Die Stimme
- Journal
- Die Stimme
- Volume
- 1 (1928)
- Issue
- Heft 14-15 (4.4.1928)
- Date
- 1928-04-04
- Page
- – (sequence 17)
- Language
- German
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Nr. 14/15 DIE STIMME Seite 17 MÖBEL eigener Erzeugung MÖBEL in großer Auswahl MÖBEL in Form und Gebrauch unerreicht MÖBEL Qualitätsware MÖBEL zu staunend billigen Preisen MÖBEL fUr Brautpaare MÖBEL für Hotels und Landhäuser MÖBEL für Volkswohnungen MÖBEL für Provinzversand MÖBEL auf Raten zu Kassapreisen ■ 'NB VII. Marlahllferstraße Nr. 74 A Amtliche Verlautbarungen der israelitischen Kultus* gemeinde Wien Mit der Abhaltung der Predigten im Tempel der Inneren Stadt an den nach der geltenden Uebung bestimmten Sabbaten und Festtagen, sowie mit der Verseilung rabbinischer Funktionen an diesen Tagen, und zwar von den Pessachfeiertagen an bis auf weiteres, längstens jedoch bis zur Wiederbesetzung der durch das Ableben des Herrn Oberrabbiners Dr. H. P. C h a j e s vakant gewordenen Stelle wird Herr Rabbiner Dr. Max Grunw a 1 d betraut. Gegenüber unrichtigen Meinungen, die im In- und Auslande verbreitet sind, wird hiemit vom Vorstande der Kultusgemeinde festgestellt, daß in der Frage der Besetzung der Oberrabbinerstelle noch kein wie immer gearteter Beschluß gefaßt wurde, daß insbesonders auch die Verfügungen hinsichtlich* der Funktionen im Rabbinatskollegium und im Stadttempel lediglich provisorische Maßnahmen bis zur Wiederbesetzung des Oberrabbinates darstellen, durch welche der seinerzeitigen Besetzung in keiner Weise präjudiziert wird. Maskir-Andachten am Pessachfeste Zur Vermeidung des großen Andranges in den Gemeindetempeln zur „Haskarah" veranstaltet der Vorstand der Israelitischen Kultusgemeinde Wien am diesjährigen Passahfeste, Donnerstag, den 12. April, um 6 Uhr früh im Stadttempel, I., Seitenstettengasse 4, und im Leopoldstädter Tempel, II., Tempelgasse 5, sowie um 9 Uhr vormittags im Festsaale des Hotel „Continental“, II., Taborstraße 6, anläßlich der Maskir-Andachten feierliche Gottesdienste. Konfirmanden-Unterricht Der alljährlich in den Gemeinde- und Vereinssynagogen stattfindenden Konfirmation der Mädchen geht ein Konfirmanden-Unterricht voraus. An diesem Unterrichte können Mädchen teilnehmen, welche im Laufe des Kalenderjahres das 14. Lebensjahr erreichen. Anmeldungen für die Teilnehmer an dem Konfirmanden-Unterrichte werden im Schulamte der Israelitischen , Kultusgemeinde Wien, I„ Seitenstettengasse 4, entgegengenommen. Der Unterricht ist unentgeltlich. Aufruf 1 AndiejüdischenEltern! Anläßlich der hohen Feiertage hat der Vorstand der Israelitischen Kultusgemeinde Wien sich an die jüdischen Eltern mit dem Ersuchen gewendet, ihre Kinder zum regelmäßigen und pünktlichen Besuche des Jugendgottesdienstes anzuhalten. Erfreulicherweise haben die Eltern diesem Aufrufe entsprochen, sodaß im ersten Semester des laufenden Jahres nahezu 20.000 Schulkinder an den sabbatlichen Jugendgottesdiensten teilgenommen haben. Riefür wird den Eltern hiemit der Dank des Vorstandes ausgesprochen. Wenn der Kultusvorstand sich neuerdings veranlaßt sieht, an die jüdischen Eltern in dieser Angelegenheit heranzutreten, so geschieht es aus dem Grunde, weil erfahrungsgemäß in der wärmeren Jahreszeit die Frequenz beim Jugendgottesdienste eine geringere ist. Wenn es auch vollkommen begreiflich erscheint, daß die Jugend jede freie Stunde gerne in der freien Natur verbringt, so darf doch nicht außer Acht gelassen werden, daß neben der körperlichen Ertüchtigung auch das geistige und moralische Moment in der Erziehung nicht vernachlässigt werden darf. Deshalb kann mit voller Berechtigung der Erwartung Ausdruck gegeben werden, daß die jüdischen Eltern auch fernerhin Sorge tragen werden, daß ihre Kinder regelmäßig am Jugendgottesdienste teilnehmen. Dieser wird im laufenden Schuljahre bis einschließlich 16. Juni an jedem Samstage (mit Ausnahme der schulfreien Tage) um 3 Uhr nachmittags in folgenden Synagogen stattfinden: I. Bezirk, Seitenstettengasse 