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Die Stimme · 1928-01-12 · Heft 2 (12.1.1928) · page 14

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Journal
Die Stimme
Volume
1 (1928)
Issue
Heft 2 (12.1.1928)
Date
1928-01-12
Page
– (sequence 14)
Language
German
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Seite 14 Pffi STIMME Nr. 2 zahlenratsel 1. 6 1 3 5 4 Bibi. Figur. 2. 5 9 5 4 2 10 8 3. 12 2 3 3 5 4. 7 12 8 5 14 9 5. 3 2 15 8 6. 2 11 1 10 14 3 7. 9 7 13 5 12 10 8. 5 14 3 5 10 9. 15 2 5 12 13 Die Anfangsbuchstaben ergeben, eine Stadt ii Tier. Menschenschlag. Gerichtsspruch. Stoffart. Schöner Jüngling. Stadt in der Schweiz Metall. Monat. von oben nach unten gelesen, Palästina. Rätsel-Coupon t ".—:rr=-,' ■:.r- =- I I f Name:. 1 Wohnort:. j Adresse: Jüdischer Humor Das erste Geschält Der Engrossist Selten, Spezialist Damenstrümpfe, hat einen Volontär aus sehr guter Familie ins Büro bekommen und will ihm schon am dritten Tage seiner Tätigkeit auf eine Geschäftsreise schicken. »Ich werde Ihnen ganz genau sagen, wie Sie sich zu verhalten haben, Sie brauchen nur aufzupassen und können dann gar nicht verfehlen. Also, zuerst fahren Sie nach Neutomischl, da kommen Sie an um 12 Uhr 8 Minuten. Dort gehen Sie in den Gasthof, lassen sich eine Bouillon geben, erfrischen sich ein bißchen und fragen nach dem Kunden, den ich Ihnen hier notiert habe. Dann gehen Sie zu dem Kunden, richten ihm eine Empfehlung von mir aus, und er wär’ doch immer zufrieden gewesen mit meiner Ware, und ich hoffe, er wird wieder von unseren Damenstrümpfen bestellen. Und wenn er Sie im Preis drücken will, kommen Sie ihm ein bißchen entgegen, so weit, wie ich Ihnen hier aufgeschrieben habe. Jedenfalls telegraphieren Sie mir um 3 Uhr, was Sie ausgerichtet haben.« Der Volontär geht auf die Geschäftsreise. Es wird 4 Uhr nachmittags — kein Telegramm. Es wird 5 Uhr, 6 Uhr — keine Spur von einer Depesche. Selten ist außer sich; was kann dem Menschen passiert sein? Es wird später und später, endlich um 9 Uhr kommt das Telegramm: »In ganz Neutomischl keine Bouillon aufzutreiben,« * Konjunktur Schlojme: »Wenn ich nur kennt machen a gutes Geschäft!« Jankel: »Folg' mir! Seit a por Wochen is Wachs sehr gestiegen im Preis, mußte jetzt verkaufen Wachs, weste verdienen e Masse Geld.« Schlojme: »Wie soll ich verkaufen Wachs? Ich hab' doch gar ka Wachs!« Jankel (resigniert): »Nu, as de nischt hast ka Wachs!!« Der sensationelle Erfolg der „Weißen Woche“ im Warenhaus Brüder Schiff mann, II, Bez,, Taborstraße 48, hat dieses Unternehmen veranlaßt, ihre fabelhaften Angebote in sämtliah'en Weißwaren zu verlängern. Der große Zuspruch der ersten Verkaufstage hat den Ruf desWarenhauses Schiffmann als verläßlichste und billigste Einkaufsquelle befestigt. Die enorme Auswahl in den bekanntesten Qualitätsarten an Weben, Chiffonen, Gradl, fertiger Bettwäsche, Damen- und Herrenwäsche usw. und die verblüffend niedrigen Preise bieten Privaten, Gastwirten, Hoteliers usw, eine ideale EinkaufsmÖgliatokeit. Nachstehend ein kleiner Auszug aus der Preisliste: 10.000 Meter Wäsche- Chiffon, per Meter 59 