Die Stimme
- Journal
- Die Stimme
- Volume
- 1 (1928)
- Issue
- Heft 8 (21.2.1928)
- Date
- 1928-02-21
- Page
- – (sequence 11)
- Language
- German
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ummmm Öfcit«Lt Qie pafästinensisdi« Staatsbürgerschaft im * fjrw S'| # ’ Nach de^'T^err>Hlm/hg*'voft«4fah^?92st^ireer d m - etisischc Staatsbürgerschaft könnte^ auch auch ift/AÄsa tld e wo tfK e4tf3e^lfMJoilia^ ufebr$1$öcliÜe, welch |? i n 1 a f ä st i ft lt, g.eJfpjr.e; B * sind, die t ü «k i^s jc SPTa j|t s- '■) ü f ge f s dfi a f t^?erw6roen und behalten * ‘rfafcln;üäd||am!, August 1925 dauer$i£*^n iiAuslande*weiten, bis 2Ufiü; 6.pVu- *ust 1926 für die plrastlriensische Staatsbürgerschaft dp || e - ert. Da auch nac|ij Jjfefitoirt ^Optanten für die jwlä- -.tinensische Staatsbürgerschaft Gesuche an die PllÜstlhategferüng richteten^ ^wandte sich diese an den obefsten 'Re- (ierungsseki^tö/ dW britischen Regierung^ üm i dj&n Petenten liejn a C'h t r ä g 1 i c h e Einbürgerung in Palästina ZU erjtiög- •lchdn,' Aus dem darüber, gepflogenen Briefwechsel ergibt -ich nun folgende Möglichkeit: Die palästinensische Regierung ist gewillt, alle Ansuchen •m Gewährung der Staatsbürgerschaft, welche seinerzeit iberreicht und zunächst abgewiesen wurden, und zwar von ■n Auslande lebenden ottomanischen Staatsbürgern, die i Palästina (Erez Israel) gebürtig sind1 und das ‘ Land, sei s im Jahre 1920 oder nachher verlassen haben, oder wenn ie vor dem Jahre 1920 abgereist, doch später zurückgekehrt nd nicht weniger als sechs Monate im Lande verblieben .ind, neuerdings zu überprüfen. Dies alles unter der Voraussetzung, daß die Interessenten in befriedigender Weise den Behörden nachzuweisen vermögen, daß sie tatächlich die Absicht haben, innerhalb einer bestimmten Zeit in das Land zurückzukehren und dortselbst dauernden Aufenthalt zu nehmen. Ebenso wurde angeordnet, daß jedermann, der im Auslande wohnt und in Palästina geboren und ottomanischer Staatsbürger ist, das Recht erhalten soll, das Land zu besuchen und samt seiner Familie sich dort niederzulassen. Die Art der Ausnützung dieser Erlaubnis seitens der in Palästina Geborenen, die im Auslande wohnen, wird als Prüfstein für ihre wirkliche Verbundenheit mit dem Lande dienen. Wenn sie unter den erwähnten Voraussetzungen nach Erez Israel zurückkehren, werden sie die Möglichkeit haben, sich unter für sie besonders leichten Bedingungen in Palästina einzubürgern, vorausgesetzt, daß ihre lebenswichtigsten Interessen im Lande begründet sind. Die Voraussetzungen sind folgende: a) Einwandfreier Charakter und genügende Kenntnis einer der Landessprachen: Englisch, Arabisch oder Hebräisch, b) iDer Wille, im .Lande sich anzusiedeln. c) - Z. w e f v öl le Aufenthaltsjahre im Lande innerhalb der letzten drei Jahre vor Einreichung des Gesuches. Der High - Commissi oner ist erm^fhtigt, auch solche zwei Aufenthaltsjahre als hinreichende Voraussetzung für jeden Ort, den erv wählen wird, anzuerkennen, die nicht innerhalb der erwähnen drei Jahre .gelegen sind. Pi*’?