4. II. Bezirk, Tempelgasse 3. s III. Bezirk, Untere Viaduktgasse 13. MBLUNQBRS Wiener Heilteemischlingen bei Zuckerkrankheit, Oallen-, Nieren-, Blasensteinen und Magenlelden sind vorzüglich. Preis per Paket S 6*50. Postversand. WIbw. XVI, tackwcrga»»e Nr. 17/8, V. Bezirk, Siebenbrunnengasse 1 a. VI. Bezirk, Schmalzhofgasse 3. VIII. Bezirk, Neudeggergasse 12. IX. Bezirk, Müllnergasse 21. X. Bezirk, Humboldtgasse 27. XIII. Bezirk, Penzingerstraße 132. XV. Bezirk, Turnergasse 22. XVI. Bezirk, Hubergasse 8. XVIII. Bezirk, Schopenhauerstraße 39. XIX. Bezirk, Dollinergasse 3. XX. Bezirk, Kluckygasse 11. XXI. Bezirk, Holzmeistergasse 12. Der Vorstand der Israelitischen Kultusgemeinde Wien. Austritte aus dem Judentum Emanuel 'B r i c h t a, 6, 9. 1890lUng. Ostra, verh., IX. Harmoniegasse 8; Otto Tauber, 13. 8, 1904 Wien, leid., VII,, Burggasse 122a; Dr. Heinrich 'Fischer, 16. 5, 1891 lEszele, verih., XIII., Wattmannigasse 26; Robert Ko bl er, 2. 11. 1885 Irritz, venh., IV., Heuimühlgasse 10; Kind Kurt Friedrich Köhler, 18, 4. 1922 Wien, led,, UV., Heurmihlgasse 10; Franziska Finkler geh. Styskal, 14. 12. 1892 Okrisko, ,ger, getr„ VlI,, Oamiböckgasse 2; Hermann Krieg eil, 4, 12. 1896 Erzebet, led,, ViII., Apollogasse 3; Sigmund! Stern, 15. 8. 1903 Wien, led., V., Schönbrunnerstraße 105; Sigmund Frankl, 14. 9. 11899 Wien, verh., XIX., Heiligenstädterstraße 7; Ottilie Kalb, 10. 8. 1895 Wien, led., V., Sdhön.bruninerstraße 122; Olga Frankl gab. Schwarz, 31. 10. 1902 Hohenems, verh., X1EX., Heiligenstädterstraße 7; Wilhelm Böhm, 11.1. 1887 Beneschau, verw,, Hilfsarbeiter, MI., Markhofgasse 10; Frime Lothringer geb. Perelmann, 16. 12. 1876 Odessa, verh., Pensionistin, III., Baumiannstraße 5; Dorothea Kar plus, 16. 6. 1902 Hinterbrühl, led., (I., Hohenstaufengasse 7; 'Egon Taussig, 20. 1. 1901 Wien, led«, VUL, Westbalhnstraße 56; Friedr. Schwarz, 26, 6. 1900, gesc'h., XVII., Hasnerstraße 56; Moritz Sinaiberg e r, 22. 4. 1871 Eibenschitz, ver.h., IX,, Nußdorferstraße 4; Es ist kein Wunder und doch erstaunlich, wenn man bedenkt, wie isich aus kleinen Anfängen das Warenhaus Brüder Schiffmann auf der Taborstraße zu einem Warenhaus ersten Ranges — und dies in verhältnismäßig kurzer Zeit — emporentwickelt hat. Zielbewußte Tatkraft, moderner Unternehmungsgeist und vernünftige Oeschäft&prinzipien halben diesen ungewöhnlichen Erfolg herbeigeführt. Die eiserne Energie, der unermüdliche Arbeitseifer und die großzügige kaufmännische Begabung des Seniorchefs, Herrn Max Schiffmann, waren die Triebkraft, die den rapiden Aufschwung bewirkten. Die Geschichte der letzten zwei Jahrzehnte dieses Hauses ist ein steter Aufstieg. Allein in den letzten zwei Jahren mußten viermal die Verkaiufslolkalitäten durch Ankauf und Angliederung benachbarter Geschäftslokale wesentlich vergrößert werden, tim den gesteigerten Ansprüchen eines riesenhaft anwaohisenden Kundenkreises entsprechen zu können. Immer neue Warengattungen wurden eingeführt, so daß heute ein großstädtisches Warenhaus auf zwei Fronten die Talborstraße beherrscht. Das Warenhaus Brüder Schiffmann ist heute in allen Wiener Gemeindebezirken und in der gesamten österreichischen Provinz als verläßlichste und billigste Einkaufsquelle bekannt und beliebt. Einen neuen Beweis be- UICMNE0 *• 1001 den'ßesierv^Mcvt Etoggfil £B&Lcßifb&r' 1oö1 ist ein Fettminderungsmittel, das als Badezusatz dem warmen Bad beigegeben wird, die Anwendungsart ist also die denkbar bequemste. Das Schlankheitsbad enthält keinerlei starke Arzneien, überhaupt keine Rohstoffe, die in irgendeiner Weise auf den menschlichen Organismus schädigend wirken könnten. Demzufolge ist das Leichner- Bad auch von Personen mit schwachem Herzen .anzuwenden; denn tatsächlich werden Herz und Nieren nicht angegriffen. - Machen Sie einen Versuch, wahrscheinlich können Sie schon nach den ernten Bädern eine merkliche Gewichtsabnahme feststellen. Außer diesen Gewichtsverminderungen hat das Schlankheitsbad noch eine besonders erwähnenswerte