Die Stimme
- Journal
- Die Stimme
- Volume
- 1 (1928)
- Issue
- Heft 1 (5.1.1928)
- Date
- 1928-01-05
- Page
- – (sequence 12)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 95% known words query
- IRI
…/3053752-3053753-3053754--0014-3055266- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
OCR text
Seite 12 DIE STIMME Nr. 1 Wissenschaft, Literatur, Kunst er ist kein Schildkraufc Dagegen ichtrf Kurt Boii alt „Allrightnik" eine prachtvolle Jungschiebertype. Di« Regie voll Heins Hilpert wurde der Stimmung de» Stücket voll gerecht. Das Jüdische wissenschaftliche Institut Ein Gespräch mit «einem Leiter Dr. Wein reich. Das judische wissenschaftliche Institut, das im Jahre 1925 seine Tätigkeit aufgenommen hat und das Zentrum der wissenschaftlichen Arbeit in jiddischer Sprache, gleichzeitig eine Art centraler Registrierstelle für das gesamte jüdische Kulturleben sein will, hat in den zwei Jahren seines Bestehens eine rege Tätigkeit zur Erreichung seiner Ziele entfaltet. Ueber die Ergebnisse dieser Arbeit und die Struktur dieser aufstrebenden kulturellen Organisation machte Dr. Max W e i n r e i c h, der Leiter der in Wilna befindlichen europäischen Sektion des Instituts, anläßlich seiner Anwesenheit in Wien einem unserer Mitarbeiter interessante Angaben, die im wesentlichen hier wiedergegeben seien. In Wien, wo sich ein Arbeitskreis des Institutes gebildet hat, weilte Dr. Weinreich mehrere Tage, um mit einer Reihe von Wiener Gelehrten Beziehungen anzuknüpfen und dem Institut neue Freunde zu werben. Diesen Zwecken dienten u. a. zwei Vorträge, über die wir an anderer Stelle berichten. Die Organisation des jüdischen wissenschaftlichen Instituts — führte Dr. Weinreich über Befragen unseres Mitarbeiters aus — ist territorial und nach Arbeitsgebieten gegliedert. In ersterer Hinsicht teilt sich das Institut in vier Sektionen, die philologische Sektion, die gleichzeitig Literaturwissenschaft und Volkskunde umfaßt, die Sektion für Wirtschaft und Statistik, die historische Sektion und die Sektion für Psychologie und Pädagogik. Außerhalb der einzelnen Sektionen arbeiten das Archiv, die bibliographische Zentrale, die Bibliothek und das Museum. Jede Sektion bringt ihre Publikationen heraus. Die philologische Sektion hat bereits zwei Bände ediert, ein dritter befindet sich in Druck. Die Publikationen der anderen Sektionen sind in Vorbereitung. Sehr vielseitig ist die interne Arbeit der einzelnen Sektionen. Innerhalb der philologischen Sektion sind zwei Kommssionen, die ethnographische und die terminologische bereits in voller Tätigkeit, zwei andere, die linguistische und die Kommission für die Zusammenstellung eines geographischen Index der jüdischen geographischen Bezeichnungen*, sind im Entstehen begriffen. Die ethnographische Kommission hat bisher zirka 40.000 Nummern volkskundlicher Art aufgebracht, darunter etwa 9000 Sprichwörter und an die 1500 Lieder, sie bereitet aus ihrem Material einen eigenen Band vor, in welchem wertvolles, das Purimf est betreffendes volkskundliches Material (Purimlieder, -spiele, -brauche etc.) vereinigt sein wird. Diese Kommission arbeitet mit Fragebogen und hat mehr als 200 Korrespondenten in aller Welt. Die terminologische Kommission sammelt terminologisches Material aus den praktischen Berufen der Juden und stellt auch die Fachterminologie für das Schulwesen zusammen. Die Sektion für Wirtschaft und Statistik hat soeben eine größere