Die Stimme
- Journal
- Die Stimme
- Volume
- 1 (1928)
- Issue
- Heft 11 (15.3.1928)
- Date
- 1928-03-15
- Page
- – (sequence 11)
- Language
- German
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Nr. 11 DIE STIMME Seite 11 Tuchhaus Münz Wien I. Br(l0iii« 4 und Kramsrgast« 11 Zugang i Rotanlurmatrafta 11—13 Import original englischer und schottischer Damen* und Herrenstoffe Detail verkauf zu Engrospreisen Die jüdischen Gemeinden in Bessarabien ln Bessaraibien existieren auch beute noch .keine von der Regierung anerkannten jüdischen Gemeindcnw Die größte jüdische GemeindeBessarabiens, die Kischinewer Gemeinde, unterbreitete dem Kultusministerium ein Statut, dessen Best ätigung aber von der (Regierung mit der Begründung a bgelehnt worden ist, daß sich diie Gemeinde außer mit den Angelegenheiten des Kultus .auch mit Angelegenheiten der sozialen Fürsorge befaßt. (Die iNichtbestätigumig des Statuts der Kisdhimewer Gemeinde, diie auch den übrigen jüdischen Gemeinden Bessarabiens die Hoffnung auf Legalisierung in absehbarer Zeit nehmen muß, hat auf die jüdische Bevölkerung Bessarabiens einen sehr schlechten Eindruck gemacht. Israelitischer Jugendgottesdienst. Samstag den 17, lMär2 findet um 3 Uhr nachmittags dler Jugendgottesdienst für diie israelitische Schuljugend in den Gemeinde- und (Bezirkssyin/agogen statt. Arbeitserziehung der Mädchen Die Arbeiterinnengruppen der W. T. Z. O, in Palästina. Von Hedwig Gellner. Den im letzten Jahre von der Weltorganisation zionistischer Frauen errichteten Arbeit erinnen-Gruppen (Chawuroth Hapoaloth) in Palästina ist es trotz der schweren Arbeitslage und trotz der vielen Arbeit, die die Organisierung der Gruppen selbst, der Bau und die Errrichtung der Wohnhäuser und die Anlage der Garten- und Hühnerwirtschaft verursachte, gelungen, sich schon im ersten Jahre ihres Bestehens ganz durch ihre Arbeit zu erhalten. Je nach den örtlichen Verhältnissen haben sich 30—50 Prozent ihrer Lebenskosten aus dem Erlös der Produkte ihrer eigenen Wirtschaft und 50—70 Prozent durch verschiedene Lohnarbeiten gedeckt. Diese Gründung dieser Arbeiterinnen-Gruppen ging vom den Voraussetzungen aus, Gruppenheime für Chaluzoth zu schaffen, ihnen durch Zuweisung eines Stück Landes die Möglichkeit zu geben, einen Teil ihres Lebensunterhaltes durch Gemüse- und Hühnerzucht zu erwerben, die Lebenskosten durch einen Kollektivhaushalt zu 'ermäßigen, ihnen die Gewöhnung an die Arbeitsbedingungen des Landes und das Eindringen in die Arbeit zu erleichtern. Der Plan der Gründung der Chawuroth wurde zu einer Zeit gefaßt, als die Lage der Chaluzoth in den Städten aussichtslos erschien. Die Chawurah ist ein Heim für die Chaluzoth, die auch dann damit verbunden bleiben, wenn sie die Gruppe verlassen haben, v.m eine feste Arbeitsstelle zu übernehmen, in eine Siedlung überzugehen oder zu heiraten. Auf diese Weise werden feste Punkte im Lande geschaffen, von denen aus Erziehungsarbeit unter Mädchen dtirchgeführt werden kann. Iln einem gewissen, allerdings viel zu geringem Ausmaße findet dadurch das Problem der Mädchen, die die Schule verlassen haben, eine Lösung. Dies ist ein Problem, das in nächster Zeit ernsteste Aufmerksamkeit beanspruchen wird. Die Verbindung des Heimes mit einem Stück Land, das die Mädchen bearbeiten können, sowie