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Die Stimme · 1928-03-01 · Heft 9 (1.3.1928) · page 10

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Journal
Die Stimme
Volume
1 (1928)
Issue
Heft 9 (1.3.1928)
Date
1928-03-01
Page
– (sequence 10)
Language
German
Belongs to
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Sette 10 DIE STIMME Nr. 9 Warnung I VortflgHche, täglich ofenfrische, feinste, dünnste MAZZOTH UND GRIESS bekamen Sie nun ans der L Wr. orth. Matzothfabrik Israel Vortrefflich Wien, II., Obere Augartenstrafte 92 Verlangen Sie überall ausdrücklich VortreMich-Mazaoth „Der Herr des Toten Meeres“ wird etwas üfberschwengHoh Vn der palästinensischen Fresse Ing, M. Novomejsky genannt, der zusammen mit Colonel T u 11 o c h, einem früheren Offizier im Generalst&b der Armee des .Marschalls AUenby, des Eroberers von Palästina, di« (Konzession für die Ausbeutung der Mtneralsabs des Toten Meeres erhalten hat Dem Projekt hat «ich das Interesse der gesamten Welt zugewendet, de die Produkte, wekhe im Toten Meere gewonnen werden känaen, vor allem (Kalisalze, eine ungeheure Nactrfmge haben, der bisher fast ausschließlich Deutschland genügen konnte. Selbe tverständKoh erstreckt sich dieses Interesse an der bedeutungsvollen Unternehmung auch tnf den Mann, der sie leitet, und es wird daher unseren Lesern wahrscheinlich willkommen sein, einiges über Noveffiefsky zu erfahren: y #■ ■ mm Ing. M, Novomejsky. Als Sohn eines reichen GoJ-dgrubenbesitzers wurde Moscheh Novomejsky im Jahre 1875 im Städtchen Bargusin in Sibirien geboren. Nach Absolvierung der russischen Mittelschule und einer Montanhochschule in Deutschland arbeitete er in Sibirien an der Gewinnung von Natrium sulphuricum aus den mineralreichen sibirischen Gewässern. Gleichzeitig betätigte er sich in den Goldminen seines Vaters, bis er durch die bolsobewikische Revolution gezwungen wurde, Rußland zu verlassen. Als die zionistische Organisation in Rußland nach dem Sturze des Zarismus legalisiert wurde, trat Novomejsky an die Spitze der zionistischen Landespartei Sibiriens und wurde auch zum Präsidenten des Jüdischen Nationahrales für „Sibirien, Ural und; den weiten Osten“ gewählt, bis die bolsahewikisohe Oktoberrevolution seiner öffentlichen zionistischen Tätigkeit ein jähes Ende bereitete. Schon im Jahre 1911, gelegentlich seiner großen Reise durch Palästina, zeigte Ing. Novomejsky lebhaftes Interesse für die Mtneralschätze des Toten Meeres und wies auf deren große Bedeutung für die wirtschaftliche Entwicklung des Landes hin. Aber es war völlig ausgeschlossen, von der überaus ängstlichen türkischen Regierung eine Förderungskottzession zu erhalten. Die Türken fürchteten sich allzusehr vor einem Erstarken des ausländischen Kapitals und vor dessen Einflußnahme in der Türkei. Erst nach dem Kriege begann Ing, Novomejsky seine Verhandlungen mit einer Fachgruppe des englischen Kolonialamtes in (London, betreffend: die Explodtierung des Toten Meeres. Miszellen Dem Berichte des Warschauer Palästina-Amtes ist zu entnehmen, daß hn Jahre 1927 aus Polen 1179 Pers o n e.n nach Palästina zu dauerndem Aufenthalt emigriert sind. Es handelt sich zumeist um Angehörige 'bereits in Palästina ansässiger Personen, * Die