Mannheim
Compact Memory

Die Stimme · 1928-02-09 · Heft 6 (9.2.1928) · page 7

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Die Stimme
Volume
1 (1928)
Issue
Heft 6 (9.2.1928)
Date
1928-02-09
Page
– (sequence 7)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
94% known words query
IRI
…/3053752-3053753-3053759--0094-3055351
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

8 entity mentions

Nf. 6 DIB STIMME Seite 7 Vereinsnachrichten Zionistische Sektion Prater (II. Jungstraße 8), Donnerstag den 9. Februar um 8 Uhr abends Vortrag Ludwig Bato über „Judentum und Sowjetrußland“. Montag den 13, Februar um 8 Uhr abends Vortrag Dr. Chaim Tartakower „Briefe Achad Haams,” Zionistische Bezirkssektion IV.-V.; Mittwoch, den 15. Februar, 8 Uhr abends, im Klubsaal des Terrassencafe, V„ Margaretenplatz 4, Vortrag Religionslehrer A. Schwertfinger: „Jüdische Erziehungsfragen," Anschließend Diskussion, Zionistische Sektion VI—VIII. Donnerstag den 9, Februar im Vereinsheim VIII. Bennoplatz 1 a Vortrag Rabb, Dr. J. M. Bach „Friedrich II. von Hohenstaufen und die jüdische Gelehrsamkeit'*. Gäste willkommen. — Mittwoch den 15. Februar 7 Uhr abends findet im Vereinsheim die konstituierende Sitzung des neutralen Keren-Hajessod-Komitees für die westli* chen Bezirke statt. Jüdische Tischgesellschaft Landstraße. Dienstag den 14. Februar halb 9 Uhr abnds im Cafe „Lovrana", III., Löwengasse 36, Vortrag Dr. Hugo Knöpflmacher „Die Dichtungen in der Bibel'', Gäste herzlich willkommen. Jüdisches Zentrum der Sozialen Hilfsgemeinschaft Anitta Müller (II., Unt. Augartenstraße 36). Für die Hebräisch-Kurse werden noch Anmeldungen entgegengenommen, u. zw.: Hebräisch für Anfänger Mittwoch von 7—8 Uhr, Samstag von XA7—A8 Uhr. Hebräisch für Vorgeschrittene Montag und Donnerstag von 8—AlO Uhr. Hebräisch für Kinder Mittwoch und Freitag von A3—A4 Uhr. Universitätsvorträge des Maimonides-Instituts. Die Vorlesungen des Herrn Rabb. Kaminka finden wie folgt statt: Jeden Montag, 6A abends, Hörsaal 34 der philos. Fakultät. „Erklärung des zweiten Teiles Jesaja, unter Berücksichtigung der Septuaginta“. Jeden Mittwoch, 6A abends (im selben Hörsaal), religionsgeschichtlichcr Zyklus, u. zw. am 15. Februar: „Rabbi Meir und seine Zeitgenossen"; 22. Februar: „Rabbi Jehuda Hanassi und Markus Aurelius Antoninus"; 29. Februar: ,.Rabbi Jochanan und Resch Lakisch". Verein für jüdische Geschichte und Literatur. Montag den 13. Febrüar um halb 8 Uhr abends im Saale der Hakoah, Infolge Raummangels kann die Rubrik „Stimmen aus 1., Wipplingerstraße 24, Vortrag Uriel Birnbaum: „Aus eigenen Dichtungen". Gäste herzlich willkommen. Jüdischer Hochschulausschuß, Donnerstag den 9. Februar um halb 9 Uhr abends im „Jüdischen Zentrum", H, Untere Augartenstraße 35, Vortrag des Vizepräsidenten der israelitischen Kultusgemeinde Dr. Josef Löwenherz über „Jugend und die Kultusgemeinde". Die jüdische Studentenschaft wird aufgefordert, den Vortrag zahlreich zu besuchen. Gäste willkommen. — Dienstag den 14. Februar halb 8 Uhr abends ebendort Vortrag Dr. Oskar Rosenfeld über „Wesen und Bedeutung des jüdischen Theaters.