Die Stimme
- Journal
- Die Stimme
- Volume
- 1 (1928)
- Issue
- Heft 8 (21.2.1928)
- Date
- 1928-02-21
- Page
- – (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
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Nr. « mmm Seite ,7 Einlaß) mffe fathJ^B. E»iwär^n i2aklr^<ihe Vejrjf^ef: der D i p 1 dU^es^pf^^Großbritanrtietis, Italiens, Polens, und Bulgariens erschienen. Präsident,?SölcbfW^HIch in^Wläl^Srucksvoller Wetse^äbw,"d!et-gegenwäftige’^ikffttion'»fm Ziof»s** mus uncLdie Lage, in, Palästina. (Seine i^t^führimgen hielten , aas PubKfephi.ypn Anfang,. ^is.;zii.. Ende in Spannung, ,die sfcL. mehrmals.; in, stürmischem. entlud,,besonders,.als Spfcolow Erklärte, jqae' Ijjr is e i n P,a,l‘ä,? i i ft a. sei a 1 s über w u n d.eih zu )ber trac.nte-n. (wir bringen diese Bede ausführlich in unserer nächsten Nummer. Die Red.) r. ,.... Der. Dienstag ist internen Besprechungen gewidrpet< Mittwoch, den. 22., wird Präsident S o k o 1 o w in eine r Jugend v e r s ä in m J uri g über die jüdischen Kulturbestr e b un* deo sprechen Ort und Zeit werden durch Verlautbarungen in der Tagespresse bekanntgegeben. Donnerstag, den 23. Februar, begibt sich der Präsident nach Graz, wo abends eine Massenversammlung stattfindet. Samstag, den 25., abends reist Sokplow nach Sofia ab; dort wird er bei seiner Ankunft auf dem Bahnhofe von der jüdischen Gemeinde feierlich empfangen werden und am 28. Februar der Konstituierung des bulgarischen Pro-Paläsfina-Komitees beiwohnen. Präsident Sokolow über die „Stimme“ Bei seiner Anwesenheit in Wien sprach der Präsident der Zionistischen Exekutive, Herr Nahum Sokolow, mit dem Präsidenten des Zionistischen Landeskomitees Dr. Goldhammer u. a. über unsei Wochenorgan „Die Stimme" und äußerte sich dazu wie folgt: „Es ist mir eine besondere Freude, in Wien in der „Stimme" zu Worte zu kommen, deren bisher erschienene Nummern ich mit großem Vergnügen gelesen habe. Aus ihnen habe ich den Eindruck gewonnen, daß dieses neue Blatt, dessen Erscheinen ich mit Freude begrüße, die alten Traditionen der hervorragenden .Kulturstätte Wien auch auf dem Gebiete . der jüdischen Journalistik fortführt und ein ausgezeichnetes .Instrument bildet, um die jüdische öffentliche Meinung zu beeinflussen." einen*intransigenten imd ,pracht>*oUen Opposition, ens ni Ein italienisches Pro- Palästina-Komitee Aon 9. Februar fand itn Rom, wie von dort gemeldet wind,, die Gmndungsver&ammkmg des italienischen Pro-fPalästiharlKomitees unter... Teilnahme zahlreicher h e r ,v o r - rar.g *e toxbe * l ® e «rtsl ö utt^rcÜ *k..e rir t> e n: .• d e & ö (£ i e n t JLi,. o h & n L eil) e ns 11.a 11 ens statt.;Zum Präsidenten wnirdfe der friühere Kolonienminister Prinz S c a 1 e a gewählt. Betrachtungen über den Zionismus Von A. de Monzic, Minister der französischen Republik. Unter dem Titel ,,(Ungewöhnliche .Schicksale“ hat Minister A. de M o n z i e vor kurzem in den Editions de La iFrance ein ^Buch erscheinen lassen, in dem er in eindringlichen Porträts die 'Gestalten der Kondottieri unserer Tage festgehalten hat; mit besonderer Lielbe und Bewunderung hiat er auch das iBild des „Konquistadors des Heiligen Landes", Jabotinskys, gezeichnet. Von verschiedenen Seiten ist er daiür kritisiert worden, anscheinend auch von Jaibotinsky selber. Er antwortet auf diese Amwiürfe in einem interessanten Artikel, der im Felbriuiarheft der Pariser Revue ,„Palestine“ erschienen ist und der in manchen Punkten zur Diskussion reizt, vor allem darin, daß er das mystische Element im Zionismus mit kriegerischer Ekstase zu identifizieren scheint. Ich habe mir allerlei Kritik zugezogen, weil ich in meiner Porträtserie aus unserer abenteuerlichen Zeit: „Außer der Reihe“ (Hors Serie) auch das Bild des Zionisten Jabotinsky festgehalten habe. Insbesondere' haben es mir meine polnischen Freunde verübelt, daß ich diesen Führer der palästinensischen Legion literarisch Pilsudski, der Inkarnation von Polens Auferstehung, zugesellt habe. Die Zensoren Moskaus, die mir ihre Bibliothek verschlossen haben, welche immerhin, wie es sich gebührt, dem Talente eines