Die Stimme
- Journal
- Die Stimme
- Volume
- 1 (1928)
- Issue
- Heft 8 (21.2.1928)
- Date
- 1928-02-21
- Page
- – (sequence 6)
- Language
- German
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I> irttfpft»»» 4 «nci . ärrt#äfe«**fts44T1 -i- Xu«angr H9taiiliiriMir«a« * 1 t-ti' Is'itvjrt' wi# : da ‘ eine Entwicklung des sozialen Empfing •d ns*tfer ^Mensclien, das Bestf^B’dn dfei* IfggffiSeTtigefi Hilfe-» ieis‘ung von Mensch zu Mensch; dieses ßö)s,iCebfen hat sich dantj Spater von Volk zu Volk ausgewirkt. Da9> Pro-Palästina-Ko* iimtee ist gewissermaßen die Repräsentation der;Staatsgemein^ s:ha;t. Ich glaube, daß wir sagen können, daß | wir hier die Repräsentation des österreichischen; j , Volkes gerne übernehmen hi:ii damit unsere warmen Wünsche den Juden, die alte Heim-| t ^; kc.itte wieder zu gewinnen, ausdrücken. Sofern wir auch wei-, ■terhin behilflich sein können, werden wir es mit großer jFreude tun.'! Präsideht Dr. Goldhaiftmer legte södann den Entwurf der Satzungen des Komitees vor. Ueber die Ziele des Pr o-P a 1 ä s t i n a-K omitees,;besagen die Statuten in den ersten zwei Paragraphen: „Das österreichische Komitee Pro Palästina zur Förderung der jüdischen Palästina-Siedlung wird in der Ueberzeugung, daß der Aufbau der in der Balfour-Deklaration und in vom Völkerbund bestätigten Palästina-Mandat vorgesehe-; nen Heimstätte für das jüdische Volk in Palästina als ein Werk menschlicher Wohlfahrt und Gesittung Anspruch auf die österreichischen : Sympathien und die tätige Anteilnahme der österreichischen Juden hat, bestrebt sein, die österreichische Oefientlichkeit über das . jüdische Aufbauwerk in Palästina aufzuklären, die Beziehungen zwischen Oesterreich und Palästina zu pflegen, und allgemein die Erkenntnis zu verbreiten, daß das jüdische Aufbauwerk in Palästina ein hervorragendes Mittel für die wirtschaftliche und kulturelle Entwicklung des Orients — für die Ausbreitung österreichischer Wirtschaftsbeziehungen und die Versöhnung der Völker ist. Der Arbeitskreis des Komitees erstreckt sich auf: die mündliche und schriftliche Behandlung von Palästinafragen durch Veranstaltung von Versammlungen, internen Aussprachen, Herausgabe von Broschüren, wissenschaftlichen Publikationen u. dgl,, Schaffung eines Palästina-Wirtschaits- . archivs, Schaffung einer Presse-Stelle, Vermittlung ständiger Informationen über Palästina-Fragen an alle interessierten Kreise. ' Gegen den vorgelegten Statutenentwurf wurde keine Einwendung erhoben, sodaß er e i n s t i mmig genehmigt erscheint. Ueber Vorschlag des Herrn Adolf Böhm wurde sodann mit A k k I a m at i o n folgende L e i t u n g gewählt: Ehrenausschuß: Ministerpräsident Dr. Max Wladimir von Beck; Vizekanzler Dr. Walter B r e i s k y; Bundesminister a. D. Eduard Heini; Hofrat Prof. Dr. Oberbummer; Generalsekretär für die auswärtigen Angelegenheiten Prof. Franz Peter; Präsident der österreichischen Natiönalbank Dr. Reisch; Felix Salten; Univ.