Palästina-Regierung gründet auf einer Fläche von 150 Dunam im Kreise Jaffa mit einem Kostenaufwand von 11.000 Pfund eine Versuchsstation für Citrusbaumkulturen, welche dazu bestimmt ist, die Orangenkultur zu fördern. Laut .JHaarez“ werden jetzt in Palästina zirka 14.000 Dunam neue Orangenplantagen (darunter 8000 bis 10.000 Dunam jüdischer Besitz) angelegt. Auch die Pflanzung von Stöcken für T afeltrauben wird in verstärktem Maße betrieben. Gegenwärtig sind zirka 40.000 Dunam mit Tafeltrauben bepflanzt; davon gehören Juden nur 5000 Dugam, während die mit Weintrauben bepflanzten Flächen Überwiegend in jüdischem Besitz sind. Di« Palästina-Regierung hat die Imperial Airways Ltd. ermächtigt, einen regelmäßigen Luitpostdienst von, nach und in Palästina einzurichten. Das Abkommen gilt für eine Zeitdauer von fünf Jahren. 9 16 Joden aus dem Distrikt M o s s u I, die im Zusammenhänge mit antijüdischen Unruhen in diesem Distrikt geflüchtet sind, überschritten bei Metullah die Grenze nach Palästina und wurden, da sie nicht über Einreisedokumente verfügten, von palästinensischer Polizei verhaftet. Die Flüchtlinge, die zwei ThorarofHen mit sich führten, erklärten, säe könnten in ihre alte Heimat nicht zurück und wollten sich dauernd in Palästina ansiedeln. Sie werden sich wegen ungesetzlichen Grenzübertrittes vor Gericht zu verantworten haben. * Wie dem ersten Heft des monatlichen NachrichtenbUttes der Weltorganisation zionistischer Frauen (Wizo) zu entneh&en ist, hat der von der palästinensischen Wizo-Föderation in der Arbeiterkolonie „Maalbar“ unternommene Versuch, dortselbst die in Rumänien verbreitete Art der 'Hausweberei einnufübren, ein recht günstiges Resultat ergeben. Nunmehr ist beabsichtigt, in P e t a ch - Ti k w ah eine Webschule, /orfäufig für 8 Schülerinnen, einzurichten, in der dreimonatliche Kurte abgehalten werden sollen. Nach Erlernung der Weberei soll jede Gruppe, der die Absoüiventinnen angehören, gegen langfristige Abzahlung einen Webstuhl bekommen, um so in den Siedlungsgruppen diese Heimindustrie einzuführen. * Das internationale Arbeitsamt hat soeben ein umfangreiches Buch über die freiwillige Krankenversicherung heraus- Wien und Tel-Aviv Ein jüdisch-bevölkerangsstatistischer Vergleich Von Dr. E, Horowicz Betrachtet man die natürliche Bewegung der jüdischen Bevölkerung in Wien und Tel-Aviv vom rein statistischen Standpunkte aus, so ist es vor allem klar, daß ein solcher Vergleich nicht ohne weiteres Zulässig ist. Die hauptsächlichen Gründe hiefür sind folgende: 1. Die natürliche Bewegung der Bevölkerung einer Großstadt unterscheidet sich wesentlich von derjenigen einer Kleinstadt. 2. Tel-Aviv verdankt seine jetzige Größe der letzten Zuwanderung und bekanntlich gelten gerade für Einwanderungen besondere Normen *). 