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Die Stimme · 1928-02-02 · Heft 5 (2.2.1928) · page 7

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Journal
Die Stimme
Volume
1 (1928)
Issue
Heft 5 (2.2.1928)
Date
1928-02-02
Page
– (sequence 7)
Language
German
Belongs to
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Nr. 5 DIE STIMME Seite 7 Iillll'lüß'lüllllllülllülillliililllliillülü Tm llllllillllllllllüllilllilllHIlillllllllllUnilP | IIP VI Grundstück 1 Angelegenheiten 1 Kauf * * Verkauf ■ Verwaltung | Belehnung |H betreffend “ Häuser Villen Güter wendet man sich vertrauensvoll an die Y Realitäten- und Verwaltungskanzlei Dr. jur. Marem Somer I Hf Wien, IX. Währingerstraße 3 H Telephone: A 26-4-47 * 15-506 M I Wochen-Kalender Februar 1928 Gedenktage mm n mw 2 Donnerstag 1836 — der Historiker Josef Caro geboren n - 3 Freitag 1807 — Eröffnung des von Napoleon 1. einberufenen jüdischen Synhedrions zu Paris. — 1810 d«r Dichter Ludwig August Frankl geh.— 1894 der bekannte synagogaie Komponist Prof. Louis Lewandowski zu Berlin gestorben. h 1 CM 4 Samstag 1810 — der Opern- und Oratorienkomponisf Sir Michael Costa zu Neapel geboren. 13 - y Schabath Schira Haftarah : Udewauro Ischoh 5 Sonntag 14 — T 6 Montag 1867 — der große Semitologe Prof. Salomon Munk zu Paris gestorben. 15 - ns ’Chamischah aßar bisch’wat (»Neujahr der Bäume«). 7 Dienstag 16 — 8 Mittwoch 1868 — Lord Lionel Walter Rothschild, der Empfänger der Baifour-Deklaration, Naturforscher aus Neigung (bes. auf dem Gebiete der Insektenkunde) zu London geb. — 1882 Berthold Auerbach, der Dichter der „Schwarzwälcier Dorfgeschichten", zu Cannes gestorben. 17 - r Zionistische Sektion IV—V: Mittwoch, den 8. Februar, 8 Uhr abends, im Terrassencialfe, V., Mai-gare tenpilatz 4, Vorträge Dr. E. M. Zweig (Jerusalem) und Adolf Böhm: Die gegenwärtige Lage in Palästina. Eintritt frei. Gäste willkommen. Zionistische Bezirkssektion Floridsdorf: Montag, den 6. Februar findet im Cafe am Spitz um 7 Uhr der erste Vortrag der Sektion statt. Sprechen werden: Dr. Leo Das Almosensystem des amerikanischen Judentums kritisiert Dr. Coralnik im New Yorker »Tog«. Während das europäische Judentum Philanthropen großen Formates hervorgebracht hat, wie beispielsweise Sir Montefiore, die Barone Rothschild und Hirsch u. a., deren Wohltätigkeit breite gesellschaftliche Form annahm und einem echten sozialen Bedürfnis der Wohltäter entsprach, steckt das amerikanische Judentum noch tief in der alten Almosenwirtschaft, die den Geber frühzeitig ermüden läßt. Die reichen Juden Amerikas, die größere oder kleinere Spenden für verschiedene jüdische Zwecke geben, bekunden in den seltensten Fällen jene Großzügigkeit, jenen Sinn für höhere Gemeinschaftsaufgaben, den wir sehr oft bei amerikanischen Nichtjuden beobachten können Das New Yorker Judentum gib’t wohl etwa sieben bis acht Millionen Do 11 a r jährlich für verschiedene »Charity« - Zwecke aus — einschließlich Palästina- und Krimkolonisation — dieser Aufwand aber steht hinter der wirklichen philanthropischen Leistungsmöglichkeit des amerikanischen Judentums zurück und entspricht vor allem seinen großen nationalen Pflichten in keiner Weise. Man hat bis heute nicht gehört, daß amerikanische Juden, die Millionenvermögen ihren Erben hinterließen, bedeutende Legate etwa dem Aufbauwerk in Palästina oder anderen hervorragenden nationalen Zwecken des Judentums zugedachl hätten. * Ke Arbeit des »Hadassah«. »Haarez« beschäftigt sich in einem längeren Aufsatz mit der Arbeit der