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Die Stimme · 1928-05-17 · Heft 20 (17.5.1928) · page 8

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Journal
Die Stimme
Volume
1 (1928)
Issue
Heft 20 (17.5.1928)
Date
1928-05-17
Page
– (sequence 8)
Language
German
Belongs to
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Seite 8 DIE STIMME Nr. 20 Dir schönste Sport I 6110IS für jung and alt 8 Stunden samt Trainer pro Person S 15- Die Plätze liegen nicht an staubiger Straße, sondern in prachtvollem Garten mitten im Grünen 36er und 37er Linie in nächster Nähe Kahlenbergsftrafle 46. Tel. A-12-6-35. Seriös v* HANSA i« Diskret WIEN L, FRANZ JOSEFS-KAI 13 TELEPHON 75-409 Häuser, Büros, Wohnungen, Hypotheken, Verwaltungen Prompt Unter wenigen Tagen beste Resultate Eigene Kreditabteilung nur für große Transaktionen wenn sie, wie es in dem oben zitierten Briefe geschieht, sich in Kampfpositur stellen. Es gibt sicher Mittel, um die Kolonisten zur Anerkennung des Prinzips der jüdischen Arbeit zu zwingen. Das wichtigste dieser Mittel wurde bisher verabsäumt, nämlich die Schaffung einer nationalen Pflanzungswirtschaft. Es soll nichts gegen die Privatinitiative gesagt werden, die sicher für kolonisatorische Arbeit ihre Vorteile hat. Doch die Zionistische Organisation hat auf dem Gebiete der Pflanzungswirtschaft einen schweren Fehler begangen, daß sie diesen landwirtschaftlichen Zweig vollständig der Privatinitiative überlassen hat. Hier muß Wandel geschaffen werden, schon um dem Prinzip der jüdischen Arbeit auf einem wichtigen Kolonisationszweig volle Geltung zu verschaffen. Wenn genügend starke Enklaven der nationalen Wirtschaft auch in der Pflanzungszone geschaffen werden, wird die jüdische Arbeit von den Privatpflanzern nicht mehr umgangen, noch weniger verhöhnt werden können. Der neue Chefsekretär der Palästina-Regierung Der frühere Vize-Gouverneur von Jerusalem, H. C. Luke, ist zum Chefsekretär der Palästina-Regierung an Stelle von Colonel Symes, der als Gouverneur nach Aden geht, ernannt worden. Mr. H. C. Luke, der zuletzt Kolonialsekretär von Sierra Leone war, ist schon früher in Palästina tätig gewesen; er war unter Generalsekretär Storrs Vizegouverneur von Jerusalem. Im Jahre 1921 war er eines der Mitglieder der Haycraft - Commission, welche die Unruhen vom 1. Mai 1921 und ihre Ursachen zu untersuchen hatte. Er ist an der Abfassung des Berichtes hervorragend beteiligt. Luke war auch mehrfach literarisch tätig; u. a. hat er 1920 ein Palästina-Handbuch herausgegeben. Ein sephardisch-aschkenasischer Erbschaftsstreit in Jerusalem Wie die Jüdische Telegraphen-Agentur erfährt, ist durch Intervention des Oberstaatsanwalts Palästinas Norman Bentw i c h der zwischen der aschkenasischen und sephardischen Gemeinde Jerusalems entstandene Streitfall wegen des Anspruches auf das Erbe der Frau B e 1 i 1 i u s beigelegt worden. Frau Belilius, die vor kurzem in Hong-Kong verstarb, vermachte ihr Vermögen testamentarisch der jüdischen Gemeinde von Jerusalem. Nun behauptete die sephardische Gemeinde, daß Frau Belilius als Sephardia nur die sephardische Gemeinde gemeint haben konnte und daß das gesamte Erbe im Betrage von 75.000 Pfund allein der sephardischen Gemeinde zufallen müsse. Die aschkenasische Gemeinde wollte aber ihren Anspruch auf einen Teil des Erbes nicht aufgeben. Beide Parteien waren entschlossen, den Rechtsfall vor das Gericht in Hong-Kong zu bringen. Norman Bentwich hat den Streit in der Weise geschlichtet, daß aus der Hinterlassenschaft 25.000 Pfund der aschkenasischen und 50.000 Pfund der sephardischen Gemeinde zufallen. Die Parteien haben diesen Schiedsspruch angenommen. Miszellen Ein- und Auswanderung im Februar. Im Februar betrug die Einwanderung nach Palästina 229 Seelen, davon 170 Juden, 42 Christen und 17 Mohammedaner. Von den eingewanderten Juden waren 46 mit festem Anstellungsvertrag, 33 Abhängige von ständigen Einwohnern Palästinas und 16 mit genügendem Vermögen. Die Auswanderung