Die Stimme
- Journal
- Die Stimme
- Volume
- 1 (1928)
- Issue
- Heft 23 (7.6.1928)
- Date
- 1928-06-07
- Page
- – (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
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Nr. 23 Dl£ STIMME Seite 3 Nr. 23 utlg der iimptom, Vereinii rückler Pai in den len Been hat. apf, um on der uns und die Get in den l. Das ss überdenheit is Geld i geben daß es ill gern heraus; Juden- :ht, um erorten er weer ween bele Prowie in l deren ld sein : Hilfs- Eür die i nach lenden ist der iin, da därun* e Ver- Und as die Wein da es l Aufl von :ltend, 5rimat te: in ragen Wirtzialen miger hwinamals f, die 1 das heute und Hier itorilieser iben. von sich lechoniswird ipeli animen iden lten, des zten llem eter ist. mdauf den lern von den hen tursennen icht enn der ten das stiites (ihlen idi- >en luß Ihlen ler les ter mus auszuteilen, aus der noch immer nicht überwundenen Geistesära demokratischen Altliberalismus heraus, der in Wirklichkeit Ausdruck der intransigenteSten, reaktionärsten, antisozialen Wesensart ist. Aber im Falle Szold handelt es sich darum, daß die selbstverständlichen Grundlagen zionistischer Anschauung mißachtet und verletzt wurden. Da Miß Szold vom Kongreß in die Exekutive gewählt wurde, wird der Kongreß sein Wort über den „Fall Szold" zu sprechen haben. Hier sollte nur darauf hingewiesen werden, daß es nicht zum wenigsten die Schuld falscher zionistischer Prinzipien ist, wenn ein „Fall Szold" sich ereignen konnte, Es ist eine Warnung, diese Prinzipien der Verhüllung und Verschiebung der Ziele in der zionistischen Arbeit weiter zu verwenden. Am 9. Juni tritt die Jewish Agency-Kommission in London zusammen; Präsident W eizmann tritt vor sie nach dem „Fall Szold", gegen den er mit seinem echten jüdischen Elan Stellung genommen hat. Das Symptomatische darin kann seinem jüdischen, zonistischen Scharfsinn nicht entgangen sein. Ist es Warnung? „Die Keimzelle der Jewish Agency“ Weizmann und Warburg in London — Weizmann über die Jewish Agency Konferenz Der Präsident der Zionistischen Weltorganisation, Professor Weizmann und Herr Felix M. Warburg, eines der amerikanischen Mitglieder der unparteiischen Jewish Agency-Kommission, sind am 29. Mai abends am Bord der „Mauretania" aus den Vereinigten Staaten in London eingetroffen, um der am 9. Juni in London beginnenden ersten Beratung der Jewish Agenc y-K ommiss i o n beizuwohnen. Louis M a r s h a 11, welcher der Tagung der Kommission als Gast beiwohnt, das zweite amerikanische Mitglied der Kommission, Dr. Lee K. Frankel, sowie der Sekretär Dr. Maurice B. H e x t e r, werden am 2. Juni am Bord der „Majestic" von New York die Reise nach London antreten. Die beiden europäischen Mitglieder der Kommission, Sir Alfred Mond und Direktor Oskar Wassermann (Berlin) treffen in einigen Tagen zur Teilnahme an den Beratungen in London ein. An den Beratungen der Jewish Agency-Kommission werden auch das Mitglied der Zionistischen Palästina-Exekutive Dr. Harry Sacher sowie Dr. Arthur R u p p i n teilnehmen. Vor seiner Abreise von New York erhielt Präsident Weizmann von A. Benenson, der schon mehrfach dem IGsren-Hajessod größere Summen zugewendet hat, abermals 25.000 Dollar für die Deckung des laufenden Keren-Hajessod-Budgets. Der United Palestine Appeal in Amerika hat für die Zeit von Ende Mai bis Ende Juni einen Redemption-Monat proklamiert, in dem alle Anstrengungen darauf gerichtet werden, die vorliegenden Zeichnungen in bar einzuziehen, unter Hinweis darauf, daß ietzt, wo die Situation in Palästina sich so sehr gebessert hat, nur rascher Zufluß der Mittel die weitere Gesundung fördern kann. In der Schlußsitzung der Konferenz für den United Palestine Appeal, die vor der Abreise Weizmanns aus New York stattfand, führte Präsident Weizmann im Hinblick auf die Londoner Tagung der Jewish Agency-Kommission folgendes aus: „Wir werden in London ein durchführbares Programm der Wiederaufbauarbeit in Palästina aufstellen. Palästina ist von anerkannten Fachleuten wissenschaftlich untersucht worden; das Ergebnis dieser Untersuchungen werden wir in London zu begutachten haben. Wir Zionisten waren es, die eine solche wissenschaftliche Durchprüfung des Arbeitsgebietes in Palästina gefordert und veranlaßt haben. Wir wollen eine Uebersicht über die Arbeit gewinnen, die^wir