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Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift · 1920-02-20 · 7 (20.2.1920) · p. Seite 97

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Journal
Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
Volume
37 (1920)
Issue
7 (20.2.1920)
Date
1920-02-20
Page
Seite 97 (sequence 9)
Language
German
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Seit« 97 Nr. 7 Dfi Blocfi’s Wochenschrift Gratulanten' erwidern zU hören'. Die anwesenden Gelehrten waren des Lobes voll über den Schwung, den Geist und die Formvollendetheit dieser Sprache. _ Hierauf sprach Kultusmitglied Herr Seide Körnet, der den Jubilar in lebhafter Weise vom Herzen kommende Glückwünsche anssprach und den ersten Satz von Dirke Aboth kommentierte. Sodann sprach Kultusmitglied Herr Johann H o fb'auer, der in herzlichen Worten daran erinnerte, wie sehr sich der Jubilar der im Felde gewesenen jüdischen Soldaten seiner Gemeinde angenommen hat. Zum Schlüsse sprach im Namen der Beamten Herr Bernhard Lö wi den Dank,derselben für die;stete Fürsorge, für die warme Anteilnahme an ihren Angelegenheiten aus, und schloß mit den herzlichen Wünschen für die Zukunft. Der Jubilar erwiderte jedem einzelnen Redner in formvollendeter Sprache von bedeutungsvollem Inhalte. Trotzdem der Jubilar es wünschte, daßi die Feier nur eine interne sei, und weder Behörden, noch Korporationen geladen werden, langten folgende Beglückwünschungen ein: Graf E. Kielmansegg, Minister a. D., Regierungsrat Zeiner samt dem Professorenl^örper des Gymnasiums, Regierungsrat G. Engelmann, Staatskanzlei, die Gemeinden Wiener-Neustadt, Neunkirchen, die Präsidien von Mödling, Troppau, Baronin Königs w arte r, Familie Paul Schiff, Baron und Baronin von Mayer-Ket- & c h i e n d o r f, von Rabbinern jaus Wien und Budapest Und aus Nah und Fern. H. Löwenthal, Sekr. der Israel. Kultusgemeinde Baden. dem Patienten doch nicht den Magen füllen. — Untätig muß nun der arme Student Zusehen, wie sich das Unwohlsein zum Uebel, zur Krankheit auswächst, und. auch dann kann er selten mehr tun* als auf der Klinik seine Krankheit konstatierenzu lassen; zur wirksamen Bekämpfung des Uebels1, zur Heilung fehlen ihm ja die Mittel. Fälle, wo Studenten sich die Rezepte nicht bezahlen können, wo sie krankheitshalber eine kräftigere Kost benötigen! und sie sich dennoch nicht beschaffen können, gehören zu den alltäglichen Erscheinungen. * So soll und darf es nicht weitergehen. Der Jüdische Hochschulausschuß hat die Errichtung einer Krankenfürsorge in Angriff genommen, um erkrankten Kollegen, die infolge ihrer schlechten materiellen Verhältnisse sonst hilflos dastünden,. wirksame Hilfe zu bringen. Aber dazu braucht er Geld. Die. kargen Mittel, die dem jüdischen Hoehschulaus^ schlisse zur Verfügung stehen, langen beiweiteml nicht für eine derart weitgreifende Aktion. Ein eigen ner Krankenfond muß geschaffen werden! An Euch, jüdische Bürger, ergeht nun unser Ruf: Beteiligt Euch durch reichliche Spenden an der Schaffung des Krankenfondes. Jeder gebe, was er kann. Es ist Pflicht eines jeden bewußten Juden und wahren Menschen, dieses soziale Werk nach Kräften zu fördern. Spenden werden dankend entgegengenommen vom „Jüdischen Hochschulausschußi“* Wien, IX., Alserstxaße 28. Simon Suigpr.