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Die Stimme · 1928-05-17 · Heft 20 (17.5.1928) · page 10

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Journal
Die Stimme
Volume
1 (1928)
Issue
Heft 20 (17.5.1928)
Date
1928-05-17
Page
– (sequence 10)
Language
German
Belongs to
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Seite 10 DIE STIMME Nr. 20 ITO?OHIT!!T!1!OnTOHllB| I f <§■(/! JedeTaschonuhr-Repara- 1 | v <9 9V für Ohne Bruch bei 1-jähriger 1 | {Garantie | | |ü| M Q Wien, IX., Liechtensteinstraße 30 1 | 1*1 tr Wien, IX., Berggasse 3/4a | § Uhren- und Antiquitäten-Klinik, Optische;Werk- | | statte. Reklameatelier.) | | Alle einschlägigen Reparaturen und Neuanschaffungen I i zu konkurrenzlosen Preisen. | SmumBiiiiHnttiiiiniiimmiiiiiiiiiiiiiiiiiniiiiiiiiiiuiiiimiiiiniiiiiiiiiiiiniiiiiunimnininiimmmniimiu?- Austritte aus dem Judentum Gustav Li t t m a n n, 21. 6. 1926 Wien, ledig, VI. Linke Wienzeile Nr. 4; Elisabeth Vorstein, geb, Sulzer, 20. 2. 1881 Galatz, verh., XIX., Kahlenbergerstraße 46; Margarethe Spitz, 19. 9. 1903 Wien, led., III., Radetzkystraße 26; Helene Wilheim, 11. 1. 18% Brünn, led., HI,, Oetzelgasse 4; Elchonon Slawin, 19, 1. 1885 Jekaterinenburg, ger. gesch., II., Praterstraße 25; Bertha Lederer geb. Peß, 1. 9. 1896 Wien, veiih., XVIII,, Kreuzgasse 22; Ernst B o n d y, 10. 4. 1908 Wien, led., VII., Zieglergasse 34; Leopold Deiches, 10. 5. 1898 Wien, led., XV., Sperrgasse 7; Emil Klinge berg, 25. 3. 1883 Scltsch, ger. gesch., V., Zentag. 8; Isidor Mark, 13. 12. 1899 Budapest, verh., V., Einsiedlerp'latz Nr. 1; Josefine Musil geb. Steinböck, 25. 4. 1895 Zabhalow, ,gesch., V., Spengergasse 35; Ernst Schlesinger, 23, 2. 1907 Wien, led., V., Franzensgasse 11; Benno Schwarz, 13. 6. 1903 Gyurki, led., XV., Holochergasse 34; Emma Widhalm geb. Stockner, 3. 6. 1897 Wien, ger. gesdb,, XVI., Klammg. 32; Bertha B e e r, 23. 3. 1901 Wien, led., XIX., Heiligenstädterstraße 80; Hilda Maria Frischmann geb. Boigner, 28. 7. 1890 Wien, verw., XVI., Rjankgasse 28; Helene Scheriner, 5. 5. 1902 Wien, led., V., Reinprechtsdorferstraße 14; Emanuel Guttmann, 4. 5, 1853 Wien, verh., II., Rotensterngasse 26; Emanuel Ernst, 5. 11, 1877 Budapest, verh,, V., Ramperstorfferstr. 58; Isak Salamon, 22. 5. 1892 Nischni-Nowgorod, verh., V., Kriehubergasse 5; Otto Stern, 9. 8, 1906 Wien, led., XIV., Diefenbachgasse 9; Hermine Klein, 23. 3. 1911 Wien, led., V., Obere Amtshausgasse 39; Israelitischer Jugendgottesdienst. Samstag den 19. Mai d. J. findet um 3 Uhr nachmittags der Jugendgottesdienst für die israelitische Schuljugend in den Gemeinde- und Bezirks-Synagogen statt. Die jüdische Frau Eine amerikanische Jüdin Von Bertha Badt-Strauss. Mancherlei Stimmen sind in den letzten Jahren aus dem jüdischen Amerika zu uns herübergedrungen, die eine allmähliche Wandlung in der Stellung des amerikanischen Juden zu seiner Umwelt erkennen ließen. Da erklang zuerst die begeisterte Stimme der russischen Jüdin Mary A n t i n, die in Amerika das neue gelobte Land („The Promised Land" nannte sie ihr Buch) entdeckte. Die Naturalisation des russischen Juden bedeutete für sie „die Adoption Amerikas durch das jüdische Herz". In den beiden Bekenntnisbüchern Ludwig Lewisohns „Gegen den Strom" (Up Stream) und „Israel" hörte man schon andere Töne. Zwar die Begeisterung des jüdischen Einwanderers für das Geistesleben der neuen Heimat ist die gleiche geblieben; aber die Haltung der Umwelt — die „offenen Arme", vbn denen Mary Antin erzählt — wandelte sich. Bekanntlich