Mannheim
Compact Memory

Die Stimme · 1928-05-03 · Heft 18 (3.5.1928) · page 5

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Die Stimme
Volume
1 (1928)
Issue
Heft 18 (3.5.1928)
Date
1928-05-03
Page
– (sequence 5)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
93% known words query
IRI
…/3053752-3053753-3053770--0287-3055555
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

4 entity mentions

Nr. 18 DIB STIMME Seite 5 / die gute Suppenwürze Friedhoisschändimgen in aller Welt Da® deutsche Beispiel macht Schule. Nicht nur in Rumänien. Auch in der Slowakei hat sich ein — hoffentlich vereinzelter — Fall der Schändung eines Friedhofes ereignet. In Nitra wurden auf dem orthodoxen Friedhof 13 Gräber zerstört und die Grabsteine zertrümmert. Trotz eifriger Nachforschungen der Behörden, konnten die Täter bisher nicht eruiert weiden. — System (nach deutschem Muster) liegt in den Friedhofsachändungen in Posen. Zu den schon von früher her bekannten Fällen gesellt sich eine neue Untat in dem Ort M e w e, dessen jüdische Gemeinde übrigens in den letzten Jahren fast vollständig ausgewandert ist. Synagogen und Friedhof lagen verlassen da. Unbekannte Täter haben nun Grabdenkmäler, Marmortafeln, Fensterscheiben, Bänke, Tülren und Einrichtungsgegenstände zertrümmert. Im Laufe der Zeit haben sich wieder einige jüdische Familien in Mewe ansässig gemacht. Auf Veranlassung des polnischen Feldrahbinens Dr. Miese®, wurde die Synagoge wieder instandge&etzt. Kaum war die Instandsetzung beendet, als die Fensterscheiben durch Steinwtürfe zertrümmert wurden. Bisher ist es natürlich nicht gelungen, der Täter habhaft zu werden. Kleine Nachrichten Die Exekutive der Weltorganisation zionistischer Frauen (WIZO) hat beschlossen, die zweite Councilsitzung auf den 3., 4. und 5, J u 1 i « a c h Berlin einzuberufen. Am 21. und! 22. April fand in Berlin in Anwesenheit von 20 Delegierten die sechste Jabrestagung des Verbandes jüdischer Studeatenvereine in Deutschland statt, der mehr als 1000 Studenten umfaßt. Die Tagung beschloß u, a., mit den anderen jüdischen Studentenorgandsationen Deutschlands über Schaffung einer gemeinsamen Arbeitsbasis zu verhandeln; ferner will sie die bestehende Studentenihiife auf neuer Basis aufbauen. * Am 27. und 28. Mai findet in Dresden die 7. Delegiertentagung des Verbandes der jüdischen Jugendvereine Deutschlands statt. Das europäische Joint-Büro .bewilligte zum Zwecke der Errichtung einer auf streng religiöser Basis stehenden jüdischen Gewerbeschule in Subotica den Betrag von 5000 Dollar. « Der Repräsentant der jüdischen Gemeinde von Damaskus, Joseph (Laniado, wurde zum Mitglied1 der Konstituierenden Versammlung von'Syrien bei den soeben durchgcführten Wahlen gewählt. Nachspiel zum Falik-Mord In. Suczawa begann .am 26, April der 'Prozeß gegen 14 jüdische Absolventen des Gymnasiums in Cz emo Witz, die am 7. Oktober 1926 eine Demonstration gegen das Lehrerkollegium, das eine erstaunlich große Zahl jüdischer Schüler bei den Examen durChfaillen ließ, veranstaltet haben. Die erste Verhandlung hat vor 1% Jahren vor einem Czernowitzer Gericht stattgefumiden; damals hatte der fanatisierte rumänische Student T o t u einen der Angeklagten1, den jüdischen! Studenten Falilk, iau der Schwelle des Gerichtssaales niedergeschossen. Er wurde von dem Gericht in Kimpolung f r e i g e s p r o c h e n und später ials ein Nationalheld gefeiert. An dem Begräbnis des Falik hatten 50.000 Juden teilgenommien.. Die jüdischen Studenten sind bis heute noch nicht außer Verfolgung