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Die Stimme · 1928-01-26 · Heft 4 (26.1.1928) · page 8

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Journal
Die Stimme
Volume
1 (1928)
Issue
Heft 4 (26.1.1928)
Date
1928-01-26
Page
– (sequence 8)
Language
German
Belongs to
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Seite 8 DIE STIMME Nr. 4 j Dorn - Schuhe 1 / Wien, II, Taborstraße 8a / :: Herrlich« Modelle, erstklassig ausgefDhrte :: •j StraBen- und Abendschuhn •* J Jnvenlurvevhauf von Einzelpaaren 7 (12*50,15*-, 17*50,19-50 l Gerüchte über die Hedschasbahn. „El Schura", das ägyptische Blatt der „arabischen Exekutive" in Jerusalem, behauptet zu -wissen, daß England und Framkreich die Aufteilung der Hedschasbahn unter sich beschlossen haben. Das Uebereinkommen darüber solle dem Völkerbund zur Bestätigung vorgelegt werden. Obwohl Nachrichten aus dieser Quelle im allgemeinen kein großes Vertrauen verdienen, verdient die Meldung doch mit Rücksicht auf die Wichtigkeit der Angelegenheit Beachtung, Sie wird zudem nooh durch Angaben ergänzt, die von einem S'chwesterblatt, dem Jerusalemer Organ, der so’genannten „arabischen Exekutive", veröffentlicht werden. Danach soll der rollende Bestand, Waggons, Lokomotiven usw, nach einem bestimmten Schlüssel zwischen dem französischen Mandatsland Syrien und den britischen Mandatsgebieten Palästina (einschließlich Transjordanien) aufgeteilt werden. Das Liniennetz und die Werkstätten sollen in dem Umfange, in dem sie in jedem dieser Gebiete liegen, ihnen züfallen. Von der Hedsc'hasregierung selbst soll eine Veränderung der Linienführung nördlich Medina verlangt werden. Der Beherrscher des Hedschas Ibn Savid, sagt das Blatt, halbe während der Verhandlungen über den Vertrag von Dschidda — sein letztes Abkommen mit Sir Gilbert Clayton — gefordert, daß die Bahnlinie ihm übergeben werde. Darauf hätten England und Frankreich, um Ibn Saud vor eine vollendete Tatsache zu stellen, sich in einem besonderen Vertrage über die Aufteilung der Linie unter sich verständigt. Der Palästinaregierung ist bisher von einer solchen Vereinbarung noch nichts bekannt, aber das schließt natürlich nicht aus, daß dergleichen Pläne bestehen, umsomehr als die Bahn bis jetzt provisorisch von Vertretern Palästinas, Transjordaniens und Syriens verwaltet wird, bis über das Eigentumsrecht an ihr endgültig entschieden sein wird. * „Der kommende Welthafen Haifa.“ Unter diesem Titel schreibt der Jerusalemer Korrespondent des „Berliner Tageblatt": Im Zusammenhang mit den früheren Berichten über den geplanten hochwichtigen Bau einer Bahn von Haifa nacn Bagdad ist mitzuteilen, daß mit dem Bau dieser Linie auch die Anlage der Rohrleitung für die Ausfuhr des Mosul-Petroleums, das durch die arabische Wüste nach dem Hafen von Haifa gebracht werden soll, verknüpft ist. Die Idee, das Mosul-Petroleum, das 'heute keine Verbindung mit dem Weltmarkt hat, auf diese Weise einem Mittelmeerhafen und damit den großen Verbrauchszentren zuzuführen, spielte schon während der Friedensverhandlungen eine Rolle. Bis jetzt herrscht aber ein Kampf zwischen England und Frankreich über den Weg, den die Leitung nehmen soll, Frankreich wünscht sie durch sein Mandatsland Syrien nach A l exandrette zu leiten. England muß dagegen schon wegen seiner stärkeren finanziellen Beteiligung an der Mosul-Konzession darauf bestehen, daß sie nur durch britisches Mandats¬ oder Einflußgebiet gelegt wird und daher in Haifa mündet". Der Streit scheint jetzt zugunsten Haifas entschieden zu sein. Der Hafen von Haifa wird großartig ausgeb au t, so daß er ganz stattlichen Ansprüchen genügen, einen ansehnlichen Platz in der Reihe der Welthä'fen einnehmen wird. Die Fertigstellung des Hafens wird drei Jahre erfordern und von der Palästinaregierung in eigener Regie durch geführt werden. Der gesamte Kostenaufwand wird auf zwei Millionen Pfund veranschlagt. Palästina Die Höhlen Mugharet-el-Emoreh in Palästina, wo der erste Neanclertalschädel außerhalb Europas gefunden wurde. Ureinwohner Palästinas Von F, Turville - Petre. Vor einiger Zeit wurde in Palästina ein Schädel des Neandertal-Menschen, der ältesten Menschengattung .gefunden. Dieser Fund war deshalb besonders aufsehenerregend, weil er der einzige war, der außerhalb Europas gemaaht wurde. Ueber seine Bedeutung