Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Journal
- Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Volume
- 37 (1920)
- Issue
- 3 (16.1.1920)
- Date
- 1920-01-16
- Page
- Seite 38 (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
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**it» 3t b*. blocbts w<xmH$omiFT. Hr. * behaue seirtöB Zoraes -öfter die Juden atiSgieSt/ sondern, ein ganzes Schaff, einen großen- Wasserfall. Es ist ihm gleicihgölt^/ ob' eine Zeitung die: christlichsoziale oder die ^deutschnationale Richtung verfolgt. Die Hauptsache bleibt, daß sie-gegen die Juden losgeht und ihm erlaubt,/ mit trotzig eingelegtem Federstiel an der Spitze zu -stürmen. Paumgaftten mit zwei harten tt ist sozusagen der antisemitische Cato, ja er übertrifft den Römer sogar an Ueherzeugungstreue. Cato schloß bloß alle seine Reden mit der gemütvollen Aufforderung, Karthago zu zerstören, Päum^artlen mit der harten Seele aber beginnt, endet und füllt seine Reden, seine Träuiwe und seine Artikel mit dem beißen Wunsche, daß die Juden ausgerottet werden mögen. Er ärgert sich darüber, daß die Erde rund ist; was sicher nur auf den Einfluß dieser krummlnasigen Juden zurückzuführen sein dürfte. Er will aus der Luft den Stickstoff ausscheiden und nur diesen den Juden zum' Atmen-überlassen. ' Der harte Paumgartten hat sich1 neulich am' gleichen Tag in einem deütschnationalen und einem' christlichsozialen Blatt vernehmen lassen. Spalten-- lang zerräderte, zermalmte und vernichtete er die Juden, aber der Anschlag mißlang zum« großen Teil. Denn auch' dem1 gesronungstüchtigsten Antisemiten gelang es nicht, sich durch1 den ganzen Brei des Geistes durchzupressen, den Paumigarttf n über die sündige •.• Menschheit ausgeschüttet hatte. Trotzdem' aber waren einige Stellen wert gewesen, -beachtet zu weiden, wie z. B. diese : ... . „Die sozialdemokratischenFührer zeigen fich niittender Entrüstung aller anständig Denkenden ohne Erröten sozusagen Arm! in Arm' mit Kun vor aller •Welt und scheuen-nicht einmal den Verdacht einer; ' Gharakter^m^ins^ mü3isen sie eine Ef-_ klärang für dieses "seltsame Verha-ten -bereit habend undrso berufen sie sich mit einefca »''harrrilösm .Lächeln auf das' Asylrecht für verfolgte — Politiker: Man „ kann,; sagen sie, den Bela Kun auffassen so, und man * kann' ihn auffassen ^sb. Damit, setzen sie sich über alle Moralbegriffe, über alle Entrüstung und Verachtung hinweg, ohne den wirklichen Grund einge-, stehen zu müssen. Und wenn wir ihm nun zu bedenken gebend daß Bela Kun ein Jude ist und daß das Judentum'und die mit ihm auf Gedeih und Verderb verbündete Freimaurerei der ganzen "Welt verpflichtet sind, ausnahmslos jeden Juden ~ und wäre er der gemeinst,« Verbrecher — vor nichtjüdisehen Gerichten in Schutz zu nehöen, welchen Schluß zieht daraus selbst der simpelste Mensch?" ' Der sim^pelste Mensch zieht aus den Sch'wefel- . bluten und * Phantasien gewisser Schriftsteller den Schluß, daß es zwar eine Lüge .ist, daß .ein Jude den anderen vor den Gerichten in Schutz nimmt, aber vor der Verblödung nimmt er ihh in Schutz. Das geschieht ganz einfach dadurch, daß er ihn* vor dem Lesen gewisser Artikel warnt! Die Zedarn des Ubanan um* der Wiener Waftf. DasNeue Wiener Tagblatt" schreibt: Die beiden berühmten Waldungen — Libanon-Zedern und Wiener - Wald — haben das eine, gemeinsam, daß . sie fast beide nur mehr geschichtliche Üeberlieferung sind. .Man darf noch sagen, „fast" beide, weil yorri Wie-: , ner Wald immerhin hoch mehr existiert, als von . den Libanonwaldungen:? Viel hätteaber nicht gefehlt, ■u so hatte die. Klage des Propheten Jesaias, daß ein Kind die Zedern des Libanon werde zählen icönnen, anchi das