaffa das Urteil aufhob. — Die Red.) Sommersprossen Wlmmetln, Ausschläge itt Haut, Pickel, Sonnenverbrannte Haut, Rote Wangen, Nase und Hfinde usw. bringt sofort zum Verschwinden, die auf wissenschaftlicher Basis hergestellte „Dirn“ Kampfer-Sanerstoff-Creme (matt, ffir Tag) „Dim“ Citrenen-Sauwstoff-Creme (fett, für Nacht) und macht die sprödeste oder rauhe Haut sammetweich u. blendend weiß. Jede Tube S 2'- (beide Tuben S 3*75). Il JetUr Ajotbek«, Erogtri«. FariuBierlc der direkt zu fctkti; „mm" Laborstorlum.Wien 11, OkSTeDenmtr.17 Eine Abordnung früherer jüdischer Legionäre besuchte den Oberkommissär von Palästina, Feldmarschall Lord P l u m e r, und unterbreitete ihm die Bitte der Legionäre, ihnen Staatsboden zuzuweisen, damit sie sich in dem Lande, für das sie geblutet haben, als Kolonisten niederlassen können. Führer der Abordnung war der bekannte palästinensische Arbeiterführer Ben Z w i, Lord Plumer erwiderte der Abordnung, daß er in Anbetracht der Ergebnisse ähnlicher Experimente in anderen Ländern kein besonderes Vertrauen zu einer Sondersiedlung früherer Soldaten habe. Er wolle aber jeden konkreten Vorschlag, den ihm die Ex-Legionäre unterbreiten, einer Erwägung unterziehen. * Der britische Oberkommissär für Aegypten, Lord Lloyd,, ist in Jerusalem eingetroffen. Der Gouverneur des Sinai-Distrikts hat der ägyptischen. Regierung den Plan unterbreitet, einen regelmäßigen Auto- Verkehrsdienst zwischen Aegypten, Palästina und Syrien einzurichten und zur leichteren Durchquerung der Sinai-Wüste einen Schienenstrang für die Automobile durch den ganzen Sinai-Distrikt zu legen. * Die Führer der jüdischen Arbeiterschaft in Palästina, D. Ben Gurion und Berl Katzenelson, erlitten bei einem Autounfall schwere Verletzungen und mußten in das Hospital gebracht werden. Sie befanden sich auf dem Wege nach der jüdischen Kinder-Kolonie Ben Schemen, wo sie einer Beratung der sozialistischen Jugend Palästinas beiwohnen wollten, als in Ludd ihr Auto umkippte. Katzenelson erlitt einen Arm- und einen Beinbruch, Ben Gurion Verletzungen am Kopf und am Arm, * In der arabischen großen Zigarettenfabrik von Karaman, Dick & Salty, die zum Maspero-Konzern gehört, ist ein Streik ausgebrochen, da die Besitzer eine Verlängerung der Arbeitszeit auf 12 Stunden, statt bisher 9—10, einzuführen versuchten.. Die gegen 150 arabischen Arbeiter haben sich an den jüdischen Arbeiterrat um Vertretung ihrer Interessen gewandt. Der Streik dauert noch an, man glaubt aber, daß die Führer der jüdischen Arbeiterorganisation in Haifa mit den Besitzern zu einer gütlichen Einigung gelangen werden. Die jüdische Gemeinde Hofrat Dr. Adolf Schwarz Zum siebzigsten Lehrsemester des Rektors der Wiener Israelitisch-theologischen Lehranstalt, Rektor Schwarz, der am 15. Juli das 82. Lebensjahr erreicht, beschließt gleichzeitig sein siebzigstes Semester an der Israelitisch-theologischen Lehranstalt in Wien. Seine Lehrtätigkeit begann mit der Eröffnung dieser Anstalt, als Schwarz von seinem Rabbinerposten in Karlsruhe nach Wien berufen wurde, um das Rektorat zu übernehmen. Von jener Zeit datiert auch sein erster Ansatz zu seiner berühmten „Wissenschaftlich-hermeneutischen Forschung“, welche er dann im Verlaufe von 25 Jahren in fünf Büchern