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Die Stimme · 1928-04-26 · Heft 17 (26.4.1928) · page 13

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Journal
Die Stimme
Volume
1 (1928)
Issue
Heft 17 (26.4.1928)
Date
1928-04-26
Page
– (sequence 13)
Language
German
Belongs to
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Nr. 17 OIE STIMME Sette 13 ahtetdon choko! t als eine originäre Zuspitzung nicht wie bei den anderen Abschnitten im Wesen des Erzählten oder des Gespräches liegen kann. Wiesen mag dies mit Recht als nicht zu seiner Sache gehörig angesehen haben, da ihm, wie er im Vorwort der Sammlung der äußere Habitus dem inneren ganz konform, zügeben, Wie dem sei, er erweist sich als ebenso verständnisvoller Sammler wie Bearbeiter wertvollen jüdischen Volksgutes. Es ist zu wünschen, daß die nächste. Sammlung aus deiner Hand bald folge. ’P. H afl e r. Das Buch der Bücher Das mit einem Kostenaufwands von 17.000 Pfund in Jerusalem errichtete Bibel -Haus wurde am 10. April feierlich eröffnet. Rev. R i t s o n, der Sekretär der Britischen und Auswärtigen Bibel-Gesellschaft, teilte mit, daß die Bibel gegenwärtig in 605 Sprachen von der Gesellschaft verbreitet wird. Das Moskauer jiddisch-akademische Theater in Berlin Aus Berlin wird uns berichtet: Das zweite Stück, welches das Moskauer jiddisch-akademische Theater bei seinem hiesigen Gastspiel zur Aufführung brachte, war die Dramatisierung von Mendele Mocher Sfotims berühmter Erzählung „'Die Reise Benjamins des Dritten“. Auch diese Aufführung bildete ein Ereignis in der Berliner Theaterwelt. Im Zuschauerraum bemerkte man zahlreiche führende Männer der Bühne, der Kunst- und Gelehrtenwelt, u. a. auch den Präsidenten der; Akademie der Künste Max Liebermann und den genialen Theatermann Max Reinhardt. Das Thema — zwei Juden aus dem „Städtel“ machen sich auf, um Jerusalem zu sehen und dann die verlorenen zehn Stämme zu finden, kommen aber nür bis zur nächsten größeren Stadt und werden zum Militär gepreßt — eignet sich zur Burleske und so wurde die Handlung auch von dem Regisseur Alexis Granowsky bearbeitet. Die Schauspieler M i c h o e 1 s und Su s k i n errangen mit der Darstellung der beiden jüdischen Don Quixote-Figuren einen Separaterfolg. Publikum und Kritik waren begeistert. Fünfzigmal „Dybuk“ in Budapest Am Budapester Ungarischen Theater konnte Anskis „Dybük“ das Jubiläum der fünfzigsten Aufführung feiern. Es wird bei diesem Anlaß an den Wettstreit zweier ungarischer Theater um das Aufführungsrecht des „Dybuk“ und an die Zweifel erinnert, die in der Oeffentlichkeit aufgetaucht waren, ob dieses Stück in Budapest sich ungestört werde auf dem Repertoire behaupten können. Die Zweifel haben sich als unbegründet erwiesen; der „Dybuk" übte auch auf die Budapester seine mystische Zugkraft aus. Es wurde jedesmal vor ausverkauften Häusern gespielt und die fünfzigste Vorstellung gestaltete sich zu einer feierlichen Huldigung für den verstorbenen Dichter. Der „Dybuk" bleibt auch weiter auf dem Repertoire des Theaters. Die Werke des Dichters der Hatikwah-Hymne Aus Anlaß des 