Die Stimme
- Journal
- Die Stimme
- Volume
- 1 (1928)
- Issue
- Heft 13 (29.3.1928)
- Date
- 1928-03-29
- Page
- – (sequence 10)
- Language
- German
- Belongs to
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r i Seite 10 DIE STIMME Nr. 13 IV «‘,,1 I 4v } C O'BA IcdeTaichcnuhr-Repara 9 9 9v tur Ohne Bruch bei 1 -jähriger i Garantie MM ■% Wien, IX., Liechtensteinstraße 30 § M “ Wien, IX., Berggasse 3/4a Uhren* und Antlqultfiten-Kllnlk, Optische Werk« | Stätte. Reklameateller. I Alle einschlägigen Reparaturen und Neuanschaffungen § | zu konkurrenzlosen Preisen. § fiiiiiiymiiuiniiiiiiiiiiiiiiiiiiiuiiiniitirmiimimunimiiiiiimuiniiiniiiiiiiiimiiiiiiiiimiiiiiiiiiiiiiniiiiiiHiQ nicht lange, den Weg der Verhandlungen zu betreten. Hungersnot und Fest beschleunigten seinen Entschluß. Er erhielt sein Gebiet aus der Hand des Eroberers wieder. Fünf Jahre hindurch blieb Mekka und mit dieser auch die Stadt Medina unter wahabitischer Oberherrschaft. Den Pilgerkarawanen aus Syrien und Aegypten, sowie den Türken, wurde der Besuch der heiligen Städte untersagt. Da ging endlich auch der Großherr daran, sein Ansehen im heiligen Lande wiederherzustellen. Mohammed Ali Pascha war noch mit der Unterwerfung Aegyptens beschäftigt, als er aus Konstantinopel den Befehl erhielt, den Hedjaz von den ketzerischen Türkenfeinden zu befreien. Er nahm erst Medina und dann Mekka, das ihm übrigens ohne nennenswerten Kampf zufiel, da Geld und Verrat das ihrige taten. Im weiteren Verfolge ihrer Aktion gelang es den Aegyptern, die Wahabiten bis in ihr Stammland zurückzudrängen und ihre politische Bedeutung fast zunichte zu machen. Im Laufe der folgenden Jahrzehnte mußten die Ibn Sauds ihre Vorherrschaft mit dem inzwischen zu Ansehen und Macht gelangten wahabitischen Rivalen, dem Emir der Ibn Reschids, teilen. Im Gefolge dieser Spaltung, durch welche der Einheitswille der Wahabiten zur gewaltsamen Verbreitung ihres Bekenntnisses ein Ende fand, konnten sich die beiden Machthaber nur in gelegentlichen Raubzügen und Störungen der Pilgerfahrten ausleben, unter welchen auch das heilige Land von Zeit zu Zeit zu leiden hatte. So im Jahre 1895, als Schreiber dieser Zeilen als Mitglied einer Mission der damaligen Internationalen Sanitätsverwaltung für die Türkei behufs Ueberwachung der Mekka-Pilgerfahrt im Hedjaz weilte, kamen die Wüstenhunde — wie die stolzen Mekkaner die Beduinen in diesem Falle die Treuen Ibn Reschids zu nennen beliebten — zur Zeit des Bairamfestes in Scharen nach Mekka, um die Desinfektionsanlagen zu zerstören und die Aerzte zu beschimpfen. Sie zogen unter Rufen „Es lebe Sultan Ibn Reschid“ ungehindert durch die Straßen und beherrschten tagelang das Gesamtleben in der heiligen Stadt. Die Behörden fanden es für gut, die Beduinen gewähren zu lassen. Nicht so harmlos verlief ihr Erscheinen in Djeddah, wo eine Reiterschar an der Stelle außerhalb der Stadtmauer — wo sich die Konsuln und Aerzte allabendlich vor Sonnenuntergang zu versammeln pflegten, um nach der brennenden Tageshitze einige Erholung zu finden — ihre Gewehre abfeuernd, vorübersausten. Der englische Vizekonsul, ein indischer Mohammedaner, blieb auf der Stelle tot liegen. Der englische Konsul wurde durch einen Rückenschuß, der russische durch einen Schuß in die Wange, der französische Vizekonsul durch einen Schuß, der ihm das Unterkiefer durchbohrte, erheblich verwundet. Dieser, als die Konsul-Massaker von Djeddah bekannte Ueberfall, hatte eigentlich nur den Zweck, zu beweisen, daß die Hedjaz-Regierung nicht in der Lage sei, die Ordnung im heiligen Lande aufrechtzuerhalten. Tatsächlich erklärte mir der Gouverneur von Djeddah, den ich in den ersten Morgenstunden nach dem Massaker aufsuchte, meine Sicherheit nicht garantieren zu können, gab mir auf mein Ansuchen zwei Gendarmen mit, die mich bis in das am Hafen gelegene Sanitäts-Office brachten, von wo ich mich auf den vor dem Hafen verankerten österreichischen Lloyddampfer „Memphis“ begab, wo ich etwa acht Tage, bis wieder Ruhe eingetreten