*); D'anks agu ng. Aüs Anlaß meines vierzigjährigen Amts1 Jubiläums sind mir Glückwünsche, Adressen und Widmungen, wie auch Ehrengaben in solch großer Anzahl von Nah" und Fern zugekommen, daß ich außer stände bin, für dieselben einzeln in geziemender Weise zu danken; ich bit.e daher, meinen herzlichstenDänk hiemit auf diesem Wege entgegenneh-. men zu wollen.; Raden, im Februar 1920. ij . Oberrabbiner W. Reich1, ä.!! Jüdischer Hochschulausschuss. Wien. Der „Jüdische Hochschulausschuß", Wien, erläßt folgenden Aufruf: Jüdische Bürger! , ■ Unbeschreibliche Not herrscht unter der studierenden jüdischen Jugend Wiens. Viele Hunderte jüdischer 'Studenten und Studentinnen hungern und frieren, irren obdachlos umher. Sie, die vor dem Krieg blühend und von jugendlicher Kraft strotzend mit Feuereifer ihren Studien oblagen, gleichen heute mehr in Lumpen gehüllten Schatten als Maischen. Als Folge .der 'Unterernährung mehren .sich Krankheiten in erschreckender Zahl. Allgemeine Körperschwäche und Tuberkulose richten graueneh egende Verheerungen unter den jüdischen Studenten an. Schleichend und tückisch naht die furchtbare Krankheit ihren Opfern. Zunächst ist es ein Unbehagen, ein Unwohlsein. Die Mittellosigkeit des Studenten gestattet ihm nicht, einen Arzt zu konsultieren; und dann, wer wird denn gleich hei solchen Lappalien Zum Arz Raufen? Das Unwohlsein ist ja auf den leeren Magen, zurückzuführen, —. und der Arzt k,ann Zu seinem 50. Geburtstage?. Simon Singer, 'Sohn des Wiener Oberkantorst kaiserl. Rat Josef Singer s. A., wurde am 24. Februar 1870 in Reuthen, Ober-Schlesien, geboren; den ersten Musikunterricht genoß er schon als fünfjähriger Knabe bei seinem Vater, und als derselbe! nach Nürnberg übersiedelte, beg’eite'e der elfjährige Simon seinen Vater am 5. Februar 1881 in dem Phönix - Konzerte bereits in schwierigen Gesangsstücken. In Wien absolvierte Singer das akademische Gymnasium und trat 1887 in das kaiserliche Konservatorium ein; hier erhielt er te eits 1889 das Diplom als Musikdirektor und bezog die Kapellmeister- und Kompositionsschule. Von allen Seiten wurde jedoch geraten, die außergewöhnlich große Stimme ausbilden zu lassen und unter Anleitung erster Musiker war Singer bereits 1893 soweit, daß er als erster Bariton an das königliche Theater nach Preßburg, dann zwei Jahre in die unter Mahlers Leitung so berühmte Hamburger Oper ging. Singer sang dann noch an den Theatern von Halle, Stettin und Schwerin, überall mit Erfolg und an der Seite allererster Größen. Seine außergewöhnlich umfangreiche, Stimme befähigte »ihn, nicht nur alle hohen Baritonpartien, sondern auch Heldentenorrollen zu singen; so trat er in Halle als L ohengrin, Tannhäuser, Flores tau und so weiter auf. Auf Wunsch des Vaters wurde er Kantor (1900^ fand kam zunächst^nach Ungarn, wo er in Klinik zum ersten male vorbetete. Dann erhielt er die Berufung nach Kattpwitz (1901), nachdem 22 Kandidaten vor ihm Probe sangen. Singer hat sich hier eine ideale Stellung geschaffen; sein Haus ist der Mittelpunkt des musikalischen Lebens von Kattowitz, er genießt *) Aus dem demnächst erscheinenden II. Teil „Lebensbilder berühmter Kantoren8 von A. Friedmann (Berlin). ^SKUglT.1 SWBUWW. rV "."T*

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