Die Stimme
- Journal
- Die Stimme
- Volume
- 1 (1928)
- Issue
- Heft 16 (19.4.1928)
- Date
- 1928-04-19
- Page
- – (sequence 7)
- Language
- German
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Nr. 16 DIE STIMME Seite 7 Bemberg - Seidenstrümpfe alle Farben S 3‘90, 4'50, *'5° Seiden Milanaise-Hosen aller Größen nur S 3 50 Strumpfmode Ludwig Bernstein vis-ä*vis Hotel Dianabad It, Ltllenbrunngasse 2 den, was Goethe über die Bibel sagte: „Im ganzen ist es lesenswert und im einzelnen anwendbar." Es wäre nämlich zu wünschen, daß das Buch als Lektüre in der obersten Klasse der Wiener Mittelschulen tatsächlich verwendet werde. Die israelitische Kultusgemeinde, die im .fahre 1926 ein Werkchen „Geschichte der Wiener Juden" der jüdischen Jugend widmete, sollte nun den jüdischen Lehrern für die Klassenlektüre sofort die nötige Anzahl von Batos Buch zur Verfügung stellen. Später aber, wenn das schon längst ersehnte Lehrbuch der jüdischen Geschichte zusammengestellt wird, müssen einige Kapitel ganz übernommen werden. Prof. Dr. Jakob B r o n n e r. Aus den zionistischen Ortsgruppen St» Pölten Am 24. .März fand eine von der Zionistischen Ortsgruppe St. Pölten und1 dem IBund jüdischer Jungwanderer veranstaltete Purim-Akadeimie mit lanschließeudem Tan« statt. Nach der Begrüßung durah den Präsidenten der iZion. Ortsgruppe, Herrn Ing. Holzer, St. Pölten, hielt Oberraibfbiner Doktor Schächter die Festrede, -welche von den Anwesenden mit großem Beifall ausgenommen wurde. Zur Aufführung gelangten sodann zwei Theaterstücke, welche von der Kinder-iKwuzab und von älteren Mitgliedern des Bundes jüdischer Jungwanderer dargestellt wurden und bei dem zahlreichem Publikum, in dem sich auch viele Gäste aus Krems, Amstetten und anderen Orten befanden, starken Beifall fanden. Die Veranstaltung kann in jeder Hinsicht als gelungen bezeichnet werden. Linz Jüdische Bildungsstelle. In der letzten Zeit brachte die jüdische Bildungsstelle einen E in a k t e r-A b e n d Schnitzler* Salten heraus, sowie den alten Schwank »Onkel Bernhard«. Beide Vorstellungen waren gut besucht und hatten durch gute Darbietungen unter Leitung des Herrn Oberspielleiters Emil Feldmar vom hiesigen Landestheater starken Erfolg. Im Laufe des Monates Mai wird die Bildungsstelle ein T empel-Konzert veranstalten. Fahrt der österreichischen Zionisten nach Bratislava. Durch den Erfolg ermutigt, den die vorjährige Sonderfahrt nach Bratislava gehabt hat, veranstalten die Organisationen: Zionistisches Landeskomitee für Oesterreich, Keren Kajemeth Lejisrael, Zionistische Sektion Leopoldstadt, Zionistische Arbeitspartei Hitachduth und Jugendverein Erez Israel auch dieses Jahr eine Sonderfahrt (mit Salondampfer) nach Bratislava, Diese findet am Sonntag, den 17. Juni statt und umfaßt die Hin- und Rückfahrt. Akademie auf dem Schiffe, Musik und Tanz an Bord, Führung durch die Stadt und weitere Vergnügungen. Preis der Karte S 9.—, Anmeldungen werden in der Zion. Sektion Leopoldstadt (Sekretariat) II., Zirkusgasse 33 und im Zion. Büro (Keren Kajemeth) I., Kärntnerstraße 28, Tel. 77-4-85/86 entgegengenommen, Seder im „Machsike Hadath", Der überaus segensreich wirkende Verein „Machsike Hadath", der von Herrn Kultusvorsteher Jakob März, zusammen mit einer Reihe von warmfühlenden Männern, begründet wurde und bis heute unter der Führung seines Präsidenten Jakob März viel Gutes leistet, veranstaltete, wie alljährlich, auch heuer in seinem Heim, II., Schiffamtsgasse 20, einen Seder für Arme. In den festlich prangenden Räumen war die Sedertafel für 120 Personen gedeckt. So war es den Aermsten möglich, nach altem jüdischen Brauch den Pessach zu feiern. Vereinsnachrichten „Hechaluz". Die diesjährige Weidah des „Hechaluz" österr. Landesverband, findet am 21. und 22. April statt. Eröffnung Samstag 21. April um halb 8 Ulhr abends im großen Saale des Zentrums, I'I., Untere Augartenstraße 35. Verband der jüdischen Kaufleute und Gewerbetreibenden (Wien, I., Elisabethstr. 