-Prof. Dr. Hans Uebersberger; Hofrat Dr. Anton W i 1 d g a n s; Industrieller Adolf Böhm; Dr. Desider Friedmann und Dr. Josef Löwen h e r z. Präsidium: Botschafter a. D. Dr. Constantin Dumba, Graf Albert Mensdorff-Pouilly-Dietrichs t ein; Dr. Leo Goldhammer; Dr. Siegfried Kantor; Ing. Johann Kremenezky, Schriftführer: Ministerialrat Dr. Bernhard Fuchs: Dr. N. M. Gelber; Dozent Dr, Friedrich Sehr eyvogel. Mit dem Wunsche für gedeihliche Arbeit des neuen Komitees schloß Dr. Goldhammer die konstituierende Sitzung und lud die Komiteemitglieder zu einem geselligen Zusammensein ein, das im Teesalon des Hotel Imperial die Teilnehmer in freundschaftlichster Weise vereinigte. Den Teilnehmern an der Gründungssitzung wurde eine kleine Denkschrift überreicht, welche außer den Statuten des österreichischen Pro-Palästina-Komitees und dem Verzeichnis der ihm bisher beigetretenen Mitglieder, eine kurze Geschichte der jüdischen Palästina-Kolonisation, der Entwicklung des politischen Zionismus sowie den gegenwärtigen Stand des jüdischen Aufbauwerkes in Erez Israel enthält. Die Sc.hrift begegnete lebhaftem Interesse SIEGM. KORMEHL, Großfleiscbbanerei Zentrale IX, Berggasse 19, Tel. 17-3-99 *u, 16-9-34 Lieferant für Heilanstalten« Abteilungen fQr 'Ittfs-Plglscli unter Aufsicht des Ehrwürdigen Rabbinats der Israelitischen Kultusgemeinde Wien ' IX, Berggasse 15 XVIII, Währlngerstraße ö7 Nahtim SokolowsWiener Aufenthalt , Die Anwesenheit des Präsidfentertodör Zionistischen Exekutive Nahum S o k olow in Wien*hätte neben där Vertretung der zionistischeh Leitung bei der Konstituierung desösterreichischen Pro- Palästina-Komitees uhd der politisch bedeutsamen Fühlungnahme mit den staatlichen Faktoren Oesterreichs, worüber Wir an anderer Stelle berichten, den Zweck, mit den verschiedenen Schichten der österreichischen Judenheit in Kontakt zu treten und zusammen mit den Vertretern der Zionistischen Landesorganisation die Werbearbeit für den Palästina- Aufbaufonds, den Keren»-Hajessod zu intensivieren. Präsident Sokolow wurde durch diese Tätigkeit vielfältig in Anspruch genommen; dabei leistete er Beispielgebendes an unermüdlicher Ausdauer und Arbeitsintensität; seine Elastizität und Frische wuchs geradezu, je mehr er in Anspruch genommen wurde. Am 15. Februar, dem Tage nach seiner Ankunft, hatte Präsident Sokolow Unterredungen mit auswärtigen diplomatischen Vertretern, darunter dem englischen uhd deih bulgarischen Gesandten. Er empfing auch eine Delegation der Wiener Misrachi-Organisation und der ihr angeschlossenen Jugendgruppe. Am 16. Februar, dem Tage der Konstituierung des österreichischen Pro- Palästina-Komitees, fand im Festsaale des Handelsmuseums eine stark besuchte Versammlung der zionistischen V er trauensmänner statt, bei der Präsident Sokolow ausführlich die gegenwärtige Lage im Zionismus und in Palästina darlegte und den Stand der Anleiheverhandlungen behandelte. Er wies darauf hin, daß die Krise in Pal äs f'in a im Abflauen sei, was umso erfreulicher ist, als die jetzt überwundene krisenhafte Arbeitslosigkeit in Palästina die zionistische Organisation in eine Situation brachte, die den Anschein hervorrief, als müßten wir eine von Sokolows Ankunft auf dem Wiener Westbahnhof. uns stets abgelehnte philanthropische- Tätigkeit betreiben. Diese G eJ a hr ist glücklich vorüber; in zwei Monaten werden dm A rbeitslosenunterstüt'zungen in Palästina völlig aufhören können. Ganz behoben wird die Krise in Palästina nur durch die Freigebigkeit des G o 1 o s Judentums werden können und wenn auch die Anleiheverhandlungen erfolgversprechend sind, so wird der Keren Hajessori stets die finanzielle Grundlage des Aufbauwerkes bilden. Am 17. Februar empfing Präsident Sokolow