Die Stimme
- Journal
- Die Stimme
- Volume
- 1 (1928)
- Issue
- Heft 4 (26.1.1928)
- Date
- 1928-01-26
- Page
- – (sequence 10)
- Language
- German
- Belongs to
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Seite 10 DDE STIMME Nr. 4 Wohl in der Erkenntnis seines Marasmus berief dann der Vorstand bei Kriegsausgang den Feuergeist C h a j e s zum Oberrabbiner und kooptierte, durch die demobilisierten Soldaten vom Umsturz bedroht, einige Zionisten wie Dr. D. Friedmann, Dr. Plaschkes und Rudolf T a u s s i g. Da diese aber die Einschränkung des Wahlrechtes auf die deutschösterreichischen Staatsbürger nicht durch gütliches Einvernehmen beseitigen konnten, wagte die Zionistische Partei 1920 den W a h 1 g a n g, der ihr dank dem Proporz eine starke*Vertretung brachte. Nun erst lenkte die Mehrheit des Vorstandes ein. Dr. Friedmann als Vizepräsident führte faktisch die Gemeinde; die gefährdeten Finanzen wurden saniert, manch wertvolle Reform, voran im Unterrichts- Wohlfahrtswesen, eingeführt, das Palästinawerk subventioniert und die zum Wahlrecht ermächtigende Mindeststeuer auf 60 Groschen ermäßigt. Diese Annäherung ermöglichte 1924 ein Kompromiß mit den Offiziellen. Nun standen 19 Vorsteher von der »Union« und »Agudas Israel« 17 zionistischen Vorstehern (Allgemeine Zionisten, Misrachi und Soziale Arbeitsgemeinschaft) gegenüber. Diese knappe Mehrheit glaubte — wohl zufolge der wie in aller Welt wiedererstarkten Reaktion — sich jedem Wunsch der Zionisten hartnäckig verschließen zu müssen. Dies macht den Kampf bei der kommenden Neuwahl des Kultusvorstandes für alle Zionisten unausweislich. Es gilt diesen Kampf mit Entschlossenheit, doch zugleich mit Würde und Sachlichkeit zu führen. Unsere Hauptparolen sind dabei: Das a 11gemeine Frauenwahlrecht und die Durchsetzung der auch uns Juden durch Völkerbund und Friedensvertrag verbürgten Minoritätsrechte, damit wir zur Sicherung der Zukunft ein großzügiges jüdisches Schulwesen aufrichten können. Die Zionisten Wiens dürfen sich von Graz, Köln und Berlin, wo überall die Fahne der liberalen Assimilation von den Kultusstuben herabgeholt wurde, nicht länger beschämen lassen. Herzls Vermächtnis verlangt Erfüllung und die heilige Gemeinde Wien muß sich als wahrhafte Volksgemeinde mit in den Dienst der Renaissance des jüdischen Volkes stellen. Der neue Geist in der Grazer Kultusstube Aus Graz -wird uns berichtet: Am 4. Jänner veranstaltete die Zionistische Ortsgruppe Graz eine öffentliche Versammlung, 'bei der die zionistischen ‘Kultusräte Bericht über ihre Tätigkeit in der Kultusgemeinde, in der die Zionisten die Majorität der Vorstandssitze inne'ha'ben, erstatteten. Als Vertreter des Zionistischen Landeskomitees für Oesterreich nahm Herr Földes an der Versammlung teil. Der Präsident der Kultusgemeinde Dr. Robert Sonnenwald schilderte die Schwierigkeiten, mit denen die Mandatare bei Uebernahme ihres Amtes zu kämpfen hatten. 