3. Auch bezüglich der Berufs- und sozialen Schichtung besteht ein gewaltiger Unterschied zwischen der jüdischen' Bevölkerung in Wien und in Tel- Aviv, was auch großen Einfluß auf die Gestaltung der natürlichen Bewegung der Bevölkerung ausübt. Andererseits dürfen wir nicht vergessen, daß Tel-Aviv der Zahl der Einwohner nach zwar noch eine Kleinstadt ist, daß seine Bevölkerung aber zu einem sehr großen Teile nicht aus Kleinstädten stammt. Dagegen ist es auch nicht lange her, daß Wien gleichfalls gewissermaßen ein Einwanderungszentrum darstellte, und zwar war der Zuzug gerade aus den agrarischen Teilen der österreichischungarischen Monarchie besonders stark 2), Zur Zeit der Volkszählung im Jahre 1923 gab es in Wien 116.286 Juden (57.71 Prozent der Gesamtzahl der Juden Wiens!), die außerhalb der Grenzen der Republik Oesterreich geboren wurden. Dazu kommen noch die 3.95 Prozent, die zwar im Inlande, aber außerhalb Wiens — also durchwegs in kleineren Ortschaften — geboren wurden. Man darf schließlich auch den Umstand nicht außer acht lassen, daß drei Fünftel der jüdischen Einwohner Tel-Avivs und Jaffas sich aus Einwanderern der letzten fünf Jahre zusammensetzt. Ein großer Teil von ihnen ist daher noch ohne Familie und noch ein größerer Teil der Gesamtbevölkerung ist noch — infolge der Krisis, unter der Tel-Aviv am allermeisten zu leiden hatte — nicht „verwurzelt“, vermochte sich noch nicht in die Wirtschaft des Landes einzugliedern. Aus all dem kann man ersehen, daß es sich hier nicht — auf Grund des vorhandenen statistischen Materials — um die Auffindung eines allgemein gültigen Gesetzes Handeln kann, sondern einzig und allein um eine Gegenüberstellung, die den kolossalen Unterschied in der natürlichen Entwicklung der hiesigen und dortigen Bevölkerung uns noch krasser vor Augen führt. I. Die Größe der Bevölkerung. Zur Zeit der letzten Volkszählung gab es in Wien 201.513 Juden. Die im letzten Jahre vorgenommene Schätzung der Bevölkerung Tel-Avivs lautete auf 37.729 Seelen, Es gibt also in Wien mehr als fünfmal soviel Juden als in Tel-Aviv. Da aber in der Regel die sta" tistischen Daten über die natürliche Bewegung für *) Vgl, die Tabelle von Lestschinsky, „Blätter für Demographie, Statistik und Wirtschaftskunde der Juden", Jahrg. 1924. S 226. a) Vgl. Dr. Goldhammer: „Die Juden Wiens". S. 10 f. Die Keren-Hajessod - Aktion hat bereits begonnen. Die Zionisten und Zionistinnen werden aufgefordert, sich bei den Sektionen ihrer Wohnbezirke oder im Zentralbüro des Keren- Hajessod (I., Kärntnerstraße 28, Tel. 77-4-85/86) zur Mitarbeit zu melden. „HANSA“ WIEN I., FRANZ JOSEFS-KAI 13 TELEPHON 75-409 Hinter, BOrot, Wohnungen, Hypothe* ken, Verwaltungen Unter wenigen Tagen beste Resultate Eigene Kredite Stellung nur für groSe Traneekttoeen gegeben. Darin ist der palästinensischen Arbeiterkrankebkasse „Kupath Cholim“, ein besonderes Kapitel gewidmet, in welchem mitgeteilt wird, daß diese Institution 1926 15364 Mitglieder zählte und 53.052 Pfund einnahm, davon 30.978 Pfund an Mitgliedsbeiträgen, 17.299 Pfund von der Zionistischen Exekutive, den Rest von privaten Unternehmern. * Die Eröffnung der diesjährigen Kampagne für den United Palestine Appeal in New York fand am 15. Februar im Mecca Tempi« statt. Es wurden schon Am ersten Abend 64 4000 Dollar für das Palästina-Werk gespendet. die jüdische Bevölkerung Tel-Avivs und Jaffas gemeinsam angegeben werden, so kann auch der Ausgangspunkt für unsere weitere Betrachtung nicht die oben erwähnte Ziffer von 37.729 sein, sondern die Gesamtzahl der Juden Tel-Avivs und Jaffas zusammen. Dies müßte übrigens zum Teil auch ohnehin geschehen, weil es anzunehmen wäre, daß sich viele werdende