Schicksal des Wiener Wäldes gekenilz-'iiclmei. In -der - Art der Abholung der.. beiden Wiarder-, besteht f2eiäch ein großar Unterschied, da der Zedernwald sicherlich nicht von Schleichhändlern' niedergelegt wurde. Wie es unseren Waldber ständen ergeben könnte, sei an dem-Geschick. der Libanonzedern -gezeigt, deren. geringe; Bestände auch heutzutage immer mehr verschwinden. Einstmals — so lesen wir an der Zeitschrift „Sciences' et voyages" — bedeetten die berühmten, in der. Bibel gepriesenen Zedern den ganzen Libanon, heute bilden sie -nur mehr drei Wäldchen in dem ungeheuren,. von "der Sonne ausgebrannten Amphitheater der. nackten,Felsen. Der eine Wald am We3tabhang des Gebel Bärük hat eine Ausdehnung von rund 500 Hektar, aber cliesö Zedern sind etwas anders, als!, die richtigen-Libanonzedern. Der zweite Wald, etwa 6000 junge Bänme, wächst bei Hadeth und bei Dirnaii, -dank der .Fürsorge des Maronilenpatiiarchen. Der * dritte- Bestand ist der berühmte Wald von Makmel mit den biblischen Zedern. Die vier ältesten "Bäume,; die. man auf6000 Jahre schätzt, sind 25 Meter hoch..- und haben au der Basis einen Umfang von 12 Metern. Da das Holz der Zeder gehr wohlriechend j'st, bcüiin- Umi es die Alten als Räucherwerk. — JtoffmtHch niüsi-en unsere Nachfahren nicht einst ähnliche Eriniieiiingen .an'..".den Wiener Wald zurückrufen. Minister Srojftai* Xtbw tfas Sefelöksiaf der ungarischen ,( luden. - Anläßlich' jdes Neujahrsem^fanges im'. Festsaa'e des Älimsterialgebiäudes in Bratislava hielt Minister Dr. Vavro S'r-ö.0a r eine längere Rede,, die eine bemerkenswerte Uebersicht über die Gestaltung der politischen Verhältnisse in der Slowakei,; ai%elauij^en .vJahre, bot und m^a^e-i^E&cz^^i^A^ftÖi^t, die auch für uns' Juden,;yon höchstem! intei^sse sind. Dieä .gilt insbesondere von derjenigen Stelle der ministeriellen Rede, ,f welche. sich mit dem' beklagenswerten Lös der Juden in Ungarn bes'chäXtigt.J-Mihister Srobar führte hierüber folgendes aus: „Dieses magyarische Eegime> weist noch eine abstoßende Eigenschaft auf, die persönliche Verfo 1 gung des magyarischen Judentums. -Es ist diesein unerhörter, Undank der magyarischen Nation gegenüber, .ihren Juden, (die das. magyarische Kapital bis . zur schwindelbaften Höhe vermehrt, der magyarischen Nation eine unermeßliche Zahl von Schriftstellern, Künstlern urid Gelehrten (gegeben, die magyarische Journalistik -auf eine vollendete Stufe gebracht, durch ihre Biegsamkeit, Unternehmungslust und Begabung auf allen Feldern des. Bt^atlichien Lebens die faule Gentry und Aristokratie "ersetzt haben. Jetzt aber vernichten die Magyaren diese ihre emsigen Arbeiter mit der größten Brutalität. 15. Millionen einflußreiche, vermögende , und gebildete Juden Europas werden dieses unmenschliche Vorgehen der magyarischen Intelligenz und; Aristokratie niemals verzeihen; und es kann für die Juden eine Lehre sein, was-für eine Gefahr es bedeutet, wenn sich die Söhne einer Nation in die. Dienste einer Herrennation stellen, um. ihnen bei Unterdrückung! anderer Rationen Schergendienste zu\leisten. Inhumanität und Ulisittlichkeit bringen nicht nur den Unterjochten Unglück, sondern auch! den Unterdrückern und deren Gehilfen Verderben.'4 Daß Minister Srobar der herrschenden Klasse in Ungarn die politische Unklugheft ihres" Verhaltens durch denHinweis auf die Weltgeltm^ .des' Eünfzehhmillionea-Volkes der Juden deutlich zu machen sucht, ist- - ein Zeugnis, für seine verständnisvolle Einschätzung (der7 Judenfrage., , ■. Bekerwrtntese eines ehemiafigeiT Anf ssmlteit/ - In^ Siegfried Jacobsohns V»Weltbühne" schreibt r' H. y. ' G e rl ä c h' über ^AnfisemitisnTus". Er schib tfert,;wie er "seibat in könservativ-ormodoxem. 'Hause