9): Montag, den 23. April,!48 Uhr abends, im Saale des Cafe »Exzelsior«, I., Rotenturmstr. 24, wirtschaftlicher Vortrag Dr. Leo Goldhammer. Verein zionistischer Hochschüler „Theodor Herzl". Samstag den 21. April um 8 Uhr abends im Vereinsheim, IX., Glasergasse 4, Vortrag A. H. Dr. Alfred Lö.wy über seine P-a'lästinareise. Akademische Gäste willkommen. Revisionistischer Mittelschülerbund. Samstag den 21. ds. um 6 Uhr abends im 'Heim;, VillL, Auerspergstraße 28, Vortrag Josef Frankel „Warum veranstalten die Revisionisten Kundgebungen wegen der Ausgestaltung der hebräischen Universität? Gäste willkommen! Pfadfinderbund Zirenu. Dienstag den 24. April um halb 8 Uhr abends im Tiheatersaiale des Hotel „Post" (Eingang I., Drachengasse 3) Akademie. (Aufgef ährt werden u. a. das Pup'penspiel „Die Königin von Saba", die Komödie „Der Stammgast" und die Groteske „Die Frau Hofrat“ von Doktor Löhmer-Beda.) Gäste herzlich willkommen! Jüdischer Verein Nord-Ost, Donnerstag den 19. April in den Jüdischen Künstlerspielen, II., Praterstraße 34, Theatervorstellung „Jfidale bar Mizwaih“, Beginn präzise 8 Uhr abends. Misrachi-Minjan. Die Leitung des Misrachi-Minjan (II., Praterstraße 43), spricht ihrem Mitgliede Herrn Großindustriellen Baruch L ö w für die hochherzige Spende eines Pracht- Aron Hakodesch, das eine sehenswerte Kunstarbeit darstellt, den innigsten Dank aus. Jüdisches Zentrum der soz. Hilfsgemeinschaft Anitta Müller (II,, Untere Augartenstraße 35). Hebräische Kinderkurse Mittwoch und Freitag von Yi3 bis 144 Uhr nachm. (Lehrer Daft). Hebräisch für wenig Vorgeschrittene Montag und Donnerstag von 8 bis X10 Uhr (Dr. Menazeach). Hebräisch für sehr Vorgeschrittene Montag und Donnerstag von 8 bis 2410 Uhr (Prof. Jonah Gelernter). Für den rhythmischen Kurs (Gertrude Kraus) werden noch Anmeldungen entgegengenommen. Einschreibungen für Mädchen im Alter von 6 bis 14 Jahren für die Kinderlesestube täglich von 3 bis 6 Uhr nachm. Maimonides-Institut (Wien, II., Zmkiusgasse 33). Der Wiederbeginn der Universitätsvorlesunigen ist für den 30, April in Aussicht genommen. Es sollen im Soimimersemester „A p ok r y p <h e n un d P s e ud e ,p i g r p ih e m", ferner „Traktat Abotih" behandelt werden. Im Vortragssaal II., Zirkiusgassc Nr. 33: Jeden Dienstag Rabbiner M. H o r o w i t z, 6—7 Uhr Midrasch, 7—8 Uihr das Buck Rusari. Jeden Donnerstag Rabbiner Dr, A, Kamin'ka, 6—7 Uhr der Prophet Maleachi (dann Ezedhiiel), 7—8 Ukr More Nebuchim (dritter Teil). Jeden Samstag Dr. IN. Go Idstein, 4—5 Uhr Midrasch, 5—6 Uhr Talmudisches Erbrecht. Stimmen aus aller Welt ,;Die amerikanische Immigrationsdrossehmg um der Sünden der Vater willen“ unterzieht der bekannte jüdische Publizist und Chefredakteur des New Yorker ,,Tog‘‘, S. D i n g o 1, einer scharfen Kritik: „Vom Standpunkt der jüdischen Immigration — heißt es in dem interessanten Artikel — ist die Regulierung der Einwanderung nach dem sogenannten „national origin“-Prinzip, d. h. nach der Zahl der Einwohner im Jahre 1790, die als die Urahnen der amerikanischen Republik angesehen werden, eine zweifellos günstige Neuerung. Denn nach diesem Prinzip werden die Länder Osteuropas, die das größte Kontingent an jüdischen Emigranten stellen, eine höhere Quote als die jetzige erhalten. So ergibt sich für Rußland eine Steigerung seiner bisherigen amerikanischen Einwanderungsziffer um 1292 Personen jährlich, für Polen um“ 108, Oesterreich 85 4, Ungarn 708 und Litauen 