Die Stimme
- Journal
- Die Stimme
- Volume
- 1 (1928)
- Issue
- Heft 14-15 (4.4.1928)
- Date
- 1928-04-04
- Page
- – (sequence 22)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 94% known words query
- IRI
…/3053752-3053753-3053767--0245-3055510- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
Seite 22 DIE STIMME Nr. 14/15 Tuchhaus Münz ’ÜÜ" I. KraacriMM 11 Zugang t ftotanturmatrata 11—13 Import original englischer und schottischer Damen- und Herrenstoffe Detailverkauf zu Engrospreisen Sübenkreuzworträtsel (Siatt Buchstaben sind Silben einzmetzen.) 1 i 8 1! 4 ■ 51 ei!■ 1 8 ■ ■ 9| ■T'r -«,r ■ 121 j ■ ■ 14 | 15 "ui 16 | ' j 17 ■1 JLLi i» i9 1 Wagrecht; 1. Insekt. — 3 Muse. — 5. Strom in Afrika. — 7. Naturerscheinung. — 9. Rom. Kaiser. — 10. Hohlmaß. — 11. Geschichte, Märchen. — 12. Ruroän. Münze. — 14. Baum* hülle, — 16. Angehöriger eines barbar. Volks«tammes — 18. Sundainsei. — 19. Wandernder Wüstenbewohner. Senkrecht; 1. Zitronsnart. — 2. Weinernte. — 3. Gleichgültig. — 4. Stierkämpfer — 6. Fluß in Rußland — 8. Ital. Opernkomponist. — 9. Angehörige einer Menschenrasse. — 12. Gleichgewicht. — 13. GrieOh. (Buchstabe. — 15. Zehnerein - beit. — 16. Rückenmarkschwindsucht — 17. tFluß in Italien. Gleichungsrätsel A -f B -f- (C —• n) — x A — Geogr. Punkt B Man (ifranz.) C - Weiden x Poln, Nationaltanz. Auflösungen der Rätsel in Nummer 13 Kreuzworträtsel. Wagrecht: 1. Hagel. 5. Laban. 10. Elan. 12. Sari. 13. Tip. 14. Taube. 17. Oka. 19. Ines. 21. Ade. 22. Amor. 23. Erna. 24. Lei. 25. Malz. 26. Ri. 27. Perle. 29. A. T, 30. Clio. 31. Treu. 32. Sh. 33. Lissa. 37. St. 39. Ahle. 42. Sei. 43. Bela. 45. Meer. 46. Abn. 47. Elen. 48. Ein 49. Arena. 51. Inn. 52. Niet. 54. Rosa, 56. Engel. 57. Aarau. — Senkrecht: 1. Heinrich Heine. 2, Alpen. 3. Ga. 4. Ent. 6. Ase. 7. Ba. 8. Aroma. 9. Nikolaus Lenau. 11. Ruder. 13. Tier. 15, Aale. 16. Beil. 18. Arzt. 20. Sa. 22. Am. 27. Pol. 28. Eta. 32. Same. 34. Isar. 35. Sehen. 36, Sinn. 38. Tann. 40. Lenin. 41. Er. 43. Be. 44. Elisa. 49. Ate. 50. Ara. 53. E. ,g. 55. Or. Verwandlungsrätsel: Leder — Leber — Leben — Loben — Losen — Hosen (Lederhosen). Scherz und Humor Mazzes Ein armer Melam-ed kommt zum Wunderrabbi: „Heiliger Rabbi, Hilfe, Rettung!*1 — „Was gibt's?" — „Ach, Rabbi, es ist schlimm: in einem Monat ist Pessach und ich habe kein Geld auf Mazzes.“ — „Mach dir keine Sorge und geh* nach Hause — es werden Mazzes sein.'4 — Wenn der Rabbi sagt, es werden Mazzes sein, so werden Mazzes sein. Zwei Wochen sind vergangen und der Melamed sieht, daß noch immer kein Geld da ist; er läuft zum Rabbi: „Heiliger Rabbi, Rettung, Hilfe, in zwei Wochen ist Pessach und ich habe noch immer kein Geld auf Mazzes.“ — „Ich habe dir doch gesagt — es werden Mazzes sein, also werden sie sein.“ Der Melamed macht sich Vorwürfe, den Rabbi erzürnt zu haben, und geht: wenn der Rabbi sagt, es werden Mazzes sein, so werden sie sicher sein. Wieder ist eine Woche vergangen, die Frau weint — sie hat keine Mazzes. Der Melamed ist ratlos. Noch einmal zum Rabbi gehen? Er hat Angst, aber die Verzweiflung besiegt seine Furcht und er geht: „Heiliger Rabbi, hab‘ Mitleid! Was soll ich tun? Ich habe keine Mazzes auf Pessach!