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Die Stimme · 1928-03-29 · Heft 13 (29.3.1928) · page 4

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Journal
Die Stimme
Volume
1 (1928)
Issue
Heft 13 (29.3.1928)
Date
1928-03-29
Page
– (sequence 4)
Language
German
Belongs to
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Seite 4 DIE STIMME Nr. 13 Ttimtai weltberühmte amerikanische Modelle Corselettes (Mieder und Büstenhalter vereint), map allround (Hüftenformer) tragen alle Damen, die schlank sein wollen. Ein Warner tragen, heißt der Figur die schlanke moderne Linie geben. Vollkommene Bewegungsfreiheit bei Tanz und Sport. Jede elegante Dame trägt ein Üfiunir und Sie nicht? EINZIGES %Grne/-SPEZIALHAUS WIENS /. Kohlmarkt 7. Telephon 77-205 Telephon 77-205 die große Mehrheit der rumänischen Nation dem Antisemitismus abhold ist. Sie sind sich auch der Tatsache bewußt, daß auch im rumänischen Kabinett mehrere Mitglieder sich der Judenhetze scharf widersetzen. Die rumänischen Bauern leben in den besten Beziehungen zu den Juden. Dennoch können die Juden Rumäniens die Sorge nicht los werden, daß die seit 6 Jahren ununterbrochen vor sich gehende antisemitische Hetze weitere Ausschreitungen der Studenten gegen die Juden im Gefolge haben werde. Das interterritoriale Prinzip bei den Völkerbundligen Von den Kommissionen der Union der Völkerbundligen, welche kürzlich neben der Minoritätenkommission in Brüssel tagten, hat die juristische Kommission fine Resolution von prinzipieller Bedeutung angenommen. Diese von Professor R u y ss e n eingebrachte Entschließung besagt, daß in Zukunft neben den territorialen auch interterritoriale Völkerbundgesellschaften zu_ gelassen werden sollen. In der Begründung seiner Resolution nannte Prof. Ruyssen als Beispiel einer interterritorialen Organisation die zionistische W eltorganisation und andere alljüdische Organisationen. Die neue Pro-Palästina-Deklaration der jugoslawischen Regierung« Die offizielle Deklaration der jugoslawischen Regierung, die der jugoslawische Außenminister dem Präsidenten der zionistischen Exekutive, Nah'um S o k o 1 o w, bei dessen Besuch in Belgrad übergeben hatte, lautet: ,,Mein Herr! Es ist mir eine große Freude, dank unserer Zusammenkunft die rühmenswerten In diesem Aufstande wurde Emin Pascha mit seiner, von ihm befehligten kleinen Truppe von den Mahdisten sehr hart bedrängt und vom Sudan abgeschnitten. Er hielt sich trotz einer ausgebrochenen Meuterei längere Zeit, mußte aber später nach dem deutschen Schutzgebiet in Ostafrika übergehen und trat 1890 in den deutschen Kolonialdienst. In deutschen Diensten machte er zahlreiche Expeditionen in ost- und zentralafrikanische Gebiete mit, wurde aber im Jahre 1897 auf Veranlassung von Sklavenhändlern im Kongogebiet ermordet. Sein Andenken wurde dadurch geehrt, daß man eine Bucht am Viktoria-Njansa-See nach ihm Emin-Pascha-Golf nannte. Auch an Nordpol-Expeditionen nahmen jüdische Forscher teil. Der Arzt Isaak Israel Hayes unternahm 1860 eine Fahrt ins offene Polarmeer bei der er jedoch nur bis zum 78 Grad nördlicher Breite gelangte, Er wiederholte diese Reisen im nächsten Jahre und kam bis zum 81. Grad 35‘ nördlicher Breite. Seine dritte Reise ging nach Grönland. Ueber alle Reisen hat Hayes in mehreren wissenschaftlichen Werken berichtet. Im Jahre 1869 machte der Arzt und Naturforscher Dr. Emil B e s s e 1 s eine Reise nach dem nördlichen Eismeer und konnte wichtige Entdeckungen über den Einfluß des Golfstromes