Arbeit, nämlich Erhebungen über die wirtschaftliche Lage der Juden in Polen, abgeschlossen, die der Leiter der Sektion, der bekannte Statistiker Jakob Leszczynski, auf Grund von offiziellen Mitteilungen der Behörden und der Wirtschaftsorganisationen durchgeführt hat. Ueberdies sind jetzt Erhebungen über die Lage der jüdischen Studentenschaft in Europa mittels Fragebogen im Gange. Der Sektion sind auch wertvolle Archivfunde geglückt, wie z, B. in Berlin wichtige Dokumente über das Wirtschaftsleben der Juden in Deutschland zu Beginn des 19. Jahrhunderts, die nach und nach verarbeitet werden. Die historische Sektion hat bisher die Ergebnisse einiger Rundfragen über die Lage der jüdischen Gemeinden (vorläufig osteuropäischer) und über deren Archivmaterial veröffentlicht. Sie steht auch mit einer Reihe von Studienseminaren, wie z. B. in Warschau, Wilna etc. in Verbindung, die sich mit jüdischer Geschichte befassen, und gibt ihnen, soweit möglich, Themen für Dissertationen aus diesem Stoffgebiet an. Die erste Publikation der Sektion ist jetzt in Vorbereitung und wird von I. Tscherikower ,nnter Beteiligung des berühmten Historikers Prof. D u b n o w redigiert. Die erst vor kurzem organisierte Sektion für Psychologie und Pädagogik will in erster Linie das Material erforschen, das aus dem jüdischen Schulwesen in Europa und Amerika hervorgeht, sowie die Geschichte der jüdischen Pädagogik, vornehmlich im aschkenasischen Kulturkreis in den Kreis ihrer Arbeit einbeziehen. Sie versendet jetzt Fragebogen über Schul- und Berufseignung. Der erste Band ihrer Veröffentlichungen wird von dem bekannten Dozenten für Psychologie am New Yorker jüdischen Lehrerseminar, Leitruch Lehrer, dem Verfasser des Werkes »Psychologie der Literatur«, redigiert werden. Die bibliographische Zentrale des jüdischen wissenschaftlichen Instituts registriert seit 1. Jänner 1926 alles, was in welcher Sprache immer auf dem Gebiete von jüdischer Wissenschaft, Literatur und Kunst geschaffen wird. Sie erhält jetzt bereits zirka 300 Zeitungen und Zeitschriften und hat für 1926 zirka 10,000 Karten bearbeitet, die jetzt als bibliographisches Jahrbuch pro 1926 erscheinen. Die in der bibliographischen Zentrale bearbeiteten Materialien kommen ins Archiv, das gegenwärtig schon zirka 2800 Jahrgänge jüdischer Zeitungen und Zeitschriften und überdies zirka 15.000 Nummern nichtperiodischer Publikationen (Flugblätter, Aufrufe o. dgl.) enthält. Diesen Teil des Archives auszubauen ist das Institut sehr bemüht und wäre daher jedermann für die Zusendung von jüdischen Zeitungen und Zettschriften in jeder Sprache, auch von einzelnen Nummern sehr dankbar. Diese Zusendungen können direkt an die Zentrale in Wilna, W. Pohulanka 18, oder in Wien an Dr. Rudolf Glanz, Wien XVIII., Weimarerstraße 19, erfolgen. Sowohl die Bibliothek, die bereits einige Raria und (Jnica enthält, sowie das Museum stehen noch in den Anfängen der Entwicklung. Das Museum hat durch den ihm im Geschenkwege zugefallenen Nachlaß der berühmten jüdischen Tragödin Esther Rachel K a m i n s k a eine wertvolle Sammlung zur Geschichte des jüdischen Theaters erhalten. Das vorhandene Material wird durch Zuwendungen aus London, New York, Wien und anderen Städten ergänzt. Diese Materialien werden in einer Publikation über die Geschichte des jüdischen Theaters verwendet werden, welche im Auftrage des Institutes der Kulturhistoriker Dr. S c h a t z k i in New York im Jahre 1928 aus