betrug 217 Seelen, und zwar 187 Juden, 22 Christen und 8 Mohammedaner, 156 der ausgewanderten Juden waren auswandernde Neueinwanderer, d. h. nach Palästina erst nach Juni 1920 gekommen. * Die jüdische Landarbeit* in Palästina. Von dem jüdischen Bodenbesitz in Palästina, dessen Ausmaß, wie bereits berichtet, 1,002.000 Dunam (ä x/u Hektar) beträgt, sind laut dem Bericht der Zionistischen Palästina-Exekutive 463.570 Dunam Landwirtschaft erschlossen (darunter 79.214 Plantagen, 271.106 Getreideland). Man zählte 2007 Farmen und 11.521 Stück Milchvieh und 4567 Arbeitstiere. Die Bevölkerung in den Gebieten der jüdischen Landwirtschaft weist eine Zahl von 30.500 auf gegen 15.172, die im Oktober 1922 von den Regierungsbüros registriert wurden. Vor dem Kriege lebten dort «m ganzen 9473 Personen, Von den gezählten 30.500 Personen waren 13.751 zu Farmerfamilien gehörig, 8441 lebten auf Kleinwirtschaften, 8308 hatten keinen eigenen Bodenbesitz. ♦ Der Bau des Halens von Haifa wird, wie Oberkommissär P1 u m e r anläßlich seines jüngst erfolgten Besuches in der Stadt offiziell mitteilte, noch im Laufe des Jahres 1928 in Angriff genommen werden. Die Hafenanlagen werden ein Ausmaß von 85 Hektar haben, die Seetiefe wird 10 Meter betragen. * Die Zionistische Palästina-Exekutive beim High Commissionen Die Mitglieder der Zionistischen Palästina- Exekutive hatten am 26. April eine Unterredung mit dem High Commissioner 'Lord P l u m e r, die sich auf die Frage der Vornahme von Arbeiten und Vorkehrungen gegen den infolge der Dürre zu erwartenden Notstand bezog. Der High Commissioner sicherte eine Beschleunigung der Durchführung der Regierungsarbeiten zu. Betreffs der Dürre lasse die Regierung jetzt eine genaue Prüfung der Lage vornehmen. * Die Delfiner’sche Fabrik bleibt in jüdischen Händen. In der letzten Zeit sind jn einzelnen Blättern Berichte über den angeblichen Verkauf von Delfiners Seidenfabrik an eine arabische Gruppe erschienen. Wie uns aus T el-Aviv berichtet wird, entspricht diese Meldung nicht den Tatsachen. Die Fabrik ist in den Besitz einer Gruppe amerikanischer Juden übergegangen, die entschlossen sind, durch neue Investitionen und moderne Ausgestaltung das Unternehmen unter allen Umständen zu halten und somit auch für eine ansehnliche Zahl von jüdischen Arbeitern Arbeitsgelegenheit zu bieten. Der Stadtrat von Tel-Aviv hat den neuen Besitzern verschiedene Erleichterungen, vor allem eine fast völlige Steuerfreiheit für die Dauer mehrerer Jahre, bewilligt, * Der Grieche Mavromatis, der noch vor dem Kriege von der Konstantinopeler Regierung Konzessionsrechte auf Versorgung Jerusalems mit elektrischem Licht, elektrischer Straßenbahn und Wasser erworben hat, ist in Jerusalem eingetroffen und teilte einem Vertreter der Jüdischen Telegraphen-Agentur mit, daß die Differenzen zwischen ihm und der britischen Regierung wegen des Umfanges und der Geltung der Konzessionen, die auch schon wiederholt den Haager Internationalen Gerichtshof beschäftigt haben, nunmehr beigelegt sind und daß er demnächst mit der Ausübung der Konzessionsrechte beginnen werde. Nach den letzten Meldungen, die auf den Jerusalemer Vertreter der Power Securities Company in London zurückgehen, soll diese Gesellschaft von Mavromatis die Konzession zur Versorgung Jerusalems mit elektrischem Licht erworben haben. * Sechs Juden, die vor längerer Zeit als Touristen nach Palästina kamen und sich dann dort niederließen, wurden über Verfügung des Einwanderungsdepartements der Palästina-Regierung des Landes verwiesen; es handelt sich durchwegs um wirtschaftlich gut fundierte und gut beleumundete Personen. * Ein Konsortium amerikanischer Juden, an dessen Spitze der New Yorker Rabbiner Jacob R e d e 1 h e i m steht, hat mit der Stadtverwaltung von Tiberias einen Vertrag über den Export von Thermalwasser in Flaschen abgeschlossen, der von der Regierung bereits genehmigt wurde. (Die Thermen von Tiberias haben bekanntlich eine ähnliche chemische Zusammensetzung