verarbeitete; damit hat Hofrat Schwarz das Talmudstudium in neue Bahnen geleitet, Nach völkerpsychiologischer Methode ist es ihm gelungen, die logischen Denkgesetze des Talmud — Midoth genannt — von allen sie umgebenden Schlacken zu befreien und den Nachweis zu erbringen, daß das talmudische Denksystem sich der allgemeinen philosophischen Logik anschließt, sodaß beispielsweise der s y 11 o - gistische Schluß hunderte Jahre vor Aristoteles imTalmud als erstes Denkgesetz (Kol-W’chömer) unter den Midoth vorangestellt war. Ebenso ist der I n d u k - tions- und Analogieschluß in den Midoth zu finden. Dieses Pentateuch der Schwarzschen Hermeneutik, welches wohl nur den Gelehrten zugänglich ist, wird erst seine wahre Bedeutung erlangen, wenn eine streng wissenschaftliche Talmudforschung einsetzen wird, wodurch dieses große Schrifttum restauriert und die alte Herrlichkeit wieder erlangen wird. Dies erwartet Schwarz von der Universität in Jerusalem. Die hermeneutische Forschung ist, obwohl sie als schöpferisches Werk den ersten Rang einnimmt, nur eines der vielen Werke von Adolf Schwarz. Da ist beispielsweise ein zweites Riesenwerk die „T o s i f t a“, welche im Jahre 1879 begonnen und bis heute noch nicht abgeschlossen ist. Schwarz, der auch hier neue Wege beschreitet, hat bereits mehr als der Hälfte der Tosifta zu ihrem gebührenden Platze verholfen. Rektor Schwarz, der über fünfzig Jahre im Dienste der Wissenschaft steht, hat sein segensreiches Leben ganz der jüdischen Wissenschaft gewidmet. Noch jetzt, im hohen Alter, kennt er keine Muße, erfüllt sein Amt mit der äußersten Pünktlichkeit, lernt und schreibt den Tag und die Nacht hindurch und es darf ihm nicht einmal jemand beim Diktat behilflich sein. Mit seinen unbebrillten Augen durchschaut er im Augenblick seinen Jüngerkreis sowie den Riesenkomplex des Schrifttums. Ein Weiser im wahrsten Sinne des Wortes, vereinigt er alle hohen Eigenschaften, die einem Lehrer und Gelehrten in Israel geziemen. Tiefe Klugheit, gepaart mit väterlicher Güte und strenger Gerechtigkeit gegen sich wie gegen andere, und über alles hinausgehende Bescheidenheit und Anspruchslosigkeit verleihen ihm den Nimbus des Gaon, Was Wunder, wenn seine große Jüngerschar, von der mehrere Gelehrte von Weltruf wurden (Oberrabbiner Dr. C h a j e s s. A., Prof. Aptowitzer, Oberrabbiner Dr. Landau in Johannisburg, Oberrabbiner Schorr in Warschau u. v. a.), zu ihm als ihren Meister mit Bewunderung emporblickt. In diesen Zeiten der inneren Zerklüftung bietet die geistige Erscheinung des verehrten Hofrates Schwarz den Glauben an den Triumph des Geistigen und Ethischen im Menschen. Mögen ihm noch viele Jahre der aufbauenden Tätigkeit beschieden sein! P. J, S c h a p i r a, Rabbiner Dr. Funk gestorben Am 31. Mai ist der Rabbiner des Pazmanitentempels, Dr. Salomon Funk, Mitglied des Rabbinats der Wiener Kultusgemeinde, im 63. Lebensjahre verstorben. Dr. Funk, ein Gelehrter von ausgezeichnetem Ruf und hervorragender Bedeutung, wirkte lange Zeit in Mähren; im Jahre 1914 wurde er nach Wien berufen und hatte das Rabbinat am Tempel in der Pazmanitengasse inne. Er genoß weit über seinen Wirkungskreis hinaus allgemeine Sympathien, die durch die glänzenden Charaktereigenschaften, Pflichttreue