von Amerika aus begründeten medizinischen Organisation »Hadassah« in Palästina und führt u. a. aus, man merke, daß sich unter den amerikanischen Zionisten eine starke Gärung gegen die Privilegien geltend mache, die der »Hadassah« unter Druck eingeräumt wurden. Es gebe aber nicht wenige, die trotz der außerordentlichen Aufwendungen für die »Hadassah«-Arbcit im Lande das Niveau dieser Arbeit nicht sehr hochschätzten. Das Prestige der »Hadassah« im Lande sei im Laufe der letzten zwei Jahre sehr gesunken. Die Resignation, bezw. die Entlassung einer Anzahl tüchtiger und angesehener Arzte müßten naturgemäß das Vertrauen zu dem Institut schwer beeinträchtigen. Die Konflikte der Leitung mit den ersten ärztlichen Mitarbeitern des Institutes müßten naturgemäß sein gesamtes Niveau herabdrücken. Schließlich werden die Beschwerden der Landwirte im Unteren Galiläa über die Konzentration des ärztlichen Dienstes der »Hadassah« in den Städten und die Vernachlässigung der Kolonien angeführt. Die »Hadassah« sei heute vornehmlich eine ärztliche Institution für den alten Jiscbuw und zum Teil auch für die Araber, während der mit der zionistischen Kolonisation verknüpfte ärztliche Dienst sich langsam in einem anderen ärztlichen Institut konzentriere, * Ueber Zionismus in Kolonialamerika vor 150 Jahren berichtet Rabbi Spitz im New Yorker »Jiddischen Folk«: »Noch vor der Revolution vom Jahre 1776, also in der kolonialen Epoche der Geschichte Amerikas, gab es da Juden und Nichljuden, die sich zum Zionismus bekannten. In jener Zeit haben die jüdischen Prediger und Rabbiner — es mochten deren in ganz Amerika etwa drei gewesen sein — von der Goldhammer über »Chamischah-Assar-Bschwat- und Herr M. F. Geller über K. H.-Drivc«. Zionistische Bezirkssektion Brigittenau: Donnerstag, den 2. Februar, '/,9 Uhr abends, im Sektionsheim, XX., Jägerstr. 30, Vortrag Dr. Z. TL F i n k e 1 s t c i n : -England, das Volk und die Staatsverfassung.« Zionistische Jugendorganisation Brigittenau (XX., Jägerslraße 30): Donnerstag, den 2. Februar: Referat Silberbusch über »Reform unserer Propaganda. Samstag, den 4. Februar: Chamischah-Assar-Feier. Sonntag, freie Zusammenkunft. Montag, 'A9 Uhr: Kurs Hebräisch. Dienstag, Schachabend. Mittwoch, A8 Uhr: Hebräisch. Brith Ha-Zofim, II., Rembrandtstraße 18. Das Vereinsheim ist täglich von A7 bis AilO Uhr abends, Samstag und Sonntag ab A3 Uhr geöffnet. Heute Donnerstag, A8 Uhr: >Sicha Klalilh«. Samstag, 4. Februar, 5 Uhr nachm.: Generalversammlung. Sonntag, den 5. Februar, 7 Uhr: Gesellige Zusammenkunft. Dienstag, den 7. Februar, A8 Uhr: Vortrag Paul Haller: »Jugendbewegung im Zionismus.« Zionistische Frauenorganisation für Oesterreich. Die Sitzungen der Leitung und der Bezirksvertreterinnen finden am ersten Dienstag eines jeden Monates in den Räumen des Landeskomitees, I., Kärnlnerstraße 28, um 6.15 abends statt. Sprechstunden der Leitung jeden Donnerstag von 10 bis 11 Uhr vorm., IX., Nußdorferstraße 42/8, Tel. 16-0-44, und jeden Montag von 7 bis 8 Uhr abends, I., Kärntnerstr. 