'Es gelang jedoch auf fast allen Gebieten des jüdischen Gemeindelebens, wie z. B. in der Schul- und Kulturarbeit bald fruchtbare, von frisdhem ■Geist getragene Arbeit zu leisten. Die Forderung nach gerecbteriBesteuerumg konnte, da sie eine nur mit Zweidrittelmehrheit durchführbare Statutenänderung erfordert, infolge der Sabotage einer solchen durch die n i c ih tzionistische Minderheit noch nicht ganz durchgeführt werden. Doch wird hoffentlich im nächsten Kultusrat die Kräftegruppierung eine solche sein, daß eine iSabotagemöglichkeit ausgeschlossen ist. Wie anschließend an diese Darlegungen Vizepräsident Karl Schwarz ausführte, wird die Finanzkommissiocn durdh Vornahme einer neuen Staffelung den Kreis der Höchstbesteuerten erweitern, um Ungerechtigkeiten in der [Besteuerung — bisher zahlten die 'Höchstbesteuerten an Steuern den 800Öfaahen, die Mittelbesteuerten dagegen den 21.000fachen Friedensbetrag — nach Möglichkeit zu beseitigen und das Budget, das mit 92.000 Schilling präliminiert ist.* ins Gleichgewicht zu bringen. In der Versammlung referierten sodann die Herren Elias Grünwald, Samuel S e 1 i n g e r und Karl Schwarz über die Tätigkeit der Tempelsektion. Der Vorsitzende der Schulsektion, Herr Oskar Freudmann, konnte mitteilen, daß es der unter der verdienstvollen. Leitung des Herrn Oberlehrers Julius Steiner stehenden Jüdischen Volksschule gelungen ist, sämtliche jüdischen Kinder in Graz zu erfassen. Die Einführung von Elternabenden bringt Schule und Haus in lebendigen Kontakt. In der Diskussion wurde von sämtlichen Rednern die intensive und wertvolle Tätigkeit der zionistischen Majorität des Grazer Kultxisvorstandes anerkannt und die öffentliche Erörterung der Fragen des jüdischen Gemeindelebens begrüßt. Die Wiener Kultusgemeindewahlen Zu dem unter diesem Titel in tmserer letzten Ntimmer erschienenen Versammlungsbericht, erhalten wir von Herrn Oberbaurat Ing. Robert Stricker, folgendes Schreiben, mit dem Ersuchen um Veröffentlichung, dem wir hiemit gerne nachkommen: In Nummer 3 Ihres gesch. Blattes berichten Sie, daß der Pakt mit der Mehrheit in der Kultusgemeinde von Oberbaurat Stricker in seiner damaligen Eigenschaft als Präsident der Zionistischen Landesorganisation „gegen den Willen der meisten Zionisten durchgedrückt worden sei". Diese Darstellung ist falsch. Das Wahlbündnis mit der „Union österreichischer Juden“ wurde im Jahre 1924 nach ausführlichen, vielstündigen Debatten in regelrecht beschickter Sitzung des Parteirates österreichischer Zionisten mit Majorität beschlossen. Zu diesem Schreiben bemerken wir, dal unsere Darlegungen nie behauptet haben, das Kompromiß mit der „Umon“ sei ohne Beschlull des zionistischen Parteiratas zustandegekommea, sondern lediglich feststellen, des Kompromiß1 sei von einer großen Zahl von Zionisten nicht gewünscht worden. Es wurde von Oberbaxirat Stricker im Parteirat befürwortet und mit knapper Mehrheit angenommett. Aufruf an die jüdische Jugend Der Kultusgemeiodevorstand hat die Forderung nach allgemeinen Wahlrecht abgelehnt! Die jüdischen Kulturinstitutionen sind schwer gefährdet! Alle Jugendlichen werden daher zu einer Protestkundgebung der jüdischen Jugend aufgerufen, die Mittwoch, den 1. Februar 1928 um 8 Uhr abends im Hotel „Bayrischer Hof“ stattfindet. Die jüdische Jugend fordert: Das allgemeine Wahlrecht. — Erhaltung und Sicherting der Kulturinstitutionen. — Ein umfassendes jüdisches Kulturprogramm. Wir fordern alle Jugendlichen auf, zu erscheinen und für diese Forderungen zu demonstrieren. Die iBundesleitung