Die Stimme
- Journal
- Die Stimme
- Volume
- 1 (1928)
- Issue
- Heft 2 (12.1.1928)
- Date
- 1928-01-12
- Page
- – (sequence 13)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 92% known words query
- IRI
…/3053752-3053753-3053755--0032-3055285- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
OCR text
Nr. 2 DIE STIMME Seite 13 eitlen Menschen mit reinen Händen. So etwas lass' ich mir nicht gefallen, so wahr ich leb'!" Zornig eilte er aus dem Zimmer. Und hinter ihm der Herr Sektionschef von Kalkstein, mit den hängenden Rockschößen und den dünnen Beinen, einem Storch gleichend, der seine Beute jagt. Schließlich erreichte er Goldberg und packte ihm beim Zipfel seines Gehrocks. „Herr Goldberg", — er war ganz außer Atem — „Sie hören doch, es war ein bedauernswertes Mißverständnis-eh,-ich bin ja bereit, mich in aller Form zu entschuldigeneh-Ihnen sozusagen Satisfaktionunter Kavalieren — — — Sie werden sich nicht wegen einer Lappalie-" „Lappalie nennen Sie das, Herr Sektionschef?" schrie Goldberg, daß es im Gang widerhallte und die Parteien aufmerksam wurden. „Wo man mich bei hellem Tageslicht wie einen Verbrecher ins Landesgericht führt? Bei hellichtem Tage? Ich muß meine Genugtuung haben. Das bin ich dem ehrlichen Namen der Familie Goldberg schuldig. Wo ist die Staatsanwaltschaft?" wandte er sich an einen der auf dem Gange herumstehenden Amtsdiener. „Einen Augenblick, Herr Goldberg", keuchte der Sektionschef. „Hören Sie mich doch nur erst an. Ich bin ja vollkommen von Ihrer Unschuld überzeugt, eh-und was die Pachtung anbelangt .-" er dämpfte seine Stimme zum Flüstern herab — „wir werden noch darüber reden. Ich geb' Ihnen mein Ehrenwort. Machen Sie nur keinen Skandal. Nehmen Sie doch Rücksicht aut meine Stellung sozusagen.- Da blieb Berl Goldberg stehen und schien in tiefes Nachdenken versunken. „Also gut, ich will mir die Sache überlegen." Freiherr von Kalkstein ging zerknirscht an seiner Seite einher. Er versuchte in Berl Goldbergs Mienen zu lesen. „Na, sehen Sie, Herr von Goldberg, Sie sind ein vernünftiger Mann. Am besten, Sie kommen heute nachmittags in meine Kanzlei, allerdings nach den Die nächsten Nummern der „Stimme“ werden, um den Lesern anschauliche Bilder vom neuen Palästina zu geben, eine Reihe individuell gehaltener Schilderungen von Palästina- Reis e n d e n enthalten; wir hoüen, mit diesen Feuilletons, die aus den besten und berufensten Federn kommen, unseren Lesern anregende aktuelle Lektüre zu bieten. Die Nummer vom 19. Jänner wird bereits den ersten dieser Beiträge enthalten, ferner Aufsätze von Hofrat Dr. S. Frankfurter, Prof. Max Graf, Hofrat Prof. Leon Kellner, u. a. öffentlichen Amtsstunden. Da können wir in aller Ruhe den Akt für Ihre Pachtangelegenheit anlegen. Nach den offiziellen Amtsstunden-Sie verstehen mich!" Und Berl Goldberg kehrte noch am selben Abend als Pächter Storozynez nach Hause zurück. Jüdische Bühne (II., Taborstraße 12, Hotel Stephanie). Wochenprogramm: Donnerstag, 12. Jänner, »Dus Chipekle i d«, Lebensbild mit Gesang. Freitag, Erstaufführung: »Das alte und neue Gesetz«, Lebensbild mit Gesang. Samstag, Sonntag und Montag, »Das alte und neue Gesetz". Sonntag, 3. Uhr nachm.: „Dem Clh'asens Tochter«, Komödie mie Gesang (freier Eintritt). Dienstag, »Chusen Kole«, Komödie mit Gesang (15. Aufführung). Mittwoch, »Jankale«, Operette in 3 Akten. Donnerstag, »Der Schneider als Gemeinderat«, Komödie. Beginn täglich 8 Uhr. Ende 11 Uhr. Mit Ausnahme Sonn- und Feiertage freier Eintritt. * Jüdische Künstlerspiele (im Theater »Reklame«, II., Praterstraße 34). Wochenrepertoire: Freitag, den 13. bis Sonntag, den 15. d. M.: »Die schöne Berta«, Singspiel mit der Warschauer Soubrette Mizzi Hoppe als Gast; Montag, den 16.: Operettenabend; Dienstag, den 17,: »Ljowske in Odessa«; Mittwoch, den 18.: die große Revue »Auf nach Tel-Awiw«; Donnerstag, den 19: »Bunter Abend«. 