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Die Stimme · 1928-01-12 · Heft 2 (12.1.1928) · page 15

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Journal
Die Stimme
Volume
1 (1928)
Issue
Heft 2 (12.1.1928)
Date
1928-01-12
Page
– (sequence 15)
Language
German
Belongs to
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Nr. 2 DIE STIMME Seite 15 Die Krise der Hakoah-Fußballsektion und die Groschen des kleinen Mannes Die Krise der Fußballsektion der Hakoah ist nichts anderes als die des Professionatismus im allgemeinen und im besonderen im jüdischen Sport. Alle bedeutenderen jüdischen Fußballmannschaften sind in den letzten Jahren zusammengebrochen. Professionalismus oder Scheinamate urismus haben die Idee der jüdischen Regeneration und Propaganda verfälscht und den gesunden Geist vergiftet. Das seinerzeitige Debakel des Brünne r Makkabi, der sich eine zusammengewürfelte Berufsspielermannschaft hielt, hat den jüdischen Sport diskred it i e r t, in Budapest ist die Mannschaft des jüdischen Köv es Athletikai Klub zusammengebrochen, die unter der Flagge »Palästinateam« nach Amerika segelnden Berufsfußballspieler haben der guten Sache weiteren Schaden zugefügt und die Ausnahmsbestimmung des Makkabi-Weltverbandes, für die Hakoah aus Gründen der Propaganda den Professionalismus zu gestatten, wurde ad absurdum geführt. Zwischen dem Ausrufe Dr. Körners: »Es gibt kein Zurück« im Jahre 1924 vor Einführung des Professionalismus und seinem »Ich habe gefehlt!« drei Jahre später, liegt die Tragödie des Zusammenbruches der Hakoah-Fußballsektion, die das Erbe einer begeisterten Generation, die im Sturmschritt zur Höhe kam, nicht verwalten konnte. So ist denn die Mannschaft des in der ersten Wiener Professionalmeisterschaft siegreichen Vereines, der den österreichischen Fußballsport als erster in vier Weltteile getragen hat, nach Abschluß der Herbstmeisterschaft an drittletzter Stelle gelandet und von Abstiegsgefahr bedroht. Eindruck und Schlagkraft der ersten Mannschaft auf dem grünen Rasen bedeuten seit jeher bei Hakoah noch mehr als anderswo das Spiegelbild der Struktur im Inneren, das heißt, die Krise ist da, sportlich, materiell und moralisch. Hier ist seit langem ein Prozeß der Auflösung in Gang und der Schlußakt einer ungenügenden Entwicklung zu sehen. Hakoah ist schon die längste Zeit krank. Der Verfall begann eigentlich schon mit dem Höhepunkt der Erfolge. Ruhmvolle Siege verschleierten, daß das geniale Prinzip, sich aus eigener Kraft den Platz an der Sonne zu erkämpfen, verlassen wurde. Immer mehr fremde, bloß im Materiellen wurzelnde Spieler wurden eingestellt, sie infizierten die noch unberührten Elemente eigener Erziehung, der Professionalisnius lockerte ohnedies die Verbindung mit den Zielen, der Nachwuchs wurde vernachlässigt und treue, von Idealismus erfüllte Menschen abgestoßen. Neue Menschen tauchten auf, die Fußballkonjunktur brachte zum großen Teile Konjunkturelemente; persönliche Interessen . und Geschäftsmomente traten in den Vordergrund. Große, gutgemeinte, aber auf der Inflationsmentalität aufgebaute Projekte scheiterten oder mißglückten und schufen eine große Schuldenlast. Das Projekt eines eigenen Klubheimes in der Schiffamtsgasse schlug fehl und hinterließ ein arges Defizit. Der Platz in der Krieau war ein Mißgriff, große Summen wurden für Spieler geopfert. Dann kamen die A m erikareisen. Sie endeten mit dem Verlust fast des gesamten erstklassigen Spielermaterials, während die Dollardividenden der Reisen in erster Linie auf die Spieler zur Ausschüttung gelangten. Das lange Fernbleiben Von Wien verschuldete aber noch einen gewaltigen Nachteil. Die ansehnliche Gefolgschaft der Krieauef begann sich zu verlaufen und sich bei Andauer der schwachen Leistungen auf andere Vereine zu verteilen. Die Niederlagen waren von starkem materiellen