hat Lewisohn in seinem zweiten Buche aus den bitteren Erfahrungen des „Kampfes gegen den Strom" seine Theorien über den Zusammenhang der bankerotten Assimilation und des erwachenden Antisemitismus entwickelt; bis er dann im Lande Israel seine Lösung der drängenden Frage fand: die Lösung auch für den amerikanischen Juden, der als Jude sein Teil zur Kultur der Menschheit beizutragen strebte. — Viel schärfer noch und stoßkräftiger hatte dann Maurice Samuel in dem beherzten Buche „You Gentiles" — den Titel kann man eigentlich nur durch „Ihr Gojim" v/iedergeben — die tiefe Kluft gekennzeichnet, die zwischen den Juden und den Völkern der Erde immer bestanden hat, überall besteht und bis zu den Tagen des Messias bestehen muß, soll nicht das Judenvolk Recht und Anspruch auf die Ewigkeit seines Einzeldaseins verlieren. In der Mitte zwischen diesen aus der Verneinung geborenen und mit ihr kämpfenden Büchern steht nun das Lebensbuch einer amerikanischen Jüdin,*) das ganz auf Bejahung gestellt ist; Bejahung des eigenen Jude- Seins und des Anders-Seins der Völker. Ein Buch der Versöhnung; doch nicht einer schwächlichen und feigen Versöhnung durch Angliederungen an die Umgebung. Denn einer der Hauptunterschiede zwischen den Lebenserinnerungen der Frau Kohut und den eben erwähnten Büchern besteht darin, daß alle jene Bücher von mehr oder weniger judentumsfremden Menschen stammen — Mary Antin ist stolz darauf, mit dem Ghetto der alten Heimat auch die Ghettositten und Gebräuche des alten Glaubens abgestreift zu haben, und Lewisohn, dessen Kindheit unter dem Zeichen des Christbaumes stand, ringt sich erst langsam zu neuer Erkenntnis des alten Vätererbes hindurch. Rebekka Kohut dagegen entstammt dem Adel jüdischen Geisteslebens und ist sich in ihrem reichen Leben der Verpflichtung dieser Abstammung immer und getreulich bewußt geblieben. „Tochter, Gattin und Mutter eines Rabbiners", so nennt sie sich einmal selbst. Gern möchte man glauben, daß die harmonisierende Stimmung ihres schönen Buches nicht nur der glücklichen Veranlagung dieser Frau, sondern auch der Atmosphäre des Rabbinerhauses zu danken ist. Und vielleicht sind in der Tat das Reizvollste in diesem inhaltsreichen Buche die Bilder aus dem Leben zweier Rabbinerhäuser, aus ihrem Vaterhause und aus dem Hause ihres Gatten, Ihr Vater, Dr. Bettelheim, entstammte einer bekannten ungarisch-jüdischen Familie, deren Häupter Rabbiner oder Aerzte gewesen waren; er selbst begann noch in reiferen Jahren, nachdem er mit Frau und sechs Kindern als Rabbiner nach Amerika gekommen war, dort Medizin zu studieren. Wie Juden und Christen sich zu seinen hebräischen Lehrstunden drängten; wie sein bescheidenes Haus in Richmond allmählich fast etwas wie eine kleine Republik des Geistes bedeutete inmitten einer materialisierten Welt, das erzählt die Tochter mit Liebe und Stolz; und etwas von wahrhaft messianischer Stimmung umschwebt die erschütternde Erzählung von seinem Tode auf offener See, auf der Rückkehr von einem letzten Besuche der alten Heimat: seine Freunde und Reisegefährten, zwei katholische Geistliche, die er im Hebräischen unterrichtet hatte, lasen für ihn’die Sterbegebete aus seinem eigenen Sidur. Alexander Kohut, der glänzend begabte Führer der amerikanischen Orthodoxie im Kampfe der Rabbinen, *) Rebekka Kohut: My Portion, Aa Autobiography, New York, Tb. Seltzer. wurde dann ihr Gatte. Fast gegen den Willen ihrer Familie, die vor den Opfern eines solchen Lebens für die geliebte Tochter und Schwester