gesetzt, wo doch, die Erregung der in ihrer Begabung zurückgesetzten jungen Leute begreiflich und ihr Vergehen ein geringes war. Sie hatten, als die Professoren das Gymnasialgebäude verließen, gerufen; „Niedr mit der Matura, nieder mit Diaconescu fein berüchtigter ijudenhetzerischer Professor), nieder mit Gheorghiul" Bei einem Auflauf später soll Prof. D iia c o n e s c u leicht mißhandelt worden sein, es war aber nicht nachzuweisen, ob die Schüler überhaupt am Orte dieser zweiten Kundgebung geweilt hatten. Den' Vorsitz im Prozeß führt Prim-Präsident Sbiera, die Anklage wird durch den Ersten Staatsanwalt Bendas vertreten. Der Pogromgeneral Wrangel gestorben In Brüssel starb vor einigen Tagen der weißgardistische General Wränge il, ian dessen Namen sich .eine der traurigsten Leidens Zeiten der Juden in der Ukraine und in der Krim knüpft. Neben Petlljuna, Denikin Miadhno, Semjonow wird auch der Name Wramgels in der jüdischen Geschichte „unvergessen“ bleiben.. Trotzdem Wrangel und seine Armee mit den scheußlichsten Ausschreitungen in Verbindung standen und Zehntausende von unschuldigen Juden 'hingemordet haben, fand er der Reihe nach im Bulgarien, Serbien und schließlich in Belgien Zufluchtsstätten und Unterstützung. Wrangel hatte mämilich die Hilfe einiger westeuropäischer Staaten genossen, solange die Hoffnung bestand, daß er die bolschewistische Herrschaft stürzen könne. Diese Beziehungen nützte er bis zu seinem Tode aus. Für die Verbrechen an unschuldigen Juden wurde er ebensowenig Zur Rechenschaft gezogen) wie sein Gesinnungsfreund D e n i 'k i n, der gleichfalls in Brüssel gastfreundliche Aufnahme fand'. Die hebräische Dichterin Elf is che wa (eine Russin, die zum Judentum übergetreten ist und' jetzt als Gattin von Prof, Belkowsky in 'Palästina lebt) weilt jetzt in Berlin. * In S1 o m i n ist der berühmte Chassidim-Riabbi J. L. We ■i.niberg, Sproß einer 'beikannten Rabbinendymastie, gestorben. Die 15.000 Seelen zählende jüdische Gemeinde der Stadt Tripolis hat dem italienischen König und seiner Familie bei ihrem Besuch des jüdischen Viertels „El Hara" einen begeisterten 'Empfang bereitet. KARTONNAGENFABRIK GELBAND & CO, WIEN IX. Grundlstr. 5 |t Telephon A-19-0-69 |£ beliefert alle führenden jüdischen Finnen mit I £ ALLEN ARTEN KARTONS In den meisten jüdischen Kolonien der Ukraine haben Hagel schlüge schweren ■ Schaden angerichtet. In einem Teil des Schadengebietes ist die Ernte bis zu 75 Prozent vernichtet worden. In der Nacht auf den 23. April-sind in G<a Latz im 'Inneren der Stadt sieben Gebäude und die Synagoge einem großen Schadenfeuer zum Opfer gefallen. Man schätzt den Schaden auf mehr als 50 Millionen Lei. Am 24. April wurde in Wilna eine Konferenz der Rabbiner der 0 s t p r o v i n z e n P o I e .n. s 'bei Anwesenheit von etwa 140 Rabbinern eröffnet. Der unter dem Namen seines Lebenswerkes „Chofez Ghajim“ unter den orthodoxen Juden der ganzen Welt bekannte greise (Rabbi ‘Ghajim Oser Grodzenski eröffnete die Konferenz mit einer Ansprache, in der er es als die Aufgabe der Konferenz bezeichimete, die Position der Gemeinden in den Ostprovdnzen zu stärken. * Im Alter von 81 Jahren verstarb der Rabbiner der Großen Synagoge von Manchester, Dr. Brendlt Sa'lomon. 