28. Tel. 77-4-85. Zionistische Frauengruppe Prater. Montag den 6 Februar 8 Uhr abends im Heim, II., Jungstraße 8, II. Vortrag Frau Doktor Kantor: Jüdische Geschichte. Zionistische Frauengruppe Mariahilf-Neubau: Sonntag, den 5. Februar, um 3 Uhr nachm., im Hotel Palace, VI., Mariahilferstraße 99: Chamischah-Assar-Feier mit erstklassigem Programm; nachher Tanz. Gäste willkommen. Zionistische Frauenorganisation der westlichen Bezirke: Sonntag, den 5. Februar, um 3 Uhr nachm., im Vercinsheim, VIII., Bcnnoplatz la, Kinder-Chamischah-Assar-Fest, Reichhaltiges Programm und Früchtebeteilung. Verband österreichischer Handelsvertreter, reisender Kaufleute und Kommissionäre (I., Elisabethstraße 9): Donnerstag, den 2. Februar, 7 Uhr abends, im Klublokal des Bürgercafe, II., Praterstraße 11, Hauptversammlung. Verband jüdischer Kaufleute und Gewerbetreibender (I., Elisabethstraße 9): Donnerstag, den 2. Februar, 8 Uhr abends, im Wiener Bürgercafe, IT., Praterstraße 11: 35. Plenarversammlung. Kanzel herab über die »Erlösung des heiligen Landes« gesprochen und die Hoffnung auf Rückkehr in das nationale Heim in Erez Israel wachgerufen. Dieser Epoche entstammt auch eine im Jahre 1773 erschienene, im spaniolischen Dialekt verfaßte Schrift des jüdischen Predigers C a r i g a 1 aus Hebron, der für den Aufbau Palästinas geworben hat. Von den nichtjüdischen Persönlichkeiten, die ihrr Sympathie für den Wiederaufbau Palästinas durch die Juden offen Ausdruck gaben, ragen besonders die Priester Dr. S t y 1 s und Reverend Trant hervor. * Bessarabien als Immigrations- und Emigrationsland behandelt ein Artikel in der jiddischen Zeitschrift »Jüdische Emigration«. Darin wird u. a. ausgeführt: »Vor 5 bis 7 Jahren schien Bessarabien allmählich zu einem Immigrationsmittelpunkt für Auswanderer aus Rußland sowie für die ukrainischen Pogromflüchtlinge zu werden. Zahlreiche Heimatlose aus den benachbarten Ländern fanden hier Zuflucht und Arbeit in den großen Tabakplantationen. Dazu kam noch eine ziemlich bedeutende Rückwanderung ehemaliger bessarabischer Amerikaemigranlen, die mit ihren amerikanischen Ersparnissen in die alte Heimat zurückkehrten und hier als wohlhabende Leute industrielle oder Handelsunternehmungen ins Leben riefen, die der stagnierten Wirtschaft des Landes lebhafte Impulse gaben. In den letzten Jahren jedoch haben der von der Regierung geförderte wirtschaftliche Antisemitismus und die Sleuergesetze, die in bezug auf die Juden mit besonderer Strenge gehandhabt werden, Hunderte von großen jüdischen Industrie- und Handelsgesellschaften zur Liquidation gezwungen und so ein plötzliches Ansteigen der Arbei tslosenziffer bewirkt. Nebst den ökonomischen sind aber auch politische und psychologische Motive für eine Erneuerung der Emigrationssehnsucht unter den arbeitslosen jüdischen Massen maßgebend. In dem ehemaligen Immigralionsland leben heute viele tausende potentieller E m i g r a nl e n, die ihren Auswanderungstraum, infolge der in fast allen Das Ruthenberg’sche Elektrizitätswerk in Petach Tikwah Ländern herrschenden Immi^rationsbeschränkungen, leider nicht verwirklichen können. * Ueber die Entwicklung Aegyptens schreibt das palästinensische Tagblatt »Haarez«: »Aegypten, das in der geistigen Entwicklung des arabischen Orients eine führende Rolle spielt und das eigentliche Zentrum der arabischen Kultur bildet, hat in den letzten fünfzig Jahren auch in politischer und wirtschaftlicher Beziehung bedeutende Fortschritte gemacht. Die Bevölkerung Aegyptens, die vor fünfzig Jahren sechs Millionen Seelen zählte, beträgt gegenwärtig über vierzehn Millionen. In diesem Zeiträume hat sich auch der Wohlstand der Bevölkerung wesentlich erhöht. Das Schul- und Fürsorgewesen, das private und öffentliche Leben sowie die Gesetze des Landes haben ein den europäischen Begriffen vollkommen entsprechendes Niveau erreicht. Der Fellache, der früher ein Sklave war, die Frau, die bis vor nicht allzu langer Zeit die Gefangene ihres Herrn und Gebieters war, sind nun frei und gleichberechtigt mit den anderen Bürgern des Landes.