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Die Stimme · 1928-02-16 · Heft 7 (16.2.1928) · page 10

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Journal
Die Stimme
Volume
1 (1928)
Issue
Heft 7 (16.2.1928)
Date
1928-02-16
Page
– (sequence 10)
Language
German
Belongs to
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Seite 10 DIE STIMME Nr. 7 „PRESSE-REVUE“ heratisgegcben vom ZENTRALBUREAU DER ZIONISTISCHEN ORGANISATION London, W. C. L 77. Great Russell Street. erscheint wöchentlich in deutscher Sprache. Sie enthält ausffihtllche Aus- Züge aus der zionistischen Presse der ganzenWeltu. insbesondere Palästinas. ist ein getreuer Spiegel der öffentlichen Meinung in der zionistischen Bewegung. bietet jedem an der zionistischen Bewegung ernsthaft Interessierten unentbehrliches Informationsmaterial. Der ABONNEMENTSPREIS der „PRESSE-REVUE'* beträgt 10 englische Schillinge. — Überweisen Sie bitte den entsprechenden Betrag in Ihrer Landeswährung an die ZIONISTISCHE ORGANISATION, 77, Great Russell Street, London W. C. 1. Die seit dem 1. Jänner erschienenen Nummern der „PRESSE-REVUE“ werden neu hinzutretenden Abonnenten unentgeltlich geliefert. Die „Presse-Revue“ Die „Presse-Revue“ Die „Presse-Revue“ An der Debatte 'beteiligten sicJh noch die Kultusvorsteher Moritz, S'charfstein, Baurat Kempler und Dr. Bader. Der Budgetreferent Regierungsrat Dr. Oppenheim reflektierte in seinem Schlußwort auf die Ausführungen der einzelnen Redner. Bei der sodann vorgenommenen Abstimmung wurde das Budget mit allen Stimmen gegen die 5 Stimmen der Partei für Soziale Tätigkeit angenommen. Aufgaben und Arbeit der Wiener Kultusgemeinde Ueber Einladung des Jüdischen Hochschulausschusses hielt der Vizepräsident der Wiener Kultusgemeinde Dr. Josef Löwenherz, am 9. ds. M, einen Vortrag über Arbeit und Aufgaben der Kultusgemeinde. Er erörterte in seinen groß angelegten fesselnden Ausführungen die Geschichte des Kampfes um die Kultusgemeinden, den die Zionisten in aller Welt nun seit dreißig Jahren führen und der in Mitteleuropa und vielen Teilen Osteuropas die jüdischen Gemeindeverhältnisse radikal beeinflußt hat. Die Kultusgemeinde ist überall und so auch in Wien, von größter Bedeutung für die Erhaltung des jüdischen Volkes. Die gegenwärt:ge Majorität der Wiener Gemeinde verhält sich jedoch der Notwendigkeit gegenüber, aus der Kultusgemeinde eine Volksgemeinde zu schaffen, passiv, da sie behauptet, die Kultusgemeinde habe in erster Reihe die Pflicht für den Kultus zu sorgen. Redner skizzierte demgegenüber die dringenden Aufgaben der Kultusgemeinde, besonders auf den Gebieten jüdischer Erziehung, jüdischen Unterrichts und auch jüdischer Politik. Seine Ausführungen deckten sich im wesentlichen mit seinem überaus instruktiven Aufsatz, der kürzlich in unserem Blatte erschienen ist. Am Schlüsse seines Vortrages wies Dr. Löwenherz darauf hin, daß es zu den wichtigsten Pflichten der Wiener Kultus" gemeinde gehört, mit der jüdischen Hochschuljugend in ständigem Kontakt zu stehen. Auch das mußte gegen die Majorität erst erkämpft werden, die noch heute in einer die jüdische Studentenschaft betreffenden Intervention bei der Regierung einen Akt sieht, der von den maßgebenden