mit einem Hühnerhof, hat nicht nur den Vorteil, die materielle Lage der Mädchen zu erleichtern, sondern gibt ihrem Leben auch einen Inhalt, den Lohnarbeit allein nicht geben kann. Es ist der dringendste Wunsch eines jeden Mädchens bei ihrem Eintritte in die Chawurah, im Garten arbeiten zu dürfen, und da es natürlich nicht möglich ist, daß alle in der Eigenwirtschaft arbeiten, so tun sie auch die Außenarbeit mit größerer Befriedigung, weil sie sich dadurch nach einer gewissen Zeit das Recht erwerben, Gartenarbeit tun zu dürfen. Es ist auch etwas ganz anderes, wenn die Lohnarbeiterinnen abends in ein wohnliches Heim zu Genossinnen kommen, mit denen sie die Erfahrungen des Tages austauschen, die Arbeit des nächsten Tages verteilen, als wenn sie müde in ein unwohnliches Zimmer in der Stadt kommen und für sich allein etwas zum Essen herrichten müssen. Für 20—30 Mädchen in der Chawurah besorgt eine die ganze Wirtschaft, sodaß der Abend zum Hebräischlcrnen, für theoretische Kurse im Gartenbau und Hühnerzucht und zum Lesen freibleibt. Die Möglichkeiten, die die Chawujalh für Erziehungsarbeit bietet, sind allerdings wegen Mangel an Mitteln und Kräften bis jetzt nicht ausgenützt worden. Den Mädchen fehlt es an Büchern, sowohl zum Lernen, als auch zur Unterhaltung, Durch den gemeinschaftlichen Haushalt sind die Kosten des Lebensunterhaltes auf ein Minimum reduziert worden; sie betragen durchschnittlich 60 Mil pro Tag (ca. Mark 1.20), bei einem Durchschnittsarbeitslohn von 120 Mil, sodaß sich die Chawurah auch dann erhalten kann, wenn sie nur 50 Prozent Arbeitstage im Jahre hat. Die gegenwärtig bestehenden Chawuroth (zwei in T e 1- A v i v und je eine in R a m a t h-G an, Chederah, Petach- Tilcwah, R i s c h o n-L e z i o n, Haifa, Afuleh, Tiber i a s und B e n j a m i n a) umfassen ca. 300 Mitglieder, aber der erzieherische Einfluß der Chawuroth ist ein viel breiterer, da der Aufenthalt ln ihnen nur als Vorbereitungszeit angesehen Austritte aus dem Judentum Rosia Grün, 4. 12. 1897 Wien, led., XIV, Amsteing. 33. Rosa Adler geh. Inwald, 9. 6. 1904 Wien, verh., XViI, Sand- Ieitengasse 1. Elisabeth Zwilling er, 2. 2. 1906 Wien, led., I, Zelinkagasse 14. Lilly Horowitz, 21. 12. 1911 Wien, led., XII, Sch'önbrunnerstraße 232. Lilly Z o e g a l, 17. 4, 1897 Wien, led., XVII. Stöberplatz 1. Georg Ver ö, 2. 3. 1911 Budapest, led., I, Wipplingerstnaße 21, Dr. Michael Kaplan, 30. 4. 1883 Minsk, ge sch., J, Elisabethstraße 10. Dian ilgor Lindberg, 28. 2. 1922 Wien, led., VI, Loquaiplatz 11. Olga Spitz, 12. 2, 1902 Wien, led., IW, Radetzkystraße 16. Guido Liiipiner, 9. 4. 1904 Wien, led., (M, Czerningasse 14, Emil Po H ak, 12, 9. 1867 Prag, verw., IW, Mathäusgasse 6. Alexander Baum, 3. 8, 1882 Wien, verw.. XVJW, Schumanngasse 13. Elisabeth Theodora Eva Tauhsig, 5. 8, 1913 Wien, led,, IV, Brucknerstraße Nr. 4. Friedrich Spitz, 1. 1. 1907 Wien, led., VI, Amerlingstraße 15, Dr. Adol'f Griinbaum, 14. 