“ Der Rabbi wird sehr böse und schreit den Melamed an: „Apikojress! Ich habe doch gesagt, es werden Mazzes sein! Geh* nach Hause und sei unbesorgt — es werden Mazzes sein!'1 Der Melamed geht. Zwei Tage vor Pessach, der Melamed sieht: es ist nichts da, es ist nichts da — so nimmt er die Sabbatleuchter und den Kidduschbecher, verkauft sie und kauft Mazzes. Wie er am Pessach in die Schul' kommt, fragt ihn der Rabbi: „Nun, hast Mazzes?" Da erzählt der Melamed, was geschehen ist. Drauf der Rabbi: „Siehst du, ich habe dir doch gesagt — du wirst Mazzes haben.* ‘ (Aus „Jüdische Schwänke“.) WERKE VON JULIUS WOLFSOHN Für Klavier zu zwei Händen: U. E. Nr. 6931/32 \ Paraphrasen über ali-jüdische 6930 /Volksweisen, 3 Hefte . . . . i Mk. 3f- U. E. Nr. 7217 Jüdische Rhapsodie .Mk. 150 U. E. Nr. 3349 2 Doppelgriff-Sfudien n. der Etüde ’ op. 25 Nr. 2 von Chopin.Mk. 2•— op. ö Hebräische Suite U.E.Nr. 8739 Für Klavier zu zwei Händen . . . Mk. 5*— Im Repertoire von Julius Isserlis, Bruno Elsner, Stefan Bergmann, Trude Zerner, Nelly Prledländer-Reichlin, Betty Fischer, Lina Magasanik. Einige Urteile über die „Hebräische Suite“: DR, WILHELM KIENZL.*. . vortrefflich pianislische Wirkung und jedem Pianisten von Qualität schon wegen ihrer Besonderheit, warm zu empfehlen, DR. ERN5T RYCHNOVSKY (Prager Tagblall): Wolfsolin variier» das Thema psychologisch, er belichtet es oder stellt cs im Schalten . . . sein Satz ist meisterlich, vollgriffig und aus dem Geiste des Klaviers gezeugt, harmonisch interessant und milieuecht. . ■ Bildprospekt mit Pressestimmen auf Verlangen gratis. ln jeder Musikalienhandlung erhältlich. * UNI VERSAL-EDITION A. G., WIEN - LEIPZIG' Logisch Richter: „Hinterhuber, schwören Sie, daß Sie nicht Hasard gespielt haben?" Hinterhuber: „Ich schwöre!“ Richter: ^Kaltofen, schwören Sie, daß Sie nicht Hasard gespielt haben?“ Kaltofen: „Ich schwöre." Richter: Kohn, schwören Sie, daß Sie nicht Hasard gespielt haben?“ Kohn: „Herr Richter, wozu soll ich schwören? Kann ich allein Hasard spielen?“ Mitgefühl Kohn ist seit längerer Zeit wegen eines Nierenleidens in ärztlicher Behandlung. Wie er wieder zum Arzt kommt, im» teraucht ihn der und, konstatiert eine Besserung des Zustandes «eines Patienten; er faßt dieses (Ergebnis im die Worte zusammen: „Nun, Herr Kothn, im ganzen ist der /Befund heute weit erfreulicher als beim letzten Male. Sie haben zwar noch eh* wenig geschwollene Beine, aber da mache ich mir nichts daraus.“ „Herr Doktor, ich werde Ihnen was sagen: Wenn Sie werden haben geschwollene Beine, werd' ich mir auch nichts d'raus machen!" ] Jüdischer Sport [ Das Problem der Hakoah Gegenwart und Zukunft des Vereines Aeußerungen des Ehrenpräsidenten Dr.'' Fritz Löhner - Beda, Die Frage nach dem weiteren Schicksal der Wiener Hakoah, des größten jüdischen Allround _ Sportvereines der Welt, beschäftigt die jüdische Öffentlichkeit in hohem Grade. Das Interesse erstreckt sich in erster Linie auf die Entwicklung der Fußballsektion, der der Aufschwung des Vereines und die Propaganda