Behörden als staatsbürgerfeindlich angesehen werden könnte. Wir erklären aber, daß wir gute Bürger dieses Staates sind, doch wir wollen von unseren Rechten nichts ablasse n. Wenn die Kultusgemeinde lebendigen Kontakt mit der gesamten jüdischen Jugend und mit der jüdischen Studentenschaft aufrechthält, wird es möglich sein, die Abfallbewegung, die gerade in den Reihen der jüdischen Jugend so stark ist, einzudämmen. Der Vortrag wurde mit lebhaftem Beifall aufgenommen. Austritte aus dem Judentum Isabella Chr. Jordan, 2. 7. 1894 Budapest, led., XX. Wallensteinstraße 23. Julie Schwehla geb. Weiß, 24, 1. 1905 Budapest, XX. Pasettistraße 95 a, Kurt G u 11 m a n n, 16. 9. 1899 Mähr.-Schönberg, led., II. Pazmanitengasse 2, Lajos B u n, 15. 9. 1884 Lakenbach, led., II. Im Werd 11/23. Friederike Goldberg, 14. 5. 1886 Wien, led., VI. Gumpendorferstraße Nr. 71. Hansi Winterstein, 26. 5. 1906 Wien, led. VI. Kasernengasse 24, Ernestine C h a t i n e r, 10, 2. 1909 Wien, led., VII. Neustiftgasse 10. Jolan Lengei geb, Kemeny, 27. 9. 1895 Kaposvar, verh. XIII. Spohrstraße 47. Jakob Großmann, 10. 9. 1899 Bolechow, XIII. Hollergasse 1. Ernst Thein, 25. 5. 1901 Prag, led., XV. Mariahilferstraße 207. Berthold Reichstein false Morgenstern, 12. 12. 1903 Wien, led., XV. Klementinengasse 26. Christine Sperling geb. Schillinger, 17. 6. 1886 Wien, Hinterbrühl. Paul Klein, 27, 1. 1890 Wien, led., I,, Salzthorgasse 5. Franz Karl Ungar, 17. 8. 1868 Wien, verh., XIII. Reichgasse 32; Gattin Therese Barbara Ungar geb. Pflüger, 28. 2. 1876 Wien, verh., selbe Adresse. Sigmund Kommen, 28. 9. 1868 Wien, verh. XIII. Hauptstraße 117 a; Gattin Lotte Kommen geb, Kohn, 13, 5. 1864 Wien, verh., selbe Adresse* Samuel Lengyel, 15. 9. 1886 Satu Mare, verh,, XIII. Spohrstraße 47. Katharina Lichtblau geb. Zilzer, 7, 4. 1891 Wien, verh,, XIII, Schweizerthalgasse 30, Irene Hirsch 3. 1. 190Q Wien, led., XIII., Firmianigasse 4, Rudolf Ignaz Leopold Pol- 1 a k, 16. 6, 1879 Wien, verh., XIII, Hauptstraße 106. Ludwig Schwach, 27. 12. 1883 Nikolsburg, led., XIII., Hickelgasse Nr. 15. Irene Herz, 10, 9. 1904 Dobromil, led,, IX. Lazarettgasse 3. Anna G ü n s b e r g e r, 12. 1. 1899 Wien, XX. Jägerstraße 5. Tilli Sali Spiegel, 10. 12. 1906 Novosielitza, led., XX. Wallensteinstraße 55. Aurelia Schnitzel geb. Salter, 13. 4, J898 Wien, verh., I. Herrengasse 14, Stefanie Kary geb. Kronengold, 16. 6, 1888 Wien, verw., I., Jakobergasse 4. Hein- Gut aufgehoben sind alle Fremden und Einheimischen in den komfortablen und dabei doch heimeligen Räumen des Hotel Guth, II,, Hollandstraße 14. Die Zimmerpreise dieses umsichtig geführten Familienhotels, das sich in zentraler Lage in unmittelbarster Stadtnahe befindet, sind mäßig. Mit dem Hotel ist das stadtbekannte Restaurant Guth verbunden, das erstklassige exquisite Küche bei zivilen Preisen führt. Reichhaltige Mittag- und Abendmenus sind schon um 2 Schilling erhältlich. Auch für die Unterhaltung der Gäste ist bestens gesorgt; jeden Sonntag ist bei freiem Entree ohne jede Preiserhöhung Souper dansant. Am 25. Februar findet im großen Saale des Restaurants ein Rummy-Turnier mit wertvollen Preisen für die Sieger statt. rieh Sruh, 21. 3. 1899 Wien, led. I. Schwertgasse 4, Maximilian (Marduch) Kaplan, 19. 