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Die Stimme · 1928-05-03 · Heft 18 (3.5.1928) · page 6

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Journal
Die Stimme
Volume
1 (1928)
Issue
Heft 18 (3.5.1928)
Date
1928-05-03
Page
– (sequence 6)
Language
German
Belongs to
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Seite 6 DIE STIMME Nr. 18 Die herrlichsten Frühjahrs- Modelle aus edlem Material, feinst ausgeführt, in noch nie dagewesener Auswahl. Bekannt seriöse niedere Preise Schuhmodenhdus Dorn II, Tdb orstraße 8 a Gruppen: Pfadfinderbund Brith-Haimischtnar, Pfadfinderbund Haschomer Hazair, Jüdisch-sozialistische Arbeiterjugend und Jugendbund Trumpeldor. J ugend werbe woche, Samstag den 5. Mai 1. J.f 5 Uhr nachmittags, VIII., Bennoplatz 1, Jugendführertagung. Programm: 1. Jugend und Organisation; Referent Josef Mährer. 2. Erziehungsaufgaben und -möglichkeiten in Jugendsünden; Referent Zwi Huber. 3. Sinn einer Aelterenerziehung, Montag den 7, Mai 8 Uhr abends Sophiensaal (Blauer Saal), III., Marxergasse 17, Vortrag Dr. S. Kanowitz, Berlin( „Die jüdische Jugend und die jüdische Wirklichkeit". Karten im Zionistischen Landeskomitee. Sonntag den 13. Mai, Lag b'Omer-Zentralwanderung sämtlicher jüdischer Jugendgruppen Wiens, Gießhiibler Heide. * Im Rahmen der Jugendwerbewodbe veranstaltet die Z i onis tische Jugendgruppe Brigittenau, Samstag den 12. Mai halb 8 Uhr abends in den Kunstspielen, Riemergasse 11, eine Lag b'Omer-Feier. Aus dem Programm: Schalom Alejchem „Der Doktor", I. L. Perez „Die goldene Kette". Karten im Vereinslokal, XX.( Jägerstraße 30, und im Zionistischen Landeskomitee, (Jugendsekretariat). * Im Rahmen der jüdischen Jugeradwerbewoche veranstalten die Jugendabteilungen des IWJTV. Mafckabi (Makkabi Hazair) in den Kunstspielen Pan, I., Riemergasse 11, Sonntag den 6. Mai 1928, eine W erbe-Akademie mit reichhaltigen turnerischen und szenischen Darbietungen unter Mitwirkung von Leo Lederer, Brünn (Rezitationen). Beginn halb 8 Uhr abends. Restliche Karten im Sekretariate des Vereines erhältlich. Gäste herzlich willkommen. Monatsschrift „Die jüdische Jugend“ Am 5. Mai erscheint die erste Nummer der durch Initiative des Zionistischen Jugendverbandes begründeten Jugendzeitschrift, deren Redaktion in den Händen von Dr. L. Thaler liegt. Die überaus reichhaltige Nummer enthält Beiträge von Adolf Böhm, iDr. Goldhammer, Direktor Viktor Kellner, Dr. Martha Hofmann, Ing. Miaihrer, Dr. Thaler, Ruth Weiß, Sam Wolf usw. Der Preis der Einzelnummer beträgt 30 Groschen, Ganzjahresabonnement beträgt 3 Schilling, Halbjahresabonniement S 1.60. Zu bestellen im Zionistischen Landeskomitee, Wien, I., Kärntnerstria ße 28. Die Einigung in der zionistischen Studentenschaft Wie wir erfahre^ hat sich die zionistisch organisierte Studentenschaft, die seit einigen Jahren im losen Kontakt zionistisch arbeitete, in den letzten Wochen zu einem einheitlichen „V erband der Zionistisch-Akademischen Verbindungen und Vereine Oesterreichs" zusammengeschlossen, welche Organisation auch von der zionistischen Landespartei Oesterreichs als Sonderverband anerkannt wurde. Die 1. ordentliche Generalversammlung dieses Verbandes findet Samstag den 12. Mai abends und Sonntag den 13. Mai vormittags im Festsaale des österreichischen Handelsmuseums, IX., Berggasse 16, statt; bei dieser Studententagung sollen bedeutsame Beschlüsse für die zukünftige zionistische Arbeit gefaßt werden. Zionisteniahrt nach Preßburg. Die nachhaltigen Eindrücke der vorjährigen Gesellschaftsreise nach Bratislava, die vom Z. L. f. Oe. veranstaltet wurde, sind wohl noch allen Beteiligten in frischer Erinnerung. An der vorjährigen Reise nahmen zirka 1000 Personen teil; sowohl die Schiffsreise als auch die Besichtigung der Stadt Preßburg und das anschließende Garten- ■fest brachten die Teilnehmer in angenehme Stimmung. Das Programm der diesjährigen Reise, welche am 17. Juni 1928 stattfindet, wird noch um ein Vielfaches erweitert; während der Reise wird eine erstklassige Akademie die Mitreisenden unterhalten. Für die Tanzlustigen sorgt eine Bordkapelle. Preis der Karte S 9.