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Die Stimme · 1928-05-31 · Heft 22 (31.5.1928) · page 6

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Journal
Die Stimme
Volume
1 (1928)
Issue
Heft 22 (31.5.1928)
Date
1928-05-31
Page
– (sequence 6)
Language
German
Belongs to
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"Seite 6 Dffi STIMME Nr. 22 Prompt „HANSA“ WIEN I., FRANZ JOSEFS-KAt 13 TELEPHON 75-409 Muser, Büros, Wohnungen, Hypothe* ken, Vergeltungen Unter wenigen Tagen beste Resultate Eigene Kreditabtellung nur fflr große Transaktionen Das tschechoslowakische Zionistische Exekutivkomitee in Mährisch-Ostrau hat auf seiner letzten Sitzung beschlossen, den 8. ordentlichen Zionistentag der Tschechoslowakei für Anfang November einzuberufen. * Das Protokoll des 15. Zionistenkongresses ist soeben, etwa 550 Seiten stark, in Halbleinenbezw. Leinenband erschienen und durch das Londoner Zentralbüro der Zionistischen Organisation bezw. durch das Zionistische Landeskomitee für Oesterreich zum Preise von 6 Mark in Halbleinen und 8 Mark in Leinen zu beziehen. Österreich Aus den zionistischen Ortsgruppen Delegiertentag des Distriktes Niederösterreich (West) Das Zionistische Landeskomitce für Oesterreich hat die Konferenz des Distriktes Niederösterreich (West) für den 9. u n d 10. J u n i 1. J. einberufen. Der Ort wird noch bekanntgegeben. Die Tagung wird mit einem Vortrage des Präsidenten Dr. Leo Goldhammer über »Die gegenwärtige Situation in Erez Israel und in der Zionistischen Weltorganisation« eingeleitet. Anschließend werden Referate über die Organisation der österreichischen Provinz und die Errichtung des Distriktes Niederösterreich-West, über Keren Hajessod, Keren Kajemeth, Kultur, Kultusgemeinde erstattet. Anmeldungen und Anfragen wollen rechtzeitig an das Zionistische Landeskomitee (Wien, I., Kärntnerstraße 28) gerichtet werden. Wr.-Neustadt M. A. Landau gestorben. Am 21. Mai 1928 verstarb im Rothschildspital in Wien der langjährige Oberkantor und Religionslehrer von Wr.-Neustadt, Herr M. A. Landau. Derselbe erfreute sich in allen, und nicht nur jüdischen Kreisen, der größten Beliebtheit, wie er sich stets auch die Liebe und die Verehrung seiner Schüler erworben hatte. Er war ein aufrichtiger und eifriger Zionist und die Wr.-Neustädter Ortsgruppe verliert in ihm eines ihrer besten Mitglieder. Sein Bruder ist Chefrabbiner in Johannesburg und als erfolgreicher Werber für den Keren Hajessod bekannt. Von den Hinterbliebenen ist die Tochter Frau Rosa Wilder, die Gattin des Wr.-Neustädter Arztes Dr. Oskar Wilder, und Herr Dr. Adolf Landau, Rechtsanwalt in Wien, der Sohn des Verblichenen, »Dybuk« vor leerem Hause. Am 12. Mai gab ein jüdisches Theaterensemble in Wr.-Neustadt Anskys »Dybuk«. Darüber schreibt das rein arische Lokalblatt von Wr.-Neustadt, das »Neue Blatt«: »Am Samstag, den 12. Mai, war ein jüdisches Ensemble hier zu Gaste und gab Anskys mystische Legende »Der Dybuk«. Eine hochdramatische Handlung, die ibsenhaft anmutet und erschütternd wirkte, trotzdem man — es wurde im Jargon gesprochen — wenig verstand. Die Schauspieler boten Meisterhaftes. Beschämend war der Besuch — es waren kaum 30 Menschen erschienen. Die Schauspieler hätten am Sonntag noch »Der Jeschiwe Bücher« aufführen sollen, zogen es jedoch in Anbetracht des jammervollen Besuches vor, fluchtartig die Stadt, die ihnen eine so beschämende Enttäuschung bereitete, zu verlassen. Beschämend, wirklich beschämend ....« Und was soll man dann erst zu der nicht unbedeutenden jüdischen Bevölkerung von Wr.