des Jüdischen Wanderbundes Blau-Weiß. Privatistenprülungen aus israelitischer Religion. Der Vorstand der israelitischen Kultusgemeinde teilt mit: Die Privatistemprüfungen aus israelitischer Religion für Schüler und Schülerinnen an Volks-, Bürger- und Hauptschulen für das erste Halbjahr des 'Schuljahres 1927/28 finden durch die zuständigen Religionslelhrer in den Sammelstationen statt. Die Termine für die 'Prüfungen können bei den zuständigen 'Schulleitungen oder im Schulamte' der israelitischen Kultusgemeinde, Wien il., Seitenstettengasse 4, iLH. Stock, in der Zeit von 9—12 Uhr vormittags erfragt werden. Die Prüfungstaxe beträgt derzeit S 5.— pro Halbjahr. Oer Betrag ist im vorhinein an der Kassa der israelitischen Kultusgemeinde, Wien, L, Seitenstettengasse 4, I. Stock bezw. ihren Bezirksämtern, XV., XVI., XViM. und. XXII. zu erlegen. Die Quittung ist dem zuständigen Religionslehrer vor der Prüfung zu übergeben. Produktive jüdische Gemeindefürsorge In Berlin Die Berliner jüdische Gemeinde hat eine Anzahl von Institutionen, die sich mit einer produktiven Fürsorge beschäftigen, um welche sie jede andere Großgemeinde wohl beneiden könnte. Im nachfolgenden seien aus der Tätigkeit dieser Institutionen in den beiden letzten Jahren 1926 und 1927 einige interessante Daten wiedergegeben: Die Arbeitsgemeinschaft der jüdischen Arbeitsnachweise, die einen Stellennachweis für männliches und einen Stellennachweis für weibliches Personal, eine Abteilung für Hauspersonal und eine Berufsberatungsstelle für Knaben und Mädchen besitzt, hat in den Jahren 1926 und 1927 die folgenden Ergebnisse: Im Jahre 1926 lagen 9138 Meldungen vor, von welchen 4334 nach einer Frequenz von 77.776 Stellen mit Posten versorgt wurden. Im Jahre 1927 wurden nach einer Frequenz von 69.219 5865 Stellen vermittelt von einer Anzahl von 9409 Meldungen. Die größte Zahl der Meldungen und Stellenvermittlungen erfolgte selbstverständlich in der kaufmännischen Gruppe. Die Berufsberatungsstelle konnte im Jahre 1926 sich mit 852 Lehrlingen und 710 Lehrmädchen beschäftigen. 397 Knaben und 344 Mädchen folgten den Ratschlägen der Berufsberatungsstelle. Die besonders gut ausgestaltete Brockensammlung, welche mit einem Bxidget von 6000 Mark bestritten wurde, erhielt von 450 Spendern im Monatsdurchschnitt 1770 Stück der verschiedensten Wirtschaftsgegenstände; im Monatsdurchschnitt wurden zirka 1000 Petenten abgefertigt und mit einer Anzahl von Kleidungsstücken versehen. Der Marktpreis der ausgegebenen Sachen dürfte einen Wert von zirka 7000 Mark haben. Die der Arbeitsgemeinschaft der jüdischen Arbeitsnachweise (Abteilung für Berufsberatung) angeschlossenen Werkstätten bestehen aus einer Lehrwerkstätte für Herrenmaßschneiderei, die 1200 Mark monatlich kostet, und 15—20 Lehrlinge ausbildet, ferner einer Nähstube für erwerbslose Frauen, in welcher 10—15 Frauen unter einer fachkundigen Leiterin arbeiten und die ebenfalls das gleiche Budget pro Monat benötigt. Die in Berlin im Winter des Jahres 1926/7 besonders stark herrschende Arbeitslosigkeit führte dazu, daß im März 1927 das erste jüdische Werkheim von der Arbeitsgemeinschaft gegründet wurde, bei Beginn mit einer Belegschaft von 10 Jugendlichen. Insgesamt sind in dem