Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Journal
- Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Volume
- 37 (1920)
- Issue
- 3 (16.1.1920)
- Date
- 1920-01-16
- Page
- Seite 40 (sequence 8)
- Language
- German
- Belongs to
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Seite 40 ©r. BLÖ€fi;S WeCMÄNfCfif^. Nr. 8 y Zum Schlüsse seiner interessanten Ausführungen schreibt der Veriasser: „W i e K o p e mi ku s Sie E-rde aus der he he rrs.cheuden. Stellung im Raum in die Rolle eines armseligen Planeten, gleich Millionen anderer Planeten, verdrängt hat, so verdrängt Einstein sie aus ihrer beherrschenden Stellung in hezug auf die Zeit" jüdischer Schöpfergeist Die ^Frankfurter Zeitung" zeigt in einem- Auf- •«atz „Hoffnungsvolle Entwicklungen in einer höffnungsarinen Zeit", daß Deutschland durch die richtige. Verweüduaig dreier in seiner Mitte gemachten Erfindungen aus .seiner heutigen .verzweiflungsvollen wirtschaftlichen Läge den Weg finden kann. Diese Er-' findungen sind die Gewinnung von Luftstickstoff nach Halber, vonKalk'stiekstoff nach Caro und von Spiritus und Essigsäure nach G r ün ste i n. Der mächtige Anihnkonzerar, die Vereinigung der großen deutschen Farbstoff-Fabriken, hat bereits' eine Verdoppelung seines „Aktienkapitals' beschlossen, um1 die Gewinnung . ton Stickstoff aus der Luft weiter auszubauen. Die Einfuhr des Chilesalpeter — heute '2—2V2 Milliarden Kosten — erübrigte sich dann, die Ernteerträgnis'se wurden sich' durch die StickstoMüngung sehr vergrößern, und schließlich könnten noch viele hunderte Millionen Stickstoff ausgeführt werden.. Der Liiftstickstoff hat den Kalkstickstoff überholt, dieser wird aber aus KalziumkaTbid gewönnen" und dieses ist besonders: nach Grünistem' .in' Spiritus und Essigsäure weiterzuverarbeiten. Deutschland verbrannte im' Frieden 2?/* Millionen Tonnen Kartoffeln^zu Alkohol und Ibrauchte nun keine Kartoffeln mehr zu verbrennen. Haber, Caro und Giunstein^ sind 'Juden. Der 186i8 in Breslau geborene Fritz Haber ist. Direktor 'des: Phys'.-Chem1. Instituts! der Kaiser Wilhelm^Gesellsehaft Dipl.-Ingenieur Nathan Grün'stein wohnt seit Jahren in Frankfurt und gehört dein! Vorstand der Ffankfurter " Zionistischen Orfs|rüßjpe ä&. Oer Vortrag Prof. Tsefttefibak. Die Tatsache, daß die Warschauer Polizei einen Vortrag Prof. Ts e herb a k s übet Ritualmord gestattete, dem Sir Stuart Samuel beiwohnte, hat in L on d o n sehr verstimmt und den Gedanken.1 nahegelegt, daß Polen auf die Machte in ihrer mittelalterlichen .Behandlung der Juden gar keine Rücksicht nimmt. Samuel erzählt, daß Lichtbilder gezeigt wurden, auf denen ein totes christliches Kind auf einer * Tafel dargestellt war, während init Tallessiiri bekleidete Juden ringsherum saßen. Auf einem' anderen sah man ein junges christliches Mädchen mit von Juden durchsehnittmem' Halse, dessen Blut eine jüdische Frau in einer Schüssel auffing. In einem' dritten war . ein Jude ntit eMem- Messer im Munde zu sehen, der ehen in Gegenwart einer großen jüdischen Zuschauermenge einer Christin den Hals durchschnitten hatte. Und das dumme Volk glaubt -so etwas1, obwohl .sie sich doch denken können, daß so ' etwasi nicht vor einem Filinphotographen geschehen würde. Auf den energischen Protest Sir Samuels entschuldigte sich die polnische Regierung in höflichen- Ausdrücken, versprach, eine Untersuchung anzustellen und drückte das Bestreben aus, das Land nach moderner- Methode, ^besonders nach englischen Ideen &u 'regieren. Dießeleidigungen Samuels durch' äiä' Presse bedauere" sie* und beträchte sie* als gegen sie selbst gerichtet. . - Jütflsiefoje Ajibjdfter u0 der, Wi^djisraufeaM Nordffunk- ...y - 7- ' 1: reich«.; 'v •'.