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Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift · 1920-02-20 · 7 (20.2.1920) · p. Seite 96

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Journal
Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
Volume
37 (1920)
Issue
7 (20.2.1920)
Date
1920-02-20
Page
Seite 96 (sequence 8)
Language
German
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Beit« 96 v>. Bloch’s' Wochenschrift 1 Nr; 7 - Sen. gesetzestreuen Juden besteht, zü sprechen'. ITeberdies droht das Worgehen dieser kleinen Gruppe Äie Einheitlichkeit der Wiener Juden zu stören, da ihre Politik auf den Trennungsstandpunkt e'ngeste'lt ‘ Ist, welchen wir Mit aller Entschiedenheit perhorreszieren, 40]ähriges Amtsjubiläum des Oberrabbiners W. Reich. Baden, 15. Februar 1920. Die israelitische Kultusgemeinde Baden feierte •Samstag das 40jährige Amtsjubiläum ihres all verehrten Oberrabbiners Sr. Ehrwürden Herrn Wilhelm Reich. Die Feierlichkeiten wurden am Freitag ' nachmittags eingeleifet durch das korporative Erscheinen der Vorstände der Chewra Kadischa unter Führung ihres Präsidenten des Herrn Adolf Raab beim Jubilar. Herr Raab richtete an ihn herzliche, warm empfundene Worte der Begrüßung und des Glückwunsches und überreichte ihm die Ehrengabe der Chewra Kadischa. Am Sabbath veranstaltete die Kultusgemeinde einen Festgottesdienst, zu welchem das Präsidium, bestehend aus den Herren Vorsteherstellvertreter David Daniel, Adolf Raab und Dr. Oskar Auerbach unter Führung des KultulsVorstehers Herrn Alexander Braun den Jubilar aus der Wohnung feierlich einholte. Im Vorhofe des Tempels erwarteten ihn sämtliche Ausschußmitglieder der israelitischen Kultusgemeinde sowie die Vorstände der Chewra Kadischa, und zwar. die Herren: Gustav 0 e d e n b u rger und Leopold Blau seitens der Chewra Kadischa, ferner Jakob Kohn, Rudolf Austerlitz, Chaskel Ingwer, Julius Schnürdreher, Josef Löwin- |er, David Schey und Dr. Samuel Deutsch. Das Seniormitglied des Ausschusses, Herr Jakob Kohn begrüßte den Jubilar mit einer herzlichen, tief empfundenen Ansprache, welche der Jubilar in gerührten Worten erwiderte. Hiebei war eine größere Anzahl Gemeindemitglieder anwesend, welche den Wechselreden begeistert lauschten. Der Jubilar wurde sodann in den Tempel ge’eitet, wo er vom Oberkantor Kreutstein mit einem, kräftigen Boruch h'abo empfangen und unter Vortrag des Psalmes 150 feierlich auf seinen Sitz gelei'et wurde. Der Tempel war überaus reich mit Pflanzen und Girlanden in allen seinen Teilen festlich geschmückt Und besonders schön war das Betpult Sr. Ehrwürden dekoriert. Dieser Einzug in den Tempel gestaltete sich unter Teilnahme der ganzen großen Gemeinde äußerst feierlich und erhebend. Alle Spenden, welche an diesem Tage hei der Thora gemacht wurden, geschahen zugunsten der Armen, und es erfloß ein namhafter Betrag für dieselben. Der Jubilar wurde zur Thora geru'en und vom' Oberkantor mit einem schön rezitier; en Echod jochid empfangen. Nach Verlesung des be'.reifenden Thoraabschnittes wurde über den Jubilar ein für diesen ‘Anlaß verfaßtes Mischeberach gesprochen. Nach dem Einheben der Thora bestieg der Jubilar die festlich geschmückle Kanzel und hielt seine tief durchdachte warm empfundene Festrede. Die Rührung übermannte ihn wiederholt während seiner Ansprache, und die andächtigen Tempelbesucher lauschten derselben in wahrhaft ergriffener Weise. Um halb drei Uhr nachmittags war festlicher Empfang in der Wohnung