abgelaufenen Jahre zirka 100 Jugendliche durch das Heim gegangen. Der größte Teil von ihnen wurde fortlaufend in Lehrstellen untergebracht. Schließlich ist noch die jüdische Darlehenskasse zu erwähnen, der jüngste Zweig am Baume der jüdischen Wohlfahrtspflege Berlins. Die jüdische Gemeinde hat sich bei dieser Darlehenskasse mit einem Betrag von 120.000 Mark beteiligt. In den Jahren 1924 bis August 1927 wurden rund 1200 Darlehen mit 466,940 Reichsmark gewährt, die sich mit 39% auf Händler, 34% auf Handwerker, 17% auf Kaufleute und 10% auf freie Berufe erstrecken. Die Rückzahlungen erfolgten zu 60% in wöchentlichen, zu 40% in monatlichen Teilbeträgen. Für etwa 70% der Darlehensnehmer mußten die Giranten in Anspruch genommen werden. Das neue Präsidium des Berliner jüdischen Gemeindevorstandes Die Repräsentantenversammlung der (Berliner jüdischen Gemeinde nahm statutengemäß in der ersten Sitzxxng de» Jahres die Neuwahl des Präsidiums vor. Die Liberalen, welche, wie bekannt ihre Mehrheit im Kultusvorstande verloren haben, kandidierten wieder für den ersten Vorsitzenden, blieben jedoch mit 10 Stimmen gegen 11 Stimmen in der Minderheit, mit denen der bisherige erste Vorsitzende, Dr. Julius Stern, wiedergewählt wurde. Die Liberalen erklärten hierauf, sich an der Präsidiuimswahl nicht weiter zu beteiligen. Zum ersten Stellvertreter des Vorsitzenden wurde Dr. Alfred Klee (jüdische Volkspartei), zum zweiten Stellvertreter Herr M. A. L o e b wiedergewählt. Als Schriftführer gingen aus der Wahl Lanidesgerichtsrat Rau und Frau Lina Wagner - Tauber hervor. Die jüdische Frau Nahida Ruth Lazarus Erinnerungen von Rechtsanwalt Dr. Hermann F i a 11 a (Wien). (Aus einem Gespräch.) Am 18, Jänner ist in Meran Frau Nahida Ruth Lazarus, die Witwe nach dem im Jahre 1902 verstorbenen berü'hmten Philosophen und Völkerpsychologen Moritz L azarus, im Alter von 78 Jahren gestorben. Sie war zu Lebzeiten ihres Gatten eine vielgelesene schöngeistige Schriftstellerin. Ihre unter dem Pseudonym R e m y erschienenen Erzählungen, Romane und Kulturskizzen wurden viel gelesen. In den letzten Lebensjahren gab Frau Lazarus, eine Persönlichkeit von Eigenart, die Lebenserinnerungen ihres berühmten Gatten, eine Autobiographie „Aus meiner Jugend“ sowie eine Schrift „Die Erneuerung des Judentums“ heraus und schrieb eine Reihe von Essays über jüdische Fragen, von denen der über die jüdische Frau (besonders beachtenswert ist. Ein sonderbares Schicksal fügte es, daß ich einige Stunden, 'bevor ich durch die Zeitung vom Tode der Frau Nahida Ruth Lazarus erfahren hatte, ihr einen Brief nach Meran, ihrem Witwensitz, schickte. Zwischen uns bestand seit 30 Ja’hren ein warmes Freundschaftsverhältnis, das allerdings nur schriftlich 'aufrechterhalten werden konnte, da Frau Lazarus durch Ikörperliche Beschwerden verhindert war, weite Reisen zu machen und ich selbst (bei aller Rüstigkeit — ich bin gegenwärtig 84 Jahre alt — ernsten Redsestrapazen auszuweidhen wohl das Recht habe. 