148. Die verlusttragenden Staaten sind in erster Linie Deutschland, dessen Jahresquote von 61.227 auf 24.908 herabgesetzt wird, Irland, das statt 28.567 nur mehr 17.427, Schweden, das 6453 gegen 9561 und Rumänien, das 311 gegen 603 Einreisebewilligungen erhalten wird. Es ist also keineswegs „jüdischer Egoismus", der unsere ablehnende Stellung gegenüber dem neuen Einwanderungsreglement bestimmt, sondern einzig und allein das große Unrecht, das das „national origin"-Prinzip enthält und die völlige undemokratische Gesinnung, die in ihm zum Ausdruck kommt. Denn dieses Prinzip ist nichts anderes, als der Versuch, ein sehr gefährliches Privilegiensystem für gewisse Schichten in Amerika zu schaffen, deren nationale Ahnengalerie gerade der nebelhaften Vorstellung, die die Einwanderungskommission von einer sogenannten „nordischen Edelrasse" hat, am meisten entgegenkommt. Dieses Privilegiensystem muß aufs entschiedenste bekämpft werden. Es geht absolut nicht an, die 4,000.000 „edelrassigen" Farmer, die vor 138 Jahren in den Ländern Amerikas angesiedelt waren, über das Schicksal der Kinder und Enkel jener anderen 115,000.000, die seither das kleine Häuflein bedeutungsloser Kolonien in ein mächtiges Weltreich verwandelt haben, entscheiden zu lassen. Schon die gegenwärtig geltenden Einwanderungsgesetze ermöglichen den Einwohnern Englands eine weit höhere Amerika-Einwanderung als allen Einwohnern des gesamten europäischen Ostens. Nach dem neuen Prinzip sollte nun die englische Quote auf Kosten der Emigration aus anderen Ländern von 34.007 auf 65.894 Personen erhöht werden. Dies aber dürfen die 10 Millionen nichtenglische Bürger Amerikas unter keinen Umständen zulassen. Das „national origin"-Prinzip bedeutet eine bewußte Herabsetzung der nichtenglischen Nationen, die für die völlige Gleichberechtigung mit den privilegierten „nordics" einen energischen, solidarischen Kampf führen werden." 4c Der zehnte jüdische Diplomat in Diensten der Vereinigten Staaten von Amerika. Anläßlich der Berufung des jüdischen Politikers David Kaufman auf den amerikanischen Gesandtenposten in Bolivien schreibt das New Yorker „Morgenjournal": „Die Türkei allein hatte vier jüdische Gesandte und Botschafter, die die Vereinigten Staaten von Nordamerika am Hofe des Sultans repräsentierten. Der erste war der verstorbene Oscar Straus, nach ihm kamen Salomon Hirsh, Henry Morgenthau und Abraham Elkus. Man war schon versucht, die amerikanische Gesandtschaft in Konstantinopel als eine jüdische Domäne anzusehen. Der nichtchristlichen Türkei war allenfalls ein jüdischer Diplomat von vorneherein sympathischer als ein christlicher. Später entschloß sich Präsident Tafft, zum ersten Male einen jüdischen Gesandten, Mr. Louis Einstein aus New York, für das katholische Costa Rica in Zentralamerika zu bestimmen. Unter Wilson kam der bekannte Chicagoer Jude Mr. Iro Nelson Morris als Gesandter nach Stockholm. Harding entsandte den Rabbiner Kornfeld aus Ohio als Botschafter nach Persien, Simon Wolf war amerikanischer Generalkonsul Neue Schule tUr Bewegungskunst Inhaber: Hilde Holger und Qrete Koilmann Wien I, Slngerslroße 16 Telephon 77-4-43 Universeller Unterricht und Berufsausbildung in rhythmischer Gymnastik und Tanz für beide Geschlechter. Theoretischer Unterricht in Anatomie, Pädagogik, Harmonie- und Formenlehre, Musik- und Tanzgeschichte, Kunstgeschichte und Kosttimkunde. Schule fUr rhythmische Gymnastik Hede Juer (Bodenwieser-Gruppe) Wien I, Weihburggasse 9 Warme Dusche Lift pHBHfc Halma | üzifei | Größte Auswahl! | in Herren- und! | Damen-Hüfenj | Schicke und epar-i | feste Modelle und! 1 billige ] I Halma Schlager in I | Tilxhülcn | 1 Versäumen Siel | nicht unser reich-1 i haltiges Lager zu| ( besichtigen | | Wien, IX, ^tlsersir. 