Groschen. Riesen-Webe S —75, Wäsche- Batist S —.98, Prima Haus-Webe, Marke ,,3 Tannen", S —.98, Prima Lilien-Webe S 1.75, Prima Streifgradl für Bettwäsche ,,3 Tannen" S 1.25, Prima - Seidengradl S 1,50, Damastgradl S 1.50, Prima Streif- und Damastgradl, 120 breit, für Bettwäsche S 2,50, Prima Hosengradl 80 breit, S 1,25, Prima Hosen- Raye S 1,50, Handtuch, gestr, „3 Tannen", per Meter S —,98, Prima Handtuch, weiß, per Meter S 1.20, Frottier-Handtuch, per Stück S 1.25, Prima Frottier-Handtuch, 60 mal 120, S 2.90, Tischgedecke, 1 Tischtuch, 6 Servietten, S 7,90, Bettuch, 140 breit, S 1.98, Prima Bettuch, 140 breit, Marke ,,3 Tannen", S 2.50, fertige Leintücher komplett, groß, S 3.48, 10.000 Stück Damast-Servietten mit Hohlsaum, per Stück S —.58, 100.000 Stück Geschirrtücher, per Stück S —.49. 5000 Stück Damenwäsche-Garnituren, ajouriert und gestickt, Hemd oder Hose S 1.98, Hemdhose, ajouriert und gestickt, S 2.90, Prima Chiffonhemd oder -Hose S 1.25, Prima Damennachthemd, ajouriert und gestickt S 3.90, Jumper-Leibi, ajouriert, S 1.49, Madras- Stoffe für Vorgänge, per Meter S —.70, Prima Chiffon-iHafbschürze S 1.25, Kinder-Schürzen mit Stickerei S 1.49, Prima Träger-Schürze mit Stickerei S 1.49, Madras-Stoffe, 130 breit, S 1.25, Madras-Halbstores S 3.90, Künstler-Vorhänge S 6.90, 1000 Dutzend gestickte Batist-Taschentücher, per St. S —.20, 2000 Stück Herren-Hemden, weiß, alle Halsweiten, S 2.90, Herren-Molino-Hem'den mit und ohne Kragen, S 1.98, Prima Knie-Hose, S 1.75, Herren-Hemden mit Seiden-Damasfbrust, S 3.90, Herren-French-Hemden mit sep, Kragen S 3,90, Herren- Nachthemd S 4.50, 3000 Stück Herren - Kragen, weich, alle Halsweiten, nur 20 Groschen. Versäumen Sie nicht die Besichtigung der originellen und wirklich sehenswerten JSshaufensterdekoration „Der gestiefelte Kater“, ein ent?ijj£»ndes Panorama mit märchenhaft schönen ßeleuchtungsÄHekten. 1500 Glühlampen strahlen ein Meer von Licht über aie lebensgroßen Märdbenfiguren, den „gestiefelten Kat^r”. die „Prinzessin" und den prunkhaften „Schlitten" mit dem prächtig aufgezäumten „Lippizaner“ aus. Ein geschmackvoll-künstlerisch arrangierter Rahmen aus Schnee (Marke Schneepalast), unzähligen weißen Rosen und Bergen schneeweißen Linnens vervollständigt das prächtige 'Gesamtbild — eine walbre Augenweide für jung und alt. Sehen Sie sich das an — Sie werden über das schöne IBild und die fabelhaften Angebote staunen, (Entgeltlich.) Jüdischer Sport Die Juden im Kraftsport Von Ernst Markus. Seit jeher wird darüber leibhaft debattiert, öb die Juden für die Schwerathletik, welche besondere Kraft und Geschicklichkeit erfordert, geeignet sind. Der Glaube, daß dem jüdischen Stamme die physischen Eigenschaften für diesen Zweig des Körpersportes fehlen, war noch vor zehn Jalhren ganz allgemein. Diese Auffassung jedoch ist, wie so viele andere Vorurteile über uns vollkommen irrig. Man braucht nur auf die jüdische Geschichte hinzuweisen, um auf Menschen von seltener Körperkraft, von außergewöhnlicher Geschicklichkeit und auf beispiellose Kämpfer aus unserem Volke zu stoßen. Ja, wir haben sogar das Recht, aus jenem Urkampfe