« * Die verräterische Haltung der apudistischen Abgeordneten in Lettland, die die Wahl der erzreaktionären antisemitischen Regierung Juraschewsky unterstützten, kritisiert in scharfen Worten der bekannte jüdische Politiker Dr. Hellmann im Rigaer „Frimorgen“: „In gleicher Weise wie die ehemaligen zaristischen Minister Plebne, Stolypin und die anderen die Judenpogrome der russischen »Schwarzen Hundert« zu rechtfertigen versuchten, so haben die apudistischen Deputierten den von und unter der antisemitischen Regierung Juraschewsky zu erwartenden politischen, wirtschaftlichen und sozialen Judenverfolgungen von vornherein ihre Absolution erteilt, indem sie ihren Wortführer im lettländischen Sejm, dem orthodoxen Deputierten D u b i n, der die neue Regierung begrüßte, in seiner Rede folgende unerhörte Bemerkung machen ließen: »Es erscheint nicht ausgeschlossen — sagte der apudistische Deputierte — daß die linken Elemente blutige Zusammenstöße zwischen Juden und Antisemiten provozieren werden, um die neue Regierung pogromistischer Gesinnung zu beschuldigen. Wir wissen nun, was wir davon zu halten haben werden.« # Palästina-Anleihe und Zehent. »Palesline and ncar east« erörtert im Leitartikel seines letzten Heftes die Verwendungszwecke der Palästina-Anleihe, von der bekanntlich nur ein Drittel, zirka 1A Millionen Pfd. St. für neue Unternehmungen in Palästina verwendet werden sollen, während vom Rest eine Million Pfund als Zahlung für die Uebernahme der Eisenbahnen von der Britischen Militärverwaltung und die verbleibende Summe für Rückzahlungen von Vorschüssen der Kronagenten verwendet wird. Viele Freunde Palästinas, wird ausgeführt, hätten gewünscht, daß die Zahlungen an die Britische Militärverwaltung zurückgestellt würden, bis mittels neuer Investitionen bessere wirtschaftliche Bedingungen in Palästina geschaffen seien. Die Britische Regierung habe sich einem anderen Mandatsland gegenüber nämlich im Irak wesentlich großzügiger gezeigt. — Das Blatt erörtert ferner die neue Verordnung der Regierung, durch die der Oberkommissär ermächtigt wird, in bestimmten Bezirken anstatt der bisherigen Oschersteuer (Zehent) die Zahlung eines festen jährlichen Betrages anzuordnen. Dieser neue Modus ist bisher probeweise in 63 Dörfern durchgeführt worden und soll im neuen Jahr in weiterem Umfang Anwendung finden. Die Zeitung stellt fest, daß der neue Modus in keiner Weise als eine Reform des bestehenden Zustandes anerkannt werden könne. Die neue Regelung habe für die Regierungsfinanzen den Vorteil, daß diese nunmehr eine feste, nicht von den Ernteergebnissen abhängige Einnahme hätten, während der Bauer jetzt auch im schlechten Erntejahr denselben Betrag zahlen müßte, wie im guten. Die schwerste Ungerechtigkeit der bisherigen Besteuerungsform, nämlich die übertrieben hohen Schätzungen, würden den zukünftigen festen Steuersätzen zugrunde gelegt, also unabänderlich gemacht. Eine Berechnung habe ergeben, daß in Aegypten pro Kopf der Bevölkerung ein Pfund an landwirtschaftlichen Steuern zu zahlen sei, in Palästina dagegen drei Pfund. Die neue Verordnung erleichtere also in keiner Weise die Last des Steuerzahlers, was angeblich die Haupttendenz der Regierung gewesen sei; im Gegenteil, sie verewige die Ungerechtigkeiten des früheren Systems. Stimmen aus aller Welt j 775818 ^21602768701306037 53232353482300005302484823234823232302003248532348482323532323485348

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