6, 1900 Wien, verh,, IUI, Löwengasse 11. wird und die Mitglieder jedes Jahr wechseln. Die Chawurah ist ein wichtiger Faktor nicht nur der Ausbildung der Chaluzoth sondern auch der Ausdehnung des Arbeitsgebietes für Frauen. In den Heimen und den Wirtschaften der zehn Chawuroth sind bis jetzt ca. 7000 Pfund investiert, die zum größten Teile aus Keren Hajessod-Geldern, zum Teil von der W. I. Z. O. und der Liga „Lemaan Hachaluzah'* in Amerika gegeben wurden. Um die Wirtschaften auf eine feste Grundlage zu stellen, und die Anzahl der Mitglieder zu vergrößern, sind noch ungefähr 3000 Pfund nötig. Für den jüdischen Frauen* fonds für Palästina Jüdische Frauen! Zionistinnen! Jüdische Mütter! Wie überall, so stellt auch in Palästina das Leben besondere Anforderungen an die Frauen. Ganz besonders verlangt aber ein Neuland besondere Ausbildung, nicht nur für den Beruf, sondern auch für die Oekonomie und Hygiene des Haushaltes sowie für die Säuglings- und Kinderpflege, Das Wohl und Wehe der jüdischen Siedlungen hängt zum großen Teile davon ab, wie für Frauen und Kinder vorgesorgt ist. Dafür zu arbeiten ist die Sache der jüdischen Frauen in allen Ländern — also auch in dem unseren. Jüdische Frauen, jüdische Mütter, jüdische Mädchen! An euch geht der Ruf, im Ausmaße eurer Kräfte an der Arbeit für Frau und Kind in Erez Israel teilzunehmen durch den Keren Hanas c h i m, den jüdischen Frauenfonds für Jüdische Musik für Violine und Klavier Vor einem Vierteljahrhundert hat noch niemand von jüdischer Musik gesprochen, nur wenige (haben sie geahnt und. kaum einzelne bemühten sich, verstreute Reste der Synagogalen und Volksmusik der Vergessenheit zu entreißen und der allgemeinen Kenntnis zuzuführen. Auf diesem Grundstock wuchs mit der neuen Generation der Anfang der jüdischen Musik heran. Und heute, nach 27 Jahren (seit der Gründung der ersten Gesellschaft für jüdische Musik in Rußland) erhält die Frage: „gibt es eine jüdische Musik" ihre überzeugende Antwort durch die lebendige Entwicklung, welche die jüdische Musik inzwischen genommen, durch die Triebkräfte, die sie in Jose! Achron. Ernest Bloch. P al ä s t i n a, dessen Schaffung auf der vierten Konferenz der WIZO (Women’s International Zionist Organisation) in Basel 1927 beschlossen wurde. Der Keren Hanaschim sorgt für die Erziehung der einwandernde n Frauen und Mädchen zu produktiver Arbeit in Haus- und Landwirtschaft. Der Keren Hanaschim errichtet Lehrfarmen für Frauen und Mädchen in Palästina. Der Keren Hanaschim sorgt für die hygienische Pflege von Mutter und Kind in Palästina. Er schafft Vorsorge für alles, woran es in der Wirtschaft Palästinas, im Interesse der Frau und des Kindes noch fehlt, für alles, was wir als Frauen brauchen und für unsere Schwestern im Lande beschaffen wollen und müssen. Jüdische Frauen, Zionistinnen, jüdische Mütter, jüdische Mädchen: Arbeitet, werbet, spendet für den Keren Hanaschim!! Spenden und Anmeldungen zur Mitarbeit für den Keren Hanaschim übernimmt die Organisation zionistischer Frauen Oesterreichs, Wien IX,. Nuß dorferstraße 42/8. Telephon A-16-0-44. Das Frauenstimmrecht in den englischen Synagogengemeinden Ueber die Frage des Stimmrechtes der Frauen ist in den vereinigten Synagogen Eng Landls eine Krise ausgcbrochen. Wie wir bereits gemeldet haben, wurde das Frauenstimmrecht hauptsächlich für Wahlgeschäfte, mit einer kleinen Mehrheit, nämlich mit 66 gegen 54 Stimmen angenommen. Um, für die Zukunft solche Reformen nickt mit einer Zufallsmehrheit beschließen zu können, schlug in der letzten Sitzung des „Council*' ein Vorstandsmitglied vor, für solche Beschlüsse die Majorität von zwei Dritteln zu