10. 1891 Riga, led., I. Schulerstraße 10. Jakob Z ä n d e r e r, 8. 11, 1884 Sakolova, verh,, XII. Ratschkygasse 44; Kind Ernst Zanderer, 22. 3. 1921 Wien, selbe Adresse; Kind Margarethe Zanderer, 21. 10. 1911, Wien, selbe Adresse; Kind Adolfine Zanderer 16. 9. 1910 Wien, selbe Adresse; Gattin Franziska Zanderer geb, Franke, 24. 1. 1893 Kl.-Loschan, selbe Adresse. Alfred Grüner, 1Z 10. 1873 Saldorf, led., XVIIL Anastasius-Grün-Gasse 4f,‘ Oskar Bor nett, 2. 8. 1892 Wien, led., XII Rosenhiigelstr. 30. SIEGM. , Orofifleischbanerei Zentrale IX, Berggasse 19, Tel. 17-3-99 ti. 16-9-34 Lieferant für Heilanstalten, Abteilungen für -|^-.pieisch unter Aufsicht des Ehrwürdigen Rabbinats der Israelitischen Kultusgemeinde Wien IX, Berggasse 15 XV1U, Währingerstraße 97 Die jüdische Frau Die Bedeutung der Frauen für die jüdische Gemeinde Von Kultusvorsteher Dr. Isidor Klaber. Eine der wichtigsten Forderungen der zionistischen Mandatare in der Kultusgemeinde war stets das endliche Zugestehen des passiven Wahlrechtes der Frauen. Erscheint es doch geradezu unbegreiflich, daß bis heute den Frauen das Recht in wichtigen Angelegenheiten der Gemeinde mitzuberaten, nicht zusteht, Man muß nur erst das Leben und die Verwaltung unserer jüdischen Gemeinde kennen und man wird sich sehr bald davon überzeugen, daß nicht bloß auf dem Gebiete der Fürsorge, sondern in fast allen Zweigen der Verwaltung die Mitarbeit fähiger und einsichtsvoller Frauen nicht von Schaden wäre. Die vielen Frauen und Mädchen, die heute in kleinen Fürsorgevereinen tätig sind und meist keine Ahnung von den großen Aufgaben und Notwendigkeiten einer geregelten Fürsorgetätigkeit haben, müßten zu wirklichen Fürsorgerinnen entsprechend herangebildet werden. — Wie dürftig aber ist es erst mit der Kulturarbeit der Frauen in der Gemeinde bestellt! Außer dem zur Genüge oft beschriebenen und besprochenen Religionsunterricht besteht für die Mädchen, wenn wir von den zionistischen Vereinen absehen, nirgends Gelegenheit, sich weiterzubilden. Doch wir haben eine Einrichtung, über deren Bedeutung und Sinn sich noch streiten ließe, nämlich die »Konfirmation der Mädchen«. Es ist traurig, aber wahr, daß sonst keinerlei Einrichtung besteht. Eine ausreichende Förderung gerade der Mädchenvereine und Ausbau derselben tut not. — Aber es gibt noch eine Frage: ob nicht im Dienste der Gemeinde alle Posten, die von Frauen besetzt sind, nicht in erster Linie durch jüdische Menschen versehen werden müßten. Denken wir, daß trotz unserer seit Jahren geführten Beschwerde im Spital und Versorgungshaus noch immer nur eine kleine AnzahljüdischerKrankenschwestern sich dort betätigen. — Die Pflegerinnenschule, die vor dem Kriege bestand und deren Wiedereinrichtung vom Schreiber dieser Zeilen immer wieder verlangt wurde, erscheint im Budgetvoranschlag 1928 wieder nicht erwähnt und somit ist die Heranbildung jüdischer Mädchen zu Pflegerinnen fast unmöglich. — Auch die bereits seit langer Zeit in Vorbereitung befindlichen Stipendien für jüdische Mädchen, die in der allgemeinen Schwesternschule ausgebildet werden sollen, sind bis heute nicht ausgeschrieben. Es zeigt dies leider allzu deutlich, daß weder in