für den jüdischen Sport in erster Linie zu danken ist und die jetzt einen schweren Kampf um ihre Existenz in der ersten österreichischen Liga führt. Der Gründer, Ehrenpräsident, und (gegenwärtige Leiter des Vereines, der bekannte Schriftsteller Dr. Fritz Löhner - Beda, hatte die Freundlichkeit, sich über die Hakoahfrage zu einem unserer Mitarbeiter folgendermaßen zu äußern: „Bei der Gründung der Hakoah, vorn nun fast zwanzig Jahren, schwebte mir ein Allroundklub vor, dem die Erziehung der jüdischen Jugend hauptsächlich in körperlicher Hinsicht obliegen sollte. Damals gab es noch keinen Professionalismus und die finanziellen Fragen standen meist im Vordergrund. Nach 10 jähriger Leitung habe ich die Führung des Vereines aus beruflichen Gründen in andere Hände gelegt. Die weitere Entwicklung bewegte sich gleichfalls in aufsteigender Richtung und führte schließlich notgedrungen zum Professional ismus der Fußballsektion. Die großen sportlichen Erfolge und ihre Aufrechterhaltung brachten naturgemäß auch bedeutende Finanzoperationen mit sich. Es wurden große Reisen unternommen, die wohl ungeheueren PropaJgandawert hatten, in materieller Beziehung stellten sich jedoch auch die erwarteten Erfolge ein. Der Eintritt ungünstiger wirtschaftlicher Verhältnisse vermehrte noch den Beginn gewisser Schwierigkeiten, bis schließlich im Verein eine ernste Krise ausbrach. In dieser Situation habe ich es als meine Pflicht erachtet, mich wieder zur Verfügung zu stellen, weil der Zusammenbruch dieser großen jüdischen Sportorganisation vom nationalen Standpunkt einen unwiederbringlichen Verlust bedeutet hätte. Die neu Leitung fand eine Schuldenlast von fast einer Milliarde vor, die durch eine systematische Sammeltätigkeit, durch die Opferwilligkeit der Mitglieder, Freunde und Anhänger in verhältnismäßig kurzer Zeit auf 500 Millionen heruntergedrückt werden konnte. Den Professionalismus in diesem Jahre abzuschaffen, verhinderte die Technik der schon geschlossenen Verträge und Abmachungen mit anderen Vereinen. Doch wurde das Fritzi L ö w y (Hakoah) und Ernst G u t h (Hakoah), die Ge» winner der Wiener Strommei&terschait 1927. iiill Budget der Fußballsektion damit reduziert, daß ein weiteres Defizit von dieser Seite aus für dieses Jahr nicht zu be„ furchten ist. Zur Zeit sind weitere Aktionen im Gang, um die zweite Hälfte der Milliardenschuld ahzutragen. Erfreulicherweise finden sich nach wie vor opferwillige Juden, die in wirklich hochherziger Weise, manchmal fast über ihre Kräfte hinaus, die Hakoah unterstützen, während die offiziellen jüdischen Organisationen und die wohlhabenden Kreise im allgemeinen sich nach wie vor verschlossen zeigen. Dennoch ist begründete Hoffnung vorhanden, ohne Ausgleich und ohne Konkurs, was wir alle für sehr entwürdigend halten würden, auch die restlichen Schulden aus der Welt zu schaffen, was bis zur nächsten Saison größtenteils gelingen dürfte. Außer verschiedenen Veranstaltungen sind auch Aktionen geplant, um neue Gönner und Freunde für den Verein zu gewinnen. In diesen Bemühungen werden wir auch von der abgetretenen Leitung sehr