zurückschreckte, entschloß sich das junge Mädchen, dem früh verwitweten Manne die Gattin, seinen acht Kindern die Mutter zu ersetzen. Erst als der jugendlich schöne Mann, dessen dunkelbärtiger Kopf an Theodor Herzl erinnerte, ihr durch allzufrühen Tod geraubt war, als sie seine — und ihre! — acht Kinder zu selbständigem Leben ausgerüstet hatte, kehrt die reichbegabte Frau zu ihrer eigenen Wirksamkeit, zu den Idealen ihrer Jugend zurück: zu ihrer sozialen Arbeit. Und so wird dieses Buch schließlich auch zu einem höchst interessanten Abriß der Entwicklung der sozialen Arbeit der Frau in Amerika: von den kindlichen Blumenspenden des halbwüchsigen Mädchens an die Armen zu der erst allmählich organisierten Fürsorge für die Flüchtlinge, und zu der großen Aufgabe des glücklicheren Amerika, der Sorge für die Opfer des Weltkrieges. Ihre Reisen nach Holland, Lettland, Rußland, ihre Teilnahme an dem Weltkongreß der jüdischen Frauen, der 1923 in Wien stattfand, sind uns unvergessen. Es ist sehr zu begrüßen, daß, wie wir hören, eine deutsche Uebersetzung des sehr lesenswerten Buches bereits in Angriff genommen worden ist. Irma Lindh eim, die Präsidentin der zionistischen Frauenorganisation „Hadassati“, welche sich in dem Konflikt in der Zionistischen Organisation Amerikas au! die Seite der Opposition gestellt hat. ■*,» . i mm® Aus der Weltorganisation zionistischer Frauen (WIZO) Was ist der Keren Hanaschim? Der Keren Hanasdhim ist — dies sei vorweggenommen — keine Neugründung eines Fonds, sondern ein neuer Name für eine alte Sache: er -bezeichnet das Instrument zur Aufbringung des Budgets der WIZO. Es ist nicht möglich und gewiß nicht zweckmäßig, das eine Mal unter dem Schlagworte der Lehrfarm »Nahalal«, das andere Mal unter dem Titel des »Hostel in Tel-Aviv«, dann wieder mit der Losung »Mädchenkwuzah« (Meschek Hapoaloth) die Sammlung und Besteuerung durchzuführen. Die Aufgaben wechseln, aber die Aufgabe bleibt. Und daher muß auch der Name bleiben. Mit der Erweiterung des Arbeitsprogramms der WIZO in Erez Israel und in der Galuth (Kulturarbeit!) wächst auch der Rahmen des Keren Hanaschim. Zu der Arbeit auf dem Lande ist die Arbeit in der Stadt gekommen, Säuglingsfürsorge, Kleingartenanlagc, Kurse für Hauswirtschaft und Hebräisch usw. Neues, vieles wird hoffentlich bald hinzukommen. All dies deckt der Keren Hanaschim. An ihm mitzuarbeiten ist Aufgabe jeder jüdischen Frau, die an dem Aufbauwerke Palästinas, am Gedeihen der Frauen und Kinder in unserem Lande interessiert ist. Kulturelle Erziehungsarbeit. Die nationale Erziehung der jüdischen Frauen ist zweifei- Bilderschwemme KUNSTHANDLUNG WÜRTHLE Wien 1, Welhburggasse 9 Bilder, Aquarelle, ffanctzelclinungen prominente r Meister von 30 Schilling! aufwärts i! BÜCHERSTUBE M. RATH 1 jj II. TABORSTRASSE 20 a, TELEPHON 43-1-58 8 I - 8 :: MODERNE LITERATUR / WISSENSCHAFT S jj JUGENDSCHRIFTEN / JUDAICA UND HEBRAICA jj!!!!!!!!••••••••••••{• tfesse los ebenso wichtig, als in ihrer bisherigen Form unbefriedigend. Noch weniger als der durchschnittliche jüdische Mann ist die Frau über die vitalsten Fragen und Aufgaben des modernen Judentums informiert. Keineswegs ist sie durchschnittlich geeignet, an der jüdischen Renaissance heute schon im größeren Maßstabe mitzuwirken, geschweige denn ihre Kinder zu lebendigem, selbstverständlichem Judentum, Volkstum zu erziehen. Dies gilt namentlich für den Westen, doeb ist die Lage der jüdischen Frau im Osten, wenn auch aus anderen Ursachen, keine bessere. Die Weltorganisation zionistischer