-Neustadt sagen? Krems a. d. Donau Samstag, den 2. Juni, spricht in der Zionistischen Ortsgruppe Krems der Vizepräsident der Wiener Kultusgemeinde, Dr. Josef Löwenherz, über das Thema: „Die Zukunft der Kultusgemeinden." Gang zum Grabe Herzl's. Der diesjährige Gang zum Grabe Herzls findet Sonntag, den 8, Juli statt. Es liegt bisher eine große Anzahl Anmeldungen ausländischer Organisationen und Provinzgruppen vor. Die Zionistische Organisation Brünn entsendet zwei Gruppen nach Wien, von denen die erste bereits am 5. Juli in Wien eintrifft. Auch aus Ungarn liegen Anmeldungen vor. Die österreichischen Provinzorte werden in diesem Jahre besonders stark vertreten sein. Gesucht. Die Mutter des Jonas Leopold Silbermann, der sich auf der Durchreise noch in Wien aufhalten dürfte, Frau Liba Horowitz in Radautz, Bukowina, Kirchengasse 67, bittet um Bekanntgabe der gegenwärtigen Adresse ihres Sohnes. SIEGM. KORMEHL, Großfleischhauerei Zentrale IX, Berggasse 19, Tel. A-17-3-99 n. A-16-9-34 Lieferant für Heilanstalten, Abteilungen für *ntP>Flelsch unter Aufsicht des Ehrwürdigen Rabbinats der Israelitischen Kultusgemeinde Wien IX, Berggasse 15 XVIII, Wflhringerstrafie 97 Der Anker, Allgemeine Versicherungs-Aktiengesellschaft In der am 25. Mai d. J. abgehaltenen 68. ordentlichen Generalversammlung würde der Rechnungsabschluß für das Geschäftsjahr 1927 mit Stimmeneinhelligheit genehmigt. Aus dem Rechenschaftsberichte geht hervor, daß die Erhöhung des Gesellschaftskapitals auf S 3,000.000 mit vollem Erfolge durchgeführt wurde und der Geschäftsumfang eine beträchtliche Erweiterung gegen das Vorjahr erfahren hat. Die Prämieneinnahme ist von S 17,353.752.18 auf S 20,943.519.21 und die Bilanzsumme von S 58,123.940.14 auf S 63,294.697.39 gestiegen. Der ausgewiesene Reingewinn von S 32.288.46 wurde der Allgemeinen Sicherheitsreserve zugewiesen. (Entgeltlich.) Damenkleider - Atelier, Arbeitsgemeinschaft jüdischer Waisentnädchen im Dr. Krüger-Heim, Wien, II., Malzgasse 7, Telephon R-43-5-40, Uebefnahme aller Arbeiten, von einfacher Reparatur bis feinster Maßarbeit, zu billigen Preisen. Absolvent der Technischen Hochschule sucht Ferialpraxis in technischem Betrieb oder Fabrik. Anfragen: Zionistisches Landeskomitee, I., Kärntnerstraße 28. In Oesterreich noch nie dagewesen ist die Aktion Urlaub am idealen Meeresstrand von Grado mit Sonderbegünstigungen für öffentliche Beamte und Fixangestellte sowie deren Familien. Schon bei einer Anzahlung von S 150_und vier Monatsraten ä S 30.—, zusammen S 270.— für 14 Tage und S 155.— und vier Monatsraten ä S 75.—, zusammen S 455.— für 28 Tage, kann die Reise angetreten werden. (Entgeltlich.) MBLLlilfiBOS Wiener Heilteemischungen bei Zuckerkrankheit, G allen«, Nieren«, Biasenstelnen und Nagenleiden sind vorzüglich. Preis per Paket S 6*50. Postversand. Wien, XVII, Lackwergasse Nr. 37/3. Vereinsnachrichten Zionistisch - akademische Verbindungen und Vereine Oesterreichs. Keren -Kajemeth-Referat: Nominierung der K.-K.-L.-Kommissäre, Abholung der restlichen „Imi"-Taschen und Leerung derselben, Verteilung der Blau-Weiß-Zünder. Sitzung der K.-K.-L.-Kommissäre am 14. Juni um 6 Uhr abends (I., Kärntnerstraße 28). Keren-Hajessod-Refer a t: Nominierung der K.-H.-Kommissäre. Die Listen sämtlicher Mitglieder der Korporationen sind in der nächsten Präsidialsitzung mitzubringen Sitzung der K.-H.-Kommissäre am 21. VI. um 6 Uhr abends (I., Kärntnerstraße 28). Schekelreferat: Vorläufige Abrechnung der bisher verkauften Schekel im Laufe dieser Woche und weitere Verteilung derselben, Verein zionistischer Hochschüler „Theodor Herzl“. Samstag den 2. Juni 8 Uhr abends im Heim IX., Glasergasse 4 Vortrag über aktuelle zionistische Probleme. Akademische Gäste willkommen I „Haboneh“, Bund zion. Absolventen höherer techn. Lehranstalten. Montag den 4. Juni 8 Uhr abends im Klublokal Cafe „Exzelsior", I., Rotenturmstraße 24, Vortrag Prof. Dr. Wilhelm Stein über „Historischer Materialismus und Klassenkampfideen“. Gäste willkommen! Zeire W’ Hechaluz Hamisrachi (Wien, II., Große Schiffgasse 3). Samstag den 2. Juni halb 4 Uhr nachmittags: Pirke Awoth; halb 5 Uhr Vortrag Rabbiner Dr. T e 11 e r „Rabbi Je- Wochen-Kalender Mai—Juni 1928 Gedenktage rrsnn jvd 31 Donnerstag 12 — y Juni 1 Freitag 1790-der bekannte Prager Oberrabbiner Salomo Löb Rapaport, bekannter Forscher über die jüdische Oeschlchte des Mittelalters, geboren. 