50jährigen Jubiläums der hebräischen Hymne „Hatikwah" wurde in Palästina ein Komitee gebildet, das sich die Herausgabe der Schriften des Verfassers der Hymne, des 1856 in Zloczow (Galizien) geborenen und 1909 in New York verstorbenen Naphtali Herz Imber, zum Ziele gesetzt hat. Baron Edmond de Rothschild bewilligte einen Beitrag zu den Kosten der Publikation. Imbers GeÄamtwerk wird zunächst die beiden Gedichtbände „Barkai" enthalten, die das Leben und die Stimmung der Bilu, der ersten Palästina-Pioniere, widerspiegeln. Es folgen die Legendensammlung „Schütze zweier Welten“, „Legenden und Traditionen des jüdischen Volkes“ und die Schriften über hebräischen Mystizismus. Moderne jüdische Musik im Radio — in Frankfurt a« Main. Am 19. April brachte Radio Frankfurt am Main ein umfangreiches Programm moderner jüdischer Musik, darunter Lieder von Alexander K r e i n, Joel Engel, Milner, Darius Mi 1 haud und Israel Gladstein. Im Wiener Radio weiß und hört man nie etwas von jüdischer Musik, weder von Volksmusik (die London, Paris, New York häufig bringen), noch von Kunstmusiki Kompositionsabend. Am 27. April findet im Kammermusiksaiail (Musikvereinsgebäude) ein Kompositionsabend statt, an dem u. ia. audb Werke von 'Israel Brand mann zur Aufführung gelangen. Brandmann ist Absolvent des Petersburger Konservatoriums und der Hochschule für Musik in Wien, Er war einer der Mitbegründer der Oper in Palästina, an welcher er einige Jahre hindurch wirkte. Trotz seiner Jugend bat er die Aufmerksamkeit der jüdischen Musikwelt erregt. Jüdische Künstler bei Würthle. Vom bekannten Graphiker und Bildhauer Georg Ehrlich ist der Grabdenkmalsentwurf für den Organisten Josef Labor (1842—1924) in Zeichnung und Plastik zu sehen. — Ein neuer Mann, Eugen Milek, hat von einem Londoner Aufenthalt eine Reihe duftiger, breit gemalter Aquarelle mitgebracht. Jüdische Bühne, (II, Bezirk, Taborstraße 12.) Wochenprogramm: Freitag, 27. bis Montag 30. April „D u s P i n t e 1 e J ü d". Operette von Tomasohewsiki, (Titelrolle Frau L. Glücksmann), Sonntag, 3 Uhr „Das Zigeunermäd 1“. Komödie mit Gesang von Kalich, Dienstag, 1. Mai „Die rumänische Chasene*‘. Operette von Schorr. Mittwoch, 2, Mai „Wahre Liebe siegt“. Lebensbild von Freimann. (Sonie Frau L. Glücksmann.) Donnerstag, 3, Mai „S c h 1 o j m a 1 e - Ho-za-za. Komödie mit Gesang. Beginn täglich 8 Uhr. Ende 11 Uhr. Mit Ausnahme Sonn- und Feiertage freier Eintritt. Für Mußestunden Schach Rudolf Spielmann „Nur eine eilte Säule zeugt von verschwundener Pracht,.“ So steht er da, in der modernen, in der Meistergilde von heute. Während die anderen nimmer müde werden, Neues zu suchen, Neues zu finden, mit allem bisher Dagewesenen unzufrieden, immer wieder einem noch neueren Stil nachjagen, steht Spielmann — wohl der einzige unter den großen Meistern — diesem Getriebe vollkommen fern. Er ist ein Klassiker. Was man eigentlich darunter versteht? Jenen Stil, der nicht erst auf langen Umwegen, komplizierten Teilbelagerungen dem Endziel zustrebt, sondern von Anbeginn geradewegs darauf lossteuert, jenen Stil mit der Devise: