Die Stimme
- Journal
- Die Stimme
- Volume
- 1 (1928)
- Issue
- Heft 14-15 (4.4.1928)
- Date
- 1928-04-04
- Page
- – (sequence 21)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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Nr, 14/15 DIE STIMME Seite 21 DIE MODERNSTE SCHREIBMASCHINE SMITH PREMIER PORTABLE BILLIGER PREIS! BEQUEME TEILZAHLUNG! UNENTBEHRLICH FÜR BÜRO UNB PRIVATGEBRAUCH I GENERALVERTRETUNG: WIEN I, LILIENG. 1, TEL. 78-207 drehte das Gewehr um und versetzte dem Hund einen Kolbenhieb. Röchelnd streckte das Tier alle Viere von sich und blieb regungslos liegen. Wieder still, Buckert fühlte ein Klingen in den Ohren und im Gehirn. Er legte sich platt auf den Boden und schob sich auf allen Vieren behutsam nach rückwärts. Er achtete auf jedes Geräusch, auf jeden Laut; seine glühenden Augen durchdrangen die Finsternis und sahen den kleinsten Mooshügel; jetzt erinnerte er an einen seiner Urahnen, die auf allen Vieren das Ufer des Kongo entlang schlichen, um den zischenden Mäulern der funkelnden Schlangen auszuweichen, deren grüne Augen zwischen den hohen Palmen aufblitzten. Buckert war entschlossen, mit seinem Gewehr einen nach dem andern zu erledigen, damit seine Verfolger keine Gelegenheit hätten, ihn zu umzingeln. (Fortsetzung folgt.) Schach Rubinstein der Endspielkünstter Mit der fortschreitenden Technik wurde das Kombinationsspiel immer mehr in den Hintergrund gedrängt. Richtiger gesagt: 'Die Kombinatoren wurden, gezwungen, ihren Ideen kleinere, verstecktere Ziele zu setzen als das direkte Matt. .Man begann sich immer mehr mit der Ausbeutung geringfügiger Vorteile, winziger Positio-nsschwachen zu befassen und der eigentliche Kampf wurde oft erst .in Stellungen eröffnet, die man noch vor 50 Jahren als höchst langweilig und inhaltslos angesehen hat. Bahnbrechend in dieser Beziehung war R u b i n s t e i n. Er w>ar der erste Meister, der sein Können ausschließlich auf diese Kampfmethode verlegte, deren Grundzug die Einfachheit bildet. Stellungen werden angestrebt, in denen direkte Kombinationen so gut wie ausgeschlossen sind. Naturgemäß kommt also in erster Linie das Endspiel in Betracht und auf diesem Gebiete hatte sich Rubinstein eigentlich den größten Ruhm verschafft. Oft und oft hat er, namentlich in den Turnieren der Vorkriegszeit, als seine Erkenntnisse noch nicht Allgemeingut geworden waren, Partien, Endspiele gewonnen, die nach dem damaligen Stande der Wissenschaft keinerlei oder nur ganz unwesentliche Gewinmaussichten boten. Insbesondere waren es die Turmendspiele, deren unendliche Tiefe, deren Unerschöpflichkeit an Möglichkeiten der staunenden Schachwelt erst durch Rubinstein so recht vor Augen geführt wurden. Diese seine Kunst ist (geradezu 'Sprichwörtlich geworden. Und wenn beute zwei Meister eine Stellung analysieren, zu keinem positiven Ergebnis gelangen, aber doch das unbestimmte Gefühl halben, daß die eine 'Partie etwas im Vorteil ist, so kann man oft hören, daß der eine oder andere seine Ansicht mit dem Satze vertritt: „Was wollen Sie —• Rubinstein gewinnt das!" Wir wollen heute und in der folgenden Woche einige Perlen iRubinsteioscber Endspielkunst wiedergeben. Zunächst ein Endspiel, in welchem Rubinstein, trotzdem noch viele Figuren vorhanden sind, die Kraft zweier Läufer allmählich zur entscheidenden Geltung bringt. In der Partie Dt. Tarrasc h—R ,u b i m s t e i .n, San Sebastian 1912, entstand nach dem 14. Zuge von Schwarz folgende Stellung: Das Material steht gleich, die Bauern sind auf beiden Flügeln gleich verteilt — man sollte aneinen, daß die Partie remis werden muß. Es folgte von Weiß 15. S c 3—e 2 (um dem L/b 3 Luft zu schaffen durch c2—c 3. Sonst wird a7—a5 lästig). 