Georges Duhamel offen steht haben es als eine Inkonsequenz oder ein Paradoxon gebrandmarkt, daß ich einem Juden eine Huldigung darbringe, den einer der Ihrigen mir gegenüber in Moskau 1923 als einen Verräter an der Sache des Judentums bezeichnet hatte. Mein Held selber aber, der für demokratischen Konformismus doch ziemlich viel übrig hat — war nur mäßig davon entzückt —• wie ich es von ihm direkt habe — daß ich in meiner Revue von Kondottierien ihn als Nachbarn des galanten Primo de Rivera aufmarschieren lasse, der so wenig Rücksicht auf die geheiligten Abstraktionen nimmt. Denn Jabotinsky ist eben charqkte» ristisch für das Ideal hochmütiger Gerechtigkeit, das. sich auch hinter Grausamkeit der Propheten und dem Zorn der jüdischen Geliebten verbirgt —* und deswegen ist er im Verhältnis zu Weizmann, was Trotzky im Verhältnis zu Stalin ist, die Seele die «fceij gepaßt ist. ^Dnd ihft lrtid nichrfrl§M' eineir '««dereiT-'dttrchseine Dienste vielleicht in ulwäl^^^fgeft' „Gojim“ zu syml|d[iMef^n> .^Politiker. Gelehrte, Diplomaten sind vfelflfcM, jä müssen zweifellos für den zidnistfeeheftf Fortschritt in der Welt voft viel größerem Nutzem sein, Ihre Intervention bei den Großmächten, f ihre Aktionen bei den Banken sind gewiß viel wirksamer-und eindrucksvoller. Aber sie sind ufts nicht völlig verständlich, weil ihr auf Vernunft ‘gegründetes Wirken. unserer Vernunft widerspricht. Wenn die Mystik nicht hinzutritt, dann ist der Zionismus nicht zu begreifen. Ein Exodus ins heilige, aber undankbare Land, der ohrte Lyrik, sch Zusagen methodisch vor sich geht, ist einem Gedichte Mallarmäs vergleichbar, das man von Musik gereinigt hätte. Es gibt keinen wahrhaften Zionis» mus ohne diese absolute Freude an der Inbrunst, die keines Entgelts gewärtig ist und von der der arme Henri Franck sprach, bevor er im Kriege fiel. Weizmann diskutiert, Sokolow unterhandelt, Jabotinsky schlägt sich. Wahnsinn solches Duell, bei dem der einzige greifbare Gegner England wäre, der Wohltäter von gestern, der Verteidiger von morgen, Dlonquichotischer.,. w,ahnsinn, sich an den Knauf eines nutzlosen Degens zu klammern inmitten einer hohnlachenden Welt! Ich weiß, wie sehr Jabotinskys Haltung anfechtbar ist, wieviele Unzukömmlichkeiten und Gefahren sein Revisionismus für den wirklichen Erfolg der Sache bedeutet, Aber ich ziehe eben nicht die Erfolgsseite in Betracht:, für mein profanes Gefühl handelt es sich beim Zionismus weniger darum, eine Machtergreifung zu organisieren als eine Vision zu schaffen, in der Absicht, die schöpferische Kraft der jüdischen Seelen zu bewahren, die gefühlsmäßige Anhängerschaft deir einen, die mitverschworene. Sympathie der andern zu erzwingen. Was vermag im günstigsten Falle der Triumph des Zionismus zu werden? Eine endgültige Zusammenfassung der Mehrzahl der verstreuten Juden? Niemand denkt daran. Spire. und Fleg, echt französische Juden, werden Franzosen bleiben, was immer aus ihrer nationalen Heimstätte werden mag; ihre Söhne werden unter unseren Fahnen dienen, wenn man wieder würde dienen müssen. Und die aus , dem Elsaß, die die Träger der. Treüe zu: Frankreich waren, werdeh ihreh so lang erprobten Patriotismus für alle Jahrhunderte whitet bewahren; Die von Polen werden denen von Ungarn nacheifern, welche die Leidenschaf ten .des Landes,’ zu denihren ge - n^ä.jit'Cli.ät^L'^lUe'i’Jüdeii ybn Berlin üiid(;Mfp§r.prk werden Weiter 'Vermögen./ anhäufen, •;yöm?flehÄ'‘-sie einen Herzenszoll entrichten werden. Und Mas ist gut so. Denn es handelt sich ja nicht, darum, dort unten ein Volk zu installieren, welches nur durch ein politisches Kunststück allem wirtschaftlichen Veto zu Trotz lebensfähig erhalten wird. Was dem Judaismus gefehlt hat, war ein geistiges Anziehungszentrum, ein Mittel, um seine Gedanken zu polarisieren, eine menschliche Bewahrungsstätte für seine Traditionen und seine Träume. Ein französischer Katholik, und wenn er auch ein Freidenker ist, der aus einer katholischen Familie hervorging, ignoriert Rom nicht, wenn er seinen Ursprung nachgehen will, wenn er eine Stütze für seins.weltumspannenden