1846 in Kopenhagen geboren, ü'bte er über 35 Jahre sein Amt in Manchester aus. Der tödliche Sowjet-Antisemitismus Aus Moskau wird uns geschrieben: Ein jüdischer Arbeitsinspektor namens Bezverki in Staobelsk hat als Folge der systematischen antisemitischen Hetze, die seitens seiner Arbeitskollegen gegen ihn betrieben wurde, Selbstmord begangen. Der Oberinspektor Medwjedeff wurde unter der Beschuldigung, die Hetze gegen Bezverki inszeniert und seinen Untergebenen dadurch in den Tod getrieben zu haben, verhaftet. Die amtliche Untersuchung hat ergeben, daß Bezverki ein sehr gewissenhafter Arbeiter war, der sich für die Beseitigung der (Mißwirtschaft in der Fabrik „Rote Fuhne“, der er als Arbeitsinspektor zugewiesen worden war, und für eine Reorganisierung der Arbeitsmethoden eingesetzt hat. Der Oberinspektor Medlwijedeff versuchte, Bezverkis Reformtätigkeit entgegenzuwirken, indem er eine antisemitische Kampagne gegen ihn eänieitete. Bezverki wurde auf Schritt und Tritt verfolgt, bis er den Freitod als einzigen Ausweg aus dem Martyrium sah. Er hinterließ einen Zettel, auf dem geschrieben stand: ,,Der Grund für meinen Selbstmord ist der, daß ich nicht redliche Arbeit tun d u r f t e." Dies ist .der zweite bekannt gewordene Fall, wo eia jüdischer Arbeiter;in Rußland! von den (Hetzern unter seinen Kollegen in den Tod getrieben wird. Daß die Hetzer — wie überall — unlautere Motive haben, wird aus dem jüngsten Fall klar ersichtlich. Was geschieht nun offiziell gegen diese Hetze? Das Zentralkomitee der Kommunistischen Partei läßt — ein Sammelwerk über den Antisemitismus erscheinen! Die Tabakregie in der Ausstellung „Frau und Kind“ Die Tabakregie, die in ihren Betrieben zum größten Teil Frauen beschäftigt, darf in der Ausstellung „Frau und Kind“ nicht fehlen. Im mittleren Raume des Ovals rechts vom Haupteingang sind Arbeitstische auf gestellt, bei welchen Arbeiterinnen ihre Fertigkeit in der Herstellung der beliebten österreichischen Zigarrenmarken Zeigen. Rechts davon befindet sich eine Ausstellung von Fürsorgeeinrichtungen für „Frau und Kind“ bei der österreichischen Tabakregie. In Dioramen sind hier dargestellt: ein Saal in einem Säuglingsheim, eine Szene im Garten einer Tagesheimstätte, ein Schulzimmer eines Kindergartens und eine Küche in einem Arbeiterwohnhause. In Stereoskopapparaten werden Wohlfahrtseinrichtungen und in Diapositiven die Tätigkeit der Frau im Betriebe und im Dienste der Fürsorge gezeigt. Ein Modell eines Arbeiterwohnhauses, Grundrißskizzen uitd statistische Tabellen ergänzen die Ausstellung. An diese Exposition schließt sich ein Verkaufsraum, in dem alle Regieerzeugnisse und auch die in der Ausstellung selbst hergestellten Zigarren, frisch, wie sie von den Arbeitstafeln kommen, erhältlich sind. (Entgeltlich.) TUCHHANDLUNG „ZUR SCHÄFERIN1* ALBERT HARDT WIEN I, FREISINGERGASSE 1 (Eck« Bauernmarkt) •o® Original englische Damenmäntel- und Herrenmo desto!f e Treffpunkt der Zionisten jeden Samstag ab 8 Uhr abends im Cafe Produktenbörse. Der amerikanische Aufstieg eines Warenhauses muß in Wien gewiß zu den Seltenheiten gezählt werden und man kann die Entwicklung eines kleinen Modewarenhauses zu einem Warenhaus allerersten Ranges nicht als Zufall ansehen. Eine Leistung dieser Art ist der Firma Brüder Schiffmann, II., Taborstraße 48, gelungen, allerdings nur durch beispiellose Energie, großzügigen Unternehmungsgeist und die reellsten kaufmännischen Prinzipien, Heute erfreut sich die Firma Brüder Schiffmann auf dem Wiener Platz allgemeiner Beliebtheit und Popularität. Aber wenn sie auch als erstrangig anerkannt ist, so kennt sie doch keinen Stillstand und besonders Herr Max Schiffmann ist es, der mit seinem ausgezeichneten kaufmännischen Blick und unermüdlichem Eifer das große Warenhaus auf dem hohen Niveau erhält, zu dem es in verhältnismäßig