“ Gäste willkommen. Verein zionistischer Hochschüler „Theodor Herzl". Samstag den 11. Februar präzise 8 Uhr abends im Heim IX., Glasergasse 4 Vortrag des A, H. Dr, Schmitz: „Zionistische Ideologie“. Akademische Gäste willkommen. Moadon Iwri. Samstag den 11. Februar um 8 Uhr abends im Vereinslokal II. Zirkusgasse 33 hebräischer Vortrag des H. Meier Schiff aus Palästina über „Der alte und der neue Jischuw.“ — Dienstag den 14. Februar um halb 8 Uhr abends Sichah über aktuelle Fragen. Zionistische Jugendorganisation Brigittenau (XX., Jägerstraße 30). Wochenprogramm: Sonntag: freie Zusammenkunft. Montag: halb 9 Uhr: Hebräisch-Kurs. Dienstag: Plenarversammlung. Mittwoch: halb 8 Uhr: Hebräisch-Kurs. halb 9 Uhr: zweiter Vortrag im Zyklus Sigaii: „Das Geistes- und Gemütsleben des Menschen". Donnerstag: 7 Uhr: Sichah der Kwuzah „Gideon''. 8 Uhr: Referat Silberbusch: „Reform unserer Propaganda". Samstag: Schachabend, Brith-Ha-Zoiim. Sonntag, den 12. Februar, 4 Uhr nachm., Fortsetzung der Generalversammlung. Verband zionistischer Mittelschüler, Samstag 11. Februar 1928, %7 Uhr abds., im Jüd. Zentrum, II. Unt. Augartenstr, 35, Vortrag, Dr. Wilhelm Stein, „Historischer Materialismus und Klassenkampf", A7 Uhr Schulversammlung des R. G. II. Verband jüdischer Kaufleute und Gewerbetreibender (Wien I., Elisabethstraße 9). Donnerstag den 9. Februar punkt 8 Uhr abends in der Kaufmannshalle des Wiener Bürgercafe 11., Praterstraße 11 Plenarversammlung, Tagesordnung: Wirtschaftlicher Vortrag Dr. Felix. „Angebote und Nachfragen in allen Branchen". aller Welt“ in der heutigen Nummer nicht erscheinen ANKHAUS M. ROHATYN WECHSELSTUBE: WIEN II., PRATERSTR. 50 Gegründet 1900 Telephon 45-3-60 u. 48-0-42 empfiehlt sich zur kulanten Durchführung aller Banku. Börsentransaktionen im Inu. Auslande stens einen kleinen Prozentsatz Juden bei ihren Arbeiten beschäftige. Doch weil hier die Gegend wild und gefährlich und das Klima, 200 Meter untei dem Meeresspiegel, unerträglich ist, wohl auch deshalb, weil dem jüdischen Arbeiter das Interesso Palästinas sehr am Herzen liegt, so daß er sicher die Grenze schützen und der englischen Grenzwache gegen die sich einschmuggelnden Fellachen aus Syrien helfen wird — werden hier jüdische Arbeiter verwendet. Ihre Zahl war nicht groß: ein junger Mann von sehr intelligentem Aussehen aus Moskau» ein verheirateter Jude aus Lublin und noch einig© junge Menschen sind es, welche dort in einer Einöde, fern von jeder menschlichen Siedlung, jeder kulturellen Gewohnheit leben. Ich begreife nicht, wie si© es aushalten könen. Als ich den Mann aus Lublin fragte, warum er nicht seine Familie nach Palästina bringe, deutete er mit der Hand auf die Gegend: „Wohin soll ich sie bringen?