Königsangriff, Matt! Also nicht Guerillakrieg und Stellungskampf (moderner Positionsstill), sondern frisch und stürmisch darauf los mit dem Gott der mittelalterlichen Landsknechte. Spielmann ist Angreifer, Kombinator durch und durch. Wie alle großen Kombinationsspieler (Morphy, Dr. Lasker, Dr. Aljechin) besitzt auch Spielmann allerdings ein sehr feines Gefühl für die Position, er versteht sie gefühlsmäßig sehr genau zu beurteilen. Aber — und hier liegt der Unterschied! — sie wird ihm ein Selbstzweck, sie bildet ihm nur die Grundlage für den heiligen Mattangriff. Es hat freilich sehr viele und erfolgreiche Angriffsspieler gegeben, denen dieses feine Stellungsgefühl abging. Die aber kamen nie so hoch hinauf, sie waren nie große Feldherren, sondern Abenteurer, Hasardeure. Der Unterschied zwischen dem vollendeten Angriffs- und dem vollendeten Positionsspieler ist eigentlich nicht so groß, wie man meinen möchte. Hat der Positionsspieler eine Stellung erreicht, in welcher für ihn gewisse Vorteile vorhanden sind, so trachtet er, dem feindlichen König indirekt das Grab zu bereiten. Hat er die freiere Entwicklung, so beschränkt er sich darauf, dem Gegner alle befreienden Züge zu nehmen, und zwar so lange und konsequent, bis dieser allmählich quasi erstickt. (Tarrasch!) Hat der Positionsspieler einen Punkt, einen Bauer als schwach erkannt, so belagert er diesen mit allen Kräften, steuert mit Vorliebe dem Endspiel zu, um Kombinationsmöglichkeiten möglichst auszuschalten (Rubinsteinl) usw. Der Sieg wird meistens im tiefsten Endspiel errungen, Anders Spielmann, der Klassiker. Hat er einen der genannten Vorteile für sich festgestellt, so sagt er sich, daß die betreffende Schwäche im feindlichen Lager, sei es eine organische oder dynamische, die Bewegungsfreiheit der gegnerischen Truppen behindert und dadurch der Moment zu einer energischen Aktion gegen den König gegeben sei. Selbstverständlich kommt es oft genug vor, daß plötzlich der Positionsspieler heftig angreift, der Angriffsmeister mühsam belagert. Eine absolute Einstellung auf diese oder jene Kampfweise ist eben im Schachspiel nicht möglich. Der Unterschied zeigt sich nur dort, wo die Stellung zweierlei Lösungen erlaubt. Was wird ein Rubinstein etwa dem oder jenem Bauer, ein Spielmann dem König nachjagen. Die überwiegende Mehrheit unter den Meistern der Gegenwart ist dem Positionsspiel ergeben. Die Wahrscheinlichkeit, einen schwachen Bauer allmählich zu erobern, ist eben doch größer und insoferne eine bessere Bürgschaft für den endlichen Sieg als der direkte Königsangriff. Wenn aber trotz dieses, nach dem heutigen Stande der Schachwissenschaft gezogenen Schlusses Spielmann trotz seiner weniger erfolgversprechenden Waffen den Rang als einer der allerersten Meister behaupten kann, so ist dies ein besonders glänzender Beweis für seine ungewöhnlich hohe Begabung. Spielmann ist ein trotz der oft gewagten Kampfweise außerordentlich sicherer Spieler. Fast nie unterlaufen ihm grobe Versehen, nie kommt er in die von anderen so gefürchtete Zeitnot, immer bleibt er kaltblütig, rasch entschlossen