kurzer Zeit aufgestiegen ist. Österreich Verband zionistischer Jugendgruppen in Österreich Laut Beschluß des letzten Delegiertentages, die zionistische Jugend zu organisieren und der Lanidesorgianisation direkt zu unterstellen, wurde im vergangenen Winter wach längeren Vorverhandlungen der „Verband der zionistischen Jugendgruppen" gegründet. Der Sinn, der diesem Unternehmen zugrunde lag, ist, die mehr oder minder schwachen Kräfte der einzelnen Bünde zusammenzuf assen und bestimmte Aktionen, ohne die Autonomie der Gruppen zu gefährden, gemeinsam durchzuführen. Es ist selbstverständlich, daß ein solches Zusammenarbeiten die Gruppen untereinander näher bringen muß und daß innerhalb des Verbandes die Möglichkeit zur Diskussion über die verschiedensten Erziehungsprobleme gegeben ist. Die Leitung des Verbandes setzt sich nach den Statuten aus den Vertretern der einzelnen Jugendgruppen zusammen, und zwar entsenden Gruppen mit einer lMitgiliederzaihl von unter 50 eine n, unter 150 zwei und darüber hinaus .drei Vertreter. Die oberste Leitung der gesamten Jugendarbeit •liegt in den Hämden eines J u g e n d r a t e s. Diesem gehören an die Herren Direktor Kellner und Dr. G o l d h a m m e r als Vorsitzender, ferner Ruth W eiß, Guido Kaminka, Max S c h r ö 11 e r, L. Löbensohn, Ing. Mährer und Willi S o h o r. Der Jugendrat, der mindestens einmal in vierzehn Tagen Zusammentritt, hat bereits eine reige Tätigkeit entfaltet: Der Füihrerktirs, der bis nun von einzelnen Jugendgruppen veranstaltet wurde, wurde von ihm übernommen und ausgesta'ltet. Infolge der vorgerückten Jahreszeit wurde er letzte Woche eingestellt. Für eine zu errichtende J u g e nd bi b 1 i ot h e k wurde eine Bibliographie in Angriff genommen. Seiner Initiative entspringt die Veranstaltung der Werbe woche und die Herausgabe einer Jugendzeitschrift „Die jüdische Jugend", deren erste Nummer ,am 5. Mai erscheint. Nur das mangelnde Verstämdnis für zentral geleitete, sinnvoll geführte Jugendarbeit kann der Grund' dafür sein., daß einige Jugendbünde sich außerhalb des Verbandes und damit gleichzeitig auch außerhalb der ZionistischenLandesorgariisation gestellt haben, denn dieser J u g e n d v e r b a nd ist gl eichzeitig ein Sooderverband innerhalb der Zionistischen Landes Organisation. Es ist zu hoffen, daß diese Gruppen über kurz oder bang einsehen werden, daß nur eine gemeinsame Arbeit aller Jugendgruppen wirklich wertvolle und kräftesparende Tätigkeit für den Zionismus durchführen kann. Die dem Jugendverbande angeschlossenen Gruppen sind: Kwuzah Achwa'h, Blau-Weiß, Zionistischer Klub Blau-Weiß XIX., Zionistische Jugendgruppe Birigiittenaju, Jugendvereki Erez (Israel, Zionistische Gruppe Leopo'ldstadt, Malkkabi Hazair, Mädcbenvereinigung Mirjam', Histiadruth Noar Hamisrachi, Zionistische Jugendgruppe Prater, Zionistisch-sozialistischer Jugendverband (Hitachduth), Pfadfinderbund Zeirenu und Mädchengruppe Deworab. Dem Jugendverbande nicht angeschlossen sind folgende Sommersprossen Wlmmerln, Ausschläge der Haut, Pickel» Sonnenverbrannte Haut» Rote Wangen, Nase und Hände usw. bringt sofort euin Verschwinden» die auf wissenschaftlicher Basis hergestellte „Dlm“ Kampfer-Sauerstoff-Creme (matt, für Tag) „Dirn“ Gitronen-Sauerstoff-Creme (fett, für Nacht) und macht die sprödeste oder rauhe Haut sammetweich u. blendend weiß. Jede Tube S 2*- (beide Tuben S 3*75). Io Jeder ipoftili, Drogirlt, Pirlunerle oder direkt n bibeo: „Dlm" Ubonterlua. Win II, Obere Dooooetr. 17 \

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.