Anlaß des 20. Todestages des Begründers des jüdischen Theaters, Abraham Goldfaden, erscheinen lassen wird. Die territoriale Organisation des jüdischen wissenschaftlichen Institutes ist trotz kurzen Bestandes schon weit verzweigt. Es bestehen Arbeitskreise außer in Polen in Deutschland, Oesterreich, Belgien, Frankreich, England, der Tschechoslowakei, Rumänien, Litauen, Lettland, Estland, Palästina, Südafrika, Argentinien, Bratislava, Canada und den Vereinigten Staaten. Der Arbeitskreis in Oesterreich, der im August 1926 über Initiative von Dr. B. Wachstein, Dr. A. Landän und Dr. R. Glanz begründet wurde, hat bei der Wiener Kultusgemeinde eine Subventionierung des Instituts mit 300 S durchgesetzt; die Wiener jüdische Gemeinde ist bisher die erste außerhalb Polens, die dem Institut eine Subvention gewährt hat; hoffentlich macht ihr Beispiel überall Schule. Bisher wurden die Ausgaben des Instituts, die sich auf etwa 3000 Dollar beliefen und, da bisher sämtliche Materialien nichts kosteten, fast ausschließlich Korrespondenz und Druck der Publikationen betrafen, in Europa zumeist durch freiwillige Spenden, in Amerika, woher etwa ein Drittel der oben genannten Summe kam, durch Mitgliedsbeiträge (gegen kostenlose Ueberlassung der Publikationen an die Mitglieder) gedeckt. Der zuletzt erwähnte Modus soll jetzt auch in anderen europäischen Ländern eingeführt werden. Hoffentlich wird das Interesse an diesem Institut, das in seinen Anfängen eine sozusagen elementar gewordene Erscheinungsform der jüdischen Kulturbewegung darstellt, immer stärker und ermöglicht ihm die Durchführung der zahlreichen wichtigen Aufgaben, die ihm gesetzt sind. Dr. Weinreich hielt während seiner Anwesenheit in Wien zwei Vorträge; der erste, der am 26. Dezember im Sitzungssaale der Kultusgemeinde stattfand, handelte die Ziele und die Tätigkeit des jüdischen wissenschaftlichen Instituts ab; der zweite, am 29. Dezember vor einem zahlreichen Publikum im Vortragssaale des Handelsmuseums gehalten, erörterte die Perspektiven der jiddischsprachigen Kultur. Dr. Weinreich sieht in dem Vorhandensein großer jiddischsprachiger jüdischer Zentren mit verhältnismäßig starkem sozialen und wirtschaftlichen Fundament und einem eigenen Schulwesen die Grundlagen für eine günstige Entwicklung der jiddischsprachigen Kultur, wenn für die organische Durchdringung mit den kulturellen Werten gesorgt ist. Ein Ghetto-Traum bei Reinhardt (Von unserem Berliner E. F.-Korrespondenten.) Ossip üymow, dessen melancholisches Spiel ,,Nju" die Bühnen aller Welt erobert hat, ist ein jüdischer Dichter aus Rußland und schreibt seit langem jüdische Theaterstücke. Seine Dramen „Sch'ma Jisroel" und „Der ewige Wanderer", sind bekannte Repertoirestücke des jüdischen Theaters. Seit Dymow in New York lebt, ist sein dramatisches Schaffen fast ausschließlich auf das jüdische Milieu eingestellt und er zählt auf den jüdischen Bühnen New Yorks in den letzten Jahren zu den am meisten aufgeführten Autoren, Das New Yorker jiddische Kunsttheater hat die ältere Märchenkomödie Dymows „Der Sänger seiner Trauer", die schon in Wien und Berlin großen Erfolg gehabt hatte, auch in Amerika populär gemacht und mit dem „iBronx-Expre ß", einem Traumspiel aus dem New Yorker Ghetto, ein Zugstück gefunden. Dieser „Bron x- Expreß ist nun in Berlin, in Reinhardts Kammerspiele, eingefahren; hier dürfte er, nach der Aufnahme bei der Premiere zu schließen, wohl kein Serienerfolg