'Uebrigens hörte ich, daß Frau Lazarus das Augenlicht verloren habe, konnte aber dieses Gerücht auf seine Richtigkeit nicht prüfen. Trotzdem in der letzten Zeit also eine Pause im persönlichen Verkehr edngetreten war, konnte man doch unser Freundschaftsverhältnis ein inniges nennen. Ich besitze von der Verstorbenen eine Reihe überaus interessanter 'Briefe, wie denn überhaupt alles, was sie geschrieben, sich durch klaren Ausdruck, tiefe 'Herzlichkeit und bewundernswerten 'Stil aus* zeiohnet. Meine erste Begegnung mit dem seltenen Mensdhenpaar Professor Lazarus und Schriftstellerin R e nt y (so 'hieß Frau Lazarus vor ihrer Verehelichung) fällt in das Frühjahr 1897. Das diesen Erinnerungen beigegebene Lichtbild überreichte mir damals das Ehepaar mit einer tiefsinnigen Widmung. (Ich war damals Obmann des Jüdisch-Politischen Volks- Vereines und in dieser Funktion lud ich' Professor Lazarus zu einem Vortrag nach Wien ein. Dieser Vortrag fand auch statt, und zwar im Großen Musikvereinssaal unter außerordentlichem Interesse des Publikums, Lazarus sprach über sein Lieblingsthema, über „Völkerpsychologie". Nicht wie ein trockener 'Gelehrter, sondern wie ein tiefgründiger Enthusiast, leicht, geistreich, konferenzartig, das Thema derart beherrschend, daß es den Anschein der (Improvisation eines großen 'Geistes machte. Der Eindruck war überwältigend. Das gebildete Wien stand unter dem Bann des damals schon berühmten Mannes. Dieser (Wiener Aufenthalt führte izu persönlichen (Beziehungen. Da auch Frau Lazarus durch ihre starke Persönlichkeit zu fesseln wußte, kam es zu einem Vortrag der (Schriftstellerin ebenfalls im Großen Musikvereinssaal. Das Thema war merkwürdig genug. Es hieß ,;M e i n iS1 e e 1 e nka mp f“. Nahida Ruth schilderte ihre innere Wandlung und ihre Verbindung mit Lazarus, (kurzum die Motive ihres Uebertritts zum Judentum. Die fernsten Kreise des jüdischen und nichtjüdischen Publikums hatten sich eingefunden und einen unerhörten Eindruck von der Größe der Frau empfangen. Während Professor Lazarus mit seinem Prophetenkopf den Eindruck würdevollen Ernstes machte, wußte sie durch ihr feines Wesen zu fesseln: anmutig in jeder Beziehung, gewandt in der 'Form, mit ihrer kurzgeschnittenen Frisur, die man als Vorläufer des Bubikopfes bezeichnen kann, packte sie das Publikum, das gespannt war zu erfahren, in welcher Art eine Frau ihr inneres Schicksal mitzuteilen und zu motivieren hatte. Beide waren tiefbewegt von dem Wiener Erlebnis, und ich darf wohl sagen, daß ich dem Schicksal für die Begegnung mit diesen .zwei außerordentlichen Menschen dankbar bin. ■Im selben Jahre 1697 machte ich einen Besuch beim Ehepaar Lazarus in dessen Leipziger Heim. Es war rührend zu sehen, wie Nahida Ruth ihren um 30 Jahre älteren Gatten verehrte, eine Verehrung, die sich nach dessen im Jahre 1902 erfolgten Tode bis zum Kult steigerte. Einigemal wandte sich meine Freundin an mich um Rat, wenn es sich um die binterlassenen Schriften ihres Gatten handelte, dem sie ein literarisches Denkmal setzen wollte, oder um ihre eigenen Werke, die bekanntlich seinerzeit überaus populär waren. Aus den zahlreichen Briefen, die ich von der edlen Toten besitze, taucht die Erinnerung an eine verschwundene Zeit auf. Und ich* muß bekennen, daß es hauptsächlich die ethische Wandlung der Schriftstellerin Remy, die Eroberung Ihrer Seele durch das Judentum war, 4m die Bestes der damaligen Epoche erschütterte und zu Bewunderer* dieser einzigen Frau machte»