auf den Osten von Spitzbergen machen. Zwei Jahre später nahm er an der Hallschen Nordpolexpedition teil, die bis zum 82. Grad, 9‘ nördlicher Breite gelangte. An seiner erster Reise nahm der jüdische Astronom August Sonntag teil, der unterhalb Kap Alexander den Tod im ewigen Eis fand. Der bedeutendste unter den jüdischen Nordpolforschern war Dr. Angelo H e i 1 p r i n (geb. 1860, gest. 1907), Professor der Geologie und Paläontologie an der Universität Philadelphia und Präsident der dortigen Geographischen Gesellschaft. Er organisierte die Nordpolexpedition von Peary und Cook im Jahre 1891 und leitete im nächsten Jahre selbst die Expedition, die zu ihrer Rettung aufbrach. Diese Aufzählung ist keine vollständige, es gibt noch eine ganze Reihe jüdischer Forschungsreisender, die der Erwähnung wert sind. und erfolgreichen Anstrengungen des jüdischen Volkes für die Wiederherstellung und Wiederaufrichtung seines Vaterlandes in Palästina näher und genauer kennengelernt zu haben. Mit der größten Sympathie haben wir alle diese Anstrengungen von deren Beginn an begleitet und dieselben, wie Ihnen bekannt ist, bei jeder Gelegenheit gefördert. Ich wiederhole Ihnen jene Deklarationen, die bei ähnlicher Gelegenheit in unserem Königreiche gegeben wurden. Bei uns sind wir immer bereit, Ihrer humanitären Arbeit loyale Hilfe zu gewähren, für welche Sie auch schon das Einverständnis und die Anerkennung seitens der Kulturstaaten und seitens des Völkerbundes besitzen. Zu gleicher Zeit drücke ich Ihnen den aufrichtigen Wunsch aus, daß Ihre Anstrengungen sobald als möglich von einem vollen Erfolge gekrönt sein mögen." Poincare über den Zionismus Der Pariser „Club du Faubourg" hat eine Umfrage über jüdische Probleme veranstaltet. Der französische Ministerpräsident Raymond (Poincare gab seine Ansicht über den Zionismus in den folgenden Zeilen kund: „Ich persönlich habe dem Zionismus stets meine Unterstützung zuteil werden lassen, da ich stets der Ansicht war, daß dies« Bewegung in gewissen Ländern eine sehr natürliche Grundlage habe; ich glaube aber, daß diese Bewegung in Frankreich, wo die Juden seit langer Zeit mit der Nation verschmolzen sind, keine Begründung hat.’* SI ■_ _ _ _ _ Fahrräder — Nähmaschinen K 3 ■ U S S 5'- wöchentlich pitzkopf, Wien, XV, Mariahilfer Gürtel 39 Vertreter gesucht! Die japanische Regierung für das jüdische National, heim Der neue japanische Ministerpräsident Baron Tanaka hat durch den japanischen Generalkonsul Ln Schanghai dem Ehrenseikretär der zionistischen Organisation von Schanghai, N. E. IB. E z r a, eine offizielle Erklärung der japanischen (Regierung übermitteln lassen, diie besagt, die Regierung Japans beobachte mit warmem Interesse die Entwicklung der jüdisch-nationalen Bewegung und die Fortschritte des jüdischen Nationialheims. IDie Wiedererrichtung der Heimat der Juden in dem alten Lande der Juden, heißt es in der Erklärung weiter, nimmt meine Regierung zum Anlaß, ihre Sympathie mit den jüdischen nationalen Bestrebungen kundzutun. Wir hoffen aufrichtig, daß das jüdische Volk die Schwierigkeiten, die sich ihm auf seinem Wege erheben, überwinden und seinen Anteil an der W eltzivilisation erhöhen wird. Lehrbetrieb an der hebräischen Universität! Eine Forderung der Studentenschaft Die immer stärkere Aussperrung der jüdischen Studenten von den Hochschulen in ihren Wohmländern stellt das Problem., wohin diese lernbedürftige und -beflissene Jugend gehen kann, um ihre Studien durchzuführen. Es ist daher naheliegend, daß