—. Anmeldungen werden beim Jugendverein „Erez Israel" /(Sekretariat II., IZirikusgasse 33 und im Zionistischen Büro (Keren Kajemeth), I., Kärntnerstraße 28, entgegengenommen. Aus den zionistischen Ortsgruppen Mödling Die Ortsgruppe hat in ihrer letzten Sitzung beschlossen, noch in dieser Saison die Vortragstätigkeit fortzusetzen. Am 12. Mai spricht Dr. Josem Löwenherz. Als weitere Veranstaltung ist eine Jugendvcrsammlung geplant, bei welcher Frau Dr. Martha Hof manu sprechen wird. |JP§6}I. ) UnJMilüIBLIllUl trJSjptftri|l<3 IX, Berggasse 19, Tel. 17-3*99 u, 16-9-34 £#,v.t|lbTejlaingen f1. unteir Aufeicht des Ehrwürdigen RabblnufS der Israelitischeij Kultus.gemeüide Wien IX, Bergga$se 15 XV,ML Währingerstr^ 91 Salzburg Am 19. Mai findet ein Vortrag des Präsidenten 'Dr. Leo Goldhammer statt. Gleichzeitig wird eine Konferenz des Distriktes „W e s t" (Oberösterreich, Salzburg und Tirol) stattfinden, bei welcher die weiteren Arbeiten, insbesondere die Kurortearbeit besprochen wird. Vereinsnachrichten Zionistische Bezirkssektion Wieden-Margareten. Zugunsten des Sommerlagers des Pfadfinderbundes »Zirenu« veranstaltet die Sektion Sonntag, den 6. Mai, um Hll Uhr vormittags im Wiedner Kino, IV. Favoritenstraße 32, eine Kino- Aufführung. Zur Darstellung gelangt der amerikanische Film »Seine Söhne« mit Rudolf Schildkraut in der Titelrolle. Zionistische Bezirksorganisation IX. Dienstag, den 8. Mai, 8 Uhr abends, im Vereinsheim, VIII., Bennoplatz 1. Lagbeomer-Feier. Programm: Eröffnungsrede: Rabb. Dr. Z. Schwarz. Oberkantor P o s t o 1 o w, Sologesänge. Opernsängerin Nora Dauber, hebräische und jüdische Lieder. Charakterkomiker Willy M e n d 1 u. a. m. Hierauf Geselligkeitsabend. Verband der jüdischen Kaufleute und Gewerbetreibenden (Wien, I., Elisabethstraße 9). Montag, den 7. Mai, präzise 8 Uhr abends, im Klubsaal des Caf6 Excelsior, I., Rotenturmstraße 24, Verbandsdiskussionsabend. Einleitendes Referat von Rechtsanwalt Dr. Desider Friedmann, Montag, den 14. Mai, ebendaselbst Verbandsversammlung mit Vortrag des Präsidenten der Deutschen Handelskammer Herrn Carl T r o s s e t. Verband der Zionistisch-Sozialistischen Jugend. Montag den 7. Mai punkt 8 Uhr 'abends im Heim (II., Ausstellungsstraße 19), Vortrag, Chawer M a n o a c :h (Daganiah), über „Institute der Arbeiterorganisation in Erez Israel", Gäste herzlich willkommen. Revisionistischer Mittelschülerbund. Samstag, den 5. d., um 6 Uhr abends, sprechen im Heime, VIII., Auerspergstr. 21, | Dr. Max K i w e und E. F. Geller über »Jugendbewegung , und Hechaluz«. I Jüdischer Hochschulausschuß. Sonntag, den 6. Mai, K>4 Uhr nachm., Führung durch den alten jüdischen Friedhof in der Seegasse. Führer. Reg.-Rat Dr. Wachstein. Treffpunkt vor dem Eingang, IX., Seegasse 9, um 7,4 Uhr nachm. Gäste willkommen. Verein zion. Hochschüler »Theodor Herzl«. Samstag, den 5. Ma7 um 8 Uhr abends, im Heim, IX., Glasergasse 4, Vortrag des Herrn M a n o a c h (Daganiah): »Das arbeitende Palästina.« Akademische Gäste willkommen. J. A. Juristenverein. Samstag, den 5. Mai> um ^4 Uhr nachm., im Saale der Rede- und Lesehalle (IX., Türkenstr. 