verlangen. Dieser Antrag, von den Anhängern des Frauenstimmrechtes vergeblich bekämpft, wurde aber mit 48 gegen 38 Stimmen angenommen. Daraufhin drohten führende Mitglieder des Vorstandes, wie iSir Robert WaJley Cohen u. a. mit ihrer Demission. Der Präsident der United Synagogues, Lionel de Rothschild, berief darauf eine neue Versammlung des Rates ein, an der ein Kompromiß geschaffen werden soll. Die jüdische Frauenunion Englands Ende Februar fand in London die jährliche Tagung der jüdischen Frauenunion Englands („Union of Jewish Women”) im Hause von Lady Samuel, Präsidentin der Wizo, unter dem Vorsitz von Mrs, Alice Model statt. Aus dem genehmigten Tätigkeitsbericht ergibt sich, daß die Organisation das jüdische Leben Englands in reichem Maße belebt und auch viel wohltätige Aufgaben erfüllt hat. Ernest L e s s e r hielt ein Referat über religiöse Erziehung und bedauerte, daß die Synagogenföderation so wenig für die religiöse Erziehung der iüdisrhen Jugend unternehme. Die Präsidentin Mrs. Model erklärte, die jüdische Jugend wende sich in immer stärkerem Maße vom Glauben ab, durch das Beispiel, die Arbeit am Volke, müsse der Jugend die Liebe zum Judentume in vermehrtem Maße gezeigt werden. einer ganzen Reihe jüdischer Musiker ausgelöst bat und clurch die Werke, die bereits vorliegen und das Werden einer jüdischen, aus dem Volkstum iherauswaohsenden Kunstmusik verkünden und dokumentieren. An dieser Stelle sollen einige Werke für Violine und Klavier, -die für Dilettanten und zur Aufführung bei jüdischen Veranstaltungen in Betracht kommen, angekündigt werden. Zunächst nennen wir die Stücke, die durah die „Gesellschaft für jüdische Musik“ in Petersburg (gegründet 1908) anfangs veröffentlicht wurden und die eigentlich mehr oder weniger freie Bearbeitungen von Volksliedern und Volkstänzen sind: Gnessin: „A Nigun tun iSchaike-Pfeiefer“, Lwow: „Volodhl", iSsaminsky: „Oh'ssidisch", Kleine Rhapsodie, S clb i t o m i r s:k y : „Dem Reben’s Nigun", 'Engel: op. 20, zwei Stücke (Chabader Nigun, /Freilaöhs), Achron: Wiegenlied (unter iS’soreles Wiegele), Zeitlin-Achron; „Eli Zion" *). Diese kleinen Stücke stammen nodh aus der Periode, in der der Wille zur Entfaltung einer eigenen iMusik seine Befruchtung ausschließlich in der Volksmusik suchte, um die ursprüngliche Lied- und Tanzlied-Gestellt beizu'behalten. An dieser Stelle sollen auc?h' die „13 jüdischen Volksweisen" für Violine (oder Cello) und Klavier bearbeitet von J. Stutschewsky verzeichnet werden. iDie Melodien selbst sind in ihrer ursprünglichen, volkstümlichen 'Gestalt unverändert geblieben, sie erhalten nur durch eine harmonisch und rhythmisch scharf charakterisierende Klavierbegleitung eine neue Prägung. 'Die seinerzeit von Engel angeregte Arbeit ist in erster Linie für die Jugend bestimmt. Schon die im folgenden aufgezählten Arbeiten zeigen eine neue Entwicklungslinie, einen neuen schöpferischen Geist. Alexander K r e i n : op. 24 Caprice Hebräique (Russischer Staatsverlag), ein wirkungsvolles Werkchen, von ernstem S'treben und künstlerischen Intentionen getragen. Insbesondere aber *) Wenn nicht anders vermerkt, sind -alle hier erwähnten Werke aus dem Verlag Jibneh-Juwal. Auslieferung: Friedrich Hoffmeister, Wien I., Himmelpfortgasse 2. Die jüdische Frau Wissenschaft, Literatur, Kunst