im Verlauf von 6 oder 7 Jahren vollbracht haben. Wir waren uns darüber klar, daß wir eben eine Periode der Pioniertätigkeit vollbracht haben und daß es notwendig sei, die Summe der bisherigen Leistungen zu ziehen und auf der Basis der gewonnenen Erfahrung ein Arheitsprogramm für die Zukunft vorzuzeichnen. Wir gingen an die Prüfung in der einzig hiefür möglichen Weise heran: unparteiisch, leidenschaftslos. Denjenigen, die wollen, daß die Arbeit in Palästina in den richtigen Gang kommt, sage ich: Jetzt ist die Gelegenheit hierfür vorhanden. Denjenigen aber, die sich diese Gelegenheit nicht zunutze machen wollen, rufe ich zu: Stört uns nicht in unserer Arbeit! Ich will mich nicht in Erörterungen einlassen, ob die Zustimmung zur Jewish Agency politisch richtig oder falsch war; der Kongreß hat der Jewish Agency-Politik zugestimmt; und *yir müssen demgemäß handeln. In der « Keimzelle einer Jewish Agency, die wir nun zu schaffen versuchen, liegt eine tiefere Idee verborgen, als es bei Betrachtung der Oberfläche scheinen mag. Die Idee ist die Vereinigung des gesamten Judentums zu einer gemeinsamen Auf¬ I UDO-SANDALETTE ru.r uwewi'Xeinen.mXedepclu.fl. j2.f? tut» JCvncLsrp, nu.v weis? öc.27-30 Q*50 ÖP. 31 -3510 60 gäbe: Aufbau Palästinas. Von Zionisten sollte nichts unternommen werden, was die Chance des Erfolges dieses Planes mindern könnte. Ich hoffe, daß nun ein Anfang gemacht wird, um die Last, die bisher allein auf die Schultern der Zionisten gedrückt hat, auf das ganze jüdische Volk zu verteilen. Der finanzielle Aspekt des Wiederaufbauwerkes in Palästina ist ein Problem, dem wir ernst ins Auge blicken müssen. Ich bin mir klar darüber, daß die Finanzen der Zionistischen Organisation auf eine andere Basis als bisher gestellt werden müssen, damit endlich für unsere Operation in Palästina eine Sicherheit und Stetigkeit '^geschaffen werden. Wir können mit den in der Vergangenheit angewandten Methoden der zufälligen Geldaufbringung nicht fortfahren. Die Stabilisierung unserer Finanzen wird Gegenstand unserer ernstesten und sorgfältigsten Erwägung sein; ich hoffe, in kurzem darüber etwas mitteilen zu können." Warburg über seine Mitarbeit Herr Felix M. Warburg empfing nach seiner Ankunft in London einen Vertreter der jüdischen Telegraphen-Agentur und legte ihm die Aufgaben dar, die er während seiner jetzigen Europa - Reise durchzuführen habe. Herr Warburg ist in bezug auf die Arbeiten der Jewish Agency - Kommission optimistisch und seinerseits entschlossen, alles zu tun, um diese Angelegenheit zu einem guten Ende zu führen. Er werde in Paris mit Baron Edmond de Rothschild Zusammentreffen und mit ihm Angelegenheiten Palästinas besprechen. Sir Alfred Mond — Peer von England Wie aus London gemeldet wird, hat Sir Alfred Mond, ebenso wie der Präsident des Reichsverbandes der britischen Industrie, Sir G. R. Blades, am Geburtstag des Königs von England die Baron i e erhalten. Englische Herren- Damenstoffe TUCHHAUS RUDOLF TEWELES Wien VI, Marialiilferslr. 125 Wagner, der kenntnisreiche Choralforscher, hat diese Vermutung zuerst ausgesprochen. Ich habe, auf anderem Wege in einer Arbeit, die zur baldigen Veröffentlichung bestimmt ist, für seine Vermutung den sicheren Beweis geliefert. Es sind die sogenannten „Tractus"melodien. Die christliche Meßfeier besteht aus zwei Teilen, die ursprünglich getrennt waren, aber später zur Einheit zusammengewachsen sind. Der erste Teil gipfelt in der Verlesung aus den heiligen Schriften, der zweite im eucharistischen Opfer. Beide Hälften haben verschiedenen Ursprung; die zweite leitet sich aus den Agapen, den Kultmahlzeiten der Christen, her, der erste aus der Synagoge, deren Schriftverlesung die Kirche übernommen hat. Wie im Gottesdienst der Synagoge, ist in dem der Kirche Psalmengesang mit den feierlichen Lektionen verbunden, er ist uns schon aus ältester Zeit bezeugt. Die Kirche kennt im ersten Teil der Messe zwei Gesänge: das „Graduale", das ursprünglich ein ganzer Psalm war, später jedoch — nachdem in Kleinasien und Byzanz die Psalmmeloden immer reicher verziert wurden — auf einen Psalmvers mit Chorrefrain beschränkt worden ist, und das „Alleluja", das zweifellos aus der Synagoge stammt, aber in Aegypten zu einem reichverschnörkelten Gesang wurde, der die zweifellos volkstümliche jüdische