zwischen David und Goliath allerlei Schlüsse zu ziehen. Wir begnügen uns aber mit der neuesten Zeit, die jedem, der es wissen will, ganz hervorragende jüdische Schwerathleten von Weltruf aufzählen kann. Ich will gleich mit greifbaren Beispielen kommen. Da haben wir den wackeren Bertold Tandler aus Wien, der eine Weltmeisterschaft in Gewichtsheben gewann. Wir erinnern uns alle an Richard Weiß, der bei der Londoner Olympiade im Jahre 1908 die Weltmeisterschaft im Schwergewichtsringen erkämpft hat. Wer kennt nicht den Ingenieur Edmund Radvany, der im Leiohtgewichtsringen zweimal Weltmeister wurde, einmal in Stockholm und einmal in Budapest. Eine ganze Schar von erstklassigen Schwerathleten beweist die Fähigkeiten des Judentums in diesem Sportzweige.!Da sind die Europameister Josef Pollak (iPongracz) und Armin Magyar, da sind Ernst iM a r k u s, Dr. Nikolaus Orosz, Dr. Josef E1 ö d, Ingenieur Tibor Mischer, J. Grünspann und viele andere, die alle zahllose Meisterschaften ihren Vereinen gewannen und dem Judentum Ehre und Anerkennung einbrachten. Ich erwähne hier, daß vor ein oder zwei Jahren der amerikanische Jude'Le vis (Strangler) in der Professionalweltmeisterschaft als Sieger die Matte verließ. Und sein Gegner war kein geringeier als Stanislaus Cziganiewicz. Blicken wir auf den Boxsport, dann können wir mit Genugtuung feststellen: Unter den besten Boxern der Welt gibt es eine imponierende Zahl von Juden, Ted Kid Levis, Benjamin Leonard, Sam. L a n g f o r d, Mason, die Brüder >B 1 o o m f e 1 d und viele andere weltberühmte Namen sind Zeugen jüdischer Kraft. Es ist charakteristisch, daß der aus der Hakoah-Schule stammende junge Bobby Spuner zweimal .Mitglied der österreichischen Auswahlboxer war und den einzigen Sieg Oesterreichs im Länderkampf gegen Italien erzielt hat. Auch gegen Ungarn gewann Spuner seinen Kampf überlegen. Der Jude Leo Kocih ist gleichfalls einer der besten österreichischen 'Boxer. Ich bin nun schon sieben Jahre einer der Leiter der ruhmreichen Schwerathletiksektion der Wiener Hakoah und kann auf Grund eigener Wahrnehmungen feststellen, daß die jüdische Jugend das allerbeste Material für die speziellen Voraussetzungen der Schwerathletik darstellt. Die vielen wertvollen Wanderpreise und Meisterschaften, welche die junge Ringergarde der Hakoah erworben hat, beweisen es am besten. Mögen hier die Namen jener verzeichnet sein, die in den letzten Jahren Ringmeistersdbaften gewonnen haben: J. G r ü nspann, S. Birnholz, H. Bergmann, S. Ochsenhorn, Ingenieur R. Kadmon, E. S e 1 z e r (lebt jetzt in Buenos Aires), wo er die Amateurmeisterschaft im Sohwergewichtsringen gewann), P. Steinhardt, Herrn. Hübsch, T. Reichmann, L. S c lb 1 a n g e r, S c h i d I o f f, H i r s c h 1 (die drei hier Genannten bringen wir im Bilde. — Die Red.) und J. Birnbaum, Und wer kennt schon die Jungen, die allerletzte Generation, die ich schon als künftige Meister sehe? Die Schwerabhle- Zwei bekannte erstklassige jüdische Ringer: M. S c h i d 1 o I!, Mitglied des Berliner »Makkabi« (rechts), Lndw. Schlanger- Hakoab, Meister von Oesterreich im Federgewicht. Nikolaus