wie die Karlsbader Wasser und können zur Behandlung der gleichen Krankheiten wie diese dienen. — Die Red.) * Zum ersten Male nach dem Kriege wird im Herbst, sofort nach den Feiertagen, eine Reise der jüdischen Jugend nach Palästina stattfinden. Diese große und billige Ferienfahrt, die im wesentlichen den Charakter einer Wanderfahrt haben soll, wird von einer Reihe jüdischer Jugendverbände in Deutschland, Palästinensischer Organisationen etc. veranstaltet. Die Vorbereitung und organisatorische Durchführung liegt in den Händen des Palestine Lloyd. In Jerusalem fand eine Konferenz der jüdischen Rechtsanwälte Palästinas statt, bei der festgestellt wurde, daß jetzt in Palästina 108 jüdische, 105 arabische und 2 englische Rechtsanwälte leben. Die Rechtsschule wird von 145 Schülern besucht, so daß in einigen Jahren die Zahl der palästinensischen Rechtsanwälte 300 übersteigen dürfte. Die jüdische Gemeinde Die Wiener jüdische Gemeinde fordert endlich ihr Recht Der Beschluß auf Einschreiten um Beitragsleistung des Bundes — 50.000 Schilling für Palästinazwecke Wie bereits an der Spitze des Blattes dargelegt wurde, hat sich die Majorität des Wiener Kultusvorstandes endlich entschlossen, die schon längst nötigen Schritte zu tun, um die der Kultusgemeinde nach dem Friedensvertrage von St. Germain zustehende Beitragsleistung von Bund und Gemeinde für die religiösen, Erziehungs- und Fürsorgezwecke der Judenschaft zu erlangen. Gemäß dem in der Sitzung des Kultusvorstandes vom 10. Mai einstimmig gefaßten Beschluß des Kultusvorstandes sollen zunächst die Verhandlungen mit dem Bund aufgenommen werden. Ueber eine gleichartige Aktion der übrigen Kultusgemeinden Oesterreichs soll ein Einvernehmen hergestellt werden. In der letzten Sitzung des Kultusvorstandes wurde auch beschlossen, wie in den Vorkriegsjahren 50.000 Schilling für Palästina-Zwecke zu widmen. Nachstehend der Verlauf der Beratung: Zu Beginn der Sitzung erstattete Amtsdirektor Regierungsrat Fuchsgelb den Präsidialbericht, aus dem eine Spende der Bator.in Valentine von Springer-Rothschild im Betrage von 2 0.0 0 0 Schilling aus Anlaß des Hinscheidens ihres, Gattens, des Baron Sigismund Springer, bervorzuheben ist. Sodann wurde über die durch die VerwalUuigsreform bedingte Zusammenlegung der Stiftungen, Widmungen und Fonds referiert. Die durch die Geldentwertung illusorisch gewordenen Zweckvermögen, die an Verwaltungskosten MH ifv. weit mehr verursachen, als ihre Erträgnisse einbringen, wurden auf ökonomischer Grundlage vereinigt. Auf diese Weise wurden aus 280 wertlos gewordenen 12 neue Stiftungen geschaffen, die ihrem Zwecke möglichst nahekommen, und 891 entwertete Widmungen und Fonds in 17 neue zusammengelegt. Die Zahl der selbständig bestehenden Zweckvermögenschaften (Stiftungen und Widmungen) beträgt derzeit 75. Die Erträgnisse aller Zweckvermögenschaften — ausgenommen jene, deren Vermögen in Häusern bestehen — betragen gegenwärtig rund 40.000 Schilling. In zweieinhalbjähriger mühevoller Arbeit hat der Sekretär der Kultusgemeinde, Dr. Leopold Stern, diese mustergültige Arbeit durchgeführt, wofür ihm vom Vorstand einstimmig der Dank ausgesprochen wurde. Sodann wurde mit allen gegen eine Stimme die Palästina-Widmung von 50.000 Schilling genehmigt. Von diesem Betrage entfallen 25.000 S auf den Keren Hajessod, 7500 S auf den Keren H a j i s c h u w, 2500 S auf den palästinensischen Arbeiterfonds, 7200 S auf den Emigrantenfonds, 6000 S auf den H e c h a 1 u z und 1800 S auf den Reservefonds. Die einzige Stimme, die sich gegen diesen Beschluß aussprach, war, wie alljährlich bei dieser Gelegenheit, die des Herrn Pappenheim von der „Agudah“, weil die Kultusgemeinde für einen „antijüdischen" Zweck (und das sei doch der Keren Hajessod, weil Das Ghetto von New York: Links: Allan Street, das Zentrum der Partiewarenbändler; oben: Ein riesiges „Warenlager11 alter Kleider hmm niwr Tammmntaanfki -r -u ■arrn

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