oft Projekte auftauchen, in den Galuthländern jüdisahe Hochschulen zu errichten; (damit tritt jedoch eine Verschiebung des Problems ein, indem ja die ganze Energie darauf gerichtet werden muß, die vollkommene iFreiheit der Universitäten und den Zutritt zu ihnen zu erkämpfen. Anders liegt es mit der hebräischen Universität in Jerusalem; ihre wichtige Aufgabe, die Schaffung der hebräischen Kultur, welche sich jetzt durch Anknüpfung an die in Erez Israel entstandene, dem Wesen des jüdischen VoL'kes eigentümliche Entwicklung vollzieht, mußte ergänzt werden durch die Schaffung von Möglichkeiten eines praktischen Lehrbetriebes, der jüdischen Studenten der Galufch Gelegenheit gibt, ein auf Ausbildung für praktische Berufe gerichtetes Studium dortseihst zu absolvieren. Mit diesen beiden Fragen befaßte sich eine Versammlung, welche vom Jüdischen Hochschulausschuß und den ihm angeschlossenen Korporationen, einberufen, am 20. März im Hotel „Continental" stattfand und außerordentlich stark besucht war. Der Präsident des Hochschulausschusses Dr. Pachtmann eröiffinete die Versammlung mit einer Ansprache, in der er auf die unhaltbaren Zustände an den meisten europäischen Universitäten hinwies, wodurch die (Notwendigkeit einer möglichst raschen Umwandlung der Jerusalemer Universität aus einem Forschungsinstitut in eine allgemeine Lehranstalt gegeben sei. Um Namen der Studentenschaft erklärte Herr Buxspann u. a., es sei geradezu tragisch, dlaß die Absolventen mittlerer Sohulen in Palästina ausländische Hochschulen aufsuchen .müssen und dadurch die Kontinuität des Studien- •betrieibes auf hebräischer (Basis unterbrochen werde. In ihrem heutigen Zustande sei die Universität in Jerusalem für ihre Hörer ein bloßer Luxus, da sie an ihr keinen akademischen Grad erreichen können, Die Umwandlung in ein Lehrinstitut sei aus zwei Gründen notwendig; einerseits, um den von den europäischen Universitäten ausgesperrten jüdischen Studenten eine An unsere p. t. Abonnenten! Um in der Zustellung unseres Blattes keine Unterbrechung eintreten zu lassen, ersuchen wir um Ueberweisung der rückständigen Bezugsgebühren au! unser Postsparkassenkonto D- 113.546. --; Entwurf der Universitätsanlage auf dem Scopusberg in Jerusalem: 1. Chemisches und mikrobiologisches Institut (vollendet); 2. Bibliotheksgebäude (noch nicht im Bau); 3. Physikalisches Institut (im Bau); 4. Mathematisches Institut (Entwurf). Zuflucht zu gewähren, andererseits um für die jüdische Kulturrenaissaince eine starke il n t e 11 i g e n z s c h l ch t e zu schaffen, welche sicher das beste propagalorische Element für die neue jüdische Kulturbewegung wäre. Nachdem namens der jüdischem. Mittelschülerschaft Herr Sternberg auf den erzieherischen Wert einer L e h r h o c hschulc in Palästina hingewiesen hatte, sprach Oberbaurat Ing. Robert Stricker, der u. a, ausführte, daß in dem Verhältnis zwischen dem jüdischen Studenten und seinem Volke eine völlige Verschiebung eingetreten sei; früher hat der jüdisahe Student gegen die Unterdrückung seines Volkes Protest erhoben, jetzt muß das Volk den jüdischen Akademiker gegen die Bedrängung schützen. Früher bedeutete die Inskription an einer europäischen Hochschule für den jüdischen Studenten den „Weg ins Freie“, jetzt ist sie ein Weg .der Demütigung. Wirkliche Lehrtätigkeit kann es nur geben, wenn zwisahen Lehrer und Hörer ein freundschaftlicher Kontakt besteht. Der jüdische Student muß aber in dem Lehrer seinen Feind erblicken. Die Assimilanten sind