Ideen sucht! Das Erwachen des Judentums bringt ein Erwachen seines kollektiven Stolzes mit sich; dieser Stolz braucht eine Hauptstadt; das erste Bedürfnis eines Volkes, das sich wiederfindet, ist das nach einer Hauptstadt und wäre sie auch weit imd sagenhaft. Die dritte Internationale konnte sich über die zweite setzen dank dieser Ueberlegenheit: sie bot dem proletarischen Haß, den sie mit dem Plagiat eine* Heimat ausgestattet hat, Moskau als die Lockspeise einer Hauptstadt an. Der Nutznießer solcher staatsbürgerlichen Illusion wird nicht dahin leben gehen: der Kommunist wird nicht nach Moskau, der Pariser Zionist EXPRESS-LUXUS-LINIEN: ’ GENUA-NEW YORK ' 1 über NEAPEL!; ’ S. S; „RöWlA“ (35.000 Tonnen) und „DUILIO“ GENUA-RIÖ-BUENOS AIRES über BARCELONA " ' M. S. „AÜGUSTUS" (35.0Ö01' tonnen) und „GIULIO CESARE“ GENUA-PANAMA-PERU-CHILE M. S. „ORAZIO" und „VIRGILIO" (Erstlingsfahrt d. M. S. „VIRGILIO" am 26. April 1928) GENUA-AUSTRALIEN NAVIGAZIONE GENERALE ITALIANA I., Kärntnerring 18 IV., Wledner Gürtel 10 nicht nach Tel-Aviv gehen, um dort zu bleiben. Diese Herdfeuer sind nur für die ununterscheidbare* Masse entzündet, für jene, die Thomas Mann das metaphysische Volk nennt. Das metaphysische Volk! Was für einen vollen und prachtvollen Sinn gewinnt diese Bezeichnung, wenri man sie auf die schäumende Jugend anwendet, mit der uns die jüdischen Gemeinden ständig überraschen. Wie die zionistische Idee an Kraft und Wert zunimmt, wenn man dietausenden jüdischer Studenten in Betracht zieht, die die Tore der Universitäten belagern, die mit ihrem unruhigen Ehrgeiz den Frieden der alten Nationen bedrohen und denen in Wirklichkeit nur die7 Verbundenheit mit einem schönen irdischen Ideal fehlt, um vollkommen nützlich zu werdend r Al l e k l arsichtigen Westjuden müßten i-h ihrem w oh l v e rstanden e n I n t c r es s‘e prozionistisch sein: die Juden, mit denen; -vvir im Innern unserer respektiven Grenzen Zusammenarbeiten, wären uns viel näher und viel ähnlichers Wenn sich ihr Gehorsam für' die Gesetze des Ländös ergänzen ließe durch eine mystische Gefolgschaft: für die Stätte ihrer tausendjährigen Sehnsucht. 1 ' Wenn nun auch im Laufe der Zeit mit Hilfe unvorhersehbarer Umstände die palästinensischön Kolonien an Kapital und Arbeitskräften wachsen werden, so Wird dadurch der wesentliche Charakter des Zionismus, seine erzieherische Ktaft tmd sein geistiger Segen nicht berührt werden'. Im Gegenteil. Ich denke an die Städter, die Landgüter besitzen^ wo ihr Geist allein in die Sommerfrische geht; ich denke an die Städter, die weit draußen in der Provinz Häuser unterhalten, in die sie sich in Zeiten von Müdigkeit und bei Unannehmlichkeiten zurückziehen wollen: Juda ist groß genug, um sich einen ähnlichen Luxus zu leisten. Es hat erstaunlichere Wunder im Laufe der Jahrhunderte vollbracht. Aber es bleibt nichtsdestoweniger ein Wunder und man kann mir verzeihen, daß ich dieses Ereignis, das „jenseits alles Gewohnten" fällt, in einer Persönlichkeit, die „außerhalb der Reihe” steht, versinnbildlicht habe. Lord Balfours Reden über Zionismus in Buchform Die Reden, die Lord Balfour bei'verschiedenen Gelegenheiten über den Zionismus gehalten hat, erscheinen demnächst im Londoner Verlag J. W. Arrowsmith in Buchforn?. Das Vorwort schrieb Sir Herbert S a m u e 1, die Herausgabe besorgte Israel Cohen, Zuschriiten und Manuskripte, die iür unser Blatt bestimmt sind, mögen nicht an einzelne Personen sondern ausschließlich an die Redaktion (I.; Rauhensteingasse lf gesendet werden, da nur so rechtzeitige Erledigung bezw. Veröffentlichung gewährleistet ist. Präsident Sokolow in den Jüdischen Künstlerspielen (Von links nach rechts, sitzend: Frau Dr. Celine Sokolow, Präsident Nahum Sokolow, Frau Dr. Friedmann. Stehend: Schriftsteller Dr. Oskar Rosenield, Regisseur Isaak Deutsch, Kultusvorsteher Dr. Desider Friedmann, A. Meiseis, der Autor der Revue »Auf nach Tel- Aviv«, Dr, Leo Goldhammer, Präsident des Zion. Landeskomitees, Frau Dr. Gelber, Chefredakteur Dr. Siegfr. Schmitz, Generalsekretär Dr. N. M. Gelber, Regisseur S. Brun.)