unterrichtet der folgende Aufsatz, dessen Verfasser einer der berühmtesten Archäologen und Mitarbeiter der British School of Archaeology ist, Die Wichtigkeit Palästinas für die allgemeine Kulturentwicklung beruht auf seiner geographischen Lage, welche gleichsam eine Brücke zwischen drei uralten Kulturzentren, Aegypten, dem Euphrattal und im Norden dem kleinasiatischen Hochlande der Hethiter bildet. So ist Palästina stets ein Treffpunkt von drei einander fremden Kulturströmen zu betrachten. Bald war Palästina von Mesopotamien aus stärker beeinflußt, bald von Kleinasien, zuweilen war der ägyptische Einfluß vorherrschend; meistens aber war dies Land die Kampfesbühne dieser drei Mächte, von denen jede einzelne materielle Zeichen ihres Wirkens zurückgelassen haben muß. Aber gerade weil Palästina ein so reiches Material aus der Zeit der hochentwickelten Kulturen bietet, sind hier, wie im ganzen Gebiete der älteren Hochkulturen, die keineswegs weniger interessierenden Probleme der Entstehung und frühesten Entwicklung der Menschheit während des Laufes der Altsteinzeit verhältnismäßig vernachlässigt worden. Von Zeit zu Zeit haben zwar gute Kenner des Steinzeitalters Palästina besucht, die Feuersteinartefakte, die zahlreich auf der Erdoberfläche in Tälern und in den Ebenen herumliegen, gesammelt und dieses Material mit den gleichartigen Funden, welche in Westeuropa gemacht worden sind, Verglichen. Da aber auf der Oberfläche Reste aller Epochen zusammenliegen, die daher schwer auseinanderzuhalten sind, ist auf diesem Wege ein zuverlässiges und genaues Bild des früheren Entwicklungsganges nicht zu gewinnen. Um diese Lücke ein wenig auszufüllen, hat der Verfasser in den Jahren 1925 und 1926 auf Kosten der englischen archäologischen Schule in Jerusalem ein eingehendes Studium der Reste der frühesten Steinzeit in der Gegend des Tiberiasees betrieben, wo sich zwei uralte Wanderungswege kreuzen, von denn der eine dem Jordantal folgend, Aegypten und Kleinasien verbindet, während der andere vom Euphrat ausgehend, durch die Syrische Wüste nach dem Mittelmeer führt. Bei der Wichtigkeit dieser Gegend als Kreuzpunkt verschiedener Rassenwanderungen würde es vielleicht nicht so phantastisch wirken, wenn /wir die Möglichkeit in Betracht ziehen, daß gerade hier eines der frühesten Zusammentreffen der drei Hauptrassen der Menschheit stattgefunden hätte. Nach neueren Anschauungen haben sich in Ostzentralasien die gelbe oder mongolische Rasse und im Steppenland von Westzentralasien die weiße oder kaukasische Rasse, von einander durch die eiszeitliche Vergletscherung der dazwischenliegenden persischen Gebirge völlig getrennt, entwickelt; ebenso war das Verbreitungszentrum der schwarzen oder Negerrasse in ^nerafrika durch vulkanische Störungen in Arabien und Westasien von der euroasiatischen Landmasse abgeschlossen. Als dann in Arabien die vulkanischen Ausbrüche aufhörten und in den Zwischenperioden der Eiszeit sich das Klima milderte, schwanden die Trennungslinien und die Zugstraßen wurden frei. Heute treten noch unter den arabischen Einwohnern Palästinas Negertypen hervor, und ebenso zeigt auch das Tierreich des Landes eine eigentümliche Mischung asiatischer und afrikanischer Formen, wodurch die eben aufgestellte Theorie gestützt wird. Mongolische Typen bei Menschen und Tieren sind hier viele seltener, aber anscheinend nicht ganz unbekannt. In dieser Gegend fing man dann im Frühjahr 1915 an, nach Spuren steinzeitlicher Bewohner zu forschen, und zwar suchte man vor SIEGM. KORNMEHL droftfleltcliltaiierel Zentrale IX, Berggasse 19, Telephon 17-3-99 u. 16-9-34 Lieferant für Heilanstalten, Abteilungen für uw-Fleisch unter Aufsicht des Ehrwürdigen Rabbinats der Israelitischen Kultusgemeinde Wien IX, Berggasse 15_XVIII, Währingerstraße 97 allem in den Höhlen, welche in großer Menge in den Tälern vorhanden sind, da man auf Grund der in Westeuropa angestellten Forschungen weiß, daß die frühesten Menschen hauptsächlich Naturhöhlen bewohnten. Am westlichen Ende der Genezarethr ebene liegen in einem Felsabhange drei, die M u g - haret-el-Emoreh genannten Höhlen von geringer Tiefe. Vom Hintergründe der mittleren dieser Höhlen führt ein etwa 15 Meter langer unterirdischer Gang zu einer kleinen natürlichen Kammer. In dieser Kammer fand man den Boden dicht mit