15.S d4Xe2. 16. Kd2Xe2, Td8—e 8. 17. K e 2—f 1 (falls 17. Kd 2 so i 6! 18. ,SXc6 — wenn. 18. Sf 3 so Le3X nebst LXf4 — 18. ... Le3X- 19. Kc3, Le6! — droht T c 8! — 20. K b4, T.ac8. 21. Sa 5, L c 5f. 22. KXb5, a6f! und der weiße König kommt in ein Mattnetz.) 17. ..... L c 8—b 7. 18. c 2—c3, if 7—#6. 19. Se5—,g4, 3*6-4» 5. 20. S g 4—£ 2, L c 5—e 3. 21. 'L ib 3—d 1, h 5—ih 4! 22. g 2—g 3, a7—a5! (Man beachte die konzentrische Angriffsfühnung Rubinsteins!) 23. iLdl—f 3, b5—ib 4. (Die Läufer verfangen Linien. Schwarz trachtet daher das Spiel möglichst zu öffnen.) 24. K f 1—g 2, b 4Xc 3. 25. b2Xc3, L'b7—a6. (Die erste direkte Drohung. Schwarz will mit LX£2 nebst LXdl3 einen Bauer einkassieren. Die einfache Deckung mittels 26. T d 1 scheitert an Tb 8, wonach Schwarz mit den Türmen eindrimgt.) 26. c3—c 4! (Weiß verteidigt sich den Verhältnissen angemessen sehr gut.) 26.T a 8—d'8. (Natürlich nicht dXc? 27. LXc6 und Weiß gewinnt.) 27. c4Xd5, o6Xd5. 28. Thl—dl,, T e 8—e 7, 29. Sf2—ig4, b4Xg3! 30. h-2Xg 3. (Nicht 30, SXe 3, TXe 3 und Weiß verliert einen iBauer.) 30.Le3—d4. 31. Tal—cl. (Nun scheint es, daß Weiß bequem entwickelt ist und nichts mehr zu fürchten hat. Gerade jetzt werden aber Rubmstevns Läufer sehr stark.) 31. ... T e 7—b 7. 32. T c 1—c 2, K g 84f 7. 33. S g4-f2, T b 7—b 2. 34. T c 2Xb 2, Ld 4Xb2. 35. T dl— d 2, L b2—d4. 36, S f 2—b 3, K f 7—e 6. (Der König übernimmt die Deckung von d 5, wodurch der Turm zuun Angriff frei wird,) 37. T d 2—c 2, K e 6—d 6. 38. f 4—f 5. (Um dem Springer das starke Feld f 4 zu verschaffen.) 38.T d 8—c8! (Sehr fein! Er tauscht auch den zweiten Turm, damit die Uelberlegenheit seiner Läufer und die bessere Stellung seines Königs besser zur Geltung kommt.) 39. L f 3—d 1, T c 8Xc 2f. 40. L d lXc 2, K d 6—e 5. 41. g 3—g 4, L d4—e 3. (Alles schön systematisch! Der Springer wird von f 4 abgehalten, der König droht entscheidend nach d 4 einzudringen. Die Ueberlegenheit des schwarzen Spiels wird endlich augenscheinlich.) 42. -Kg 2—f 3, Ke5—d4. 43. Lc2—b3, L a 6—b 7. (Es konnte auch gleich LXd 3 folgen z. B. 44. LXd 5, L £ 1! 45. Sf 2, LXf2. 46. KXf2, KXd 5. 47. KXf 1, Kc4 und Schwarz erobert den Bauer a 2.) 44. K f 3—e 2, L b 7—a< 6. (Jetzt bemerkt Rubinstein die vorhin, ausgeführte Wendung.) 45. I/b3—c 2, L a6—ib 5. 46. a2—ai4. (Weiß hat keine rechten Züge. Er ist völlig lahmgelegt.) L b 5—d 7. 47. Ke 2—£ 3. Kd4—c3< 48. Kf3Xe3, d'5—d 4f! (Sehr gut! 'Falls sofort KXc 2 so 49. S f 4, drohend SXd'5 und ,Sh 5.) 49, Ke3—e2. (Wenn 49. Ke4 so Lc6f!) 49.Kc3Xc2. 50. Sh3-^f4. (Endlich hat der Springer sein Jdeailfeld besetzt. Aber es ist viel zu spät.) 50.L dl 7Xa 4. 51. S£4—e 6, L a 4—b3! (Der schwarze Freibauer entscheidet nun rasch.) 52. Se6Xd4t, K c 2—b 2, 53, S d 4—b 5. (Das 'Bauernendspiel nach 53. SX'b 3 usw. wäre ebenfalls glatt verloren.) 53.a 5—a 4. 54, K e 2—e 3, a *-a 3. 55. S b 5Xai 3, Kib 2Xa 3. 