der Ansicht, daß der Antisemitismus mit fortschreitender Kultur verschwinden müsse; die Wirklichkeit lehrt das Gegenteil: die Stätten der höchsten Ku 11 u r b 1 1 d u n g, die Universitäten, sind die Braitnester des Antisemitismus, Die Fortdauer dieser Verhältnisse muß zu einer moralischen und geistigen Verkümmerung des jüdischen Akademikers führein.. Um hier rechtzeitig das Schlimmste zu verhüten, muß die Jerusalemer Universität zu einem Schutzdamm für unsere studierende Jugend werden. Daß bei der Umwandlung der hebräischen Universität in ein Leihrinstitut ungeheure Schwierigkeiten bestehen, ist nicht zu leugnen und darf nicht übersehen werden. Doch das jüdische Volk hat im Laufe seiner Geschichte schon größere Schwierigkeiten 'überwunden; es muß nur der Wille vorhanden sein. In der Studentenschaft selbst muß eine Bewegung entstehen, welche die Forderung nach dieser Umwandlung immer wieder nachdrückliChst erhebt. Als letzter Redner legte Dr. E. iM, Zweig i(Jerusalem) dar, daß, wie es schon der Heidelberger 'Professor S clh ap i ra auf dem ersten Zionistenkongreß in Begründung seines Vorschlages auf Schaffung des jüdischen iNationalfonds und einer Universität ausgeführt hatte, die Grundlagen des materiellen Lebens eines Volkes der IBode n, die des geistigen dlie Hochschule sei. Der hervorragendste Verfechter dieses 'Gedankens war Weizmaun, der im Jahre 1901 auf dem fünften Zioinistenkongreß die Verwirklichung des Sohapiraschen Vorschlages forderte und am 11. Kongreß in Wien im Jan re 1913 den Beschluß auf 'Gründung der Universität durchsetzte. Die erste Tat nach der Befreiung Palästinas im Jahre 1918 war die Grundsteinlegung der Jerusalemer Universität; ihre Eröffnung im April 1925 bildete die Krönung der Bemühungen Weizmanns. (Redner wies dann darauf hin, daß es ein Irrtum sei, zu glauben, an der Jerusalemer Universität arbeiten bloß die 37 Lehrer. Sie wird von 186 Hörern frequentiert, die für den Aufbau wichtige wissenschaftliche Untersuchungen durchgefüihrl haben. Keinem Mitglied des Kuratoriums sei es zweifelhaft gewesen, daß die Universität nicht bloßes Forschungsinstitut sein darf, sondern daß das Ziel die Lelhnhoch'schule sei. Die ungenügenden Geldmittel, die teuren 'LebensVerhältnisse im Lande, der Mangel an geeigneten 'Gebäuden für die Hochschule selbst und an Wohnungen für ihre Hörer haben neben anderen Schwierigkeiten die Erreichung dieses Zieles bisher verhindert, Wenn .auch schon heute die Universität eine Oase jüdischer Kultur bildet, so soll dennoch die Studentenschaft die Umwandlung dieser Hochschule fordern; dies wird sicher einen Ansporn zur Arbeit für die Universität auch außerhalb der jüdischen Akademlikersohaft bilden. Die Versammlung nahm sodann einstimmig folgende 'Resolution an: Die Versammlung des Jüdischen Hochschulaussebuases, der Exekutive des Gesamtverbandes jüdischer Hochschüler Oesterreichs „Judäa“ (zion, akad, Landesverband, S. C. der wehrhaften zion. Verbindungen, Jüd. akad. Juristenverein, Akad. Verein jüd. Mediziner, Jüd.-akad. Philosophenverein, Jüd.-akad, Teohnikerverband, Jüd.-akad. Verein „Tbeologia“, Vereinigung jüd. Hörer an der Hochschule für Welthandel) und der jüdischen Mittelschüler erhebt energischen Protest gegen die ruchlosen Verfolgungen, denen die jüdische Studentenjugend an verschiedenen Hochschulen Ost- und teilweise Zentraleuropas ausgesetzt ist und brandmarkt die Anstifter und die Schuldigen an diesen Schandtaten.

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