werden, da er zu sehr auf New Yorker jüdische Milieueigenart gestellt ist, doch die zart geaibeitele Komposition, die den Autor der „Nju" verrät, gibt dem neuen Dymow-Stück, zu dessen Premiere der Autor über Reinhardts Einladung nach Berlin gekommen ist, Anwartschaft auf Dauer. De- ,/Bronx-Expreß" ist ein Zug der New Yorker Untergrundbahn, auf der die jüdischen Arbeiter von ihrem Wohnsite in der Vorstadt Bronx zur Arbeit ins Fabriksviertel Downtown und wieder zurück fahren. Und auf der Fahrt mit dem Bronx-Expreß trifft Charkel Hungerstolz, der seit zwanzig Jahren Knöpfe in der Fabrik dreht, einen jungen „Alirightnik", der aus dem auch jenseits des Ozeans bewahrten Ghetto mutig ins amerikanische Leben gesprungen ist und weiß, „wie man was wird". Er gibt dem alten Chaskel Ratschläge, wie er ein „Verdiener" werden soll. Und nun träumt auf der Fahrt Chaskel von den „großen Verdienern" und ihrem Glück. Sie setzen ihm hart zu, denn sie verlangen von ihm Losreißen von allen Traditionen und Idealen, alles „für das Geschäft", So daß 'der Alte glücklich ist, wie er aus dem Traum wieder in die Wirklichkeit gerät, zu seiner Frau, die so herrliche gefüllte Gansbrust zubereitet, zu seiner Tochter und zu seinem kleinen Jungen, Den Chaskel, in New York eine Glanzrolle des alten Sohildkraut, gab in den Kammerspielen Albert Steinrüick; Jüdisches Theater in Wien Wien hat heute — man sollte es kaum glauben — drei jüdische Theater. Da« älteste ist die „Jüdische Bühne" in der Taborstraße, die seit rast 40 Jahren besteht. Sie pflegt hauptsächlich das jüdische Singspiel und das Melodram, in einer Form, die dem modernen Theaterbesucher vielleicht etwas primitiv erscheinen mag, doch in tiner Art, welche für den traditionellen Stil des jüdischen Theaters charakteristisch ist, Ueber diesen mehr historischen Wert hinaus hat jedoch dies* jüdische Bühne zwei ganz außerordentliche Einzelleistungen zu bieten. Zwei elementare Theaterbegabungen, Laura Glücksmann und Jona Reissmann, bilden den An» ziehungspunkt dieses Theaters. Seit einigen Jahren gibt es in Wien ein Jüdische* Künstler-Kabarett, dessen stärkste Kraft sein' Leiter Max Streng ist; leider ist diese Bühne gegenwärtig durch die Erkrankung ihrer besten Kraft einigermaßen gehandicapt. Die jüngste und vielseitigste, sozusagen auf modernem Wege befindliche jüdische Bühne Wiens sind seit ein paar Monaten im Theater Reklame (II,, Praterstraße 34) konstituierten „Jüdischen Künstlerspiele". Als jüdisches Theater in einer Großstadt mit zahlreichem ostjüdischem Publikum, bringt diese Bühne ein gemischtes Repertoire, dessen Werke sie in einer dem modernen Theatergeschmack Rechnung tragenden Art zu bieten sucht, ohne dabei den eigenartigen Stil des jüdischen Theaters zu vernachlässigen. Die Künstlerspiele haben bisher jüdische Operetten, Melodramen amerika- •mocaqaj} jaieaqiqoajds saqosrpnl saujapom pun ijv latpsra Von der zuletzt genannten Gattung seien gute Aufführungen Schalom Asch's „Unser Glauben", einem bühnenwirksamen Drama, sowie von Scholem Alechem's berühmter Komödie „Schwer zu sein ein Jud" erwähnt. Ferner werden Einakter von Perez und Pinski, in geistvollen Farben inszenierte jüdische Volkslieder und dergleichen, Soloszenen und Tanzpoeme im Repertoire geboten, Ihren Schlager scheint diese Bühne jetzt mit der Aufführung einer jüdischen Revue „ Auf nach Tel-Awiw!" gefunden zu haben, die von einem den Künstlerspielen angehörenden Schauspieler