unterstützt werden. Die Pläne der gegenwärtigen Leitung gipfeln darin, die dringlichen Schulden zu beseitigen und bei der nächsten Generalversammlung, die im Frühherbst stattfinden wird, die Fußballsektion als selbständigen Klub von dem Gesamtverein Hakoah loszulösen, ähnlich wie e« bereits mit der Touristiksektion geschehen ist. Dieser selbständige Sportklub wird, soferne wir, was wir hoffen, in der 1. Liga bleiben, das rein Geschäftliche der Professionalmannschaft ohne den alten Schuldenstand übernehmen. Die Hakoah selbst wird ausschließlich für ihre Amateursek_ Honen zu sorgen haben, die durch ihr geringes Budget keine besondere Belastung bedeuten. Für die Benützung des Platzes durch die Fußballabteilung erhofft sich der Gesamtverein jenen Beitrag, der für die Erhaltung des Sekretariates in Betracht kommt. Sollte der Abstieg in die zweite Liga erfolgen müssen, dann wird der selbständige Fußballklub sich zu entscheiden haben, ob er weiter beim Professionalismus bleiben oder sich im Zeichen des Amateurismus betätigen will. Gegen Ende des Monates Juni hoffe ich Klarheit über alle Fragen zu besitzen, sodaß die kommende Generalversammlung bereits entscheidende Beschlüsse wird fassen können, Was den Professionalismus an sich anlamgt, so bedamere ich ihn, aber die Hakoah wurde dazu gedrängt. Ich warne alle jüdischen Vereine vor dem Berufsspielertuim', sowie ich auch meine, daß die nationale Erziehung innerhalb des Vereinsgetriebes erfolgen soll, und nicht durch Betonung nach außen hin und schon gar nicht in der innerpolitischen Oeffentlichkeit. Das soll in Hinkunft auch »die Hakoah so halten.'* * Zwei neue Rekorde der Hakoah-Schwimmer Die am Sonntag, den 1. April eröffnete Wiener Schwimmsaison brachte dem jüdischen Sport große Erfolge. Wohl ging der zwischen der Hakoah /und dem J. W. A, S. K.austgetragene Klubkampf für die Hakoah mit 48 : 35 Punkten verloren. Doch war dies hauptsächlich auf tdie Bewerbe in den Juniorenkonkurrenzen zurüokzuführen, In den wichtigen Hauptkonkurrenzen erweist sich die Hakoah als überlegen. Es gelang der jüdischen Schwimmsektion sogar, wieder zwei neue österreichische Bestleistungen aufzustellen, und zwar in der 3 X 100 Meter Lagenstaffel f (ü r Herren, in der Krakauer - Nassau - Goldberger die Zeit von 3.47,6 erzielten. In der 3 X 100 Meter Lagenstaffel für Damen schwammen Bienenfeld-Kohn-Löwy die neue Rekordzeit von 4.29,3. Den Wasserballkampf ge_ wann die Hakoah 6 : 2. Die Tore schossen: Flesch (3), Rosenblatt, Reich und Guth, Hakoah in Brünn besiegt Die Wiener Hakoah trat am 1. April in Brünn gegen Zidenice an und unterlag 1 : 3 (1 : 1), Die Blauweißen lieferten ein planloses Spiel. Der debütierende Steuermann konnte gefallen. Er war auch der Schütze des einzigen Treffers der jüdischen Mannschaft. 4000 Zuschauer wohnten dem Kampfe bei, bei dem der Schiedsrichter die Gäste benachteiligte. Blödy (Hakoah) lief am letzten Sonntag vor dem Fußballländerkampf Oesterreich—Tschedho®loiva!kei auf der Hohen Warte über 3000 Meter mit dem Engländer S k e 11 o n von der Cambridge -Universität Kopf an Kopf mehrere Runden hin-