® mm : IIJ ’ Viehzucht in Nachlath Jehuda. Ausgepeitscht? Londoner Blätter berichten von einem, bisher durch dii Likte Nachrichten n o c h nicht bestätigten Vorfall, der Mch vor einigen Tagen in Jerusalem zugetragen haben soll, i'in Kommunist, ein polnischer Jude, wurde von der britischen Polizei verhaftet und ausgewiesen. Er wurde zunächst ins Gefängnis gebracht und dann von der britischen Polizei zu zwölf Peitschenhieben verurteilt, weil er angeblich in Gefängnis versucht hat, Sträflinge zu einer Revolte zu \ ranlassen. Als dies in der Stadt bekannt wurde, sammelten sich ‘ vva dreihundert Arbeiter, um gegen diese barbarisähe Strafe : i demonstrieren. Britische Polizei trat ihnen entgegen ' id es kam zu einem Kampfe mit der Polizei, wobei neun Demonstranten, fünf Männer und vier Frauen, ver- und et und dann verhaftet wurden. Die Strafe der Auspeitschung besteht in dem britisch veralteten Palästina ebenso wie in England selbst tatsächlich zu echt, aber es war d a s e r s t e*m al, daß sie gegen einen uden angewendet wurde. * Soeben trifft eine Mitteilung der Palästinaregierung an >ie Jüdische Telegraphenagentur ein, die besagt, daß die Beauptung, politische Gefangene wären einer körperlichen ü c h t i g u n g unterzogen worden, den Tatsachen 'icht entspricht. Die Jännereingänge des Aulbaufonds Wie das Hauptbüro des Keren Hajessod in Jerusalem beichtet, sind im Monat Jänner 42.006 Pfund eingegangen. Oavon stammten 21.832 Pfund aus den Vereinigten Staaten, 6162 aus Rumänien, 4000 aus Südafrika, 2751 aus Deutschland und H94 aus der Tschechoslowakei. mmm m’wrrrmrrts.! BILLIGER BEQUEME TEILZAHLUNG! Miszellen Ist die Sabbathruhe in Palästina Gesetz? Der Magistrat von Tel-Aviv hatte vor kurzem einen gewissen Altschuler eine Geldstrafe auferlegt, weil er der Verordnung des Stadtrates von Tel-Aviv, daß die Geschäftslädbn.an den Sa.bbath- und jüdischen Festtagen geschlossen zu halten sind, zuwiderhandelte und seinen Laden an einem Sabbathtag offenhielt. Die erwähnte Verordnung des Stadtrates fand übrigens die formale Billigung des Oberkommissärs. Ältschülör führte Beschwerde bei dem Distriktsgericht zu Jaffa mit dem Hinweis darauf, daß die Verordnung (des. Tel-Ayiver §tadträtes in Widerspruch zu Artikel 15 des P|ilästina-Mandate^ Sitehef /wonach allen Einwohnern Palästinas vollste Gewissensfreiheit zügesichfertj wird. Das Jaffäer Distriktsgericht schloß;sich: dieser .Argumentation an und .annullierte die: Geldstrafe. ■ £ ’ Die palästinensische Staatsbürgerschaft wird in immer stärkerem Maße von den palästinensischen Juden angenommen. In Tel-Aviv allein bewerben sich 4942 Familien mit rund 16.0GO Seelen, d. s. 70 Prozent aller noch nicht Naturalisierten, ufti die palästinensische Bürgerschaft. 5000 Personen aus Tel-Aviv, die früher türkische Staatsangehörige waren, sind automatisch Palästina-Bürger geworden. ... * Das Haifaer Distriktsgericht hat eine Entscheidung getroffen, der zufolge die Hadar Hacarmel Cooperalive Society, Limited, liquidiert wird. Die Passiven der Gesellschaft betragen 16.000 Pfund, denen nur Aktiven in der Höhe von 1000 Pfund gegenüberstehen. Liquidator ist Herr Shirley D a 1 e. * (Die Stadtverwaltung von Tel-Aviv hat .den Beschluß gefaßt, daß industrielle Neugr ü in düngen für die Dauer von 5 Jahren von Steuern u h d Abgaben befreit sind. * Laut „Dawar" planen reiche seplhardiscthe. Juden die Errichtung eines neuen großen Hto t e ls im tHandelsz e atmen in J e r u sal e m. Laut dem von einem englischen Regierungsinlgenieur entworfenen Plane soll dieses Hotel 200 Zimmer, große Säle und auch einen Garten enthalten. * Wie „Haarez“ berichtet, beabsichtigen ein Jude und! ein Christ, gemeinschaftlich dein nächst mit /der Errichtung einer neuen modernen Z ü n d ho 1 zif ab rilk in Jaffa izu beginnen. Dieselben Kompagnons beabsichtigen auch die Errichtung, einer neuen Lederfabrik, ebenfalls in Jaffa. {Die einzige Ztiindholzfabrik in Palästina, ,,iNur“ in Ak!ko, wurde, wie iwir bereits berichtet haben, vom schwedischen Zündholztrust erworben.) * Der Führer der belgischen