war, verblieb. Der Zwischenfall endete damit, daß der Großscherif gezwungen ward, nach Djeddah zu kommen, um jedem der anwesenden Konsuln seine Entschuldigung vorzubringen. Der Einladung des holländischen Generalkonsuls folgend, hatte ich Gelegenheit, dem Besuch des Großscherifs bei diesem beizuwohnen. Die Emire der Ibn Reschids, erbitterte Gegner der Türken — mit den Ibn Sauds verstanden die Türken ein freundschaftliches Verhältnis aufrechtzuerhalten — bereiteten der Hedjaz-Regierung noch manche Verlegenheit, bis sie während des Weltkrieges von Ibn Saud bezwungen, von der Bildfläche ganz abtreten mußten. Ibn Saud blieb der Alleinherrscher im Wahabitenlande, bestimmt, einen unge- PIDÖ Weine u. Sliwowitz Tokayer Weinhandlung W. GROSZ II, PraterstraBe 13 (Lloydhol) Tokayer-Szamorodner, Palästinaweine etc. Monatsschrift »Palästina« Heft 3/4 der Monatsschrift „Palästina" erscheint noch diese Woche im Umfange von 1 12 Seiten und enthält unter anderem folgende Beiträge: Das Problem der Teuerung in Palästina, von Dr. Alfred Bonne; Probleme der Forschung über Obst- und Gartenbau in Palästina, von Dir. Agr. J. Elazari-Volcani; Die Aussichten der Metallindustrie in Palästina, von Ing. Sam. Ar je; Die Abschaffung der Werkosteuer in den Städten, von Dr. A. Granovsky; Landbesteuerung in Palästina, von Nehemia de Lieme; Palästina-Touristik, von Dr. Fritz Loewenstein; Ansiedlung auf Grund rationeller Milchwirtschaft, von Charles Woursell; Die Finanzierung des Siedlungswerkes, Der neue Weg, von Dr. Ludwig Goldwasser. Die Rundschau bringt u. a. Aufsätze von Dr. Kurt Grunwald und Ernst Davis. Die Rubrik „Nachrichten und Daten" ist besonders reichhaltig und enthält auf 30 Seiten in übersichtlicher Weise alles Wissenswerte über die Entwicklung Palästinas in den letzten Monaten. Die letzten Bücher- und Zeit- FÜRS FROHJAHR die allerletzten Kreationen der Pariser Haute couture und eigener Schöpfungen aus edelsten Materialien ln unerreichter Auswahl zu den bekannt billigen Krupnlh•Preisen NUR VH. WflISERSTR. 115 | Wir haben nirgends Filialen! §= schriften-Neuerscheinungen finden ausführlichst Berücksichtigung. Das neue Heft kann nur an Abonnenten abgegeben werden; Jahresgebühr für Oesterreich S 10.—, für das gesamte Ausland 2 Dollar. Administration: Wien, I„ Kärntnerstraße 28. Das arabische Palästina; Beduinenwohnung in der Nähe von Jerusalem. ahnten, dem Gesamtislam tief demütigenden Macht« aufschwung zu nehmen. Seiner Machtentfaltung konnte auch die Errichtung eines selbständigen Hedjaz-Königtums keinen Einhalt tun und dies umso weniger, als sein Erbfeind, der Haschimide Hussein, wenig Eignung zeigte, in dem mittelarabischen Gewirre den überstaatlichen Interessen der arabischen Welt Rechnung zu tragen. Das an der Gestaltung der Dinge in der Welt des Islams meist interessierte England hat im Hinblick auf das Versagen Husseins wohlverstandener Weise dem von unauslöschlichem Erbhaß und Machtgier getriebenen Kräftespiel freien Lauf und Ibn Saud die Oberhand gewinnen lassen, Hussein und sein Sohn Ali mußten den Platz räumen, womit Ibn Saud die Möglichkeit ward, das erstrebte Ideal Mohammed Ibn Abd ül Wahabs, die Herrschaft über die heilige Stadt Mekka an sich zu reißen. Neue Ausgrabungen in Palästina Zwei Tempel, vermutlich .au® der Zeit (Königs Totbmes dH. (vor zirka 3000 Jaihren), wurden von der larc'häologisahen Mission der 'Pennsylvania-Universität in; B e ,i s an, dem 'biblischen Beth-Soh’an, südlich vom See Geneaaret'h, ausgegrahen. Einer davon ist einem Gotte, der andere einer Güttin geweiht. Eine (Reihe wertvoller Gegenstände wurden zutage gefördert, darunter eine kleine vergoldete Götterstatue und eine kleine Astartebiiste. Ilm Innern des ersten Tempels stehen zwei Altäre, einer aus Ziegeln, in dessen (Nähe sich verschiedene Kulturgeräte befanden, und einer zur Darbingung von Opfern, um den die Knochen eine® jungem Stieres hemmlagen. Außerhalb des Tempels wurde ein dritter Altar entdeckt, in dessen Nähe eine kleine Bronzestatue, einen Löwen