Mannheim
Compact Memory

Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift · 1920-01-09 · 2 (9.1.1920) · p. Seite 28

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
Volume
37 (1920)
Issue
2 (9.1.1920)
Date
1920-01-09
Page
Seite 28 (sequence 12)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
91% known words query
IRI
…/3020846-3022397-3022400--28217-3053658
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

Seite 96 E>r. WOCHENSeHRIF*. Nr. S lül&komlteeis utewseh« Flüchtlinge, Vizepräifcidcnt der Zentraloigaaisation der ukrainischen Legionäre, Scnriffleiter der „Ukrainischen Korrespondenz" und Leiter der ukrainischen Nationalkanzlei in Wien, verstand es Herr v. Singalewycz, sich in allen diesen Stellungen ^zum! Besten seines Volkes zu betätigen und die Ächtung und Wertschätzung weiter Kreise zu erwerben. Nach1 Auflösung der Monarchie und Proklamierung der westukrainis'chen Volksrepublik eröffnete sich' ihm! ein noch! , größeres Feld der Tätigkeit, indem1 er die Organisation des ukrainischen Pjsessedienstes' ülternahmv mehrere Propaganda-Abhandlungen publizierte und gleichzeitig als Stellvertreter "des daimfetligen Bevollmächtigten v. Wassilko fungierte. Seit Juni 1919 bekleidet Singalewycz selbständig den Posten eines ukrainischen Gesandten in Wien und leitet sein Amt knit diplomatischer Gewandtheit, feinem' Takt und viel Verständnis. Der Geburtstag des Gesandten v. Singalewycz fällt zeitlich1 mit deöii Beginn des1 ukrainischen neuen Jahres zusammen, was uns um so willkommener Gelegenheit bietet, ihkn und! seinem! Volke, das .im' Kampfe um' die Selblstänäiglceit die unsäglichsten Leiden erduldet, «ine bessere und schönere Zeit zu wünschen als* die vergangene es war. Vielleicht nimmt dann auch das jüdische Martyrium1 im Osten ein Ende. J. 0. BrJgittenauer Israel. Frauen-Wohitätigkeitsverein. Sonntag, den 21. v. M., fand in einem Lehrzimmer des israelitischen Kindergartens im1 XX. Bezirk' die ordentliche Generalversammlung des Brigittenauer israel. Frauen-"WbhltätigkeitsVereines statt. Nach! Eröffnung der Versammlung; bejgrußte;die Präsidentin!Frau Dr. "Weiß die erschienenen Vertreterinnen verschiedener Vereine, -wie Trau Dr. Grün- Wald für den I^auenverein im n. und JH. Bezirk und für den Verband der -weiblienen Fürsorge, Frau Prof; Roth für den . SraueawneiiL,.-im'-.- I.- Bezirk...und Altersfürsprge, Frau B1 u m'e n f «"1 d ruf "den FrauenvSrein"im IX. ' Bezirk', ferner Herrn Heinrich! "Weiner für den Verein „Die Brüder" und die Herren. F iögdhier und Jungin'ann für den "Witwen- und "Waisenverein, und erteilte hierauf das "Wort der Kassierin Th&a. Goldner zur lErstattung des Gebarungsausf weises für das* abgelaufene Vereinsjahr. Demselben war zu entnehmen, daß der Brigittenauer israel. Frauen-WohltäB tigkeitsverein im Vorjahre rund 21.200 Kronen für wohltätige Zjwecke verausgabt h'at. Sodann berichtete der Beirat Herr Josef Ko!h!n über (die Tätigkeit )ies Vereines in dem eben abgeschlossenen 24. Vereins jähr. Einleitend berührte derselbe die trüben «Zeitverhältnisse seit dem Zerfalle der früheren österreichisch-ungarischen Monarchie am 18. Oktoh ber ,1918 in verschiedene, nun fast feindlich gegeneinander abgeschlossene Nationalstaaten bis zu dem am 10. September v. J. in Stj. GennJainj abg^p schlossenen Frieden. Diese unheilvoll traurigen Verhältnisse hatten, wie auf alle Vereine, so auch, auf den Brigittenauer israel. Frauen-[Wbhltätigkeitsverein eine höchst ungünstige Büdkwirkung, einerseits dadurch^ daß durch die immer höher werdenden öffentlichen Lasten die Gebefreudigkeit der "Wohltäter-vielfach! ungünstig beeinflußt wurde., anderseits dadurch,) daß infolge der märchienhaft anwachsenden Preise aller Iiebens-, Bedarfs-, und Gebrauchsartikel in die "Wohnungen gar mancher, früher den sogenannt. besseren Ständen an-, gehörigen Personen die Not ihren Einzug, hielt und so „die Sorge dem Elend gab das Geleit", und endlich dadurch', daß durch! das stetige Sinken unseres Geldwertes auch die von uns gewährten Unterstützungen lange, nicht so wirkungsvoll sein konnten^, wie in früheren | riedlichen Ta-, geh. Doch!, fuhr der, Eedner fort, „türmt er uns Bürde, türmt er uns auch,' <iie Kraft" (Bicharid Beer-Hofhxannt f^aakbbs Traum")j . , mit der Steigerung der Not steigerten wir auch' unsere Bemühungen zur Linderung des