Feuersteinartefakten und Absplitterungen bestreut. Beim Ausgraben der ganzen Höhlenanlage fand man auch in den vorderen Höhlen in etwa 60 Zentimeter Tiefe unter dem jetzigen Boden viele hundert Feuersteinwerkzeuge und dazwischen viele, oft vom Feuer angebrannte Knochen von Tieren, die den früheren Bewohnern zur Nahrung gedient hatten. Die Artefakte entsprechen teils der aurignasisch genannten Arbeitsweise, die in Europa für die Zeit der ersten Menschen des modernen Typus vor etwa 25.000 Jahren charakteristisch ist, teils einer noch älteren Stufe, mit der wir uns noch unten beschäftigen werden. Diese Knochenfunde weisen auch auf eine viel reichere Tierwelt hin, als jetzt in Palästina vertreten ist; u. a. findet sich auch das in dieser Gegend heute vollkommen ausgestorbene Rhinozeros. Unweit von der Mugharet-el-Emoreh sieht man in der tiefen Schlucht eines Tales, welches Wadiel-Amud heißt, in dem steilen Felsen etwa vierzig Meter über dem Talboden eine große Höhle, die Mugharet-ez-Zuttigeh. Obschon weder im Innern dieser Höhle noch in ihrer Umgebung Steinwerkzeuge zu finden waren, wurde auch sie durchforscht, da sie ihrer Geräumigkeit imd schwer zugänglichen Lage wegen einen besonders günstigen Aufenthaltsort für einen primitiven Stamm zu bilden schien. Dort entdeckte man in etwa 2 bis 3 Meter Tiefe zahlreiche Stein Werkzeuge des Typus, die man als moustierisch bezeichnet. Bei den darauf erfolgten weiteren Ausgrabungen fand man dann den vorderen Teil eines Menschenschädels. Dieser Schädel zeigt alle Merkmale des aus europäischen Ausgrabungen gut bekannten Neandertaltypus, der durch die massive Entwicklung seiner Augenbrauenwülste und durch die zurückfliehende Stirn besonders auffällt. Diese älteste Rasse, von welcher wir eine beträchtliche Zahl von Knochenresten haben, war bis dahin nur aus Forschungen in Europa bekannt. Ihr Vorkommen in Westasien, zumal in Verbindung mit ähnlichen Feuersteinartefakten, wie man sie in Europa gefunden hat, beweist, daß in dieser frühen Epoche der Menschheitsentwicklung das ganze Mittelmeerbecken sowie West- und Mitteleuropa ein einheitliches Kulturgebiet gebildet haben muß. Diese Rasse soll ihr Entwicklungszentrum in Afrika gehabt haben und ähnelt, im Vergleich mit den menschenähnlichen Affenrassen, besonders dem nur in Afrika vorkommenden Gorilla. Die charakteristischen Werkzeuge dieser ältesten Menschenrasse kommen außer in Süd- und Mitteleuropa und Westasien häufig in Aegypten und Nordwestafrika vor. Die meisten modernen Forscher sehen in dieser Rasse keinen direkten Vorahnen des modernen Menschen, sondern eher eine Art Fehlentwicklung, die vor dem Anstoße des gegen Mitte der Altsteinzeit aus einem unbekannten Verbreitungszentrum ausströmenden Menschen plötzlich aus Europa und Westasien verschwand. Das neue Doppelheft der Monatsschrift „Palästina“, die seit Beginn des Jahrganges 1938 in vergrößertem Formal und mit vermehrtem Anhalt erscheint, ist in den letzten Tagen erschienen und enthält folgende Beiträge: Die jüdische Kolonisation in Rußland von Dr. Arthur Ru pp in (der erste authentische Bericht über die innerhalb des Judentums so heftig umstrittene Frage). Die jüdischen Siedlungsformen in 'Palästina von Agr. Hermann Hirsch. Die Entwicklung des Arbeitsmarktes in Palästina in den letzten Jahren und die Arbeitslosenfrage von Dr. Walter P r e u ß. Das Problem der jüdischen Arbeit in den alten Kolonien von Dr, Zwi 'L u f t. Zur Frage der Organisation des Milchabsatizes von Harry V i t e- 1 e s. Die Bevölkerungsbewegung, Zentralbank der Kooperativen, Rundschau, Nachrichten und Daten, Büdher und Zeitschriften, Karte der jü,disc!h'en Kolonien, Die Monatsschrift kostet in Oesterreich jährlich S 10.—, halbjährlich S 6.—; für das gesamte Ausland jährlich 2 Dollar, halbjährlich 1 Dollar, 20 Cents, Zu beziehen durch das Zionistische Büro, Wien L, Kärntnerstraße 28. Vom Jahrgange 1027 sind einzelne Hefte erhältlich; Einzelheft S’ —,90, Doppelheft iS 1.80, Die Einnahmen des Keren Hajessod im Dezember Um Monat Dezember v, J. sind beim Keren Hajessod- Hauptbüro in Jerusalem 40.294 Pfund eingegangen, Davon entfallen u. a. auf die Vereinigten Staaten von Amerika 15.562, auf Rumänien 8128, auf Deutschland 5672, auf Südafrika 4000 und auf Australien 2050 Pfund,

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