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Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift · 1920-01-09 · 2 (9.1.1920) · p. Seite 27

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Journal
Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
Volume
37 (1920)
Issue
2 (9.1.1920)
Date
1920-01-09
Page
Seite 27 (sequence 11)
Language
German
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N( 2 Dr. BLOCH'S WOCH&NSCHRIrT. Seite 27 S€t2:ma«iit^iPodi€aMit nuEjj koscheremEssens-geniel&nios.,; will.<Wie viel«Enthebungen* hater zu ertragen h Wohl •»i hat das; Judenlximi^stets^.'w^rend, derrJahrtausende*; seinesißestandeö ^in^freHgiös^artUieterzeiigii^ig. große...« Opferilwiii^^iJÄfassei^/ aheBi;die J3efoljgiii^.ider Speise-, gesetz-e "hat' ihln'^iiie-'lyesondere -SchwieTigkeiteii -ge- macht:;; Heilte-.aber ist. gerade dies .-.das drückendste . für ihn. <, Eine, ^koschere- Küche/ im . eigenen^. Hanss . vermaßt', sichm nur der. .^wirklich .Reiche i;zu leisten^ Abgesehen1* :Yon;£em>->j Genüsse des; Fleisehes,. einle;v einfache Supp.e,. ein-gewöhnhehes Gemüse>; kurz das . . kärghehster Mahl ,iherzuste]len,vist .für. den .orthodoxen*^: Judennfastounmöglieh,ada ihnrneben»sdern -allgemeinen: Mangel-an .Breraimaterial und Lebensmitteln noch das rituell.erlaubte*,- Fett.. fehlt j,die, paarDeka Oel, die er -in monatelangeiu--Abständenerhält,, reichen;.' kaumyfürHeine Mahlzeit.-Es gibt Tausende von Fami-: lien, die •' vor'.'dem'; Kriege -zu den WoMhaiblenden-gezählt JbLahen, denen.es .hente^m^M.möglich, ist, ihren Haushaltiaufriechtzuerhalteny^und.'die gezwungen sind, ihre Zuflucht• zur- Kriegs-;und -Gemeinschaftsküche zu nehmen.. Darunter .sind auch viele jüdische Familien, die,.,notgedrungen. .diese . christhehen; Küdhen; aufsuchem-müssen',».,'obwohl sie^sonst.:;stets; ein gut jüdisches^Haus -zu fuhrengewohnt' waren. Viele da-J gegen legen sich die bittersten Entbehrungen auf, nur um nicht trefe essen zu müssen. Unwillkürlich legt man sich' die Frage vor, welche mehr zu beweinen sind; diejenigen, .dieihre , religiöse Ueber- . zeugung opfern müßten, oder, jene, die. lieber durch Entbehrungen1 zugrunde gehen/ ehe sie zu. nicht rituellen. Sp eisen greiien. Wohl finden wir in der Geschichte des*., jüdischen. Volkes genügend Beweise von Opfermut und. Glaübenstreüe,: aber eine einmalige Prüfung ist nicht zu vergleichen mit Qualen, die jetzt zehnmal des Tages an den Juden herantreten. Nö^'-m^a 'vitjn i?mt^:n^,rasi?^ TTSrT-.r.ÖR':. Wohl . existiert hier.. eine t>kosdhere. Ausspeisung . „Die Einheit!' unter der-Leitung des Herrn H o f - bau er, eine zweite in beschränkter Zahl,der „Machsike Hadas" und auch die Teestube Anitta Müller. Diese alle aber kommen nur 'den AUerärmsten zugute. Familien "des Mittelstandes ist damit nicht gedient. Wie groß auch' das RachmOnes für die Armen ist, der Mittelstand ist heute noch bedauernswerter. Sein besseres Empfinden sträubt sich, sich dem* Bettler gleichzustellen; alles, was er aus besseren* Tagen besessen^, hat-:er nbereitsf aixfgebraucht' und: auch die Hilfe idernWohltätiskeitsveremeikomirnt dieser Klasse nicht''zugute,,rdenn sie trachtet immer, noch1, nach außen'den Schein zu wahren, bemüht sich1, ihre Woh- ■ nung : lund' /Kleidung.« halbwegs menschenwürdig": zu erhalten.. -Zwingtivldi e i äußers ten Not eine solche Famiii e dennoch1'die «öffentliTcbe Wohltätigkeit anzurufen/ z. B. ".die -'amerikanische ffilfsaktion^• und», betritt^der Rechercheure Mann rdieiBehuusungnund: ist die -Not dort 'nicht JäurclriSdhimiatzi••und' dergleichen*dn die. Augen springendfj^'Meibt'idas'iAnsöchen um Hilfe un-i berücksichtigt* Selbst: einstiangesehene*Wiener orthöi a doxe jüdische .^amilien^diei •die.