Sozialisten Emil Vanderv e 1 d e, der vor kurzem von seinem Posten als belgischer Außenminister zurückgetreten ist, hat die Einladung der hebräischen Universität zu Jerusalem, dort einige Vorlesungen über Sozialökonomie zu halten, angenommen. Die jüdische Gemeinde Provinzjuden und Provinzgemeinden Ein Brief von E. S. Wir erhielten dlas nachstehende Schreiben, das die Verhältnisse im österreichischen Provinziudentum anschaulich und treffend (Schildert und das wir deshalb hier veröffentlichen: Von Wien etwa nach St. Pölten ist gewiß nicht weit, aber der Wiener Jude kann sich von dem Leben seiner Volksgenossen in der Provinz kaum noch eine Vorstellung machen. In großen Judenzentren kann der Begriff der Diaspora niemals jene volle Bedeutung erlangen, wie draußen in der Provinz, wo der Jude entweder als eine Einzelerscheinung oder bestenfalls in ganz kleinen Gruppen auftritt. Und es ist oft ein ganz merkwürdiges Leben, das diese Juden individuell und in ihrer Gesamtheit führen. Eine wenig komplizierte und auch sehr erklärliche Erscheinung ist »der« Jude im alpenländischen Dorf. Er ist gewöhnlich Krämer jm Ort, d. h. er handelt mit »was kommt«, kauft heute Mehl,’ morgen Felle, übermorgen Alteisen und bei der nächsten Gelegenheit Antiquitäten. Daß er wohlhabend sei, wird stets angenommen, wohl deshalb, weil »die gute Parnosse« doch das einzige Aequivalent dafür sein kann, daß er sein Lebtag verspottet und bespuckt werden darf. Er ist ausgeschieden aus der »Gesellschaft«, wird mißtrauisch bewacht, man duldet es höchstens, daß er zu hohem Zinssatz Geld verleiht, weil man seinGeld brÄuoht. ‘ -Etwas günstiger liegen die Verhältnisse dort, wo Juden in ihrer eigenen »Kultusgemeinde« wohnen, Dort bilden sie 'immerhin schon einen gewissen Kreis, sind vielleicht sogar bei der einen oder anderen Behörde offiziell vertreten, wie Stadt- und Landesschulrat, Fürsorgerat. Dort gibt es schon so etwas wie jüdisches Leben, allerdings ein Leben, wie es der Großstadtjude nicht kennt. Der persönliche Kontakt ist ein ungleich stärkerer, auch das Verhältnis des Individuums zu seiner Gemeinde ist wesentlich gefestigter als in der Großstadt, Das zeitigt Vorzüge und Nachteile, ergibt auf der einen Seite einen liebevollen Zusammenhalt, auf der anderen Seite ein absolutes Unvermögen der Distanzierung, das sich oft geradezu katastrophal auswirken kann. Auch in solchen Judensiedlungen, wie sie in Oesterreich in allen Landeshauptstädten zu finden sind, können die Juden trotz der geradezu naturgegebenen Assimilationstendenzen (oder gerade deshalb?) in der Bevölkerung nicht aufgehen; auch hier werden sie von der »Gesellschaft« gemieden. Der politische Antisemitismus ist umso größer, je weniger Juden vorhanden sind. Je weniger man mit Juden zusammengerät, je weniger man überhaupt weiß, wie so etwas aussieht, desto stärker fühlt man sich in der »nationalen Kultur« beeinträchtigt und gefährdet, desto mehr leidet man unter dem übermächtigen jüdischen Einfluß; diese politische Einstellung löst aber automatisch einen gewissen Boykott' aus, erzeugt den »Wirtschaftsantisemitismus«, der in den meisten Großstädten eigentlich unbekannt ist. Man kauft bei nichtarischen Firmen nur dann, wenn man besonderen Vprteil findet, oder aus anderen Gründen dazu gezwungen ist. Der Jude hingegen meint oft, sich die Gunst des »bodenständigen« Kaufmannes zu erwerben, indem er ihn als Lieferanten favorisiert, und wenn er auch sein erbittertster Feind wäre. Zwischen Juden und Arier (aber nicht als Bindeglied; sondern als von beiden tsataität ÜA9