Frauen erkennt es immer mehr als ihre Aufgabe, in der Galuth, in den Massen der jüdischen Frau den Geist der jüdischen Renaissancebewegung zu erwecken. Wie aber dies erreichen? Vorträge richten wenig aus, Kurse werden schwach besucht, Hebräisch lesen wenige. Was ist zu tun? Es setzt sich immer mehr der Gedanke durch, daß ein geistig zulängliches, erzieherisch aufgebautes Blatt für die jüdische Frau, in erster Reihe für die Herartbildung der Zionisten, geschaffen werden muß. Dieses Projekt, von der Kulturrcferentin seit einem Jahre propagiert, steht derzeit im Vordergründe aller Diskussion über die kulturelle Erziehungsarbeit der Frauenorganisation. Es ist zu hoffen, daß auf der diesjährigen Council -Sitzung der WIZO in Berlin die richtige Lösung dieser aktuellsten Frage gefunden werden wird. Die Council-Tagung in Berlin findet vom 3. bis 5. Juli dieses Jahres statt. Die Exekutive und die Vertreterinnen der Landesföderationen nehmen daraD teil. Nebst dem Problem der Kulturarbeit, des Frauenblattes, werden organisatorische Fragen, namentlich die durch die Tagung der kontinentalen Arbeitsgemeinschaft der WIZO- Verbände in Prag (Jänner a, c.) aufgeworfenen, behandelt werden. Die Tagung wird zum ersten Male von Vertreterinnen der neugegründeten Verbände in Polen und Jugoslawien besucht sein. Für Oesterreich wurde Dr. Martha Hofmann delegiert, die zugleich die kulturelle Arbeit besprechen wird. Die konstituierende Konferenz der WIZO in Jugoslawien. Die Frauenarbeit schreitet vorwärts. Die dritte zionistische Frauenkonferenz in Europa innerhalb weniger Monate: auf Prag und Warschau folgt Zagreib. Vorarbeiten eines Jialhres, in letzter Zeit besonders gefördert durch den Besuch Sokolows und seiner Tochter, führten zum Erfolge: Am 15. April wurde der Landesverband der zionistischen Frauen Jugoslawiens konstituiert und der Women’s International Zionist Organisation (WIZO) angeschlossen. Die Tagung, die Samstag, den 14. April abends im großen Saal der Zagreber Kultusgemeinde feierlidh eröffnet wurde und zu der Dr. Martha Hof mann (Wien) als Vertreterin der Londoner Zentrale erschienen war, nahm einen befriedigenden Verlauf. Die jugoslawischen Zionistinnen und namentlich die Zagreber Gruppe, von der besonders die Sekretärin, cand. phil. Alice J ü n k e r, genannt werden muß, machten den Eindruck seltener Arbeitsdisziplin und zielbewußten, organisatorischen Willens, Trotz anfänglicher Schwierigkeiten gelaugten sie zu völligem Einvernehmen', schufen ein Landespräsidium mit dem Sitz in Zagreb, dem aber die Vertreterin der Beograder Gruppe gleichberechtigt angehört. Schon existieren eine Reihe von Ortsgruppen, weitere Gründungen stehen unmittelbar bevor. Besonderes Augenmerk wurde der Erfassung der sephardischen Jüdinnen in Sarajewo zugewendet. Soziale Arbeit, Hachscharah und Kulturarbeit, namentlich durch Errichtung und Förderung der 'hebräischen Kindergärten und Schulen im Lande, Aufbringung eines Palästina-Budgets (Keren Hanaschim) wurden eingehend erörtert und in Resolutionen beschlossen. Der Leitung gehören unter anderem an; Frau Julia König (Zagreb), Frau Dr. Pops (Beograd) als Präsidium; ferner die Damen: Alice J ü n k e r, Miriam W e il 1 c r, Sandei, Weiner u. a. Das »Home ol the Daughters of Israel« Das größte und besteingerichtete jüdische Altersheim Amerikas, das »Home of the Daughters of Israel« in New York, feierte Ende März in einer Versammlung das 31. Jahr seines Mrs. Schweitzer ■MMi

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