Eigenschaft: es ist auch das idealste Schönheitsbad, da es die Haut mit der Zeit blutenweiß und zart macht und Hautunreinheiten beseitigt. — Preis pro Bad o, S 3*5o 'überall erhältlich L LEICHNER Wien XVIII. sonderer Leistungsfähigkeit liefern Brüder Schiffmann durch ihre Sonderangebote zu Ostern, und zwar: Diagonal-Seide, für Kleider, per Meter, S 1.98, Waschseide für Kleider, moderne Tupf-“Dessins, zu S 3.90, Kasha, für Kleider, S 2.90, Herrenhemden, weiß und farbig, von S 2.90 an, Damenwäsche-Garnituren, a/jouriert und gestickt, Hemd oder Hose, S 1.98, Stores mit Spitzen und Einsätzen S 3.90, Künstler-Vorhänge, dreiteilig, schön broschiert, S 6.90, Madraisstoff für Vorhänge, 75 breit, S —.70. Provinzversand per Nachnahme! i(Entgeltlich.) Wissenschaft, Literatur, Kunst Hermann Cohen (Zu seinem 10. Todestage.) Von Dr. Ernst Müller. Wie entrückt in starrer Größe, in strenger Abstraktheit und doch durch den Ernst seines Idealismus wie durch das Gewicht der Problematik immer noch nahegerückt, erscheint uns heute die Gestalt Hermann Cohens, der vor zehn Jahren in hohem Alter gestorben ist. „Mehr Rasse als Philosophie“, mit dieser hochmütigen Wortgebärde lehnte Kunp Fischer das temperamenthaft stark jüdische Wesen dieses Penkers ab, während andere, zum Teile führende Männer der deutschen Philosophie, wie Paul Notorp, ihn als Führer verehrten. Es wurde oft versucht, genügt aber nicht, Cohen bloß als den großen Repräsentanten der liberalem Epoche hinztistellen, als das personifizierte Paradoxon: Judentum und Deutschland bis zur Einheit verschmelzen zu wollen. Vielmehr lag eine persönliche Tragik darin, daß Cohen eine solche Synthese in gewissem Sinne in sich auch zustande brachte, ohne sie jedoch in objektive Gültigkeit verwandeln zu können. Und als jüdischer Theologe, der er ursprünglich war, an einer hervorragenden philosophischen Lehrkanzel wirkend, blieb er, obwohl mit Leidenschaft um die Lösung des Problems ringend, das er in dieser Doppelstellung persönlich auslebte, trotz seiner großen Anerkennung, im Wesen einsam. Nur in der abstrakten Höhe des Begriffslebens — das ja bei ihm überaus lebendig war — konnte die Synthese gelingen, im System, an dem Cohen, fast wie Goethe an dem „Faust“, sein ganzes Leben arbeitete, um den echten Theologen und den ebenso echten Kantianer zur Verschmelzung zu bringen. Aber über eine Lebensarbeit, die mit einem steten Kommentieren von Kulturgeist und eigenem Gedankenweben sich vermessen wollte, dem tiefsten und lebendigsten Völkerzwiespalt eine starre Einheit aufzuzwingen, brauste die Zeit, unsere Zeit erbarmungslos hinweg. Für den repräsentativen Philosophen freilich, der mit einem ethischen Sozialismus begonnen hatte, wodurch er Friedrich Albert Lange nahekam, trat frühzeitig die Beziehung zu Kant derart in den Vordergrund, daß er nicht bloß Kantianer, sondern Führer einer Richtung wurde, welche Kant in Freiheit erneuern wollte und zu einer weitverzweigten Philosophenschule sich auswuchs. Nicht mehr als Kommentare, sondern als selbständige Weiterbildungen der drei Kantischen „Kritiken“ geben sich die drei Hauptwerke Cohens, betitelt: „Logik der reinen Erkenntnis“, „Ethik des reinen Willens“, „Aesthetik des reinen Gefühls.“ Wie Kant, versuchte er die erkenntnistheoretische „Grundlegung“ zu schaffen, von der aus aber auch real die Kultur in ihren Grundlagen philosophisch erlebt werden sollte, und er vermeinte dieselbe durch den Begriff des „Ursprungs" zu vertiefen, indem er das letzte Erkenntniskriterium in die im Menschen schöpferische Idee verlegte. So ging er auch über die im Systeme Kants offene Antimonie zwischen Logik und Ethik, zwischen der Welt des Seins und der Welt des Sollens hinaus, womit denn auch der Punkt gegeben war, wo der jüdische Ethiker, sich eins fühlend mit den Grundlagen Die herrlichsten Frühjahrs- Modelle aus edlem Material, feinst ausgeführt, in noch nie dagewesener Auswahl. Bekannt seriöse niedere Preise Schuh mödenhaus 2>ez?n II, Taborstraße 8 a 15045