im Hotel „Imperial“ die Vertreter der österreichischen und ausländischen Presse, die vollzählig erschienen waren. Er legte in einer ausführlichen Rede die Gedankengänge und Ziele des Zionismus dar. Einleitend wies er auf sein inniges Verhältnis zut- Presse hin, da er selbst lange Jahre hindurch in seiner Heimatstadt Warschau Redakteur einer hebräischen Zeitung war. Die Wiener Presse sei für ihn stets wertvoll gewesen, weil sie immer die große Weltperspektive bewahrt habe. Dies ist auch heute der Fall. So findet der Gedanke des Völkerbundes in keiner Presse derartige Förderung, wie in der Wiener. Der Uebergang vom Völkerbund zum Zionismus ist leicht gefunden, steht doch das englische Mandat über Palästina unter Aegide des Völkerbundes. Redner wies dann auf den Unterschied zwischen Palästina und dem unter französischem Mandat stehenden Syrien hin. Während Damaskus ein ständiger Herd von Unruhen ist, konnte in Palästina seit Jahren die Ruhe und Ordnung aufrechterhalten werden. Das ist nicht zum kleinsten Teil ein Erfolg . der jüdischen Immigration, ein Erfolg der Chaluzim, die mit friedlicher Arbeit das Land erobern. Sie haben es zuwege gebracht, ein völlig brach darniederliegendes Land, in dem die Malaria wütete, zu entsumpfen und urbar zu machen, sie haben die tote hebräische Sprache zu neuem Leben erweckt, Der klaglos für Juden und' Nichtjuden fimktionierende Apparat der sanitären Organisation- Hadassah ' flößt der arabischen Bevölkerung Achtung und Dankbarkeit ein. wrtitr.r schoitfechef o I ■ i i! ffflfpött ' origifnti englischst;WtttetK4 Anti nttt&ifkmH.; vetrlMiaif,, zu ^ngraspr^sen I ■ n EMö def Hädassäh iagte SokolÖW sind deräH Verblüffend,' däß Köhig Feteal vöft Meso* p’d't «Uti le ft mich gelegentlich; seines ‘ Öeöüchfes in Löiicfori bät, äiifch hi Seinem Lande sülche ärätKehe Hilfsbrgaftfeatibheh einztuichten;. tfas ich ihm mit Firetide bereitwilligst Zusagen’könhtC. Uns hat es sich darum gehäridelt, eineh’ii.e^ü e n M e n s c h e n* t y b tl’s, Bes,sVi4 gesagt, cineit Prdtötypüs, zu schaffen,- tind das ist unS im Chalüz gelungen. Der Jude der nach Palästina kommt, wird dort erst zum vo 11 w er tige!n neuen Menschen, Erez Israel ist eine Bibel, in Galiläa herrscht die reine Liebe, der Tiberiassee ist der schönste Psalm. In Jerusalem, der Metropole der dfei großen monotheistischen Religionen, herrscht jetzt der wahre Friede unter den Völkern. Nach dieser mit großem Beifall aufgenommenen Rede beantwortete Präsident Sokolow eine Reihe an ihn aus dem Kreise der Pressevertreter gestellten Fragen. In einer längeren Ausführung hob er das gute Verhältnis, das sich zwischen den eingewanderten Juden und der großen Masse der arabischen Bevölkerung herausgcbildet hat, hervor. Eine Frage betreffend den Minderheitsschutz beantwortete Sokolow dahin, daß ein erstarkendes PalästinaderbestemoralischeSchutz für die Juden der Diaspora sein werde. Zu Ehren Sokolows veranstaltete Baron Rothschild einen Empfang, dem eine Reihe prominenter Persönlichkeiten beiwohnten. Von der Wiener Zionistenschaft wurde der Führer Samstag abends offiziell empfangen. Zahlreiche namhafte Persönlichkeiten aus allen Kreisen der Wiener* Judenschaft, waren erschienen, um Präsident Sokolow ihre Verehrung zu bezeugen, In einer herzlichen Begrüßungsansprache würdigte Präsident Dr. Goldhammer die großen