1 1 CO 2 Samstag 190? - der Philosophiehistoriker Prof. Jacob Freudenthal (Universität Breslau) gestorben. 14 — 7» Haltarah: Wsjblisch echod 3 Sonntag 15 — 4 Montag 1834 — der bekshnte Botaniker Paul Friedrich Anherson geboren. 18 -8 — der berühmte Augenarzt Prof. Hermann Cohn in Breslau geboren. io - ta 5 Dienstag / 1848—der Literarhistoriker Ludwig Oeiger in Breslau geboren. 1867 — der Kunsthistoriker Max 1. Friedlander, Direktor des Berliner Kupierstichkabinetts, in Kerlin geboren, 17 — r 6 Mittwoch i8 — rr huda Halewi und seine Schirim". Sonntag den 3. Juni Tagesausflug. Donnerstag den 7. Juni Mitgliederversammlung, anschließend Bericht von Herbert Stein (Hamburg) über die Tätigkeit des misrachistischen Jugendverbandes in Deutschland. Demnächst werden zwei Hebräischkurse (für Anfänger und Fortgeschrittene) eröffnet. Anmeldungen täglich von 8 bis 10 Uhr abends. Brith Noar Hamisrachi (II,, Praterstraße 43). Jeden Samstag, 3 Uhr, Gemahrakurs, Traktakt Brachoth. Leiter M. G e r s 11; anschließend Sicha. Jeden Sonntag Ausflug, Treffpunkt punkt 8 Uhr Stadtbahnhaltestelle_Schottenring. Kindergarten der Bezirkssektion XII, XIV, XV (XV., Herklotzgasse 21). Am 20. Mai veranstaltete der jüdische Kindergarten ein Frühlingsfest, dgs von prächtigem Wetter begünstigt, einen ausgezeichneten Verlauf nahm. Seitens des Zion. Landeskomitees sprach die einleitenden Worte Herr Dr. Georg Weiner, dessen Ansprache mit großem Beifall aufgenommen wurde. Die dann folgenden Darbietungen waren sowohl durch die Wahl der Vortragsstücke, als auch in Bezug auf die sorgfältige Einstudierung durch die beiden Lehrkräfte Frl. Verständig und Frl. G r e b 1 e r hervorragend. Die zahlreich erschienenen Gäste zollten lebhaften Beifall, welcher nicht nur den Kindern sondern auch der umsichtigen Leiterin Frau Doktor Geier und den mitwirkenden Künstlern galt. Verband jüdischer Kaufleute und Gewerbetreibender (Wien, I., Elisabethstraße 9). Montag den 4. Juni im Klubsaal des Cafe „Exzelsior" (IM Rotenturmstraße 24) Verbandsdiskussionsabend, eingeleitet durch einen Wirtschaftsvertrag des Verbandsanwaltes Dr. Ludwig Ehrlich. Montag den 11. Juni Vortrag Dr. Salkind. Donnerstag den 4. Juli findet die Konstituierung der Verbandsgruppe Brigittenau statt, bei der Reg.-Rat Dr Becker und Rechtsanwalt Dr. Waldmann sprechen werden. Stimmen aus aller Welt Ueber die Organisierung der jüdischen Wanderung schreibt der bekannte Emigrationsfachmann Dr. Brutzkus im Warschauer „Hajnt": „Im Laufe des letzten Jahrhunderts hat sich ein ganzes Drittel des osteuropäischen Judentums vor Not, Pogromen und Untergang durch Emigration in den weiten Westen gerettet. Dieses eine Drittel nun hat wenigstens teilweise die schweren Wunden heilen geholfen, die den anderen zwei Dritteln des osteuropäischen Judentums durch Krieg und Progrome geschlagen wurden. Ungeachtet der außerordentlichen Bedeutung der. Wanderung für die Existenz des osteuropäischen Judentums, hatten wir es demnach die längste Zeit mit einer im wesentlichen unorganisierten Emigration zu tun. Einzelne Existenzlose oder sonst von der Not Verfolgte gingen oft ziellos „in die weite Welt" und zogen in der Regel hinter sich ihre Verwandten und Freunde