A. M e i s e 1 s verfaßt ist. Sehr geschickt ist das jetzt so aktuelle Revue-Genre in die jüdische Atmosphäre übertragen. Echte chassidische Tänze werden von modernen Tänzerinnen exekutiert, die Musik ist von einer Reihe ostjüdischer Lieder durchzogen, und die für die Revue unentbehrliche Aktualität wird mit Geist und Witz aus dem stets aktuellen Mißverhältnis zwischen der jüdischen und der sogenannten großen Welt bezogen. Sehr lustig ist dabei die wienerische Note eingestreut. Das Ganze wird von einem gut eingespielten Ensemble, dem wirkliche Talente, wie Mina Deutsch, Lea Weintraub, Rahel Weissberg, Bernhard Wittler, J, Feldbaüm, B. Sigall u. a. angehören, flott heruntergespielt. Die Sehenswürdigkeit dieser Revue im Sinne einzigartiger schauspielerischer Gestaltung aber bildet B. Zellniker. Er spielt einen jüdischen Lehrertyp oder vielmehr er spielt ihn nicht, sondern stellt ihn statuenhaft hin, geradezu plastische Verkörperung von Figuren, wie sie die Dichtungen von Mendele oder Scholem Achelem aus dem Leben hinübergenommen haben. In Wort und Gebärde ist Zellniker Uebertypus. Seine Darstellung ist sozusagen Kunstgenuß für sich. Eine darstellerische Individualität 'von seltener Eigenart kommt hier zur Geltung, beispielgebend weit über den Rahmen jüdischer Bühnenkunst hinaus. —ed, Jüdische Künstlerspiele im Theater Reklame i(M., Praterstraße 34). Wochenrepertoire: Von Freitag, den 6. bis Montag, den 9. Jänner 8K Uhr „Die Freunde", Melodram in 3 Akten von Leo Kobrin1; von Dienstag, den 10. bis Donnerstag, den 12. Jänner die große jüdische Revue „Auf nach T e'1 Awiv" von A. Meiseis. Eine Jubiläumsausgabe von Moses Mendelssohn's Schriften. Aus Anlaß der 200. Wiederkehr des Geburtstages Moses Mendelssohns sollen, wie bekannt, die gesammelten Schriften des Philosophen als Jubiläumsausgabe erscheinen. Herausgeber sind im Auftrage der Akademie für die Wissenschaft des Judentums Professor Ismar E1 b o g e n, Professor Julius Guttmann und Professor Eugen Mittwoch in Gemeinschaft mit Dr. F. Bamberger, Dr. Ch. Borodianski, Dr. J, Rawidowitsch, Dr. Bruno Strauß und Dr. Leo Strauß. Die Vorarbeiten sind nunmehr so weit gefördert, daß zu Beginn des neuen Jahres drei Bände druckfertig vorliegen. Die Ausgabe wird im Akademie-Verlag (Berlin W, Lützowstraße 16) erscheinen und etwa 15 Bände umfassen. Die Subskription wird demnächst eröffnet. Neue judische Romane von Lion Feuchtwanger. Der erfolgreiche deutsche Schriftsteller Lion Feuchtwanger, dessen auch ins Jiddische und Hebräische übersetzter Roman »Jud Süß« gegenwärtig in England verfilmt wird, hat einen Roman vollendet, der die Münchener Ereignisse der Jahre 1920 bis 1923 zum Gegenstande hat; darin werden auch die antisemitischen Vorfälle und der Hitlerputsch gestreift. Ferner arbeitet Feuchtwanger an zwei großen jüdischen Romanen; der eine hat die Vertreibung der Juden aus Spanien zum Gegenstände, im Mittelpunkt des zweiten Romans, der das Problem des zwischen den Kulturen stehenden jüdischen Schriftstellers behandelt, steht die Figur des Josephus Flavius. Ein palästinensisches Liederbuch, Aus Jerusalem wird uns berichtet: Das Hauptbüro des jüdischen Nationalfonds hat dem bekannten Komponisten Rosowsky den Auftrag erteilt, Material für die Herausgabe eines palästinensischen Liederbuches zu sammeln und zu bearbeiten. Das Liederbuch soll die in Palästina gesungenen Lieder des neuen Jischuw für Solo und für Chor enthalten.