'if i ji I 'Das sehnlichsf erwartete Jiuch itf dal- Die jüdischen Schwänke Herausgegeben von Max Präger und Siegfried Schmilz. Diese Sammlung von Anekdoten Witzen Schwänken führt in das Reich echten Humors Jede Seile zwingt zur Heiterkeit Wer bei diesem Buch nicht lacht, der hat das Lachen nie gekannt! Eleganter Ganzleinenband 8 Schilling durch alle Buchhandlungen oder direkt von ft. Löwit Verlag Wien I. Fleischmarkt 1 Rotenturmstraße 22 Für Mußestunden f Schach Wilhelm Steinitz, der erste Schachweltmeister II. Der Weg zur Höhe. Obwohl noch im System seiner Zeit verfangen, verstand es Steinitz durch seine angeborene Genialität Erfolg auf Erfolg zu erringen. Denn schon machten sich die ersten Anzeichen im Wechsel seiner Spielweise bemerkbar. Seinem Turniererfolg in London, wo er hinter den damaligen Größen Anderssen und Paulsen Sechster wurde, folgte Dublin 1865 (Erster), ferner seine Siege im Wettkampf mit Anderssen und Bird, im Internationalen Schachturnier Paris 1867, Handicapturnier 1868 (Erster), im Internationalen Turnier Baden Baden 1870 (Zweiter), im Handikapturnier 1871 (Erster). Von besonderer Bedeutung waren seine Schachtaten 1872 in London, sein •erster Wettkampf mit Zuckertort, in welchem er 7 : 1 siegte und vor allem Wien 1873, wo er vor Blackburne, Anderssen, Bird und Paulsen Erster wurde. Aufsehen erregte sein Sieg 7 : 1 gegen J. H. Blackburne. Wilhelm Steinitz war es, der eine ganz neue Methode für die Behandlung des Schachspiels erfand, die sogenannte »moderne Spielweise«. Worin besteht diese neue Methode? Steinitz erfand das Gesetz des »schwachen« Punktes. Nicht stürmischer Angriff, sondern allmähliche Schwächung und Unterminierung der gegnerischen Stellung — das war der Hauptpunkt seines neuen Systems. Die Behauptung des Gleichgewichts der Stellung bildete für ihn das höchste Ziel. Den Angriff erklärte er erst für zulässig, wenn dieses Gleichgewicht beim Gegner gestört war. Für die Verteidigung empfahl er äußerste Sparsamkeit in der Verwendung der verfügbaren Mittel, um diese nicht unnötig an einem Punkt anzuhäufen und dadurch an einem anderen das Gleichgewicht zu stören. Tatsächlich gelang es Steinitz, dieses System zu vervollkommnen und gegen die stärksten Spieler seiner Zeit, wie Anderssen, Bird, Burn, Blackburne, Gunsberg, Janowski, Kolisch, Maroczy, Paulsen, Tschigorin, Winawer und Zuckertort anzuwenden. Aber erst seine großen Nachfolger Pillsburg, Tarrasch, Lasker und Schlechter bildeten es bfs ins Höchste aus. Nichtsdestoweniger bedeutet das Auftreten Steinitzens einen wichtigen Merkstein in der Entwicklung des Schachspiels, so daß seine Partien 1860 bis 1900 als Spiegelbild dieser großen Epoche dienen können. Nachstehend eine Partie aus dem Jahre 1863: Weiß: Blackburne. 1. d2—d4, 2. e2—e4, 3. Sbl—c3, 4. Sc3Xe4, 5. Lei—g5, 6. Lfl—d3, 7. Lg5Xe7, 8. Ld3Xe4, 9. Ddl—e2, 10. c2—c3, 11. Le4—c2, 12. g2—g3, 13. d4Xe5, 14. De2—e3, 15. f4Xe5, 16. Lc2Xh7, 17. De3—d4, 18. h2—h4, Aufgegeben. Schwarz: Steinitz. 1. f7—f5, 2. f2—e4, 3. e7—e6, 4. Sg8—f6, 5. Lf8—e7, 6. Sf6Xe4, 7. Dd$Xe7, 8. 