Ausfall begleitet. Der langjährige Führer des Vereines, Dr. Körner, erkannte nun, daß der Weg in den Abgrund führen müsse. Da riß ihm eine neue Gruppe sportlich wenig geschulter Personen das Heft aus der Hand. Dr. Körner ging und mit ihm verschwand der einzige Mensch großen Formates aus dem Verein. In der Not wandte man sich nun an den Gründer der Hakoah Dr. Löhner. Sein Programm besteht zunächst darin, für die Frühjahrssaison einen modus vivendi zu schaffen. Dazu bedarf es Geldmittel und jetzt ist der Appell an die Freunde und Anhänger der Hakoah zur Sanierung im Gang. Die Groschen des kleinen Mannes, der in der Hochkonjunktur der Mannschaft und der Macher nicht sehr gut behandelt wurde, sollen helfen. Der kleine Mann, dessen große Begeisterung ehedem mit ein Fundament des Aufstieges der Hakoah war, entzieht sich auch diesmal nicht. Die Groschen und Schillinge laufen reichlich ein. Sie Mitteilungen des Keren Kajemefh Wien, Jänner 1928 (Teweth 5688) II. Jahrgang Ausweis Nr. 3. Summe der Eingänge vom 1.—28. Dezember 1927 S 13,405.96 Summe der Eingänge von Rosch Haschanah 5688 S 30.658.79 Spezifikation der Eingänge nach Spendenarten: Büchsen S 3920.69, Goldbuch S 803.—, Balfour-Aktion S 148.30, Versicherungsabteilung S 4930.—, allgemeine Spenden S 306.47, Baumspenden S 1150.—, Tempelspenden S 1674.50, Imitaschen- Trauerandachten für den Oberrabbiner Professor Dr. Chajes s. A. Ueber Veranlassung des Vorstandes der israelitischen Kultusgemeinde Wien finden in-folgenden Gemeinde- und Vereinssynagogen Samstag, den 14. Jänner 1928, um /->7 Uhr abends, Trauerandachten für den Herrn Oberrabbiner Prof. Dr. Z. P. Chajes s. A. statt: Gemeindesynagogen I., Seitenstettengasse 4; II., Tempelgasse 5. Vereinssynagogen: II., Pazmanitengasse 6; III., Untere Viaduktgasse 13; V., Siebenbrunneng. 1 a; VI., Schmalzhofgasse 3; VIII., Neudeggergasse 12; IX,, Müllnergasse 21; X., Humboldtgasse 27; XIII,, Penzingerstraße 132. Gemeindesynagogen: XV., Turnergasse 22; XVI., Huberg. 8; XVIII., Schopenhauerstraße 39. Vereinssynagogen: XIX., Dollinergasse 3; XX., Kluckygasse 11. Gemeindesynagoge XXL, Holzmeistergasse 12. Die Trauerreden werden von den zuständigen Herren Rabbinern gehalten. Im Gemeindetempel »Stadt«, I., Seitenstettengasse 4, findet eine Trauerrede nicht statt, so daß sich die Feier auf den liturgischen Teil beschränkt. Der Einlaß in allen Gemeinde- und Vereinssynagogen kann nur nach Maßgabe des behördlich genehmigten Fassungsraunies erfolgen und" wird sistiert, sobald dieser zur Gänze in Anspruch genommen wird. sollen das Gleichgewicht im Budget der Fußballsektion für die nächsten Monate sicherstellen, ein Budget des Abbaues, der die Stoßkraft der Mannschaft weiter schwächen dürfte. Das Frühjahr kann nur dazu dienen, die Position in der ersten Klasse aus Gründen des Prestiges des jüdischen Sportes zu halten, Aber die Rückkehr zum freiwilligen Amateurismus muß das Ziel der Hakoah sein. — Für diesen Zweck werden die Groschen der kleinen Leute sicherlich reichlicher Hießen. Sportklub »Hakoah« — Chor-Sektion (Wiener jüdischer Gesangverein). Am Samstag, den 21. Jänner 1928 findet um halb 8 Uhr abends im Goldenen Saale des Cafe Silier, I., Schwedenplatz, ein Geselligkeitsabend mit reichhaltiger Akademie und anschließendem Tanz statt, bei dem die feierliche Ehrung des Mitgliedes Max Weinberger stattfinden soll. In das »Goldene Buch« der Hakoah werden laut einem jüngst gefaßten Beschluß des Vereines solche Spender eingetragen, die bei der gegenwärtigen Situation dem Klub eine Spende von mindestens 1000 Schilling widmen. Die Blau-Weiße Redoute der Hakoah-Leichtathletiksektion findet am 14, d. im Hotel Continental statt. Sammlungen S 189.72, Sammlungen bei Veranstaltungen S 88.50, Sammlungen bei Familienfeierlichkeiten S 173.78, 10% von Veranstaltungen S 21.