56. K e 3—d 4, Ka3—(b 4, Weiß gab auf. Eine Glanzleistung iRdbinsteins. Er hat das lange, schwere Endspiel lin .allen 'Phasen prächtig geführt. --- Der sensationelle Erfolg! Das Geschenkbuch fllr jedermann! PRÄGER-SCHMITZ: JÜDISCHE SCHWÄNKE Über dieses Buch urteilt KURT MÜNZER; „Dieses Buch tat ein Laiaal unter den Büchern. Man «teile es wie eine Fruchtaehale auf «einen Arbeitstisch und ergötze und erheitere Bich aus ihm von Zelt zu Zeit, So wie es unmöglich tat, diese zweihundert Witze — und fast jeder lat eine Geschichte, eine Anekdote, ein Schwank mit Geltung und Sinn und übet die Pointe hinaua — «Inen hinter den anderen zu lesen, ao erlabend tat ca. immer wieder da« Buch aufzuachlagcn und sich »Roalnke» mit Mandlcn« (wie eine wissenschaftliche Sammlung heißt) daraus zu holen. Man glaube nicht, daß ea atch hier um eine ermüdende Anthologie der heute «o marktgängigen Judenwitge handelt, um jenes olt so widrige Erzeugnis des westlichen Juden und «einer Widersacher. Dieses Buch hebt einen jüdischen Schatz; der alte (und doch ao unbekannte), der ewige Jude spricht hier, lacht wehmütig, scheret. Indes die ganze Tragik seines Schicksals Orgelpunkt der Anekdoten bleibt. Diese Schwänke von Liebe, Geschäft und Gelehrsamkeit, Sitten und Unsitten sind fast eine kleine jüdische Kulturgeschichte. Indem sie oft ihr Material aus der Verweltlichung jüdischen Lebens und jüdischer Ethik holen, steilen sie gerade diese Urwelt des Juden vielfältig dar. Sie sind der Spiegel de» Volkswitzes, und ea muß ein so großes, wie reiches Volk sein, daß ea diese Fülle der Objekte und die Fähigkeit zu ihrer Verspottung hat. Seine eigene Komik zu sehen und darzubieten: dazu bedarf ea überlegenen Geistes.“ »Die Literatur«, April 1928. Preis; kart. S 6*—, eleganter Ganzleineneinband S 8*—. R. LÖWIT-VERLAG, WIEN I. Rotenturmstr. 22 // Fleischmarkt 1 Jede Dame — Jeder Herr — Jedes Kind erhält während der Del - Ka Schuh- und Strumpfpropaganda ein schönes Geschenk beim Einkauf von zwei Paar Strümpfen oder Socken und gleichzeitigem Schuheinkauf. Siehe Inserat Seite 3. Rätselecke Redigiert von Joto. Kreuzworträtsel 1* 2 3 1 5 1 ■ 6 I 7 8 ■ 9 ■ 10 ll u 12 1 H 14 1 15 H 16 17 ■ ■ 18 ■ H'9 20 21 22 ■ 23 | 24 25 1 H 26 27 28 ■ 29 ■1" 31 32 Ml33 ■ 34 35 36 38 Ml39 40 41 42 ■ «| 1 H 44 45 46 ■ ■ m Hl« 48 ■ 49 | 50 51 ■ 52 53 1 H 54 ■I55 ■ 56 57 1 ■ 58 | 59 Wagrecht: 1. Franz. Schlachtenort. — 5. Axt. — 6. Blume. — 8. Gebirgsschlucht, -— 9, Deutsche Industriestadt. — 10. Name zweier Nebenflüsse der Donau. — 12. Weiibl. Vorname. — 14. Schlußzeichen in den heibr. Psalmen. — 16. Ber. Geigenbauerfamilie. — 19. Spielkarte, — 22, Tennisausdruck. — 23. .Mitmachen, am Leben sein. — 26. Griech. Buchstabe. — 27. Not, Armut. — 29. Span, weibl. Vorname. — 30. Europ. Hauptstadt. — 32, Franz. Artikel. — 33, Deutscher Reichspräsident (gest. 1925). — 34. Abkzg. für „error excepted". — 35. Albwesenheitsbeweds. — 38. Ich (lat.). — 39. Kurort in Neuitalien. — 42. Dem Winde aibgekehrte Seite. — 43. Blume. — 44. Oriental, mänul. Vorname. — 45. Schmuckstück. — 47. Schreibmaterial, — 49. Ort ,in Ungarn (Pferderennen), — 52. Gewicht. — 54. Gefrorenes. — 55. Schlingpflanze. — 56. Umstandswort. — 57. Lebewesen. — 58. Weibl. Vorname. — 59. Furcht, Schrecken, Senkrecht: 1. Gewonnene Schlacht, — 2. Weibl. Vorname. — 3. Griech. Kriegsgott. — 4. Mittagsstunde, auch neunter Ton. — 5, Nahrungsmittel. — 7. Schwung. — 8. Tierart. — 11. Zins, Pacht. — 13. Gesangsstück. — 15. Mondigöttin. — 16. Figur aus „Peer Gynt". — 17. Künstlerwerkstätte. — 18, Strom in Afrika. — 20. Stadt in Persien. — 21. Gattin des Aegir. — 24, Inneres Organ. — 25. Adelsrang. — 28. Nebenfluß der Donau. — 31. Getränk. — 35. Traumdruok. — 36, Inhaltslosigkeit. — 37. Stacheltier. — 39. Stadt an der Mosel. — 40, Opfertisoh. — 41. Verneinung. — 46. Bürde. — 48, Stadt in Deutschland (I J). — 50. Fläche (lat.). — 51. Zwirn. — 52. Erlaß des Zaren. — 53. Vogelbehausuug.