0—0, 0. Sb8—c6, 10. d7—d5, 11. De7—g5, 12. e6—e5, 13. Lc8—g4, 14. Dg5—h5, 15. Ta8—e8, 16. KghXh7, 17. Dh5—g5, 18. Dg5Xe5f Kleine Schachnachrichten. ln Hastings ging soeben das alljährliche Weihnachtsturnier zu Ende, an welchem außer den Engländern Yates, Thomas, Buerger, Norman, Sergänt und Michell, die kontinentalen Meister Dr. Tartakower, Colle, L, Steiner und H, Kmoch teilnahmen. Sieger ist Dr. Tartakower, der auch als Favorit startete. Parallellaufend gab er ein Meisterschaftsturnier, an dem die Damenweltmeisterin Miß M e n s c h i k teilnahm. — In Berlin findet im Februar ein internationales Meisterturnier statt. Als Teilnehmer sind u. a. Niemzowitsch, Bogoljubow und Rubinstein genannt. Die Verhandlungen mit Dr. Lasker haben sich zerschlagen. Endspielstudie Weiß: K a8, D bl, B b7 S chwarz: K a 6, D c6 Weiß zieht und gewinnt. (Auflösung in nächster Nummer.) Rätselecke Redigiert von Joto. Auflösungen der Rätsel aus der letzten Nummer Kreuzworträtsel, Wagrecht: 3, Mus. — 5. Was. — 7, Zehe, 8. Ante. — 10. Beten. — 11. Diana. — 13. Tore. — 14. Fee. — 16. Utah. — 17. Born. — 19. Ober. — 20. Elite. — 21, Baku. — 24. Labe. — 28. Soda. — 29. Laa. — 31. Dein. — 32. Ratte. — 34. Stein. — 36. Rein. — 37. Teil. — 38. Rez. — 39. Ate. — Senkrecht: 1. Ruhe. — 2. Bani, — 3. Meter. — 4. Senf. — 5. Wade. — 6. Staub. — 7. Zero. — 9, Ente. — 10. Bob. — 12. Aar. — 15. Elias. — 18. Neu. — 19. Oel. — 21. Bor. — 22. Adar. — 23. Kater. — 25, Adele, — 26. Beil. — 27. Ein. — 29. Lenz. — 30. Asta. — 33. Tier. — 35. Tete. Silbenrätsel. 1. Amur. — 2. Umformen. — 3. Faraday. — 4. Dressur, — 5. Recha. — 6. Erheben. — 7. Inter. — 8. Diwan, — 9. Italien. — 10. Nahrung, — 11. Garten. — 12. Echse. — 13. Niederlage, — 14. Reiten. — 15. Unter. — 16. Heulen, — 17. Tenor. — 18. Dido. — 19. Infant. — 20. Ekrasit. — 21. Weigern. — 22, Elegant. — 23. Ladislaus. — 24. Treppe, — 25. Arnim. — Auf drei Dingen rubt die Welt, auf Recht, Wahrheit und Frieden. Auch diesmal setzen wir für die richtige Lösung der Rätsel Preise aus, und zwar erhält, wer zusammen mit der richtigen Lösung drei der nachstehenden Kupons einsendet, ein G r a t i s-Mo n a t s a b o n n e m e n t unseres Blattes, wer sechs Kupons mit der richtigen Lösung einsendet, ein Gratis -Vierteljahresabonnement unseres Blattes. Kreuzworträtsel | i; 2 3 4! 5!6 | . 7 B 8 1 M l ■ li Bl12 i pn “I i ■ 15 16 17 | Bi,s 1 119 20 | | | 21 ■ 22 fl 23 | | | 241 IBi25 26 j 27 fl:231 ■129! B 30 |! fl! 31 32 IBI33 “1 I IBI35! 36 37 j ■ 38 B 39 40 41 1 ■ 42 1 Bl441 I I 45 46 1 49 B 50 B Bl47 511 4F1 I52) UJ Wagrecht: 1. Stadt in Spanien. — 7. Weibl. Vorname. — 8. Apfelwein. — 10. Figur aus einem Drama von Schiller. — 12. Griech, Göttin. — 14. Ansturm (engl.). — 15. Gerade Fläche, — 18. Nord. Tierart. — 20. Weibl. Vorname. — 22. Abkürzung für »in nomen Jesu«. — 23. Insel der U. S. A. — 24. Abkürzung für einen höheren militär. Rang. — 25. Fieberkrankheit.,— 28. Vorwort. — 29. Halbedelstein. — 30. Teil eines Satzes. — 31. Umlaut, — 33. Modern, geschmackvoll. — 35. Gott (hebr.). — 36. Stacheltier. — 38. Zehn (engl.). — 39. Kamin. — 41. Nährmitteleinheit. — 42. Gebirge in Nordafrika. — 44. Wahnsinnig. — 45. Gerissene Stelle. — 47, Weibl. Vorname. — 49. Teilzahlung. — 51. Gesangstück. — 52. Moderne Körperpflege. Senkrecht: 1. Röm, Sonnengott. — 2. Laubbaum. — 3. Abkürzung für den nordamerik. Staat Virginia. — 4. Abkürzung für »laeva manu«. — 5. Glut. — 6, Nord. Gottheit. — 7. Bindewort. — 9. Ergeben, anhänglich. — 10. Hohes Gebäude. — 11. Stadt in Deutschland. — 13. Figur aus »Don Carlos«, — 14. Kehrreim. — 16. Fahrkarte. — 17. Höchste Glückseligkeit der Buddhisten. — 19. Oberster Staatsbeamter. — 21. Beleuchtungskörper. — 23. Teil eines Spieles. — 26. Fisch. — 27. Atomverbindung. — 32. Stadt in der Tschechoslowakei. — 34. Farbe, — 35. Jüd. Schriftgelehrter. — 37. Oriental, Fürstentitel. — 40. Ohne (lat.). — 42. Vorname einer berühmten Filmdiva. — 43, Grabschrein. — 46. Engl, männl. Vorname. — 48. Verneinung. — 50. Pers. Fürwort. — 51. Flüßlein, Bächlein. Magisches Quadrat. Senkrecht—Wagrecht 1) Naturerscheinung 2) Weibl. Vorname 3) Überreichen, schenken 4) Zögling 5) Körperteil 1 2 3 4 5