und Bescheidenheit, seine Rednergabe und Hilfsbereitschaft vollauf gerechtfertigt waren. Die Beliebtheit des Dahingeschiedenen trat bei der Leichenfeier zutage, die am 1. Juni unter überaus starker Beteiligung der Wiener Judenschaft, des Kultusvorstandes, des Rabbinats und zahlreicher jüdischer Korporationen stattfand. Hofrat Dr. Michael Holzmann, ein langjähriger Freund des verblichenen Rabbiners Dr. Funk, gibt uns die nachstehende Würdigung des Dahingeschiedenen: Als 27jähriger zum Nachfolger des bekannten Landesrabbiners Abraham P1 a c z e k in die altehrwürdige, aber von wütendem Parteihader zerrissene Gemeinde Boskowitz berufen, verstand der junge Gelehrte, nicht nur durch sein ganzes Wesen die Schroffheit der Gegensätze zu mildern, sondern auch im Laufe der Zeit diese Gegensätze zu versöhnen und der wahre, echte Führer seiner Gemeinde zu werden. Sein zündendes Wort der vorsichtig-zeitgemäßen Aufklärung vom starren Buchstabenglauben zur Ethik der Propheten, verbunden mit seiner flammenden Liebe zum Judentum, haben ihm nicht nur die Liebe seiner Gemeinde, sondern auch die Anerkennung der politischen Behörde erworben, was gelegentlich seines Scheidens aus Boskowitz nach 21 jähriger Tätigkeit in einem überaus schmeichelhaften, anerkennenden Schreiben der Bezirkshauptmannschaft Boskowitz und in der Verleihung des Ehrenbürgerrechtes der Stadtgemeinde Boskowitz ihren Ausdruck fand. Nicht geringe Verdienste erwarb sich gleich zu Anfang des Weltkrieges Rabbiner Dr. Funk durch seine von Erfolg gekrönten Aktionen im Dienste verschiedener Kriegsfürsorgezwecke, wie auch durch die aufopfernde Fürsorge, die er den galizischen und anderen Flüchtlingen angedeihen ließ. Und bei all dieser aufregenden und aufreibenden Tätigkeit fand der Verewigte die Zeit, eine ausgedehnte wissenschaftliche Wirksamkeit zu entfalten. Nachdem er zahlreiche wissenschaftliche Aufsätze aus dem Gebiete der Bibelforschung in der „Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums", „Jahrbuch der jüdischen literarischen Gesellschaft", „Orientalischen Literaturzeitung“, „Memnon" usw. veröffentlicht hatte, erschien in Berlin sein zweibändiges Werk: „Die Juden in Babylonien 200—500", die Geschichte des Judentums auf babylonischem Boden in der talmudischen Zeit. Daneben erschienen in der Sammlung Göschen: „Die Entstehung des Talmud" und „Talmudproben", zwei Bücher, die von den größten theologischen Gelehrten Deutschlands Englands und Hollands vollste Anerkennung und Würdigung fanden und bereits einige Auflagen aufweisen. Für die im Vereine mit dem Katholiken Prof. Dr. W. A. Neumann, dem Protestanten Prof. Dr. Aug. Wünsche herausgegebene „Monumenta Hebraica", deren Fortsetzung, wie so manches andere, durch den Weltkrieg unterbrochen wurde, schrieb Dr Funk die Serie: „Babel und Bibel, Land und Leute, babylonische Geschichte und Weltbild in der jüdischen Literatur." Höher als der Gelehrte zählt mir der Mensch, den ich in seiner schlichten Vornehmlichkeit, in seiner Milde und Friedfertigkeit, in seiner aufopfernden Familieninnigkeit und vor allem in seiner Wohltätigkeit durch mehr als zwei Dezennien habe wirken sehen. Diese feine Wesensart zeigte der nichts

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