des Jubilars. Es erschienen unter1 Führung des Kultusvorstehers das1 Präsidium’ Und der gesamlnte Ausschuß und Unter Führung des Präsidenten der Chewra Kadischa Herrn! Adolf Raab die Vorstände derselben; weiters die Vorstandsdamen des israelitischen Frauen-Wohltätigkeitsvereines unter Führung ihrer Präsidentin der Frau Luise Freiwillig, die jüdischen Schüler und Schülerinnen der Religionsschule unter Führung des Lehrkörpers, das Ehrenmitglied der Gemeinde Herr i Anton Schneider, die Herren Rabbiner-Stellvertreter Lipman Unger und Salomon Friedmann, die Beamten der Kultusgemeinde Baden,. der Vorsteher des israelitischen Eethaus Vereines Vöslau Herr Adolf F i s c h e r in Begleitung des Seniormitgliedes der Vöslauer Filialgemeinde Herrn Jakob Hacker, ferner eine überaus! große Anzahl von Ivultusmi tglie - ern, welche die Räume des Jubilars bis1 in das innerste Verhaus füllten. Der Kultusvorsteher hielt an den Jubilar eine herzlich empfundene Ansprache .und überreichte ihm; die Ehrengabe der Gemeinde und das von den Herren des Gesamtausschusses gestifle'e Geschenk einer pi achtvollen silbernen achtarmigen Menorah. — Zum Schlüsse der Rede stimmten alle Anwesenden] in das vom Redner auf den Jubilar ausgebrachte dreifache Hoch begeistert ein. Hierauf hielt namens der jüdischen Frauen deä Badner Kultussprengels Frau Isid. Pollak eine heiz-, liehst vorgetragene Glückwunschansprache' und überreichte das von .den Frauen gestiftete Geschenk, einen! großen, schön gearbeiie en silbernen Korb. Herr Jakob Kohn als ,Senior der Gemeinde und das Mitglied des Vorstandes zur Zeit, als die heutige Jubilar als junger Rabbiner in die Gemeinde einzog, sprach herzliche Worte der Begrüßung. Sodann hielten die Schü e innen des Lyzeums! der Volks- und Bürgerschulen je eine Schülerin herzliche Ansprachen, und zwar die Schülerinnen Elisabeth! Daniel, Mania W i e 1 e r und Selma Glaser. Für die Gymnasialschüler sprach der Obergymnasiastj Wyscher. Hierauf ergriff namens der Ehrenmitglieder der Gemeinde und der Chewra Kadischa;das Ehrenmitglied Herr Anton Schneider das Wort." Er schilderte in! seiner Rede die schönen Vorgänge, welche sich bei dem vor 40 Jahren erfolg'en Einzuge des von Särvär eingeholten jungen Rabbiners abgespielt haben. Der Redner gehörte als damaliges Vorstandsmitglied der Einholungsdeputation an. Er sprach von dem freundschaftlichen Verhältnisse, das sich in den abgelaufe- - nen vier Jahrzehnten zwischen den früheren. Herren Vorständen und dem Jubilar heraüsgebildet hat, von den gemeinschaftlich geschaffenen Institutionen der Gemeinde, von der langjährigen, dem Wöhle der Gemeinde gewidmeten Bemühungen, und sie klang in! dem Wunsche aus, der Jubilar möge noch ungezählte Jahre sein frommes Wirken zum Wohle des Judentums in Rüstigkeit und Frische fortsetzen. Sodann ergriff Herr Rabbiner Dr. Samuel R'appäport das Wort und feierte die Verdienste und1 hohen Eigenschaften des Jubilars in. formvollendeter klassischer hebräischer Sprache. Es war den Kennern und jüdischen Gelehrten ein hoher Genuß; dieser, seltenen Fähigkeit der fließenden hebräischen Rede lauschen zn kennen. Das hohe Niveau bilderreicher hebräischer Sprache .kam hiebei zur Geltung. Sponi- | tan erwiderte der Jubilar ebenfallslin hebräischer Rede,! und es ging ein Staunen durch die Gemeinde, ihren! > verehrten Oberrabbiner in unserer heiligen Sprache- 1 unvorbereitet, wie er war, geistvoll und fließend derßj

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