Hirschl (Hakoah), österr. Fiinfkampfmeister, ein hervorragender jüdischer Leichtgewichtsringer. tiksektion der Wiener Hakoah wird beweisen, daß bei zielbewußter Arbeit vielleicht in ganz kurzer Zeit die jüdischen Schwerathleten Wiens im Weltsport verdiente Anerkennung finden werden. Der jüdischen Jugend möchte ich noch einen Rat geben. Meine persönliche Meinung, die auf den Erfahrungen der letzten Jahr fußt, ist, daß die jungen Leute, bevor sie mit dem Box¬ oder Ringtraining beginnen, sich1 einer besonderen Körperkultur, der schwedischen Gymnastik unterziehen sollen, da sie sich dadurch die Eignung für jeden anderen Sportzweig schaffen. Die Legende von der Inferiorität der Juden im Kraftsport zu zerstören, ist der Zweck dieser Zeilen. Daß sie ganz verschwinden muß, dafür wird unsere starke Jugend sergen. Gründung eines zweiten jüdischen Hockeyvereines in Wien Wie wir erfahren, steht die Gründung eines zweiten jüdischen Hockey Vereines in Wien unmittelbar bevor. Der neue Verein wird den Namen Hockeyklub Blau-Weiß führen und mit der Hakoah eine Interessengemeinschaft ' bilden. Das reiche Material an jüdischen Hockeyspielern hiat den Anstoß zu der Neugründung gegeben, deren Initiatoren die bekannten jüdischen Sportsleute Ing. N o s s i g und H. Klimt sind. Auch das bekannte Leitungsmitglied der Hakoah, Dr, Sussmann, unterstützt die Idee lebhaft. Zu der Olympiade in Amsterdam wird, in Vertretung Ungarns auch1 der hervorragende jüdische Ringer Karpati entsendet werden. Für Oesterreich kommt auch der Häkoahner Schlanker, Meister im Federgewicht, in Betracht. Warum die Hakoahringer nicht an der Mannschaftsmeisterschaft teilnehmen. Die Ringer der Hakoah, die die Mannschaftsmeisterschaft von Oesterreich zweimal gewonnen haben, treten zu dieser Konkurrenz vorläufig nicht mehr an. Der Grund ist die Einführung einer neuen Regel, welche die Hakoah als Handikap gegen sich1 betrachtet. iBei unentschiedenem Ausgang einzelner Kämpfe waren die Hakoahner nämlich mehr denn je dem Schiedsrichter ausgeliefert, Trotzdem ramgiert die Hakoah in der Gesamtplacierung unter den Wiener iRingervereinen noch an vierter Stelle. — Vom Sportklub Vr so vice (Prag) und von den iBrudenvereinen in No vis ad und 'Subotna sind Einladungen an die Hakoah-iRinger zur Austragung von Kämpfen ergangen. Bar Koohba, Berlin in der A-Klasse. Die Sportabteilung des IBar Kochba, Berlin, ist durch Beschluß des Vedbandes Brandenburgischer Athleti'k-Vereine in. die Leistungsklasse A aufgerückt. Er hat damit einen großen sportlichen und moralischen Erfolg errungen, da es seit Jahren keinem Verein gelungen ist, in die Extraklasse der Berliner — und damit a*uch der deutschen — Leichtathletik aufzurükken. Der 'Bar Kochba, der vor drei Jahren noch in der C- Klasse kämpfte, hat sich durch seine sportlichen Erfolge diese ehrenvolle Position erobert. Zu hoffen bleibt, daß er in Zukunft in noch stärkerem Maße von der jüdischen und insbesondere zionistischen Öffentlichkeit in seiner planvollen urt<t erfolgreichen Aulbauud Propagandaarbeit unterstützt wird.

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