-,..'. 'y.:\ . Beim Wiederaufbau Nordtrankreich^ wird di© deutsche Regierung bekanntlich größere Mengen von Arbeitein zu stellen haben. Es ist fraglich, ob sich ihr so viele deutstehe Arbeiter zur Verfügung stellen werden/-wie Frankreich anfordern wird. Im' Anschluß an die Tatsache, daß; nach einer poMschifranzösischen .Vereinbarung polnische Arbeiter nach Frankreich gehen wenden, hat die „Jüdische $migrätiöns-Orgaiiisiäiion" in Berlin in deutschen Regierungskreisen angeregt, daß diese, falls.ihr nicht genügend deutsche Arbeiter zu Gebote stehen, auf o s t - j üd i s che Ar-h'© i t e r zurückgreifen: .soll, die namentlich aus den polnischen Industriestädten ihrem Rufe wahrscheinlich Folge leisten ^würden, wo die große Arbeitslosigkeit sie jedem1 annehmbaren Angebot geneigt macht. Die deutschen Regierungskreise, Jdie in der Sache bisher verhandelt habenj stehen der Anregung sehr fremidHch gegenüber,. . Ein jüdjisctier Gesandter* Londön. Die* englische Regierung hat den Lördchi^f Justice öf England,^ord Reading~(Rufus I sa a'cs) dringend gfeheten, vom! hohen Stühle des höchsten ffido^ani»tes! /fceräftztfsMgeh; und den äußeret wichtigen 'G es'äind ts c h a f ts'p o st e n 1 n W ä S>Ei n gH ö n~ än^ülLeh|m:ien. Lord Reading würde vor sfeiner v&m! 'Köö% in: '^dellSr Audienz •<emßfää%^;,izuif:Hotl&feTMge'zogen' und 'mit-speziellen 'Missionen jbetraut Vertati' tifer Isii^iB^^sißVytoy .*rieif^|^nöfehTOir: .'cü% dö<n kTeu^1fl)si^relcltlte)ke^v Mifle^h^i«^.-'* Der Verblainidstag: fand akp! 30. v. M. unter dem1 Vorsitze sleines 01b!m!annes' Rabbiner Dr. M. Rosen-, in;ann statt! Diester widmete zunächst Worte pietätvollen Gedenkens1 dein vers'toribenen Mitgliedern, .namentlich den Herren Rabbiner Prof. Dr. Kis?ch (Prag), Inspektor, Dr. L a n g f e 1 d e r (Wien), Rabbiner Prof. Dr. Biach (Brüx), .Sohulrat Prof. Kollek (Wien) und Dr. D. Kanitiz (Wien). Hierauf berichtet 'derselbe über die abgelaufene sechsjährige Funk- •tionsperioäe und' weist darauf hin, daß es; unter sehr schwierigen Verhlältnissett der Verbands'leitung geluijgien sei,' Kollegen zur Erlangung der definitiven Stellung hiitzuverhelfen und den nicht definitiven . Ghadengehälter zu verschaffen. Auch konnten Te'ue- -.rungszulagen für idie Supplehten erwirkt und die/ErhÖhungJder Remuneration: für die Wochenstunde erreicht werden. Der Vorsitzende gedachte femer mancher Aktionen des1 Veiibandes behufs der rechtlichen Stellung des5 Religiohslehrerstand'es1, wobei in. dankbarer Weis'e des1 Häüptbegründers des .Verbandes! Schülrates Ör. Ad. Weiß ehrende Emähhung geschah. An . 'den Bericht des Obmannes1 schloß sich der Bericht des Kassiers Prof. Dr. L. Goldh'anim'erj der darauf hinwies, daß das bbscheidene Vereinsvermögen auchin dieser Periode einen erfreuhchen Zuwachs' erhielt Nach'. Erteilung des' - Absoluterlumis erb'at. sich Obnianhs'tellvertreter -Prof; Dr. H. Pollak . däs' Wort und würdigte die großen Verdienste .des Ohmiannes ukn! den Verband mid. den Stand der Religionslehrer, der sich' stets1 in opferwilliger und hingebüng'svoller Weise!der ünterte^sSen der Kollegen, ja jedes1 "einszelnen