und erfinderisch. Er jst auch ein sehr guter Endspieler, obwohl er selten freiwillig auf das Endspiel lossteuert, es sei denn, daß sich ihm wirklich klare, große Vorteile bieten. Trotzdem Spielmann nur wenig über 40 Jahre älf ist, blickt er schon auf eine lange Schachlaufbahn zurück. In über 20jähriger Aktivität hat er schon unzählige Turniere mitgemacht, viele großartige Erfolge errungen, Stand vor dem Kriege in der vordersten Reihe der Großen, brauchte nach dem Kriege mehrere Jahre, um wieder in Schwung zu kommen (er hatte in der österreichischen Armee gedientl) und errang 1926 im Semmeringer Monsterturnier den größten Erfolg seines Lebens, indem er vor Meistern, wie Dr. Aljechin, Rubinstein, Niemzowitsch, Dr. Tartakower, Df. Vidmar, Reti, Grünfeld u. a., den ersten Preis erstritt. Ansässig ist er in Wien; in der Vorkriegszeit hatte er auch lange in München gelebt, seiner zweiten Heimatstadt. Nächstens bringen wir Proben seiner Spielkunst. Auflösung der Endspielstudie in Nummer 16 1. Sf5—d4, Ka5—a6. (Ueber Kä4 siehe A. Auf Te3 folgt 2. Tälf, Kb6; 3. Sf5, Te6; 4. Sd6.) 2. Sd4—c2 (droht Tel), Te4Xc7. 3. Sc2—b4f dtc. A. 1., Ka5—a4; 2, Tbl—alf, Ka4-Jj4,' 3. Tal—cl, Kb4—a5 (a3); 4. Tel—c5f (c3f), Ka5 (a3)—b4; 5, Tc5 (c3)—e5 (e3) gewinnt. Rätselecke Redigiert von Joto, Kreuzworträtsel Wagrecht: 3. Nordafrikanische Landschaft, 8. Geldschrank. 10. Bete (lateinisch). 11. Winterbekleidung. 13. Sehfehler. 14. Möhre. 15. Edelgas. 16. Deutscher Kurort. 18. Nahrungsmittel. 20. Griechischer Philosoph. 22. Opfertisch. 25, Verbrecher (Mehrzahl). 28. Ich (lateinisch), 29. Stadt in Sachsen. 30. Schwanzlurch. 31. Berühmter Geigenbauer. 33. Verwandter. 35. Priesterlicher Glückwunsch, auch Glück. 38. Blutgefäß. 41. Europäische Währungseinheit. 42. Fischfett. 44. Zögling. 45. Weibliches Pferd, 46. Zahlwort. 47. Verneinung. 49. Erhebung. 50. Die heilige Jungfrau. Senkrecht: 1. Eingang. 2. Geschenk. 3. Besitzanzeigendes Fürwort. 4. Wintersportgerät. 5. Europäisches Kalkgebirge. 6. Musikalisches Drama. 7. Metall. 9. Schnell, flink. 12. Gerade Fläche. 15. Berühmter amerikanischer Wasserfall. 17. Moderne Körperpflege. 19. Setzen, machen, geben. 20. Wertmesser. 21. Bekannte Grammophonfirma. 23. Name zweier Nebenflüsse der Donau. 24. Behörde. 26. Nebenfluß der Donau. 27. Plötzlicher Windstoß. 32. Weiblicher Vorname. 34. Teil eines Spieles. 36. Not, Armut. 37. Metall. 39. Roh, ungeschliffen. 40. Gleichklang. 42. Blasinstrument. 43. Zeitabschnitt. 48. Chemisches Element. Magische Treppe Wagredht Senkrecht t 2 3 4 5 2 3 4 ■ 6 7 8 5 6 7 9 10 8 9 11 12 13 10 g 14 11 14 12 13 1, Nagetier. — 2. Erdteil. — 3. Asiat. Hochland. — 4. Getränk. — 5. Staatenbund. — 6. Ist (lat.). — 7. Platz, Ort. — 8, Küchengerät. — 9. Morgenland, Orient. — 10. Nebenfluß des Arno. — 11. Naturerscheinung. — 12. Anhänglichkeit. — 13. Engl w^ibl. Vorname. — 14. Dorf in Tirol. Gleichklangrätsel -wurden schon viele umgebracht, Gemordet feige, mit Bedacht. j Doch welcher Ehemann hat nicht gelacht. Als ihm die Frau die-hat gebracht?

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