“ Ich verstand ihn.... Nach kurzer Zeit kamen wir zu der Jordanbrücke, die über dem großen Wasserfall liegt. Das ist einer der schönsten Flecken von Erez Israel. Der Jordanwasserfall ist kein Niagara und kein Imatrafall. Dafür aber liegt er an einer viel romantischeren und interessanteren Stelle. Im Verhältnis zu dem wasserarmen Lande ist er außerordentlich stürmisch und stark. Und rings um den Jordanfall blüht viel mehr Oleander in blutigem Rot als in allen Glashäusern Amerikas und Europas zusammengenommen, .. Wie bekannt, hat den Wasserfall und das ganze Tal ringsum die Ruthenberg-Gesellschaft erworben, Palästina [ Säföifet.: V t? A I •'.. mm Landschaft am Jordan. Am Jordanufer Von Schalom Asch« Der bekannte jüdische Romancier, der schon vor dem Kriege Palästina besucht hatte, hielt sich vor einigen Monaten wieder dort auf; die Eindrücke, welche er auf dieser mehrere Wochen währenden Reise durch das Land gesammelt hat, gibt der Dichter in reizvollen Schilderungen wieder, denen zugleich scharfe Beobachtung der Wirklichkeit innewohnt. Wir lassen hier eine dieser charakteristischen Schilderungen folgen. Die Red. Von Bcth-Schan bis nach Tiberias führt der Weg von der Grenze Palästinas an hart am Jordan — durch die herrlichste und wildeste Gegend des Landes. Keine Hand hat noch ein Sternchen von seinem Ort gerührt, seit die Propheten hier in Höhlen verborgen saßen und sich von wildem Honig und wilden Datteln nährten, seit Messiase das Volk zum Jordan riefen, daß es dort die Taufe nehme. Den Jordan sieht man noch nicht. Er ist in seinem grünen Bett zwischen wildem Gras und armem, schlecht aufgegangenem Weizen versteckt. Man ahnt ihn bloß hinter den seidig-verhüllten Bergen von Moab» die sich in milchweißen Nebelwolken abzeichnen. Das Land ist hier reich an Wasser. Jungfräulich© Quellen, die noch kein Mund berührt hat, schlagen aus der Erde hervor und eilen ungebärdig, wie freigelassene Schuljungen, über die Felder. Niemand zwängt ihren Weg, niemand zwingt sie zur Arbeit, Kanäle zu bilden, Gärten zu bewässern und Mühlen zu treiben. Ohne Zwang und ohne Nutzen eilen sie vorwärts, eine nach der anderen; wie die wilden Zöpfe auf den Köpfen der arabischen Mädchen wirbeln die frischsprudelnden Quellen frei über di© Felder. Siehst du die große Menge Wassers, die hier ohne Nutzen für das wasserarme Land verloren geht, so krampft sich dein Herz zusammen ob der Verwahrlosung, die hier herrscht. Zu der Zeit, da die Juden das Land nahmen, war Galiläa der Kornspeicher nicht nur Palästinas, sondern auch der Nachbarländer. Die Felder, die hier liegen, waren die reichsten Teile Erez Israels; jetzt hat sie die englische Regierung den arabischen Fellachen und Be“ duinen überlassen; die weiden dort ihre Ziegenherden und ihre rostroten Schafe, die das Gras mit den Wurzeln herausnagen. Die Flora der Gegend im Jordantal ist außergewöhnlich reich an vielfarbigen Blumen und Sträuchern, Wilder, roter Mohn durchblutet die Felder. Auch die Vogelwelt ist sehr reich, geschmückt mit verschiedenfarbigen Halskrausen und Schweiffedern» Wilde Störche ziehen ihre dünnen, roten Füße ein, Raubvögel kreisen über der Jordanfläche — doch weit und breit sieht man meilenweit kein Haus, keinen Baum, keinen Menschen außer den schwarzen Zelten der Beduinenhirten mit den rostfarbenen Schafen, die rings um sie lagern. Aus der Versunkenheit seines wild bewachsenen grünen Bettes taucht der Jordan auf. Ich wußte gar nicht, daß der Jordan am Rande seines Bettes über und über mit Oleandern geziert ist. Festlich rote Oleanderblüten begleiten ihn zu beiden Seiten