—, Vorbemerkung zum Ausweis: Mit diesem Ausweise führen wir eine Neuerung ein: Die namentliche Anführung der Spender erfolgt bereits bei Spenden von mindestens drei Schilling. Büchsenleerung Dezember 1927, II, Bezirk: Eisig Torczyner 3, Heinrich Waldbaum 3, Hersch Kerzner 5, David Margulies 3.05, Jakob Heliczer 3, Georg Helwing 3, David Leissner 3, Rubin Taubmann 3, David Andacht 3, Zwi Kirschenbaum 4, Max Eisenklam 3, Dr. Wilhelm Grüss 14, Luise Herschau 3, Karniol M. 4, Gedalje Müller 3, Willy Stepler 6, Feuer 3, Heinrich Käufer 6, Ing, Gutmann 3, Jul. Rosenfeld 4, Karl Schnitzer 3, Franzi Feuerstein 3, Dr. I. Klaber 3, Kupfermann D. 3, Otto Pickholz 6, Dr, Joachim Grübel 7, Simon Eichner 4, Dr. Theodor Schäfer 3, Johann Plocki 4, N. Käsz 3. — IX. Bezirk: Dr. Chaim Wolfmann 5, Emanuel Blau 3, Salomon Passweg 3, Grete Rosenbaum 9, Friedrich Krauss 5, Hugo Beck 4, N. Braslawsky 5, Dora Diamant 3, Siegmund Grünfeld 5, Simon Gang 6, David Kahane 3, Sala Hirschhorn 16, Dr. Robinsohn 40, Nissan Rattner 6, Aron Perlberger 5, Moritz Heilig 4, A. Zelinka 7, Heinrich Altmann 8, Benjamin Kohn 3. — XII. Bezirk: Hugo Ehrenstein 3, Julius Frank 4, — XIII. Bezirk: Adolf Drexler 3, Wilhelm Neumann 4, Isidor Wolf 4, Dr. Rudolf Landau 14, Abraham Stein 8, Chane Spiess 4, Richard Stein 4, Franz Huttmann 3, Felix Lederer 3, Hugo Spitzer 16, Ernst Otto Frankl 3. — XIV./XV. Bezirk: Leo Weitzmann 3. — XVII. Bezirk; Fritz Inwald 3, Fanni Schacherl 5. — XIX, Bezirk: Löwenbach 6, Dr. Neuer 6, Gelbhaus 3, Therese Mendel 6, Sandor Temmer 5, Markus Greif 5, Klara Hochmann 22, Janofsky 3, Leo Adlersberg 3, Siegmund Storch 8, Julius Goldbaum 3, Dr. Robert Weil 3, Rosa Hirschfeld 4. — XX. Bezirk: M. Gottesmann 4, Blumenstock 4, Berta Tabak 3, Moses Meier 3. Eigentümer, Verleger und Herausgeber: Für das zionistische Landes'komitee, Wien, I., Kärntnerstraße 28, Dr. Leo Goldhammer, Wien, -IX., Roßauerlände 23. — Verantwortlicher Redakteur: Dr. -Siegfried Schmitz, Wien, VIII., Alserstraße 55, — Druckerei; Melantrich A.-G., Wien, IX., Pramergasse 6. Vom jüdischen Nationalfond Der sensationelle neue Roman von KURT MÜNZER JUDE ANS KREUZ gibt in schonungsloser Darstellung einen Querschnitt durch unsere Zeit und führt durch Lasier und Verzückung, durch Luxus und Elend, durch Haß und Verzweiflung zur ewigen, erlüsenden Nensch- R. L0WIT VERLAG WIEN * LEIPZIG Ein erschütterndes Dokument eines Dichters unserer Tage I Kartoniert S 5’— Leinen S 7’50 Verlangen Sie Prospekte! Hebräische Kindergärtnerin für eine Stadt bei Breslau gesucht. Dieselbe muß befähigt sein auch Erwachsenen hebräischen Unterricht zu erteilen. Geboten wird eine angenehme Position mit garantiertem Einkommen. Geeignete Bewerberinnen wollen sich an die Zionistische Vereinigung für __Deutschland, Berlin W 15, Meinekestraße 10, wenden._ GegriInde*glS82 Lebensjversiclnerung(s-Gesellscliafl PHÖNIX Versicherungsbestand am Ende 1927 Garantiemitte! Ende 1927 1 Milliarde, 500 Millionen Schilling 190 Millionen Schilling Prämien- und Zinseneinnahmen im Jahre 1927 70 Millionen Schilling Tätigkeitsgebiet der Gesellschaft: Österreich, Deutsches Reich, Tschechoslowakische Republik, Belgien, Holland, Frankreich, Spanien, Italien, Ungarn, Polen, - Jugoslawien, Bulgarien, Griechenland, Rumänien, jPalästina, Syrien, Türkei, Ägypten Die [[Gesellschaft schließt zu billigen Prämienjfc'undKgünstigen Bedingungen Kapitals- [und Rentenversicherungenjeder Art ab m Neueingefiihrt: Kinder - Versorg ung s -V ersicHerung (Auszahlung eines Kapitals bei Verheiratung, Studienbeitrag, Rückerstattung der eingezahlten Prämienrbei Ableben des Kindes) I nva I i d i t ä t sv e r s ic h e ru n g| (Zahlung einer Rente bei Eintritt der Erwerbsunfähigkeit und Auszahlung des versicherten Kapitals nach dreijähriger Dauer der Invalidität.)

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