«ganze^Kriegszeit* hin-m dur ehr schwer stgekämpffc3 haben;1 araüi isichkihr rrituelles i Haus :zu verhalten; imüssenv.doerr schließtchL der Not erliegeo^acMe^ nur den Reichentierreichbarj sindv. Daher' * ist esy abgesehenvon der: menschlichen Pflicht,' ^Tausenden< solcherbesseren' Familien < zu helfen, auch eine moralische Pflicht der Vertreter des orthodoxen Judentums, hier helfend einzugreifen r Jeder orthodoxe Jude weiß, daß koscher essen eine der ersten. Grundlagen, dt*» JUdenhains, und. der,, Thöta f ist. Jeder, einzelne fuhrt am eigenen Leibe» .wie, schwer v. der Kampf is% seiner religiösen Ueberzengnng^bei;. den gegenwärtigen Zeitverhältnisseii treu bleiben zu fcön-" nen. Daher wäre es höchste Zeit,- für den strenggläu-';v Mgen Mittelstand zn sorgen. ''" Im Interesse .dieses notleidenden Mittelstandes sei daher nachstehender . Vorschlag, genlacht:. Die Agudas. Jisroel möge alles aufbieten,, um für den Mittelstand orthodox koschere Küchen zu \ schaffen, natürlich. zum Einheitspreise der allgemeinen Gemeinschaftsküchen,, damit der oben genannt ten Klasse, wenigstens zu einer,.einmaligen^ausgie^ bigen rituellen Mahlzeit geholfen werde. Da es aber bei dem ee^enwärbwen Mangel an geeigneten Lokalitäten und an allem, was zu einer großzügigen ..Aus*- . Speisung nötig, nicht leicht ist,. solche, KnChen;Sn&' .. Leben zu rufen, könnte man vielleicht probeweise in den einzelnen .Bezirken mit den verschiedenen, orthodox jüdischen Restaurateuren ein Abkommen treffen, , täglich 50—100 Personen auszuweisen. An Wochentagen die Mahlzeit ohne.. Fleisch, am1 .Sch'äbhesC soll eine Fleischspeise verabreicht werden: Eilt Restarr-, rateur, mit, dem diesbezüglich Rücksprache^ genommen wurde, veranschlagt die Mah&\ zeit pro Person mit K 10—, mit Fleischzusatz K 30.—; will aber, wenn man ihm den Bezug von Lebensmitteln durchdie Zentralen sicher^' einen «Nachlaßt his zxl 15 Prozent gewähren^Beredfeffieefe man die Bezahlung» von K 5.— pro? Pensen--daz*r" wäre die Belastung des Vereines5-, keine, allz\E„groJßte>^ Dieser .Versuch; könnte,, ein i>is zweit rMoaaJ^Tgemaäfefefc. werden. Damit wärer-demNgroße^^ Stande ungemein gedient-und vieler ^ot mOmentan^aib);-v geholfen. / —— .. . . . ' Petrus^wyez,,4it ParN, v. Der t- Präsident des- -»westukradnische*.«* National* rates imd Diktator der westu^ainischer\- AiTO Eugen Pe.trus:z e,wy.czj Weilte vor,kwr25ejn..Pt ^"ierv?/ und hatte -wichtige politische;.Konferenzea ia .Kreise**«.* der hier' weilenden «ukrainischen Politiker. -Am^Sams«^ tag, den 3. d. M., ist Dr. Petrusizew^ez mit, 4erni En-r, , tentezuge,. von . hier nach .Paris ar^er<ei^W™^Äieu, Sache seines' nach Freibeit^^undiiBelfeiiiiQ^''.'.yoriibptoinischen Joch ringenden Volkes» -vor den-Entenjte*^ mächten zu vertreten. Petrnszewycz is,t eüi.Frexinäl^er. jüdischen Sache.. s _ Gesandter WyadimifcSmgaiewyea, "' ' Der, .Gesandte, der. w*estukrainis:ch^lL.Republik..in , Wien,,tAVladirnk.y. S cKi Lling r S ing.aJte}Wt*y\c z^lydgeht am 13. d. M. seinen-45. Gebörtstasg^ Fi^u3ahs<e^^ zn fünfzig. Mögen sie diesenausgezeiehnefcen -Mea- , sehen,.; Pohtiker und^Kollegen .von der Feder .an J#ebensferaft, xmd, Geistesfrische dasl ersetzen^.was?ühjiü& die langen » und entbehxrmgsreieheav.tunf vKiiegsj^äe genommen} Geboren ,aml 13. Jänner ,1875, in .Ostgaliziep,^^., servierte Singalewyeiz. die jGynmasigJim&;$nkmm~\i tätsst^dien - in Lemlbexgj- -widünete sich* hierauf dem- Richterberufe und :wirkte - zuletzt" als. Bezirksrichter;* in GHniany., Imi Jahre .1911::;von^...WAU|??@is^ft Zl<S^' . Czow-.Qlesko-Ka^oJika-Bjus^ in m de» Reichsrat gewählt/i: trat"- er .im' ^Parlan^en^^'Bnt'^aller— Energie für di e Rechteder Ukrainer..ein;;nn% Terlieht. denselben, .auch. in jnehreren fJEftblil^o&^^un^ handlnngeit^Jjeredten Ausfcick4:Jn :Arierkßan]angiiiBei-, ner ers^rießliehen^Tätigkeit «wwFde er 4m1« Jahre-^913^{tv vom' Bezirke^Przemyslanyaiichi in denv galizischert, Landtag entsendet. Während des Krieges Leiter des

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