den ganzen Lauf entlang. Ich habe ihn wirklich nicht erkannt, den würdigen Alten, den Jordan; er hat das ernste Aussehen verloren, das ich von den Ufern des Toten Meeres her kenne, wo die finsteren Berge von Moab ihn begrenzen; hier sieht er aus wie ein festlich geschmückter Dorfbräutigam, der dahineilt, um seiner Braut wilde rote Oleanderblüten zu bringen. .... Wie paßt ein so leichtsinnig verspielter Blütenschmuck zu einem so aristokratisch-ernsten alten Herrn?... Beim Jordanübergang an der Grenze zwischen Syrien und Palästina steht eine englische Wache» die darauf achtet, daß die syrischen Aufständischen nicht über den Jordan nach Palästina kommen. An dieser Stelle trafen wir auch eine Gruppe jüdischer Arbeiter, welche eine Regierungsstraße jenseits des Jordans baut. Es ist eine seltene Erscheinung, jüdische Arbeiter bei Regierungsarbeiten in Palästina beschäftigt zu sehen. Wie bekannt, muß die Zionistische Organisation die Differenz, um welche jüdische Arbeiter mehr Lohn erhalten als arabische, der Regierung ersetzen (wo doch die Intelligenz und Schnelligkeit der jüdischen Arbeiter den Mehrlohn rechtfertigt), damit die englische Regierung wenigiMSl f* t * > ,J Vf 4 ‘i .-in Jordanbrücke bei Tiberias. um ihn für elektrische Kraft zur Bewässerung und Beleuchtung des Landes auszunützen. Ich bin überzeugt, daß Ruthenberg und seine Mitarbeiter ihres Erfolges sicher sein werden, ehe sie darangehen, einen der schönsten und interessantesten Punkte der Erdkugel zu zerstören. Um die jungfräuliche Unberührtheit anzutasten, welche diese Stelle umwebt, muß man viel Mut haben. In keinem Lande der Welt würde man so leicht einen solchen von Gott erwählten Flecken für kommerzielle Zwecke her“ geben, geschweige denn in einem Land wie Palästina, wo jeder Fußbreit der ganzen Kulturwelt heilig ist* Am besten würde dieser Ort für einen Nationalpark taugen, darin der Urcharakter und die wilde Schön* heit der Palästinalandschaft sorgfältig bewahrt werden könnte. Doch, wie gesagt, Palästina benötigt billige elektrische Kraft und die unbezwungene Schönheit, die Propheten und Heilande begeistert und beseelt hat, muß der Macht des kommerziellen Bedürfnisses geopfert werden. Ich betone noch einmal: Ruthenberg und seine Mitarbeiter werden imbedingt des Erfolges ihrer Pläne sicher sein müssen, ehe sie sich unterfangen, die von Gott geschenkt« Schönheit dieser Stelle zu zerstören. In der ganzen zivilisierten Welt gewinnt man elektrische Kraft auch aus eingeführter Kohle, wenn im Lande keine lionisifsclies £andcsUcmitcc fiiv Cesieweich Wien, 1, Kä ntnerstraße 28, Telephon 77-4-85/86. MONTAG, den 20. Februar 1928, um %8 Uhr abends, im großen Saal des Konzerthauses, III, Lothringerstraße 20 Vovlvag Nah um Selbclow, Präsident der Zionistischen Exekutive (London) Karten sind im Zionistischen Büro, I, Kärntnerstraße 28, erhältlich wmm m ■ | Mitte Februar Keren - Hajessod - Aktion. Juden erfüllet eure Keren- I Hajessod-Pflicht! Meldet euch zur Mitarbeit. Je mehr opferwillige Mit- ■ ■ arhelter, desto erfolgreicher das Erg bnis der Keren-Hajessod ~ Aktion.

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.