kultureller noch in wirtschaftlicher Beziehung für die Frauenarbeit bei der Mehrheit des derzeitigen Kultusvorstandes Verständnis besteht. Die Frauen selbst werden im kommenden Wahlkampfe mit allem Nachdruck sich ihr Recht erringen müssen. Was helfen schöne Reden bei festlichen Anlässen, wenn im Alltag des Gemeindelebens die Frauen zurückgesetzt werden? Wir brauchen die Mitarbeit der Frau im Erziehungswesen vom Kindergarten bis zu den Lehrerinnenbildungsanstalten, wir wollen unsere Kranken und Alten von jüdischen Schwestern betreut wissen. Es ist dies kein Vorwurf gegen die christlichen Schwestern, aber im Interesse unserer arbeitswilligen Mädchen einerseits und mit Rücksicht auf die psychische Einstellung des kranken, alten, jüdischen Menschen andererseits müssen wir diese Forderung immer wieder erheben. Die Heranbildung der Mädchen im jüdischen Sinne muß Sache des Vorstandes der jüdischen Gemeinde werden. Die Ueberwaichung und Ausgestaltung der bestehenden Mädchenheime (wie beispielsweise Elisabethheim u. a.) ist im Interesse einer jüdischen Erziehung sicherlich geboten. Auch die Ferialaktionen, speziell für schulentwachsene Mädchen wären von geeigneter Stelle zu studieren und rechtzeitig entsprechende Vorbereitungen zu treffen. Bei der schweren Zeit ist es selbstverständlich, daß eine Berufsberatung und eventuell Berufseinstellung unbedingt notwendig ist. Es gibt wohl Ansätze und Versuche, aber der Mut, in all diesen Dingen einmal energisch den Anfang zu machen, fehlt der heutigen Majorität im Kultusvorstande. Es handelt sich um keine bloße Geldfrage (dies ist immer wieder die Antwort auf solche Forderungen), sondern es handelt sich um Notwendigkeiten, für die auch die Mittel da sein werden, wenn man es ernsthaft will. Die jüdischen Salons im Vormärz Von Ludwig Bato+). II. Eine besonders glanzvolle Erscheinung des .Arnstein’schcn Hauses ist die Nichte der Hausfrau, Marianne Saaling (1786—1869), Tochter des Berliner Hofjuweliers Jakob Salomon. Sie ist von einer vollendeten Schönheit, die im Vereine mit ihrem Geiste die Herzen der Männer geradezu berückt. Sie zählt Goethe zu ihren Verehrern, Theodor Körner macht ihr den Hof und der morose Grillparzer besingt sie in einigen Vielliebchengedichten. Sie verlobt sich mit dem spanischen Gesandten in, Wien, Grafen Marialva und tritt zur katholischen Kirche über, indes stirbt ihr Bräutigam. Später verlobt sie sich mit Varnhagen von Ense, dieses Verlöbnis geht jedoch zufolge der Verschiedenheit der Charaktere bald in die Brüche. Ihre Schwester Rebekka läßt sich ebenfalls taufen und lebt in Wien als Schriftstellerin unter dem Namen Regine Frohberg. Eine zweite Schwester ist die Mutter des berühmten Romanschrift stellers Paul Heyse. Die Tocher des Arnstein’schen Paares, Henriette, erbt ihre Schönheit und geistigen Eigenschaften der Mutter, Man spricht davon, daß sie dem Grafen Degenfeld von der preußischen Gesandtschaft in London versprochen sei. Sie heiratet aber nicht ihn, sondern den Adoptivsohn ihres Vaters, Heinrich Freiherrn von Pereira (1773—1835), den Abkömmling einer vornehmen spanisch-jüdischen Familie, der in der Folge den Namen Pereira-Arnstein führt und Begründer des heute noch blühenden Geschlechtes