Verdienste, die sich Sokolow um die Renaissance des jüdischen Volkes erworben hat. Sodann feierte Dr. David Rothblum in einer hebräischen Rede den Gast als Publizisten und Wissenschaftler, der auch auf diesem Gebiete dem jüdischen Volk unermeßliche Dienste geleistet hat. So wird binnen kurzem aus der Feder Sokolows ein Monumentalwerk aus dem Gebiete der Lexikographie der hebräischen Sprache erscheinen. Nachdem noch die Herren Torczyner, Löbl, Taubes und Dr. Max M e n s c h e 1 gesprochen hatten, ergriff Sokolow das Wort zu einer längeren Rede, in der er in herzlichen Worten für die ihm in Wien erwiesenen Ehren dankte. Redner kam dann auf die während des Abends j eingelangte B e k 1 a riai i o n derösterreichischen Regierung zu sprechen, die man nicht als bloße Höflichkeitsgeste auffassen dürfe. Es ist — hob Präsident Sokolow hervor — für die zionistische Bewegung ein wertvolles Aktivum, wenn die Regierung eines alten Kulturzentrums — und als solches wird Oesterreich in der ganzen Welt geächtet — ihre Sympathie in herzlichen Worten ausdrückt. Die Judensehaft darf es jedoch nicht bei solchen bloßen Deklarationen bewenden lassen, den Worten müssen auch die Taten folgen. Die schönste Form der Dankbarkeit, die man ihm erweisen könne — schloß der Präsident -— sei ein möglichst großer Erfolg der eben eingeleiteten Keren-Hajessod-Kampagne, Dr. Goldhammer dankte dem Redner für seine mit großem Beifall aufgenommenen Ausführungen und gab der Hoffnung Ausdruck, daß der Appell von der Wiener Judenschaft nicht ungehört verhallen möge. Mit dem Absingen der »Tikwah« schloß die eindrucksvolle Feier. Sonntag früh besuchte Sokolow das Grab Herzls und das Grab des Oberrabbiners Dr. C h a j e s. Mittags fand im Hotel »A s t o r i a« eine Aussprache Sokolows mit führenden jüdischen Persönlichkeiten über aktuelle jüdische Fragen im Zusammenhang mit der jetzt beginnenden Werbeaktion für den Keren-Hajessod statt. Am Nachmittag wohnte Präsident Sokolow der ihm zu Ehren veranstalteten F e s t v o r s t e 11 u n g der Meisels’schen Revue »Auf nach Tel-Aviv« in den Jüdischen Künstlerspielen bei und wurde dort ebenso wie abends in dem hebräischen Konzert im Konzerthaussaal, das er besuchte, von dem in^Scharen herbeigeströmten Publikum stürmisch akklamiert. Montag abends fand im Großen Konzerthaussaale ein Massenmeeting statt. Der Riesensaal war überfüllt und mußte polizeilich gesperrt werden, so daß viele Tausende von Personen keinen „PRESSE - RE V U E “ herausgegeben vom ZENTRALBUREAU DER ZIONISTISCHEN ORGANISATION London» W. C. I» 77. Great Russell Street. Die „Presse-Revue“ Die „Presse-Revue“ Die „Presse-Revue“ erscheint wöchentlich in deutscher Sprache. Sie enthält ausführliche Auszüge aus der zionistischen Presse der ganzenWeltu. insbesondere Palästinae. ist ein getreuer Spiegel der öffentlichen Meinung in der zionistischen B*we- ‘ gung. bietet jedem an der zionistischen Bewegung ernsthaft Interessierten unentbehrliches Informationsmaterial. Der ABONNBMENTSPREIS der „PRESSE-REVUEN beträgt 10 englische Schillinge. — Überweisen Sie bitte den entsprechenden Betrag in Ihrer Landeswährung an die ZIONISTISCHE ORGANISATION. 77, Great Rvseell Street, London W. C. 1. Die aeit dem I» Jänner erschienenen Nummern der „PRESSE-REVUE**' werden neu hinzutre.tendcn Abonnenten unentgeltlich geliefert.