46 T. a~25~35ol Blll[lllllllll!IIIBllllllllllll)l!llllllllll)lllllü!lllll)IIIIIH und Geschäftsträger in Rumänien und in der gleichen Eigenschaft wirkte der amerikanische Jude Morde-hai Emanuel Noah in Tunis. Der jetzt berufene jüdische Gesandte David Kaufman ist sonach der zehnte jüdische Diplomat in den Diensten der Vereinigten Staaten von Nordamerika." * Das Wesen des Mandatsbegriffes war — laut einem Bericht von B. Kazenelson in den Nachrichten des Palästina-Arbeiterfonds — Gegenstand einer interessanten Debatte bei einem Prozeß vor dem Bezirksgericht Haifa, bei dem über die Zahlung einer Entschädigung von 32.000 Pfund für ein vor 21 Jahren von der türkischen Regierung beschlagnahmtes Grundstück im Ausmaß von 15 Dunam verhandelt wurde. „Dieses Grundstück" — schreibt Kazenelson — „ist kein gewöhnliches, sondern auf ihm wurden die Eisenbahngebäude in Haifa errichtet. Die Prozeßgegner waren die palästinensische Regierung und eine englische Lady. Und zwar nicht eine gewöhnliche englische Lady, sondern Frau T e m - p e 11 o n, die Witwe nach Sir Lawrence O 1 i p h a n t, dem berühmten Engländer, der eine sonderbare Zuneigung zu Palästina und dem jüdischen Volke empfand und sich 35 Jahre vor der Balfour-Deklaration mit politischem Zionismus und jüdischer Emigration befaßte. . . . Meine Aufmerksamkeit wurde auf zwei nebensächliche Einzelheiten gelenkt, die nebenbei im Berichte über den Prozeß erwähnt wurden: Als einer der Privatkläger seitens der Frau Tempelton erschien vor Gericht Herr Harry Sacher, Mitglied der Zionistischen Exekutive. Der Vertreter der Zionistischen Exekutive, der als Vertreter der Privatanklago vor Gericht erschien, wurde dort u. a. ersucht, das Wesen des Mandatsbegriffes zu definieren. Seine Antwort veranlaßte den Vertreter der Regierung zu der Bemerkung, „er hoffe, daß di»ese Definition nicht im Namen der Zionistischen Exekutive gegeben wurde". Darauf erwiderte Herr Sacher: Er erscheine hier als Vertreter der Frau Tempelton und nicht im Namen der Zionistischen Exekutive.“ Wie diese Definition gelautet hat, wäre interessant, zu erfahren. Ueber die zwei Judentümer Englands schreibt der bekannte jüdische Publizist William Zuckermann: „Es gibt in England zwei Hauptkategorien des jüdischen Lebens: das sogenannte bodenständige und das immigrantische. Die „Bodenständigen" sind die eingeborenen englischen Juden, die ein streng gesondertes gesellschaftliches und sogar religiöses Leben führen. Sie entsprechen, ungefähr den „oberen zehntausend" deutscher Juden oder „Jahudim", die als Frühemigranten in Amerika „bodenständig" wurden. Dort aber haben sich die Gegensätze zwischen den westlichen „Jahudim" und den ostjüdischen Immigranten im Laufe der Jahre völlig ausgeglichen. In England dagegen kann von einer Verschmelzung dieser durch Herkunft, Erziehung und soziale und wirtschaftliche Stellung verschiedenen jüdischen Gruppen bislang keine Rede sein. Die zwei Judentümer wollen einander nicht finden. Es besteht eine tiefe geistige und gesellschaftliche Kluft zwischen den „Bodenständigen" und den ostjüdischen Immigranten, die einander ohne wesentlichen Grpnd hassen und verachten. In letzter Zeit wurde unter der Einwirkung des Zionismus eine Annäherung angebahnt, die jedoch, wie alles in. England, nur äußerst langsam vor sich geht. Man ist hier eben nicht so demokratisch wie in Amerika, und Menschen, die verschiedenen Ge- PPP t — Der Schöpfer der Relativitätstheorie als — Triospielcr. Professor Albert Einstein (X) findet in seinen Mußestunden Erholung bei seiner Geige; er beherrscht das Instrument virtuos und hat jüngst in Berlin zu wohltätigem Zweck konzertiert.