dieses Namens wird. Henriette ist fast so verehrt und umworben wie ihre Mutter. Grillparzer zählt zu ihren Verehrern, der der Frau Henriette noch in späteren Jahren gedenkt: „Ich bin in dem Alter, wo man nur noch von, Erinnerungen lebt, und leider sind wenige darunter, die so freudig wären als jede, die ich in der Nähe und Umgebung dieser vortrefflichen Frau zugebracht habe. Graf Wacherbarth widmet seine Schrift über die Türkenkriege „der schönen und geistreichen Henriette, der gnädigen Baronin von Pereira in Wien, der liebenswürdigsten und bewunderungswürdigsten aller Weiber". Auch sie führt ein großes Haus und in ihrem Salon herrscht fröhliche Ungezwungenheit, wobei Tanz, Musik und Vorlesungen eine lebhafte Abwechslung der Unterhaltung bieten. Die besten Köpfe, darunter Grillparzer, Wolfgang Menzel, Thorwaldsen, Mendelssohn-Bartholdy, Karoline Pichler und seihst Männer wie Feldmarschall Radetzky, zählen zu den Besuchern ihres Salons. Die zweite einflußreiche jüdische Persönlichkeit dieser Zeit, Bernhard Freiherr von Eskeles, ist ein Sohn des mährischen Landesrabbiners Berusch Eskeles. Im Alter von 20 Jahren gründete er gemeinsam mit Arnstein das Bankhaus Arnstein und Eskeles und heiratet später die Schwester der schönen Fanny, C ä c i 1 i e Itzig (1760—1836), deren mitgebrachtem Vermögen er zu großem Teile seinen Aufschwung verdankt. In dieser Ehe ist der Mann der geistig überlegene. Aber auch die Baronin ist keine unbedeutende Persönlichkeit. Sie steht mit Goethe im Verkehr, den sie 1808 in Karlsbad kennenlernt. Auch das Eskeles'sche Paar führt ein großes Haus. Ihr Salon ist wohl weniger glänzend, als der der Baronin Arnstein, jedoch ebenfalls berühmt und bildet gewissermaßen seine Ergänzung. Eine dritte Schwester der Baroninnen Arnstein und Eskeles, Frau Rebekka Ephraim (1762—1846), lebt ebenfalls in Wien und führt hier die ersten Teeabende ein, die bis dahin unbekannt waren. Schon zur Kongreßzeit ist ihr Haus ein gesellschaftlicher Mittelpunkt. Die Schwester Lea des Freiherrn von Eskeles, auch Eleonore genannt (1752—1812), die einen Kaufmann namens Flies heiratet, spielt gleichfalls eine bedeutende gesellschaftliche Rolle. Sie versammelt, ähnlich wie ihre Verwandten, die Frauen Eskeles und Arnstein, einen Kreis gebildeter Menschen um sich. An ihren wöchentlichen Abenden erscheinen A. W. Schlegel, Denon, Graf de la Borde, Varnhagen, Karoline Pichler und viele andere mehr. Sie steht in ständigem Briefwechsel mit Goethe, dem sie verschiedene Gefälligkeiten erweist. Goethe ist vom Hinscheiden der Frau Flies, die ihn durch ihre Gefälligkeiten und Aufmerksamkeiten als Schuldner hinterläßt, schmerzlich berührt und gibt sein Beileid in einem Briefe an Baronin Eskeles» Ausdruck. Als sehr vornehm gilt auch der Salon des Le o p o 1 dl Edlen von Herz, der eine Nichte des Freiherrn von Arnstein zur Frau hat. Er erfreut sich der besonderen Gunst des Kanzlers Metternich, der zum ungeheuren Erstaunen der ganzen Stadt den nach der Völkerschlacht in Wien einlangenden Feldherrn Lord Wellington am ersten Tage seines Wiener Aufenthaltes im Herz*sehen Salon einführt. * Siehe Nr, 3 unseres Blattes, 091274

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