9), ordentliche Generalversammlung. Moadon Iwri. Samstag, den 5. Mai, 8 Uhr abends, im Lokale II., Zirkusgasse 33, Vortrag Mosche Ungerfeld über »Popper-Lynkeus Ham'schorer Haphilosoph«. Maimonides-Institut. Das Sommersemester der Universitätsvorträge über hebräische Literatur und Geschichte des Judentums wird am Montag, den 7. Mai, 6Vi Uhr abends, im Hörsaal 34 der philos. Fakultät mit dem Vortrag des Do- MELLINGERS Wiener Heilteemischungen bei Zuckerkrankheit, Gallen-, Nieren-, Blasenstelnen und Magenleiden sind vorzüglich. Preis per Paket S 6*50. Postversand. _^e^XVMacknerga«^N^J7^ Wochen-Kalender Mai 1928 Gedenktage TH rrmn 3 Donnerstag 1898 — Prof. H.SchapIra, Mathematiker an der Universität Heidelberg, Initiator des jüd. Nationalfonds, gestorben. is - r 4 Freitag 14 - 5 Samstag 15 — IQ Haftarahs Wehakobanlm halvim 6 Sonntag 1856 — Prof. Sigmund Freud, Begründer der Psychoanalyse, in Freiberg (Mähren/ geboren. 16 - ia 7 Montag 17 — r 8 Dienstag 1843 — Rudolf Mosse, der Begründer des bekannten Berliner Zeitungsveriages, in Qrätz (Posen) geboren. is - rr Lag beomer 9 Mittwoch 1832 — der berühmte Semitologe Salomo Munk ln Qlogau geboren. 19 — zenten Kaminka »Einleitung zu den Apokryphen« eröffnet. Die weiteren Universitätsvorträge finden jeden Montag und Mittwoch (6lA bis 714 Uhr) statt. Misrachi. Am 21. April abends wurde im Misrachilokal das Bild vom Rabbiner M. Kr am e r s. A. in feierlicher Weise enthüllt. Anschließend ian die Bildcnthüllurag fand! zu Ehren des Herrn Baruah Löw, der einen sehr schönen Aron Halkodesch mit Parochet für das Misrachi Minjiam gespendet hat, eine Malawe dcmalka statt. Bei der Bildenthüilung hielten Reden die Herren Rabbiner Dr. F e u c h t w ia n g, Isidor Austerlitz, Dr. S. Rapaport, Rechtsianwalt Dr. Max Gelber und Prof, Dr. R o s e n f e 1 d, die >das Andenken des unvergeßlicher Rrbbiners Kramer in pietätvollen und begeisternden Worten feierten. Bei der Malawe demalika sprachen die Herren Dr. Rapaport, M. Groß. Jösef Goldschmidt und zum Schlüsse Herr Biaruch L ö w, „Misrachi“ Talmud-Thora. In /der Talmud-Thora wird täglich nachmittags von hialb 3 bis halb 5 Uhr und' abends von halb 8 bis 10 Ulhr Bibel, Hebräisch und Talmud 'für Anfänger und für Vorgeschrittene unentgeltlich unterrichtet, Einschreibungen täglich von halb 3 Ibis halb 10 Ulhr abends, II., Praterstraße 43/11. Verein „Einheit“ zur Errichtung und Erhaltung von Volksspeisehallen (Wien, II., Malzgasse 12). Bei der am 16. April sbattgefundenen 14. Generalversammlung ergaben die Wahlen durch Akklamation die Neuwahl des Kultus Vorstandes Michael Sternfeld und die Wiederwahl der ausgelosten Herren: Moritz Felsenburg, Max Hofbauer, Hermann Kuner, Prof. Dr. Heinrich Neumiann, Rechtsanwalt Dr. Wollfgamig Pollaczek, Rechtsanwalt Dr. Dagobert Rybaczewski und Lipe Türkl, wie der Revisoren Jakob Fuchs*, Emil Kritzler und Jakob Stern. Antisemitenspiegel Abrechnung mit dem Ku-Klux-Klan An vier Zentralstellen von Amerika werden jetzt vor den Gerichten interessante Kämpfe zur endgültigen Ausrottung der noch bis vor kurzem übermächtigen Mord- und Erpressungsorganisation Ku-Klux-Klan, der sich als lOOprozentige amerikanisch-nationalistische Organisation zum Kampfe gegen Katholiken, Juden und Neger gebildet, und ganze Bundesstaaten in Schrecken gehalten hatten, geführt, Einige ihrer Hauptführer wurden des gewöhnlichen Raubmordes überführt und zu lebenslänglichem Zuchthaus verurteilt. Gegen andere wird der Prozeß noch geführt. In Philadelphia haben die Vertreter angesehener gesellschaftlicher Verbände bei Gericht die Forderung gestellt, die Ku-Klux-Klan-Bewegung auf dem ganzen Gebiete von iPensyivanien als unmoralisch zu verbieten. Als Grundlage für ihre Forderung legten die Einschreitenden die Protokolle aus den Verhandlungen gegen die Führer des Ku-Klux-Klan und insbesondere die Aussage des zu lebenslänglichem Kerker verurteilten ehemaligen obersten Kommandanten der