Elends, und nur deshalb veranstalteten wir, so mühevoll für uns und so lästig "wegen der wiederholten Behelligung für manchen unserer Gönner dies auch gewesen sein mag, während der Berichtsperiode drei "Wohltätigkeitsabende, welche > zusammen ein Beinerträgnis von 12.700 Kronen ergaben. Der Bedner hob sodann die verschiedenen Organisationen hervor, weichte durch die Zentralstelle für jüdisch-soziale Fürsorge ins Leben gerufen wurden, wie den Krankenfürsorgeverband, den Verband für Jugendfürsorge, wie den für Al- ^erefiirBorg^ wek&Sen Verbänden wir uns als beitragende, aber leider auch! sehr off als empfangend« jVütgb.ed«' abgeschlossen haben. Ebenso gehört unser Verein dem Verband der weiblichen Fürsorge, sowie... endlich, aber nicht! zuletzt, dem Verbände "zur Unterstützung armer israel. "Wöchnerinnen als unterstützendes Mitglied an. "Was letzteren anbelangt, so zeigte der Bedner an einer kleinen* Zifferntabelle, wie sehr die jüdische Bevölkerung in /"Wien in den Kriegsjahren abgenommen hat. Es betrugen nämlich in den Jahren 191b—1914 die Zahl aller in "Wien von dem Verband unterstützten armen "Wöchnerinnen 1932, in den Jahren 1915—1918 aber nur 1063. Im XX. Bezirk waren die entsprechenden Zahlen 722j beziehungsweise' nur 349. Schließlich hob der Bedner hervor, daß der Verein seit seinem Bestände schon über ,505.000 Kronen für seine wohltätigen Zwecke aufgebracht hat und dankte der Kultusgemeinde, allen Korporationen, "Wohltätern und Mitglie-. dem für ihre werktätige Förderung, mit der gleichzeitig an . dieselben gerichteten Bitte um Zuwendung weiterer Gaben, auf daß der Verein auch! weiter in der Lage sei, Sinkende zu stützen. Gesunkene aufzurichten, kurz allen wohl zu tun, welche Opfer des Wehtuns geworden. Hierauf beglückwünschte Frau Dr. Gr u n w a 1 d den Verein zu seinen Erfolgen, mit dem Wunsche, es möge ihm gegönnt sein, auch! weiterhin so erfolgreich an der Liebes arbeit zum Besten der jüdischen Annen mitzuwirken, wie bisr her, welchem "Wunsche sich' auch; Frau Prof. Roth für die von ihr vertretenen Vereine in warmen Worten aiii schloß. Die Kontrollorin Frau Katharina K o h n besprach dann in launiger Weise, den'Kassabericht des Vereines, worauf einstimmig dem Vereinsvorstande die Entlastung erteilt wurde. Nach! der sodann per Akklamation erfolgten^ einstimmigen Neuwahl des früheren Vorstandes schloß die schöne 24. ordentliche. Generalversammlung dieses Vereines. Ei n Em ig ratio nsaus&ch u ß. Berlin.,Beim Verband der Ostjuden in Deutschland' ist ein besonderer Emigrationsausschuß gebildet worden, dem folgende Herren angehören: Moritz) Brenner, Redakteur Dr. Hellmann, Dr. N.' Ratzert e 1 s o n' n, Max Lewi't, Josef Lin, PaulS aöh.s, E. S.calit, T. S caIit, Davis Triets ch- und In-, genieur Warsch' awsk-y.-. -_■.•",» *- : .: Der Ausschuß soll durch Hinzuziehung anderer auf dem Gebiete der jüdischen Emigrationsfragen kompetenter Persönlichkeiten erweitert werden und mit den in Betracht kommenden Organisationen an den großen und schweren Aufgaben der Regulierung der jüdischen Emigration gemeinsam1 arbeiten. Die Geschäftsstelle des1 Emigrationsausschusses ist: E. Scalit, Berlin W'., Knesebeckstraße 96. . ' .. . ".v?" Die Regeluinig der Rechte der Juden in Rumänien. Vor kurzem' wurde durch' die Tagesfolätter die Nachricht verbreitet, daß die neue rurnänis'öhe Regierung den Friedensvertrag mit Aenderungen zuungunsten der Juden unterfertigen würde, welche Aenderungen in einer durch einen Spezialkurier nach Bukarest gebrachten -Note zugestanden worden wiären. Danach! sollten die Bestimmungen: bezüglich der Regelung der Judenfrage ganz weggelassen werden. Demgegenüber ist der "Is'raeliti sehen Allianz zu Wien vorn! ,,Joint Foreign Comrnittee" in London die Nachricht zugegangen!, daß die vollen Rechte der Judeü sowohl im' alten Rumänien', wie in den iieu erworbenen Gebieten durch! den F r i e de n s - vertrag gesichert erscheinen, ferner daß die Kontrolle des Völkerbundes hinsichtlich' des' Schutzes der Minoritäten ganz iri derselben Weise wie im! Vertrage irnit Polen' gesichert wurde und daß der rumänische Vertrag noch eine besondere Klausel enthält, wonach' die Juden in' Rumänien ohne besondere Fortai'alitiäten; in den1 Besitz der politjsch'en und' b'nrgerlichen Rechte ge- 1 aageö sollen.

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.