darstellend, der a.uf einen Ochsen ilosspringt, gefunden wurde. In einer Schicht, die vermutlich aus der Epoche Ram_ ses II. stammt, wurde ein Türpfosten mit einer (Inschrift und einem Bild' des Architekten; bloßgelegt, der das (Heiligtum dem in der Bibel erwähnten Gotte Dagon errichtete. Nach dem Bericht der Schrift wurde das Haupt des toten Siau 1 in Bet'h-ScVan (Beisan) von dien (Philistern an die Mauer des Dagon-Tem pels angeschlagen. In einer Schicht, die in die Epoche Amenophes Uli. fällt, wurden Hieroglyphen aus der H e t h i th e r z e i t entdeckt, die u. a. die Zeichen Bür „Gott“ und ,(Festung“ enthalten. Der Leiter der Ausgrabungen, Allan R o w e, legte außerdem eine Menge Tongeräte mit verschiedenen Bildern, Elephantenköpfen, Ochsen u. a. bloß. Am interessantesten ist die Auffindung von Schlangen in Ton, darunter eine mit Frauenbrüsten. Diese Hinweise auf einen Schlangenkult bringen die Forscher zu der Annahme, daß hier eine Verbindung mit dem .alten sumerischen S c h l;a n g e o g o 11 besteht, dessen semitischer Name Sihan war. Auf einer Steinplatte fand man den Namen des Gottes eingeritzt, dem der Tempel in den Tagen Tihothmes III. geweiht war. Er lautet „Maker" oder „Mallcel“ — Söhutzgott Beth-Soh‘ans. Möglicherweise wurde der Kult des Gottes 'aus Balbel herübergebracht. Miszellen Nur noch 2700 Arbeitslose in Palästina. In einem Memorandum, das die jüdische Arbeiterabordnung am 14. März dem Oberkommissär Lord Plumer übergeben hat, wird bemerkt, daß in allen palästinensischen Städten nur 2700 arbeitslose jüdische Arbeiter existieren, davon 1400 in Tel- Aviv, 800 in Haifa und Umgebung, 500 in Jerusalem. Im März 1927 zählte man in diesen Städten 7000 arbeitslose Juden. * Die Höhle Machpelah, der Begräbnisplatz der jüdischen Erzväter und Erzmütter, wird vom 25. März d. J. .an gegen die Entrichtung einer Gebühr von fünf englischen SohilBng auch für N i c h t m o h a m m e .d ai n e r zugänglich sein. Der Präsident des imoslemitischen Obersten Rates hat bereit» einen diesbezüglichen (Beschluß öffentlich ibekanntge,geben. (Eine vor einigen Wochen verbreitete Meldung von der Aufhebung des Besuchsverbotes für Nichtmohammedaner ist vom moslemitisohen Obersten Rat dementiert worden. — Die Red.) * Der italienische Thronfolger Prinz Umiberto trifft am 31, März in Port Said ein, wo er vom italienischen Generalkonsul für Palästina, Pedrazzi, empfangen wird. Er kommt am 1. April nach Jerusalem. Am 2. April besucht er Jaffa, von wo er wieder nach Jerusalem zurückkehrt. Der Thronfolger bleibt in Palästina bis zum 9. April. * Der Führer der belgischen Sozialdemokratie und frühere Außenminister Vandervelde ist nach Palästina albgereist. Vandervelde wird in Palästina ungefähr einen .Monat z uh ringen und die Probleme der jüdischen Kolonisation und Kooperation, sowie die Beziehungen zwischen den einzelnen Schichten der Bevölkerung studieren. Obejrkoimmissär Lord P1 u m e r hat zwei flaingjjälhrigen palästinensischen Einwohnern, Saul iBe klinskii und Max Aronowicz, die Ahnen verliehene palästinensische Bürgerschaft aberkannt, weil sie .angeblich in ihren Gesuchen falsche Angaben gemacht haben. Eis ist dies der erste Fall, daß Palästina-Einwohnern die Bürgerrechte entzogen werden. m Bensimon, einer der Führer der vor kurzem stattgefundenien Kundgebung gegen die angebliche, übrigens von der Regierung bestrittene, (körperliche Mißhandlung politischer Gefangener, ist vom Gericht zu drei Monaten 'Gefängnis und nachheriger Landesverweisung verurteilt worden. Bensimon war vor sieben Jahren aus Rußland in Palästina eingewandert, Die zionistische Exekutive hat Dr. Benkson zum Direktor des hebräischen Unterrichtswesens ernannt. FRAUEN verwenden Verhüt-Kugeln (Vaginal-Deslnflciens) Ärztlich empfohlen u. glänzend begutachtet. — Nachnahmesendung (1 utz.) S 3.50. — In allen Apotheken erhältlich. Generaldepot: Marlenapotheke, Wien, VI., Schmalzhofgasse 1. Ersatzpräparate weise man entschieden zurtlck. ^999899999999999999999999999999999999999999999445451