nach. Zu Beginn des zwanzigsten Jahrhunderts erst entstanden da und dort jüdische Emigrationsgesellschaften, die es unternommen haben, den Wanderungsstrom in zweckentsprechender Weise zu regulieren. Diese jüdischen Emigrationsgesellschaften, deren Tätigkeit nach dem Kriege, infolge der durch verschiedene Immigrationsländer gedrosselten Einwanderung, erheblichen Schwierigkeiten begegnete, haben sich nun zu einer zentralen jüdischen Wanderungsorganisation zusammengeschlossen, die sich die Aufgabe gestellt hat, die ökonomischen Möglichkeiten in den in Betracht kommenden neuen Einwanderungsländern zu studieren und den jüdischen Emigranten mit Rat und Hilfe zur Seite zu stehen. Voraussetzung für eine planmäßige jüdische Wanderung bleibt' aber nach wie vor die Organisierung der jüdischen gesellschaftlichen Faktoren, die diesem vitalsten Problem der jüdischen Existenz in den osteuropäischen Ländern Interesse entgegenbringen. Da die jüdische Wanderung über keinen entsprechenden staatlichen Apparat verfügt, muß die organisierte jüdische Gesellschaft diese schweren Aufgaben übernehmen, um der Gefahr einer chaotischen Wanderung mit wirksamen Mitteln rechtzeitig zu begegnen." Die Judennot kennt keine Grenzen. In einer Unterredung^ mit dem Redakteur des „Czernowitzer Morgenblattes" äußerte sich der europäische Generaldirektor des „Joint", Dr. Bernhard Kahn, auf die Frage, in welchem Lande die Judennot am größten sei: „Die Judennot ist in allen Ländern sehr schwer. Man kann kaum sagen, wo sie eigentlich größer ist. In dem einen Lande ist die kulturelle Not, in dem anderen die wirtschaftliche Not größer. Jedenfalls muß ich sagen, daß die Lage der jüdischen Massen in allen Teilen Osteuropas und des Balkans außerordentlich schwierig ist. Und zwar scheint es nicht eine vorübergehende Not zu sein, die infolge einer Krise entstanden ist, sondern eine Not, die ihre historische und wirtschaftliche Ursache hat und die auch nicht durch soziale Maßnahmen in noch so großem Umfange in kurzer Zeit sich beseitigen läßt. . . . Vor dem Kriege war in den meisten Ländern ein halbwegs gutsituierter jüdischer Mittelstand vorhanden. Es gab eine reichere Oberschichte unter den Juden. Nach dem Kriege ist diese Oberschichte ganz verschwunden und auch der gutsituierte jüdische Mittelstand existiert nicht mehr." Wo wird der „Joint" die russischen Juden ansiedeln? Im Verlaufe seiner oben erwähnten Unterredung teilte Dr. Kahn folgendes mit: „Bis jetzt war es so, daß von 100 jüdischen Ansiedlern 60 Prozent in der Ukraine und 40 in der Krim kolonisiert wurden. Es mag aber sein, daß der „Joint" in Zukunft sich mehr auf die Krim konzentrieren wird. Die Arbeit geht dort sehr gut. Der „Joint" hat Herrn Df. R u p p i n die Möglichkeit gegeben, die Krim zu besuchen. Und wenn er auch anders eingestellt ist gegenüber der dortigen Ansiedlung, so mußte er doch zugeben, daß die Arbeit eine gute Entwicklung haben wird. . . . Die Landansiedlung der Juden in jenen Gebieten hat schon vor 120 Jahren begonnen. Sie hatte damals keine großen Erfolge. Immerhin bestanden nach dem Kriege von diesen Ansiedlungen 36 jüdische Dörfer mit einer Bevölkerung von 7500 jüdischen Familien. Nach dem Kriege sind durch die Hilfe des „Joint" noch 12.000 Familien hinzugekommen, das sind insgesamt etwa 96.000 Seelen. Außerdem sind in Weißrußland noch ungefähr 30.000 Seelen angesiedelt worden." * Das Parlament iür Palästina. Das arabische Organ der Hussein-Dynastie veröffentlicht einen Leitartikel, in dem neuerlich die Ausschreibung von Parlamentswahlen gefordert wird. Das Blatt polemisiert gegen die Zionistische Organisation und gegen die englische Verwaltung in Erez

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