Organisation, D. S. Stephenson, vor. Aus dieser Aussage geht in erschreckender Weise hervor, welch schauderhafte Greueltaten dieser amerikanisch-völkische Bluthund auf dem Gewissen hat. In dieser Aussage heißt es unter anderem: Männer, die als Gegner des Ku-Klux-Klan angezeigt wurden, sind entführt, mit Stockhieben bis zu hundert Streichen verurteilt, andere gelyncht und viele auch auf dem Scheiterhaufen verbrannt worden. Männer, die in der Gesellschaft eine große Rolle spielten und sich, gestützt auf ihre soziale Macht, weigerten, sich vor dem' Diktator des Klan, der auch ich lange Zeit war, zu beugen, wurden gesellschaftlich und materiell ruiniert und manche zum Selbstmord getrieben. Katholische Klöster wurden verbrannt und ausgeplündert. In vielen Gegenden wurden Unruhen und Ausschreitungen gegen Katholiken und Juden angezettelt, um im Verlaufe derselben die blutigen Urteile gegen bestimmte Personen volksgerichtlich vollstrecken zu können. In allen Staaten Amerikas, in denen der Klan sich festsetzen konnte, wurden dite öfföntficheri Beamten systematisch korrumpiert und auf diese Weise in der Gewalt gehalten. Kein Mittel war schlecht genug/ um mißliebige angesehene Persönlichkeiten eines Staates oder eines* Bezirkes Unmöglich zu machen. Ein vom Klan stärk gebrauchtes schmutziges Mittel hiezu gibt Stephenson in seinem Protokoll an. Wollte man einen Gegner des Klan politisch und gesellschaftlich stürzen, so wurde auf das Bild einer nackten Frau die Photographie des betreffenden Mannes gesetzt. Zu diesem Zwecke wurden in den wichtigsten Zentren Amerikas eigene Photographen beschäftigt. Dieses schmutzige Mittel verfehlte selten seinen Zweck. Ein Teil der Anigäben Stephensons über unerhörte grausame Mordtaten wurde vorläufig noch geheim gehalten, weil gegen die in diesem Teil der Aussage Stephensons namhaft gemachte Personen der Prozeß wegen gemeinen Mordes geführt werden wird. So unter anderem auch gegen die Mitglieder jenes toten Bataillons, das in Philadelphia bestanden hat, und auf einen Wink von oben bereit war, die lynchlustigen und die geheimen Morde prompt ausizußühren. Die gesamte amerikanische Presse fordert nunmehr die völlige Ausrottung dieser Mordgesellschaft, ohne Rücksicht darauf, daß sie sich in letzter Zeit ihrer Maskeraden entleidiigt und nunmehr versuchen, als legale Organisation ihre Greueltaten fortzuführen. Der unverbesserliche Antisemit Von Budapest aus ging vorige Woche -eine rührselige Geschichte von einem bekehrten Antisemiten durch die Weltpresse. Der Führer der häßlichen, kulturwidrigen Prügelhetze gegen den Budapester Professor Adam, Tibor Zilahy, so hieß es, kam in die Zwangslage, seinen Blinddarm vom jüdischen Universitätsprofessor A'dam operieren zu lassen. Es war eine komplizierte Operation, Professor Adam meisterte den Fall und da soll nun der junge Antisemitenführer, als er genesen das Krankenhaus verließ, dem jüdischen Professor, den er vor wenigen Monaten mit seiner Horde von gleichgesinnten Kommilitonen aus dem Hörsaal geprügelt hat, unter Tränen für die Lebensrettung gedankt und für die angetanenen Beleidigungen Abbitte geleistet haben. Auch soll der Taugenichts erklärt haben, daß er den Jugendstreich bedauere und den Antisemitismus ablegen will. Die Optimisten jubelten ob dieser Bekehrung, und knüpften daran bereits weitgehende Schlüsse über die Konsolidierung der öffentlichen Moral und dergleichen. Aber all diese Freudentränen und liberalen Schalmeien wurden vergeblich vergossen und verklangen in der Moralwüste der Antisemiten, Der unentwegte Antisemit Zilahy ist ob solcher Zumutung entrüstet, er pfeift auf die Moral, wenn er dadurch nicht mehr Führer der Antisemiten

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