Mütter nach Tel-Aviv begeben, um in ihres Lebens schwerster Stunde die notwendige Pflege zu finden. Dr. Rttopin schätzte3) die Zahl der Juden Tel- Avivs und Jaffas Ende 1926 auf 50.000. Dies ist auch der Ausgangspunkt für unsere Gegenüberstellung. Die Z^hl 50.000 ist jedenfalls — obwohl in ihr die ca. 4000 Einwohner der Vororte Tel-Avivs nicht enthalten sind — nicht zu niedrig bemessen, weil das verflossene Jahr ein Jahr der gesperrten Einwanderung bei einer .gleichzeitig verhältnismäßig größeren Auswanderung war, worunter natürlich wieder einmal Tel-Aviv am meisten zu leiden hatte. Wenn wir diese Zahl mit derjenigen der in Wien lebenden Juden vergleichen, so kommen wir zu folgendem Resultat: In Wien wohnen mehr als viermal soviel Juden als in Tel-Aviv und Jaffa zusammengenommen. II. Die Geburtenziffer. Die Zahl der jüdischen Geburten betrug im Jahre 5687 in Tel-Aviv (und Jaffa wie unter I.) 2025. Da aber das Jahr 5687 ein Schaltjahr war und daher etwas größer als das Kalenderjahr 1927. so müssen wir auch diese 18 Tage ausmachende Differenz berücksichtigen. Nach Abzug der im Durchschnitt auf 18 Tage entfallende Geburten, erhalten wir eine Zahl von 1930 Geburten für ein gemeines Kalenderjahr. Demgegenüber gab es im letzten Jahre in Wien 1479 jüdische Geburten. Also auch nach der Berücksichtigung der 18- Tage-Differenz zwischen dem Jahre 5687 der jüdischen Zählung und dem Kalenderjahr 1927 ergibt sich, daß die absolute Zahl der jüdischen Geburten in Wien — trotz der mehr als viermal so großen Bevölkerung — tun fast ein Viertel kleiner ist als bei den Juden Tel-Avivs und Jaffas. Auf je 1000 Seelen entfallen bei den Juden Wiens 7.4 Geburten, in Tel-Aviv dagegen 38.6, also mehr als fünfmal soviel als in Wien. III. Die Sterbeziffer. Im Jahre 1927 gab es bei den Juden in Wien 2739 Sterbefälle. In Tel-Aviv wurden im Jahre 5687 693 Sterbefälle gezählt. Da wir bei Bemessung der Geburtenziffer die Differenz von 18 Tagen zwischen den Jahren 5687 und 1927 berücksichtigt haben, so muß dies auch hier geschehen. Auf diese Weise gelangen wir zur absoluten Zahl von 661 Sterbefällen für ein Jahr von 365 Tagen, also für einen gleich großen Zeitraum wie das bürgerliche Jahr 1927. Die absolute Zahl der Sterbefälle ist in Wien mehr als viermal so groß als in Tel-Aviv.. Dabei muß man noch berücksichtigen, daß eine hohe Sterbeziffer die Folge einer hohen Geburtenziffer ist, d« die Kindprsterblichkeit für die Höhe der Sterbeziffer ausschlaggebend ist. Von den oben erwähnten 693 Sterbefällen entfallen auf Kinder bis zu 1 Jahr nicht weniger als 276 und auf Kinder unter 3 Jahren weitere 75, also mehr als die Hälfte aller Todesfälle. Hätte man also den Unterschied in der Kindersterblichkeit, der auf die relativ und absolut größere Kinderzahl zurückzuführen ist, berücksichtigt, so wäre auch diese Statistik noch mehr zu ungunsten der Wiener Juden ausgefallen, trotz der Krisis in Erez Israel und trotz der im Durchschnitt schlechteren sozialen, wirtschaftlichen und hygienischen Bedingungen. Auf je 1000 Juden entfallen an Sterbefällen in Wien 13.69 und in Tel-Aviv 13.22. “) Zeitsohr. „Palästina". Jahrg. 1927. S 246. Die jüdische Gemeinde Diskret

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