Urgestalt nicht mehr erkennen läßt. In der Fastenzeit wird das Alleluja durch den „Tractus" ersetzt. In diesem altertümlichen Gesang, der enweder einen ganzen Psalm oder mehrere Psalmverse umfaßt, ist ein Rest der altchristlichen Solo-Psalmmelodie erhalten. Ganz wollte man di£&e, als in der Zeit zunehmender Kirchenpracht neue, reichverzierte Gesänge an Stelle der alten Psalmlieder getreten sind, nicht abschaffen. Man beließ die alte Psalmodie also (wie es die Kirche auch mit anderen alten Liedern getan hat), im Gottesdienst der düsteren Fastenzeit. Alles an diesem Gesang ist altertümlich: sein Bau, seine Beschränkung auf zwei Tonarten, während der damals moderne Kirchengesang der byzantinischen Barockzeit im 4. Jahrhundert acht Tonarten kennt und seine eigenartige Technik. Diese Technik ist identisch mit der Technik jüdischen Synagogengesanges und findet sich nur in diesem altertümlichen Psalmgesang der Kirche und nicht in den anderen Psalmliedern, welche durch Variationskunst weitergebiildet wurden. Wie iim jüdischen Synagogengesang werden im Tractus feststehende Formeln, Kadenzen, Melismen immer wieder zu verschiedenen Melodien zusammengestellt. Alle Tractusmelodien sind nichts als Zusammenfügungen derselben oder ähnlicher Tonformeln, Modellformeln, woraus sich aüch der Name Tractus erklärt, denn er ist die lateinische Uebersetzung des griechischen Wortes: Heirmos und dieses heißt: „Zusammenfügung". So sind die Tractusmelodien der Kirche ein ehrwürdiger Rest jüdischen Synagogalgesanges, der von der Technik feststehender Melismen — die eine Technik der orientalischen Musik und das musikalische Gegenbild zur orientalischen Arabeske sind — reichen Gebrauch macht. Die graphischen Zeichen für diese feststehenden Melismen sind bekanntlich die „Neginoth", die man von den byzantinischen Neumen herleiten wollte, nach den Ergebnissen meiner Forschungen aber wie die byzantinischen Neumen von einer orientalischen Tonformelschrift abstammen, die möglicherweise aus der Abkürzung einer Buchstabenschrift sich ableitet, wie sie sich bei den Babyloniern noch vor den „Neginoth" der Talmudhochschule von Tiberias und in Armenien schon im 5. Jahrhundert n. Chr. findet. So eröffnen sich vom jüdischen Tempelgesang aus weite Ausblicke auf die Musik des Orients und den frühchristlichen Gesang, und wenn einmal die Forschungen des frühchristlichen Gesanges, die der orientalischen Musik und die jüdische Musikforschung, nachdem alle Stollen in die alten Musikschächte geschlagen sind, Zusammentreffen werden, wird der Gewinn für die moderne Musikforschung ein unermeßlicher sein. Aber nicht nur für die Musikforschung. Auch für die Praxis der Synagoge selbst, denn die einheitliche Gestaltung der jüdischen Synagogalmusik auf Grundlage ihrer klassischen alten Form, ist vielleicht kein unerfüllbarer Traumwunsch. Was durch das Schicksal der Geschichte, durch Wanderungen, durch Berührungen mit fremden Völkern, durch die Diaspora getrennt wurde — und diese Trennung spiegelt sich auch in der verschiedenen Gestalt der Tempelmelodien — soll durch das Bewußtsein der Zusammengehörigkeit einer Nation wieder zur künstlerisch-liturgischen Einheit werden. Dazu soll auch die Arbeit der Wissenschaft beitragen, die der einzelnen Forscher und die der Gesamtheit der wissenschaftlichen Welt. Heute stehen wir — und nochmals möchte ich den Forschungen Idelsohns alle Verehrung bezeugen — noch am Anfang. Aber der Ausblick auf das Ziel soll die Arbeit beleben, ihr das Interesse der Gebildeten sichern, denn es handelt sich bei der mühevollen und oft trockenen Gelehrtenarbeit um gemeinsame Wünsche und ein gemeinsames Werk. Jüdischer Reisebrief aus Pistyan Seit Jahrzehnten war Bad Pistyan in der ganzen Welt weit und breit berühmt wegen seiner heilkräftigen Thermen. Aus aller Herren Ländern strömten die Rheumatiker und Gichtbrüchigen und Ischiatiker und ihre ganze Sippe herbei, um hier Heilung zu finden. Seit Jahrzehnten war Preßburg in der ganzen (jüdischen) Welt weit und breit berühmt als der Sitz einer großen, hochgelehrten Jeschiba, die vor mehr als hundert Jahren von dem großen Gaon Rabbi Moses S o p h e r gegründet wurde, der in ganz Israel als der „Chassam S o p h e r" bekannt war; einer Jeschiba, die nach seinem Heimgang von seinen Nachkommen geleitet wurde; der eine dieser